Der ultimative Fotografie Grundlagen Guide: So funktionieren Blende, Belichtungszeit und ISO

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Du hast eine Spiegelreflex- oder Systemkamera – doch deine Fotos sehen trotzdem nicht wirklich cool aus? Sie unterscheiden sich kaum von Aufnahmen von deinem Handy oder haben eine flache Anmutung?

Dann könnte es daran liegen, dass du sie bisher nur im Vollautomatik Modus bedient hast. Weil du nicht weißt, was du im manuellen Modus genau einstellen sollst.

Höchstwahrscheinlich bist du an dem Punkt, an dem du eingestehen musst:

Die Kamera ist eben nur ein Werkzeug und macht von selbst keine überragenden Fotos.

Nach diesem Fotografie Grundlagen Beitrag wirst du soweit sein, dass du die Grundlagen im Halbschlaf herunterbeten kannst. Erst dann eröffnet sich für dich die Welt der Fotografie in ihrem vollen Glanz.

Raus aus dem Automatikmodus – rein in die kreative Art der Fotografie.

Das ist das Motto von diesem Beitrag. Ich weiß – die meisten meiner bisherigen Leser sind vielleicht schon etwas weiter. Bisher ging es in den Beiträgen meist um fortgeschrittene Themen. Mit diesem Beitrag will ich jedoch auch Anfängern den Schlüssel zu den anderen Beiträgen geben. Und genau diese Themen habe ich sowieso erst im Rahmen meines Fotografie Unterrichts für die Schüler aufbereitet. Deshalb dachte ich mir, ich teile dieses Thema auch auf meinem Blog.

Disclaimer: Ich breche im Folgenden viele Dinge herunter, so dass sie Leute mit jedem Wissensstand nachvollziehen können. Ich weiß dass man das ganze unnötig kompliziert schreiben könnte, um mit Wissen zu prahlen. Sinn dieses Beitrags ist es jedoch, dass wirklich JEDER, der Fotografieren lernen will, das Ganze auch versteht. Somit ist dieser Beitrag kein Foto-Nerd Battle, sondern eben ein einfach gehaltener Grundlagen Post.

Wieso der Automatikmodus böse ist

Kameras sind Computer mit Augen. Aber eben doch nur Computer. In erster Linie schauen sie darauf, wie hell die Umgebung ist. Aber nicht darauf, was du überhaupt vor der Linse hast und fotografieren willst. Der Kamera ist es also im Vollautomatikmodus erst einmal egal, ob du einen Menschen, eine Blume oder ein Rennauto fotografierst.

Vollautomatikmodus auf dem Programm Wahlrad
Ziel beim Erlernen der Fotografie Grundlagen ist es, den Vollautomatikmodus zu meiden…

Sie schaut lediglich: Wie hell ist die Umgebung? So stellt sie sich automatisch bei starker Sonne etwas „dunkler“ ein. Bei schwachem Licht klappt sie den Blitz aus. Sie will eben immer eine mathematisch korrekte Belichtung erzielen.

Mathematik erzeugt jedoch nur selten eine Gestaltung, starke Gefühle oder löst später beim Betrachter etwas aus.

Noch kann so unterschieden werden, ob wir ein sich schnell bewegendes Objekt fotografieren. Oder ob der Hintergrund nun unscharf werden soll oder nicht.

All diese Möglichkeiten bekommen wir erst, wenn wir die Kameraeinstellungen selbst in die Hand nehmen. Sprich: Du solltest vorerst nur im manuellen Modus fotografieren. Klingt schwieriger als es ist. Später kannst du auch wieder auf die ein oder andere Automatik zurückgreifen.

Manueller Modus M auf dem Wahlrad
…stattdessen wirst du ab heute überwiegend im manuellen Modus fotografieren. Mit diesem kannst du exakt so fotografieren, wie du dir das Foto vorgestellt hast.

Ziel ist es später, einen Kompromiss aus kreativer Präzision, aber auch mathematischer Schnelligkeit der Kamera zu finden.

Fotografie Grundlagen: Die Belichtung als oberstes Ziel

Dein primäres Ziel in der Fotografie ist es immer, ein Bild mit der richtigen „Helligkeit“ zu machen. Also das Foto korrekt zu belichten. Was korrekt ist, ist oft auch Geschmackssache und so unterstreicht eine Belichtung nicht selten die Bildstimmung.

Das Foto sollte so aufgenommen werden, dass man alles gut erkennen kann, was man soll. Es sollte generell also weder zu hell, noch zu dunkel aufgenommen sein. Man spricht ansonsten von einer Über- oder Unterbelichtung. In diesem Fall ist also entweder zu viel oder zu wenig Licht in das Bild bzw. auf den Kamerasensor gelangt.

Bei einer passenden Belichtung trifft also die richtige Menge Licht auf den Sensor.

Und nun kommen wir zu den drei Parametern, die die Lichtmenge und damit die Belichtung verändern können: die Blende, die Verschluss- bzw. Belichtungszeit und der ISO-Wert.

Fotografie Grundlagen - die Blende im Objektiv
Wir haben drei Möglichkeiten, um die Menge des Lichts zu regulieren, die auf den Sensor trifft. Hier z.B. die Blende im Objektiv.

Alle drei können die Menge des einfallenden Lichts regulieren – also mehr oder weniger Licht zulassen.

WICHTIG: Bis hierher machen wir noch nichts besser als der Vollautomatik Modus. Deshalb jetzt der Schlüssel zur kreativen Entfaltung:
Neben dieser regulierenden Funktion der Licht-Quantität besitzt jeder Parameter noch eine „Spezialfähigkeit“. Und erst durch den Einsatz dieser können wir als Fotograf kreativ werden.

Die Fotografie Blende zur Erhaltung von Räumlichkeit

Die Blende bzw. Blendenöffnung ist grob gesagt die Größe des Lochs, durch das das Licht in die Kamera gelangen kann. Sie sitzt im Objektiv und ist variabel verstellbar. So kann das Loch entweder groß geöffnet, oder auch klein geschlossen eingestellt werden.

Eigentlich ganz einfach: Bei einer großen Blendenöffnung (z.B. F1.8) gelangt viel Licht auf einmal durch das Objektiv in die Kamera. Das Foto wird heller. Mit geschlossener, kleinen Blendenöffnung (z.B. F16) kann nur wenig Licht gleichzeitig in die Kamera gelangen. Das Bild wird dadurch dunkler.

geschlossene Fotografie Blende
Die Blende beschreibt die die Größe der Öffnung im Objektiv. Diese ist variabel verstellbar und kann somit viel oder wenig Licht auf einmal durch lassen. Auf dem Bild ist sie fast komplett geschlossen.

Neben dieser Regulierung der Lichtmenge hat die Blende noch die genannte Spezialfähigkeit, die du dir gut einprägst: Sie kann bestimmen, ob der Hintergrund scharf oder unscharf / verschwommen abgebildet wird. Genauer gesagt geht es darum, wie viel Tiefenunschärfe im Foto entstehen kann.

Beim Drücken des Auslösers wird eine dreidimensionale Kulisse auf ein zweidimensionales Foto gebannt.

Sprich: Höhe und Breite bleiben erhalten. Die dritte Achse – also die Tiefe – wird nicht wirklich abgebildet. Diese räumliche Tiefe ist für die Lebendigkeit aber enorm wichtig. Ist das Foto von vorne bis hinten durchgängig scharf, wirkt ein Bild gerne mal platt. Deshalb macht man den Hintergrund bei Porträts oft unscharf. Durch diese Tiefenunschärfe wirkt das ganze Foto räumlicher.

Durch die Blendenzahl lässt sich genau diese Tiefenunschärfe bestimmen. Deshalb ergänzen wir unseren bisherigen Merksatz:

  • Bei großer Blendenöffnung (z.B. F1.4) gelangt viel Licht in die Kamera. Die Tiefenunschärfe ist hoch und lässt z.B. den Hintergrund unscharf erscheinen.
  • Bei kleiner Blendenöffnung (z.B. F16) gelangt wenig Licht in die Kamera. Die Tiefenunschärfe ist niedrig und lässt z.B. den Hintergrund scharf erscheinen.

Vorher: Blende F1.4 (hohe Blendenöffnung) – Nachher: Blende F14 (kleine Blendenöffnung)

Man muss sich das kurz auf der Zunge zergehen lassen. Das Gegenteil von Tiefenunschärfe ist übrigens Tiefenschärfe. Die Blende gibt man immer mit einem F an.

Mehr zum Thema Tiefenunschärfe erfährst du im folgenden Beitrag:

Die Belichtungszeit – einfrieren oder Bewegungsunschärfe?

Bei der Verschluss- oder auch Belichtungszeit geht es nicht darum, wie viel Licht auf einmal auf den Sensor fallen kann. Hierbei geht es, wie der Name schon vermuten lässt, um die Dauer, wie lange belichtet wird.

Dies geschieht über das Hochklappen des Spiegels und das Betätigen des Verschlussvorhangs. So wird die Zeit bestimmt, wie lange der Sensor Licht aufnimmt. Dadurch wird das Bild entweder heller oder dunkler.

Beim Drücken des Auslösers macht die Kamera das Foto mit der eingestellten Verschlusszeit. Technisch wird das mit dem Verschluss realisiert.

Die Spezialfähigkeit der Belichtungszeit ist die Macht zu bestimmen, ob Elemente im Bild scharf eingefroren sind oder zerfließen.

So kann man z.B. bei einem Sportler oder Rennwagen mit einer kurzen Verschlusszeit auch bei hohen Geschwindigkeiten alles ohne Bewegung festhalten. Die Szene wirkt dann bei kurzen Verschlusszeiten wie z.B. 1/4000 Sekunde wie eingefroren.

Das Gegenteil wäre z.B. die klassische Langzeitbelichtung. Hier lässt man oft absichtlich Elemente im Foto verlaufen. Besonders beliebt ist dieser Effekt beim Fotografieren von Landschaften wie Küsten. Dadurch wird das Wasser surreal und weich abgebildet.

Mach doch einfach mal die Augen zu und blinzel ganz kurz auf. Alles was du in dieser Millisekunde aufblitzen gesehen hast, wäre nun dein Bild. Es wäre also eingefroren. Wenn du die Augen dagegen 20 Sekunden offen lässt, würden alle Bewegungen die in dieser Zeit entstehen, ineinander verfließen.

Die Verschluss- / Belichtungszeit bei Portraits
Dieses Portrait wurde mit 1/8 Sekunde Belichtungszeit aufgenommen. Durch Bewegung der Kamera ist der Hintergrund in Bewegung versetzt aufgenommen. Was hier als absichtlicher Effekt genutzt wurde, kann sonst auch gerne mal das komplette Foto verwackeln.

Dieser Effekt kann aber auch negative Folgen haben: Ohne Stativ aus der Hand fotografiert kann man so leicht verwackeln. Daher muss die Verschlusszeit bei unserer Portrait Fotografie immer kurz genug sein, um folgende Faktoren auszugleichen:

  1. Die Eigenbewegung beim Fotografieren aus der Hand (Verwacklungen vermeiden)
  2. Die natürlichen Bewegungen von Menschen (Bewegungsunschärfe vermeiden)

Für ersteres ist bei schlechtem Licht auch ein Bildstabilisator im Objektiv oder Kamerasensor zu empfehlen. Dieser wirkt beim zweiten Punkt natürlich nicht.

Zum Merken will ich folgende Beispielzeiten mitgeben:

  • Sicheres Fotografieren aus der Hand bei Portraits (bis 50mm Brennweite): 1/160 – 1/200 Sekunde
  • Einfrieren einer Aufnahmesituation ab: 1/1000 Sekunde
  • Bewegungsunschärfe entsteht absichtlich ab: 1/10 Sekunde

Soweit einmal zur groben Orientierung. Natürlich kann man das nicht pauschal für jede Situation sagen. Alle Objekte bewegen sich unterschiedlich schnell und auch hält jeder Fotograf die Kamera unterschiedlich ruhig.

Für Langzeitbelichtungen wird logischerweise ein Stativ benötigt.

Der ISO-Wert: Flexible Anpassung der Sensor Empfindlichkeit

Anders als Blende und Verschlusszeit ist der ISO-Wert erst einmal nichts wirklich mechanisch greifbares. Hier geht es mehr oder weniger nur um die Lichtempfindlichkeit des Sensors.

Diese kann bei schwachem Licht erhöht werden, so dass immer noch helle Fotos gemacht werden können. Plump gesagt wird also die „Helligkeit“ des Sensors erhöht.

Anders kann an extrem hellen Tagen bzw. Aufnahmesituationen der ISO-Wert weniger empfindlich eingestellt werden. So kann die Kamera bei starkem Sonnenschein entsprechend „dunkler“ gemacht werden.

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Beispiele für die Veranschaulichung der ISO Einstellungen:

  • ISO 50 – 100 bei direktem hellen Sonnenschein
  • ISO 400 bei Einbruch der Dunkelheit
  • ISO 800 in dunklen Räumen
  • ISO 1600 beim Fotografieren bei Nacht

Auch hier gilt, dass jede Aufnahmesituation anders ist. Zudem ist ISO 1600 nicht die Spitze der Fahnenstange.

Beim Fotografieren mit Film hat übrigens jeder Film einen eigenen ISO Wert bzw. Lichtempfindlichkeit. D.h. man hatte bzw. hat hier Filme für Nacht, Tag und andere Lichtsituationen.

Vorher: Bildausschnitt auf ISO 100 – Nachher: Bildausschnitt auf ISO 1600 (Aufgenommen mit der Sony A7III, welche bei ISO 1600 noch gut brauchbare Fotos liefert)

Jetzt fragst du dich sicherlich, was die Spezialfähigkeit vom ISO Wert ist. Hier muss ich dich aber leider enttäuschen, denn so coole Effekt wie mit Blende und Verschlusszeit lassen sich hier nicht erzielen. Und noch schlimmer:

Der ISO hat sogar eine negative Spezialfähigkeit.

Und zwar wird die Bildqualität immer schlechter, je höher der ISO Wert eingestellt wird. Bei hohen ISO Werten (je nach Kamera ab ca. ISO 800) fangen die Fotos an zu Rauschen. Auch lässt der Dynamikumfang nach.

Merke dir deshalb: Stell den ISO so niedrig wie möglich, aber so hoch wie nötig ein. Je geringer der ISO Wert eingestellt ist, desto mehr kannst du auch im Nachhinein aus dem Foto herausholen. Die volle Bildqualität kann deine Kamera bei niedrigen ISO Wert wie ISO 100 entfalten.

Wie du die Kamera für Portraits einstellst

Soweit ist es schon einmal ganz einfach:

  • Die Blende bestimmt die Tiefenunschärfe
  • Die Verschlusszeit regelt Bewegungsunschärfe
  • Der ISO Wert ist für die Bildqualität und Rauschen verantwortlich und regelt die Belichtung nach

Alle drei dieser Einstellungsmöglichkeiten können dein Foto aber heller oder dunkler erscheinen lassen. Ziel ist es nun, wie schon zu Beginn beschrieben, das Foto richtig zu belichten. Wo fangen wir da aber an, wenn wir die Belichtung an drei verschiedenen Parametern einstellen können?

Man muss nun für jede Aufnahmesituation Prioritäten setzen. Stell dir also vereinfacht immer zwei Fragen:

  • Soll das Foto von vorne bis hinten scharf sein oder soll der Hintergrund unscharf erscheinen? (= Hohe oder kleine Blendenzahl?)
  • Wie schnell bewegen sich Personen auf dem Foto und welche Brennweite benutze ich? Will ich die Szene einfrieren oder Elemente verlaufen lassen? (= Kurze oder lange Verschlusszeit?)
Kameraeinstellung für Portrait
Für Portraits will ich eine geringe Tiefenunschärfe (= unscharfer Hintergrund). Das Foto soll aus der Hand gemacht werden und keine Verwacklungen haben.

Für den ISO stellen wir keine Fragen, denn dieser dient dann als Ausgleichsparameter und vollendet die Belichtung. Auch solltest du niemals absichtlich mit hohem ISO Wert fotografieren, auch wenn du z.B. einen verrauschten Vintage Effekt erzielen willst. Das wäre ein Fall für die Nachbearbeitung.

Da es auf diesem Blog um die Portrait Fotografie geht, will ich nun dafür eine Beispiel Kameraeinstellung anreißen:

Wichtig für Portraits ist der Fokus auf die Person. Unterstützen kann man das durch einen unscharfen Hintergrund. Übersetzt heißt das, wir wollen eine offene Blende benutzen. Hierfür empfiehlt sich eine Festbrennweite. Mit dem Kit Objektiv geht meistens nichts unter Blende F3.5. Eine schöne Freistellung geht ab F2.8 los und kann je nach Offenblende des Objektivs oft bis F1.4 ausgereizt werden. Ich empfehle als Kompromiss eine Blende F2.0 – denn die Schärfe muss ja auch noch richtig aufs Auge der Person getroffen werden.

Für die Verschlusszeit nehme ich folgende Formel: Stelle zunächst den Kehrwert deiner Brennweite ein. Also für mein 50mm Objektiv nehme ich erst einmal 1/50 Sekunde. Danach machst du einen Sicherheitsaufschlag vom Faktor 3. Das wäre dann 1/150 Sekunde. Diese gibt es nicht, deshalb gehe ich auf 1/160 Sekunde. Das ist generell ein guter Wert, auch um geringe Bewegungen der Person auszugleichen. Wenn du nun ein Objektiv mit höherer Brennweite verwendest, musst du die Verschlusszeit noch kürzer wählen. Generell gehe ich oft sicherheitshalber noch kürzer auf 1/200 Sekunde.

Nun hast du deine Priorität gesetzt: Du willst ein Foto mit unscharfem Hintergrund aus der Hand von einer Person machen.

Kameraeinstellung für Portrait Aufnahmen
Für Portraits will ich die Person durch Unschärfe vom Hintergrund abheben und störende Elemente ausblenden. Dennoch will ich das Auge scharf fokussieren – deshalb stelle ich die Blende auf F2.0. Da ich aus der Hand fotografiere, nehme ich 1/200 Sekunde Verschlusszeit. Den ISO-Wert passe ich anschließend so lange an, bis der Pfeil der Belichtungsmessung auf 0 steht.

Das haben wir mit den ersten zwei Parametern festgelegt. Nun musst du nur noch die Helligkeit des Bildes mit dem ISO Wert ausgleichen. Dafür benutzt du die Belichtungsmessung deiner Kamera. Diese erscheint in der Regel als Skala von -3, -2, -1, 0, +1, +2 und +3. Darunter oder darüber befindet sich ein kleiner Pfeil, der die aktuellen Einstellungen symbolisiert. Du drehst nun so lange an der ISO Einstellung, bis der Pfeil bei der 0 angekommen ist.

Tipp: Das wäre wieder die langweilige mathematische Berechnung der Kamera. Diese ist dennoch nützlich, um die Situation grob einschätzen zu können. Von hier aus gehst du dann nach Belieben noch etwas heller oder dunkler, bis das Foto so aussieht, wie du es willst. Achte jedoch darauf, dass Bereiche weder komplett weiß oder komplett schwarz werden.

Fazit – Grundlagen der Fotografie

Ich hoffe ich konnte die grundsätzlichen Zusammenhänge von Blende, Belichtungszeit und ISO verständlich machen. Natürlich gehört hier noch viel mehr dazu, wie man eine Kamera einstellt: Weißabgleich, Belichtungsmessfeld, Fokus, Bildqualität usw.

Das würde aber den Rahmen dieses Beitrags sprengen. Stattdessen möchte ich die anderen Themen nach und nach noch nachreichen. Dazu werden immer einmal wieder solche Grundlagen Posts entstehen.

Im Grunde geben dir diese drei Parameter jedoch alles, um in Zukunft Fotos so zu gestalten wie du sie willst. Und nicht wie die Kamera es zufällig berechnen würde. Das ist der Grundstein, um deine Portrait Fotos weiter auszubauen.

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

4 Gedanken zu „Der ultimative Fotografie Grundlagen Guide: So funktionieren Blende, Belichtungszeit und ISO“

  1. Oh je, die Automatik hat mich so viel vergessen lassen, was ich mal über probieren gelernt hatte. Ich habe noch den Übergang von Kleinbildfilm zu digitaler Fotografie erlebt und mich irgendwann nur noch auf Motive statt auf das Bild konzentriert. Daher habe ich mir fest vorgenommen, alle Tipps hier zurück ins Gedächtnis zu rufen und der Automatik abzuschwören ;) …. ach, eigentlich wollt ich nur sagen: super Blog!

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