Available Light Fotografie – Natürliches Licht lesen und richtig nutzen


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Aktualisiert am 15.03.2024

Available Light Fotografie – Natürliches Licht lesen und richtig nutzen

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Das Wichtigste im Überblick

  • Available Light bedeutet, dass du nur mit vorhandenem Licht fotografierst. Outdoor ist das natürliches Tageslicht, Indoor kommen meist Kunstlicht-Quellen hinzu
  • Lerne das Licht zu Lesen - der erste Schritt ist die Unterscheidung zwischen hartem (direkt) und weichem (indirekt) Licht
  • Nutze für Porträts weiches Licht (z.B. im Schatten), um eine vorteilhafte Ausleuchtung der Person zu erzielen
  • Seitliches Licht oder Gegenlicht sorgen für mehr Tiefe im Bild
  • Nutze einen Reflektor*, um Schatten im Gesicht zu entschärfen
  • Fotografiere zur Goldenen Stunde - dabei hilft dir eine App

Licht ist alles. Diesen Satz hast du bestimmt schon oft gehört. Und ja – das richtige Licht entscheidet wirklich über den Erfolg eines Fotos. Um mit Available Light fotografieren zu können, musst du die verschiedenen Lichtarten kennen. Jede hat ihre Eigenheit und du musst nur wissen, wie du sie zu deinem Vorteil nutzen kannst.

Kurz gesagt bedeutet Available Light, dass du nur mit natürlichem Tageslicht fotografierst. Und eben Licht, das am Aufnahmeort bereits vorhanden (available) ist. Was simpel klingt erfordert einiges an Know-How. Wenn du es richtig machst, wirst du am Ende mit sehr natürlichen Fotos belohnt. Nach diesem Artikel wirst du in der Lage sein, all das umzusetzen.

Available Light Fotografie Techniken
Available Light lässt deine Fotos natürlich wirken. Hier: Diffuses Licht von oben

Nachdem wir uns gleich die verschiedenen Arten von natürlichem Licht angeschaut haben, wird es auch um die richtige Lichtrichtung gehen. Dabei ist die Verwendung eines Reflektors in Verbindung mit Available Light oft unerlässlich.

Und falls du bei Available Light im ersten Moment nur an Fotos im Freien denkst: Diese Art der Fotografie findet auch in Innenräumen Anwendung. Denn auch hier hilft es dir zu Fotos mit einer natürlicheren Ästhetik.

1. Die Vorteile der Available Light Fotografie

Die oft so technische Fotografie-Welt dreht sich gerne um Kameras, Blitze und sonstige Ausrüstung. Da erscheint die Fotografie rein mit natürlichem Licht fast schon puristisch. Doch lass dich nicht täuschen – mit der Available Light Fotografie sind grandiose Bilder möglich. Ich selbst verdiene darüber hinaus mein Geld eigentlich nur mit dieser Art der Ausleuchtung.

Die Vorteile der Available Light Fotografie:

  • Du brauchst nur eine Kamera mit einem guten Objektiv, keine Blitze oder Stative.
  • Ohne große Ausrüstung musst du nicht viel schleppen. Dadurch kannst du einfacher zu abgelegenen Fotografie Locations gelangen.
  • Du musst nicht viel Aufbauen oder einstellen. Du bist stressfrei unterwegs und kannst dich voll auf dein Motiv konzentrieren. Beispielsweise auf die Kommunikation mit dem Model. Und auch sonst ganz ohne Umbaupausen fotografieren.
  • Wenn du deine Stative und Blitze zu Hause lässt, benötigst du in der Regel keinen Assistenten.
  • Ohne Blitzlicht auf einer bestimmten Stelle hat dein Model viel mehr Bewegungsfreiheit. Denn Available Light ist wesentlich weitläufiger. Das erlaubt auch bewegte Model Posen während dem Gehen.

Wo viel Licht ist, ist auch etwas Schatten (sorry, der Wortwitz musste sein). Ja ein paar kleine Nachteile birgt natürliches Licht dennoch. Sobald du diese kennst, kannst du dich darauf einstellen. Das macht sie halb so schlimm.

Die Nachteile der Available Light Fotografie:

  • Du bist 100% abhängig vom Wetter und Tageszeiten. Selbst eine kleine spontane Wolke kann deine ursprüngliche Bild-Intension komplett über den Haufen werfen. Das Licht ist einfach anders und du hast keinen Einfluss darauf.
  • Das Licht verändert sich teilweise im Minutentakt. Sei es durch einen Locationwechsel oder aber durch wechselhafte Wolken.
  • Sowohl Ort als auch das Licht muss passen. Eine tolle Fotolocation kann manchmal nicht genutzt werden, weil das Licht dort nicht optimal ist.

Kurz gesagt: Mit Blitzen kannst du immer aktiv in die Lichtsituation eingreifen und sie verändern. Quasi den Licht-Gott spielen. Bei Available Light passt du dich dagegen bestmöglich an bestehende Lichtverhältnisse an. Was macht die Sache aber auch gerade so spannend.

2. Diese 4 natürlichen Lichtarten musst du unterscheiden.

Bei der Fotografie mit Available Light gibt es vier Haupt-Lichtarten. Lerne diese drei zu unterscheiden:

  1. Direktes Licht ist die stärkste und intensivste Art von Licht und findet sich an Orten, wo die Sonne direkt scheint.
  2. Diffuses Licht entsteht, sobald sich lichtdurchlässige Wolken vor die Sonne schieben. Dadurch scheint das Licht nicht mehr direkt, sondern wesentlich weicher.
  3. Indirektes Licht entsteht, wenn sich die Fotoshooting Location im Schatten befindet. Die Sonne kann nicht direkt scheinen.
  4. Reflektiertes Licht kann durch die Reflexion der Sonne im Wasser oder anderen spiegelnden Flächen entstehen. Im Gegensatz zu indirektem Licht bzw. Schatten kann dieses auch hart und direkt erscheinen.

Diese vier Lichtarten musst du dir einprägen. Dann ist der erste Schritt getan. Je nach gewünschter Bildwirkung suchst du dir dann ein entsprechendes Fotografie Licht heraus. Ich zeige dir jetzt noch etwas konkreter, wie die Lichtarten wirken und wie du dich anpasst:

2.1 Direktes Licht – Hart aber kontrastreich

Direktes Licht zum Fotografieren nutzen

Direktes Licht ist genau das, wonach es klingt: Licht, das direkt von der Sonne kommt. Direktes Licht ist sehr hell und intensiv. Außerdem besitzt es einen harten Charakter und erzeugt dadurch starke Schatten. Daher ist es am besten, wenn du direktes Licht beim Fotografieren von Portraits vermeidest. Es wird deinem Model nicht immer schmeicheln, vor allem nicht in der Mittagssonne.

Dennoch: Sofern du es richtig einsetzt, kann direktes Licht deinem Foto dennoch Dramatik und Kontrast verleihen. Wenn du ein intensiveres Portrait aufnehmen möchtest, kann direktes Sonnenlicht eine gute Option sein.

Um direktes Sonnenlicht für Porträts zu nutzen, solltest du auf tiefstehendes Sonnenlicht warten. Finde dafür einen passenden Ort, an dem das Licht zur Uhrzeit des Fotoshootings optimal scheint und plane entsprechend.

Am Anfang solltest du darauf achten, dass dein Model der Sonne zugewandt oder weggedreht ist. Eine seitliche Positionierung zum Licht ist bei direktem Licht oft etwas schwieriger.

2.2 Diffuses Licht – Weiches Fotografie Licht für Portraits

Diffuses Licht durch Wolken

Diffuses Licht ist weicheres Sonnenlicht. Es entsteht, wenn das Licht erst durch Wolken oder einen anderen Diffusor wandert.

Das sanftere Licht macht sich gegenüber direktem Licht vor allem in den weichere Schatten bemerkbar. Dadurch ist diffuses Licht ideal für Porträtaufnahmen, da es der Haut sehr schmeichelt. Sie erscheint reiner, da Hautunreinheiten weniger betont werden.

Auch verhindert eine dichte Wolkendecke, dass dein Bild einen hohen Dynamikumfang benötigt. Denn einfach gesagt liegt die komplette Kulisse im Schatten. Es gibt dadurch keine extremen Spitzlichter oder tiefdunkle Schatten. Alles sieht homogener aus.

Bei bewölktem Himmel kannst du also relativ sorglos fotografieren. Beachte nur, dass das Licht meistens senkrecht von oben kommt. Dadurch sollte dein Model den Kopf tendentiell etwas anheben, um Augenringe zu vermeiden.

Auch Indoor kannst du diektes Licht in diffuses verwandeln: Falls die Sonne direkt und hart durch ein Fenster scheint, kannst du einen weißen lichtdurchlässigen Vorhang nutzen. Das wird das Licht weicher machen.

2.3 Indirektes Licht – Schatten als Flucht vor hartem Licht

Available Light Fotografie im Schatten

Indirektes Licht oder ein Schatten entsteht, wenn ein Objekt die Lichtquelle blockiert und auf der gegenüberliegenden Seite ein dunkler Bereich entsteht. Hier kannst du bei strahlendem Sonnenschein das direkte und harte Licht vermeiden. Bewege dich zusammen mit deinem Model einfach in den Schatten.

Dann erhältst du indirektes Licht, das dieselben guten Effekte für dein Portraitfoto mitbringt, wie auch diffuses Licht.

Übrigens ist das hoch gelobte Fensterlicht meistens auch indirekt: Wenn die Sonne nicht gerade tief am Horizont steht, kann sie nicht direkt in den Raum scheinen. Die meiste Zeit befindet sie sich oberhalb des fensters. Dann entsteht weiches indirektes Licht, das sehr gerichtet aus einer Richtung kommt.

Der Unterschied zum diffusen Licht: Beim indirekten Licht wird die Lichtquelle von einem lichtundurchlässigen Gegenstand verdeckt. Daher kommt nur noch das von der Umgebung reflektierte Licht in den schattigen Bereich. Somit ändert sich die Lichtrichtung.

Pro-Tipp: Wenn du im Freien Schatten suchst (z.B. unter einem Baum), dann kontrolliere immer den Schatten deines Models. Falls du einen Schattenwurf erkennst ist das ein Zeichen dafür, dass das Model noch im direkten Licht steht. Finde eine Position, wo das Model keinen Schatten mehr wirft. Dann hast du ein weiches Fotografie Licht!

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2.4 Reflektiertes Licht

Reflektiertes Licht entsteht, wenn direktes oder diffuses Sonnenlicht von einem anderen Objekt in der Szene zurückgeworfen wird. Häufig z. B. von Wasser, Schnee oder einem Gebäude. Reflektiertes Licht kann sehr schön sein – aber auch unberechenbar.

Du musst eine Reflexion des Sonnenlichts nämlich als zweite Lichtquelle sehen. Meistens fungiert diese dann als Reflektor und hellt das Model auf. Dafür musst du vor Ort mit reflektiertem Licht zu experimentieren, bis du die richtigen Winkel gefunden hast. Aus diesem Grund sehen Fotos im Schnee meistens auch direkt perfekt ausgeleuchtet aus – denn dieser reflektiert das Sonnenlicht von unten ins Gesicht des Models. Schatten verschwinden.

Falls es keine solche Gegebenheit gibt, kannst du auch mit einem 5-in-1 Reflektor eingreifen und das Licht selbst reflektieren. Dazu gleich mehr.

3. Die Lichtrichtung erkennen und verwenden

Nachdem du vor Ort die Licht-Charakteristik bestimmt hast, musst du herausfinden aus welcher Richtung es kommt.

Mit diesen 4 Tipps bestimmst du die Lichtrichtung:

  1. Schau bei direktem Licht, wo sich dein eigener Schatten auf dem Boden befindet.
  2. Bei diffusem Licht schaust du dir die Wolkendecke an. Aus der Richtung, an der du die Augen am ehesten Zusammenkneifen musst, scheint das Licht.
  3. Betrachte deine eigene Hand und probiere zu bestimmen, auf welcher Seite sich Schatten bilden.
  4. Mach ein Testfoto. Falls das Gesicht von deinem Model relativ dunkel erscheint, bist du der Lichtrichtung abgeneigt. Dreht euch etwas weiter und wiederholt das Testfoto, bis das Gesicht einheitlich ausgeleuchtet ist.

Sobald du die Lichtquelle gefunden hast, musst du dich entscheiden, wie du das Licht verwenden willst. Es gibt drei grundlegende Lichtrichtungen, die für Available-Light-Porträts verwendet werden sollten: Frontal-, Seiten- oder Gegenlicht.

3.1 Frontales Licht – Einheitlich aber manchmal flach

Frontales Licht bedeutet, dass das Licht direkt von vorne auf die Person scheint. Du fotografierst mit der Lichtrichtung. Dies erzeugt eine sehr einheitliche Ausleuchtung, was auch dem Hautbild schmeichelt. Oft kann das Model dadurch aber auch flach und langweilig erscheinen.

Mit frontalem Licht fotografieren

3.2 Seitenlicht – Fördert die Plastizität

Bei Seitenlicht fällt das Licht von der Seite ein, wodurch ein dreidimensionaler Effekt entsteht. Diese Art von Licht wird häufig für die Porträtfotografie verwendet, da es die Gesichtszüge betont. Die Person erscheint durch den einseitigen, gewollten Schattenwurf plastischer.

Seitenlicht Fotografie

3.3 Gegenlicht – Ein natürliches Haarlicht

Von Gegenlicht Fotografie spricht man, wenn das Licht von hinten auf die Person fällt. Durch das Streiflicht hebt sich die Silhouette vom Hintergrund ab. Das sorgt zusammen mit möglichen Lensflares für mehr Tiefe. Vor allem bei tiefstehender Sonne entstehen geniale Fotos. Und das Gesicht der Person ist immer einheitlich ausgeleuchtet, da es sich im Schatten befindet.

Gegenlicht Fotografie
Gegenlicht Fotografie

Zwischenfazit: Diese Lichtarten mit der jeweiligen Lichtrichtung kombinieren

Es empfiehlt sich immer bestimmte Lichtarten mit der richtigen Lichtrichtung zu kombinieren. Was gut was zusammen funktioniert, siehst du hier:

Direktes LichtDiffuses LichtIndirektes Licht
Frontales Licht✔✔✔✔✔✔
Seitenlicht✔✔✔✔✔
Gegenlicht✔✔✔

Tipp: Besonders harmonische Portraits entstehen mit gerichtetem und weichem Licht. Das bedeutet, dass das Licht weich ist wirklich nur aus einer Richtung kommt. Es wird damit nirgends reflektiert und kann kontrollierter eingesetzt werden. Klassisches Beispiel dafür ist das beliebte Fensterlicht.

Hinweis: Falls du die Portraitfotografie mit Available Light noch detaillierter lernen möchtest: In meinem Outdoor Porträts Sehen Buch findest du noch mehr Beispiele durch Vorher-Nachher Fotos und Lichtskizzen. Wenn du mit natürlichen Outdoor Porträts durchstarten willst, empfehle ich dir auf jeden Fall dieses Buch.

4. Entschärfe Schatten durch Einsatz des Reflektors

Reflektor für Available Light Fotografie nutzen

Du kennst bestimmt die große runde Frisbee mit silberner Seite. Ja, mehr ist ein Reflektor im Grunde nicht: Ein großer Ring, der mit weißem oder reflektierendem Stoff bespannt ist. Theoretisch kannt du auch ein großes Stück Styropor oder eine Scheiben Frostschutzmatte nehmen.

→ Ich selbst kann diesen 110cm Neewer 5-in-1-Reflektor* empfehlen. Einen solchen verwende ich seit 10 Jahren und war bisher für alle gewappnet.

So wirfst du Sonnenlicht in einen schattigen Bereich zurück. Dadurch werden Schatten aufgefüllt und eine gleichmäßigere Lichtverteilung erreicht. Reflektoren sind besonders bei Porträtaufnahmen unerlässlich. Denn so milderst du Schatten im Gesicht und lässt die Person vorteilhafter aussehen.

Um den Reflektor verwenden zu können, musst du die Richtung des Lichts zu kennen. Dann musst du den Reflektor so positionieren, dass er das Licht auf den gewünschten Bereich reflektiert. Einfach gesagt muss der Reflektor immer auf die Seite des Models gehalten werden, auf der die Schatten entstehen.

So verwendest du den Reflektor je nach Lichrichtung:

  • Bei Gegenlicht kannst du direkt von vorne Licht aus leicht erhöhter Position reflektieren.
  • Bei Licht von oben (meistens im Wald oder bei Wolkendecke) hältst du den Reflektor direkt unter das Kinn des Models und reflekierst nach oben.
  • Bei seitlichem Licht reflektierst du das Licht von der gegenüberliegenden Seite auf die dunklere Gesichtshälfte.

Grundsätzlich bieten die meisten Reflektoren drei verschiedene Seiten: Gold, Silber und Weiß.

Goldreflektoren erzeugen ein warmes, goldenes Licht, während Silberreflektoren ein kühles, helles Licht erzeugen. Weiße Reflektoren sind am natürlichsten, da sie ein schwächeres neutrales Licht erzeugen. Dieses kann mit jeder Art von Beleuchtung verwendet werden.

Wenn du ein schönes frontales und gerichtetes Licht (wie z.B. Fensterlicht) benutzt, wird die Verwendung des Reflektors oftmals aber auch überflüssig.

5. Wähle die beste Tageszeit für Available Light Portraits

Die beste Tageszeit für Porträts bei Available Light ist der frühe Morgen oder der späte Nachmittag. Zumindest wenn du mit direktem Licht fotografieren willst. Dann steht die Sonne tief am Himmel und wirft ein schönes goldenes Licht. Daher wird die Stunde vor dem Sonnenuntergang auch Goldene Stunde genannt. Meide dagegen die Mittagszeit! Dann steht die Sonne nämlich hoch am Himmel und wirft ein grelles, hartes Licht. Mit diesem kannst du nur schwer arbeiten.

Portrait mit natürlichem Licht in der Golden Hour fotografiert

Selbst direkt nach dem Sonnenuntergang lassen sich noch für die Dauer der Blauen Stunde gute Fotos machen. Dann glüht der Himmel noch mit weichem, indirektem Licht nach. Die Kulisse färbt sich in einem kühleren Farbton. Diesen kannst du auf Wunsch später mit einem wärmeren Weißabgleich in Lightroom ausgleichen.

App Empfehlung: Sun Seeker. Die App ist für Apple iOS und für Android (ca. 10€) erhältlich. Sie hilft dir enorm bei der Planung, denn sie legt dir live die Linien vom Sonnenverlauf über das Bild deiner Smartphone Kamera. So siehst du genau, wo die Sonne zu welcher Uhrzeit steht und du kannst somit schon beim Location Scouting nachvollziehen, aus welcher Richtung das Licht Abends / Morgens kommen wird.

6. Fazit: Natürliches Licht für authentische Fotos nutzen

Die Available Light Photography klingt im ersten Moment einfacher, als sie ist. Anfangs ist sie oft eine Herausforderung. Doch wenn du den Dreh raus hast, entstehen mit einfachsten Mitteln unglaubliche Aufnahmen. Kein anderes Licht lässt Menschen und Kulissen auf Bildern so natürlich erscheinen. Denn hierbei werden sie im selben Licht fotografiert, wie du sie auch im Alltag wahrnimmst.

Sobald du die verschiedenen Arten von natürlichem Licht kennst, kannst du sie effektiv einsetzen. Kombiniere sie mit einer passenden Lichtrichtung und es kann losgehen. Auch wenn nicht immer nötig: vergiss nicht deinen Reflektor mitzubringen. Oft poliert er das Portrait noch etwas auf und ist damit ein unverzichtbares Werkzeug, das Beste aus dem vorhandenen Licht herauszuholen.

Wenn dir dieser Blog Beitrag gefallen hat, wirst du mein Buch »Outdoor Portraits sehen« lieben. Hier zeige ich dir nicht nur diese Arten des natürliche Lichts und den Umgang mit dem Reflektor. Darüber hinaus gebe ich dir mein komplettes Wissen zur kreativen Portraitfotografie weiter. Und das mit konkreten Vorher-Nachher Beispielen. Wenn du deine Fotografie verbessern möchtest, empfehle ich dir einfach mal reinzuschauen.

Die Skizzen aus diesem Beitrag stammen aus meiner Available Light Fibel – ich empfehle mittlerweile aber eher Outdoor Porträts sehen. Hier sind ebenfalls sehr viele überarbeitete Skizzen enthalten.

Häufige Fragen zum optimalen Fotografie Licht

Wann sollte ich mit direktem Licht fotografieren?

Direktes Licht ist ideal, wenn du scharfe Details und Kontraste darstellen willst. Unter diesem Aspekt eignet es sich auch für Porträts. Dennoch solltest du direktes Licht in erster Linie zu Sonnenuntergang nutzen. Dann erhältst du zudem eine warme und plastische Stimmung.

Wann sollte ich mit diffusem Licht fotografieren?

Diffuses Licht hilft dir bei Porträts, der Haut zu schmeicheln. Durch das weiche Licht werden auch Schatten weicher. Dadurch werden harte Schatten abgemildert und ein angenehmeres Bild entsteht.

Wann sollte ich den Reflektor nutzen?

Immer wenn du bei Porträts merkst, dass sich unvorteilhafte Schatten im Gesicht bilden. Diese lassen das Gesicht oft weniger schön aussehen. Darunter leidet oft auch das Hautbild. Wenn du einen Reflektor verwendest, kannst du das Licht auf das Gesicht des Motivs zu lenken. So werden Schatten reduziert, was für ein schöneres Foto sorgt.

Wie passt man sich in der Available Light Fotografie an wechselnde Lichtverhältnisse an?

Du kennst das Problem: Wenn du mit natürlichem Tageslicht fotografierst, können sich die Lichtverhältnisse schnell und unerwartet ändern. In diesem Fall empfiehlt sich die Verwendung einer Programmautomatik (statt dem manuellen Kamera-Modus). Dann gleicht die Kamera schon einmal die unterschiedlichen Helligkeiten aus. Wenn sich die Lichtart ebenfalls verändert, musst du dich und dein Model neu positionieren: Bewegt euch in den Schatten, falls die Wolke verschwindet und direktes Mittagslicht in die Kulisse fällt.

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Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

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