Apodisationsfilter – Bokeh-Wunder oder Nachteil? Fuji 56mm 1.2 APD Review (Werbung)


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Apodisationsfilter – Bokeh-Wunder oder Nachteil? Fuji 56mm 1.2 APD Review (Werbung)

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Die Kamera- und Objektivhersteller liefern sich ein hartes Rennen. Aktuell erhältst du extrem scharfe Objektive, die oft fast schon etwas überkorrigiert sind. Ein Aspekt, der dabei ebenfalls immer weiter optimiert wird, ist die Qualität des Bokehs. Denn bei manchen Objektiven leidet dessen Erscheinung sogar unter dem Optimierungswahn.

Aus diesem Grund gibt mittlerweile ein paar exotische Objektiv auf dem Markt, die sich durch ein äußerst geschmeidiges Bokeh abheben sollen. Hier wird ein sogenannter Apodisationsfilter verbaut.

Was das genau ist und wie Fotos mit und ohne diese spezielle Erweiterung aussehen, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit MPB.com* – einem Online Händler für gebrauchte Kameraausrüstung. Für den heutigen Test konnte ich mir dort das Fujifilm 56mm 1.2 jeweils mit und ohne den APD Filter ausleihen. Danke also an MPB, wodurch dieser Beitrag erst möglich wurde und ich dir heute die Unterschiede zeigen kann.

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Nun aber zum Thema zurück.


Was ist ein Apodisationsfilter und wie funktioniert er?

Ein Apodisationsfilter ist ein zusätzliches Element in bestimmten Objektiven. Dieser sorgt für eine äußerst weiche Darstellung der Unschärfe im Vorder- und Hintergrund. Das funktioniert dadurch, dass der Filter die Kanten von jedem Unschärfekreis glättet. Das vermeidet scharfe (Doppel-)Kanten und erzeugt ein traumhaft weiches Bokeh.

Das Fujifilm 56mm 1.2 z.B. ist einmal in der Standard-Version und einmal in der APD-Version (Abkürzung für Apodisationsfilter) erhältlich. Du kannst also wählen, ob du das Element möchtest. Denn Achtung: Es gibt auch ein paar Nachteile dabei, die ich dir gleich noch zeige. Bei anderen Herstellern wird dieses Filterelement oft auch mit dem Zusatz STF oder DS angegeben, was für Smooth Transition Focus oder Defocus Smooting steht.

Was komplex klingt, ist zumindest in der Theorie ein ziemlich simpler Grundgedanke. Im Grunde kannst du dir den APD-Filter wie eine rundes Stück Glas vorstellen, bei dem eine Abdunkelung zu den Rändern hin vorliegt. Wie ein radialer Verlauf, der nach außen hin schwarz wird:

Aufbau vom APD-Objektiv mit Verlauf zum Rand

Das war es schon. So simpel und so genial ist die Idee. Denn wie du weißt, nehmen Unschärfekreise immer die Form der Blendenöffnung an. Das passiert sowohl bei der Größe, indem du die Blende verstellst. Sobald du durch Bokeh Schablonen fotografierst, nimmt die Blende die verrücktesten Formen an. Und das überträgt sich immer direkt auf die unscharfen Bildbereiche:

Und genau so überträgt sich dann auch der weiche Rand des Apodisation-Filters auf jeden einzelnen Unschärfekreis. Im APD-Objektiv kannst du diesen Filter tatsächlich mit bloßem Auge erkennen:

Im linken Objektiv siehst du den Verlauf in der Linse (APD), rechts die Standard-Variante.

Vergleich zwischen dem Fujifilm 56mm 1.2 und dem Fujifilm 56mm 1.2 APD

Bevor ich dir gleich alle Vor- und Nachteile der beiden Varianten zeige, solltest du dir einfach einmal diese Beispiele ansehen. Hier wird deutlich, wie Fotos mit einem APD-Filter aussehen.

Fotos vom Testaufbau

Vorher: Ohne APD @ F1.2 / Nachher: Mit APD @ F1.2

Nach dem ersten Vergleich auf Offenblende fällt auf: Der Lichtpunkt direkt über dem Testchart erscheint beim Standard-Objektiv größer – das bedeutet, dass mehr Unschärfe vorliegt. Durch den Filter ist das APD-Objektiv also bereits geringfügig »abgeblendet«. Daher zeige ich den nächsten Vergleich mit leicht abgeblendetem Standard-Objektiv:

Vorher: Ohne APD @ F1.4 / Nachher: Mit APD @ F1.2

Nun das Test-Setup noch einmal etwas näher fotografiert und dasselbe Spiel:

Vorher: Ohne APD @ F1.2 / Nachher: Mit APD @ F1.2

Vorher: Ohne APD @ F1.4 / Nachher: Mit APD @ F1.2

Zum Abschluss noch einmal der Vergleich zwischen einer geschlosseneren F2.0 und F1.2 beim APD.

Vorher: Ohne APD @ F2.0 / Nachher: Mit APD @ F1.2

Ich glaube hier wurde der Punkt aber bereits überschritten. Der Blendenwert bei dem dieselbe Tiefenschärfe zwischen den beiden Objektiven vorliegt dürfte bei ca. F1.6 – F1.8 liegen.

Fotos vom realen Shooting

Vorher: Ohne APD @ F1.2 / Nachher: Mit APD @ F1.2

Vorher: Ohne APD @ F1.4 / Nachher: Mit APD @ F1.2

Vorher: Ohne APD @ F1.2 / Nachher: Mit APD @ F1.2

Fazit: Alle Vor- und Nachteile von Objektiven mit APD-Filter

Vorteile vom Apodisationsfilter

  • Weicheres Bokeh: Der Apodisationsfilter erzeugt eine etwas ruhigere und angenehmere Hintergrundunschärfe. Das hilft, harte Kanten im Bokeh auszuglätten und die Übergänge zwischen den verschiedenen Elementen auf einem Foto weicher zu gestalten. Der Bildlook ist schon wirklich sehr fein!

Nachteile vom Apodisationsfilter

  • Weniger Lichtstärke trotz gleicher Blendenzahl: Ein Nachteil des APD-Filters ist, dass dieser bereits wie ein geringfügiges Abblenden wirkt. Dadurch geht dir etwas Lichtstärke verloren, was in Dunkelheit einen höheren ISO-Wert erfordert. Im Vergleich hast du zudem gesehen, dass die Tiefenschärfe ebenfalls nicht so gering wie beim Standard-56mm 1.2 Objektiv ist.
Die roten Ziffern zeigen an, wie viel Licht das APD-Element schluckt. Ab F5.6 relativiert sich der Effekt.
  • Autofokus: Der Autofokus des APD-Objektivs ist nicht so schnell und präzise wie der des normalen 56 mm 1,2 Objektivs. Das liegt zum einen daran, dass eine Blende weniger Licht für den AF bei Dunkelheit zur Verfügung steht. Zum anderen ist durch den APD kein Phasenautofokus verfügbar (kann bei anderen Herstellern wieder anders sein).
  • Beim Abblenden verschwindet der Effekt: Die Auswirkungen des Apodisationsfilters verschwinden ab Blende F5.6.
  • Höherer Preis: Beim Fujifilm 56mm 1.2 musst du 300€ Aufpreis für die APD-Variante einplanen. Beim Canon RF 85mm 1.2 beträgt der Aufpreis zur DS Version satte 750€.
  • Die Fotos mit dem APD-Filter sind etwas ins gelbliche verschoben (siehe Vorher-Nachher Fotos) und benötigen daher einen anderen Weißabgleich.

Fazit: Ein toller Effekt mit Einbußen

Ich habe dir den Bildlook und die Unterschiede der Objektiv-Varianten nun ausführlich gezeigt. Am Ende ist es wohl Geschmackssache und Einsatzzweck, welches Objektiv für dich besser geeignet ist. Ja, der Bildlook ist beim APD-Objektiv schon eine sehr feine Sache. Das Bokeh erscheint tatsächlich etwas hochwertiger und glatter.

Dennoch hängt es immer stark von der Situation ab, wie stark (oder ob) man es im Alltag überhaupt sieht. Denn auch die Standard-Version liefert einen tollen Bildlook. Zudem ist sie dahingehend alltagstauglicher, weil bei Bedarf mehr Lichtstärke, besserer Autofokus und geringere Tiefenschärfe zur Verfügung stehen.

Galerie: Weitere Fotos mit Apodisationsfilter

Hier noch ein paar Beispielfotos vom Fujifilm 56mm 1.2 APD Objektiv:

Top Portrait-Objektive für deine Kamera

Egal ob mit oder ohne Apodisationsfilter – ein 85mm-Objektiv ist perfekt für Porträts geeignet. Daher verlinke ich dir zum Ende noch für jedes System eines. Die Links führen zu MPB.com*, wo du die Objektive gebraucht kaufen und somit etwas Geld gegenüber dem Neupreis sparen kannst.

Porträt-Objektive ohne APD-Filter

Porträt-Objektive mit APD-Filter

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Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

4 Gedanken zu „Apodisationsfilter – Bokeh-Wunder oder Nachteil? Fuji 56mm 1.2 APD Review (Werbung)“

  1. Das Hauptproblem der APD Version ist, dass das Filterelement sehr schwach ausgelegt ist. Da kann man gleich die Normalversion nehmen. Beim Minolta / Sony STF wird das zu den Rändern hin richtig dunkel mit entsprechen mehr Transmissionverlust, aber auch dem angestrebten perfekten Bokeh, das sonst kein Objektiv hinbekommt. Und zwar vor und hinter der Schärfeebene.

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  2. Tolles Thema und wie immer tolle Bilder.

    Ich hatte das RF 85 1.2 in Normal und DS Variante für Hochzeiten und die Unterschiede waren imho nicht vorhanden. Es spielte sich eher im Kopf ab.
    Die fehlende Lichtstärke sehe ich im Sonnenlicht als Vorteil, da man die Belichtungszeit etwas runterbekommt, wenn man offenblendig fotografiert. Hier war ich schnell im elektronischen Verschluss.

    Antworten
  3. Interessantes Thema, aber der Filter ist für mich zu marginal. Dann doch lieber ein Pro-Mist für den Vintage Look. Grundsätzlich finde ich das Thema mit verschiedenen Filter super.

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