Fuji 23mm 1.4 Review – ein Profi APS-C Objektiv?

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Bisher hatte ich für meine neue Fujifilm X-T2 Kamera nur das 18 – 55mm Kit Objektiv aus dem Startbundle. Dieses bietet mit F2.8 auf 18mm eine relativ gute Lichtstärke, allerdings fotografiere ich selten mit Zoom-Objektiven. Ich stand vor der Entscheidung, welches Objektiv meine erste Festbrennweite für die Fuji werden sollte.

Schon damals vor dem Kauf meiner Sigma Art Linse auf der Canon stand ich vor der Entscheidung, ob es 35mm oder 50mm werden sollten. Da ich mich damals für die konventionellen 50mm entschied, wollte ich zur Ergänzung dieses mal noch eine Brennweite mit 35mm. Auf der APS-C mit Cropfaktor ist es deshalb das Fujifilm 23mm 1.4 R* geworden. In diesem Artikel stelle ich es dir kurz vor und zeige einige Testfotos.

Fuji 23mm 1.4 Review - ein Profi Objektiv?

Warum das Fuji 23mm 1.4 R statt dem Fuji 23mm F2 R WR?

Auf dem Markt gibt es aktuell zwei 23mm Fujinon Objektive. Einmal das etwas größere Objektiv mit F1.4 und ein etwas kleineres mit F2.0. Die 1.4er Variante liegt im Bereich von 900€, die 2.0er bei ca. 500€. Hier findest du die aktuellen Preise beider Varianten*. Ich habe vorher anhand der Details und Features beide Objektive abgewägt.

Während das 1.4er etwas schärfer ist und eine höhere Lichstärke bietet, punktet das 2.0er mit Staub- und Wetterschutz, als auch einer kompakten und leichten Größe. Selbst getestet habe ich die 2.0er Variante nicht.

Das Fujinon XF 23mm 1.4 Objektiv an der X-T2

Für mich stand aber fest, dass ich eine bessere Qualität vorziehe und eine höhere Lichtstärke brauche. Das Objektiv wird oft auf Hochzeiten eingesetzt, wo ich auch bei schlechteren Lichtverhältnissen noch so lange wie möglich ohne Blitz arbeiten will.

Braucht man sonst auch eine F1.4 Offenblende? Lange Zeit hatte ich dazu folgende Gedanken: „Auf 1.4 ist es sowieso zu schwer, die Schärfeebene zu treffen und insgesamt ist kaum ein Objektiv auf Offenblende bereits scharf“. Genau das ist aber der Punkt: Auch wenn ich nur auf F2.0 fotografiere, so ist das 1.4er bereits richtig scharf. Das 2.0er noch offenblendig und weniger scharf. Dazu später mehr.

Lieferumfang, Verarbeitung und Funktionen des Fujinon 23mm 1.4 Objektivs

Neben dem Objektiv befinden sich noch folgende Dinge in der Verpackung:

  • Objektivdeckel vorne und hinten
  • Gegenlichtblende
  • Eine Art Objektivtasche, die aussieht wie ein Mikrofasertuch (Umschlagtuch)
  • Papierkram

Das Objektiv an sich ist wie zu erwarten super verarbeitet, hat doch etwas Gewicht und liegt durch die angenehme Größe gut in der Hand. Vielleicht hat auch der Umstand, dass ich bereits die anderen Objektive aus dieser Reihe in echt gesehen habe etwas dazu beigetragen, dass ich das große wollte.

Es sieht an der Kamera einfach etwas besser aus, bietet die gleichen Features und auf Hochzeiten muss es sowieso nicht sonderlich klein sein. Durch das Objektiv lässt sich die kleine Systemkamera noch etwas besser greifen. Im Gegenzug wird die Kamera minimal schwerer.

Am Objektiv selbst befindet sich ein Blendenring mit Beschriftung (am Kit Objektiv gibt es keine Blendenangaben). Einen Bildstabilisator wie das 18-55 Kit Objektiv hat das Fujifilm 23mm 1.4 R jedoch nicht. Dafür hat es ein Feature, das ich sehr mag:

Der manuelle Fokus kann durch einfaches Zurückziehen des Fokusrings aktiviert werden.

Dabei wird auch die Entfernungsskala sichtbar. Man zieht also z.B. in schwierigen Lichtsituationen einfach den Ring nach hinten und kann loslegen. Dabei aktiviert sich (je nach Einstellung) auch eine Fokushilfe wie das Fokus-Peaking (alle Vorteile von Systemkameras findest du im Artikel Spiegelreflex vs Systemkamera). Diese Funktion ist also wirklich sehr einfach und intuitiv zu bedienen.

Das Fujifilm 23mm 1.4 Objektiv mit manuellem Fokus.
Der Fokus Ring lässt sich nach unten ziehen, wodurch die Entfernungsskala sichtbar wird und sich der manuelle Fokus aktiviert. Auch die Fokushilfen der Kamera werden daraufhin aktiv.

Qualität, Bokeh und Testfotos des Fuji Objektivs

Da es sich bei diesem Beitrag weniger um einen „Test“ sondern eher um ein lockeres Review handelt, gibt es keine „Pixelzähler-Schärfetests“. Dafür gibt es im Internet bessere Vergleichstabellen. Ich will hier mehr meine persönliche Erfahrung mit dem Objektiv schreiben. Einen einzelnen Schärfevergleich will ich aber nicht vorenthalten: Und zwar wie oben angesprochen der Vergleich zwischen Offenblende und F2.0.

Links Blende 1.4, rechts Blende 2.0.

Die wenigsten Objektive haben schon auf Offenblende ein 100% scharfes Foto. Das hat das Fujinon 23mm 1.4 auch trotz des hohen Preises nicht. Ich empfehle deshalb (zumindest bei Porträts) generell auf F2.0 abzublenden. Für Reportage-Zwecke bei Dunkelheit benutze ich trotzdem oft die Offenblende. Beim fertig bearbeiteten (und nachgeschärften) Endergebnis wird am Ende sowieso kein gravierender Unterschied sichtbar sein.

Eine meiner größten Sorgen war (bereits vor der Anschaffung), ob das Bokeh ausreichen würde. Gerade bei Brennweiten im Weitwinkelbereich wird das Foto oft durchgehend scharf und die Tiefenunschärfe gering. Dazu kommt dann noch, dass die Fujifilm X-T2 nur einen APS-C Sensor besitzt.

Bevor ich noch lange rumrede, will ich aber ein paar Fotos zeigen. So kannst du dir selbst ein Bild machen. Die Fotos sind alle auf Blende F1.8 aufgenommen:

Fujifilm Fujinon 23mm 1.4 R Testfoto

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Ich denke nach diesen Fotos kann man ruhig sagen: Ja, das Fujinon hat auch auf der APS-C Kamera genug Unschärfe. Wie auch schon in meinem Artikel über die Steigerung von Tiefenunschärfe in Fotos beschrieben, spielt nicht nur die Brennweite und die Blende eine Rolle, sondern auch der Abstand.

Geht man also nah genug ran (v.a. bei Einzelporträts gut realisierbar), bekommt man auch genug Tiefenunschärfe. Und nah rangehen kann man mit dem Fuji 23mm 1.4 wirklich gut, wenn es darauf ankommt: Man kann schon ab 25cm Scharf stellen.

Fazit: Fuji 23mm 1.4 Review

Ich habe sogut wie 4 Jahre fast ausschließlich mit 50mm auf meiner Canon fotografiert. Nicht nur die Fuji bringt wieder etwas frischen Wind rein, sondern auch die Optik mit effektiven 35mm Brennweite. Das Fotografieren macht mit diesem Blickwinkel wirklich viel Spaß. Man kann Personen relativ groß abbilden, hat dabei aber auch noch viel Umgebung als Kontext auf dem Foto und erhält eine gesunde Tiefenunschärfe für die räumliche Trennung.

Etwas aufpassen muss man mit der Verzerrung, die aber bei weitem noch nicht so schlimm ist wie bei einer effektiven Brennweite von z.B. 24mm.

Das Objektiv kann auf Blende 1.4 verwendet werden, erreicht aber schon ab Blende 2.0 eine verbesserte Abbildungsleistung. Gelegentlich erscheint mal die eine oder andere chromatische Aberration, ich glaube aber diese wird man mit keiner Linse zu 100% los. Dieses Problem lässt sich auch innerhalb von einer Sekunde in Lightroom lösen.

Lediglich der Preis von aktuell knapp 900€ ist schon relativ happig, für meine Sigma Art Linse auf Vollformat habe ich weniger bezahlt. Das Sigma macht dabei schon einen schärferen Eindruck auf Offenblende und erzeugt weniger chromatische Aberrationen. Für ein APS-C Objektiv also schon etwas happig, dennoch hat man etwas bessere Qualität und höhere Lichtstärke als beim kleineren F2.0er.

Trotzdem ist es eine großartige Linse. Die 35mm Variante ist schon günstiger zu haben, das 23mm ist etwas teurer. Ich decke aber diese Brennweiten bereits mit anderen Objektiven ab, weshalb es das 23mm sein musste.

Insgesamt macht das Objektiv einen sehr guten Job, macht einen robusten Eindruck und rundet u.a. mit dem Fokusring Feature das lockere Fotografier-Erlebnis mit der Fujifilm Kamera gut ab.

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Nützliche Blog Beiträge wie dieser leben nur mit etwas Werbung. Mit meinen Lightroom Presets verbesserst du also nicht nur deine Nachbearbeitung, sondern unterstützt gleichzeitig den Blog:

Wer eine Fuji Kamera besitzt und nach einem robusten Objektiv mit hoher Lichtstärke sucht, sollte sich das Fujfilm Fujinon XF 23mm 1.4 z.B. auf Amazon genauer ansehen*.

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

4 Gedanken zu „Fuji 23mm 1.4 Review – ein Profi APS-C Objektiv?“

  1. Hi Markus, toller Beitrag bin persönlich sehr angetan von dem vorgestellten Objektiv und es hat sich dieses Wochenende bei einer Hochzeit super bewährt.
    Finde deinen Bearbeitungsstil bei den hier verwendeten Bildern klasse und auch generell, hab letztens auch mal auf euerer autenticwedding website vorbeigeschaut und war echt begeistert von euren Bilder dort!! Super Arbeit! Vielleicht bringst du ja irgendwann mal zusätzlich zum BlackIt preset noch ein colorIt preset raus am besten mit Unterstützung für X-T2-Raws ;-) :-D
    Liebe Grüße!

    Antworten
    • Hi Daniel!

      Danke für dein Feedback / Lob! Ich hatte das Objektiv auch erst dieses Wochenende wieder auf einer Hochzeit im Einsatz und komme sehr gut damit zurecht. Macht echt nen guten Job! Mal sehen was in Zukunft noch im Rahmen des Blogs so rauskommen wird :-)

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten

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