Lightroom Tweaks: So passt du dein Preset perfekt aufs RAW Foto an

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Du hast ein Arsenal an Lightroom Presets, doch kein Preset will so richtig aufs Foto passen? Das ist völlig normal, denn jedes Bild wird unter anderen Verhältnissen aufgenommen: Wetter mit unterschiedlicher Lichttemperatur, Helligkeiten, Kameramodell und Objektiven machen es beinahe unmöglich, dass ein Preset auf Anhieb bei allen Fotos passt. Dazu kommt, dass auch jeder fotografierte Mensch verschieden ist.

Somit ist es meist unumgänglich ein Preset für das jeweilige Shooting zu optimieren.

Die Frage ist nur, wie viel verändert werden muss. Ein Preset an sich erledigt dennoch schon einmal die meiste Arbeit. Mit ein paar wenigen Klicks lässt sich der Bildlook dann perfektionieren und eine komplette Serie bearbeiten.

Lightroom Preset Tweaks und Anpassungen
Nicht immer passt ein Lightroom Preset auf Anhieb – ein paar einfache Anpassungen schaffen Abhilfe

Schauen wir uns die einzelnen Anpassungen, auch Lightroom Preset Tweaks genannt, genauer an:

1. Das passende Lightroom Preset finden

Erst einmal musst du das zu bearbeitende Foto aus den ganzen Fotos finden. Wie das am einfachsten funktioniert erfährst du in meinem Artikel über die Bildverwaltung und Sortierung mit Lightroom. Anschließend öffnest du im Entwickeln Model die linke Spalte mit den Presets.

Bereits beim Darüberfahren mit der Maus (Hover) wird eine Vorschau des jeweiligen Presets gezeigt. Hier entscheidest du dich für das Preset, das am besten zu deinem Bild passt als auch die gewünschte Stimmung verkörpert.

Eigenwerbung: Um das ganze zu demonstrieren sehe ich mir die Presets an, die es zusammen mit meinem Farben Meistern Lightroom Videotraining gibt. Hier finde ich heraus, welches Preset in dieser Situation am besten passt:

Beim Darüberfahren über jedes der 5 Presets erhält man eine kurze Vorschau. Hier suchst du das eine Preset, das schon ohne Anpassungen am besten zum jeweiligen Bild passt. FM01 und FM03 (Oben links und unten links) waren gute Kandidaten…
…Ich tendierte aber trotzdem zum FM04 Preset. Hier hatte ich das Gefühl, dass im Nachhinein am wenigsten angepasst werden muss. Das variiert jedoch von Serie zu Serie und gewünschter Bildstimmung. Die anderen beiden Presets passten gerade einfach nicht zur abendlichen Stimmung oder hätten noch weiter angepasst werden müssen.

Oftmals kann man sich nicht entscheiden oder keines will zu 100% passen. Hier empfehle ich das Erstellen einer virtuellen Kopie (Strg + T bzw. CMD + T). So kannst du dann zweigleisig fahren und die Bildlooks vergleichen.

Im Optimalfall passt ein Preset der gewünschten Stimmung perfekt auf ein Foto und sieht auf Anhieb ganz gut aus. Im Zweifelsfall würde ich mir überlegen, ob nicht auch eine andere Stimmung akzeptabel wäre, wenn das entsprechende Preset einfach von Anfang an „gesünder“ auf dem Foto aussieht.

Vorher: RAW Foto / Nachher: MT Journal FM04 Preset

Der erste Schritt ist geschafft – es wird aber deutlich, dass noch ein paar Kleinigkeiten angepasst werden müssen.

Hinweis: Wenn sogut wie kein Preset passt, solltest du zuerst überprüfen ob dein Weißabgleich vielleicht zu sehr verdreht ist und diesen vorab einmal anpassen. Mehr dazu im Abschnitt Weißabgleich.

2. Die wichtigsten Lightroom Tweaks um den Bildlook anzupassen

Folgende Tweaks können dann noch vorgenommen werden. Betonung liegt auf können, denn es kann auch gut sein dass bis auf Belichtung und Weißabgleich nichts weiter gemacht werden muss:

Belichtung

Nachdem das Preset auf das Foto angewandt wird, zeigt sich meistens dass die Helligkeit nicht ganz stimmt. Je nachdem wie du fotografierst. Bei meinem Fotos muss ich den Belichtungsregler meistens nach oben ziehen, so dass man überhaupt erst einmal etwas erkennt.

Achte darauf, dass Bereich gar nicht oder nur leicht ausbrennen. Natürlich spielt es auch hier eine Rolle, welche Stimmung du dem Bild geben willst. Düster oder fröhlich? Dunkel oder hell?

Erst einmal die Belichtung etwas nach oben ziehen.
Hier findest du den Regler, den ich nun auf +0,20 angehoben habe.

Weißabgleich

Achtung: Dieser Abschnitt ist wohl der wichtigste. Meistens sehr einfach, oft kann es aber auch schwieriger werden.

Der richtige Weißabgleich kann einen Unterschied von Nacht zu Tag ausmachen.

Wie eben erwähnt kann bei falschem Weißabgleich deshalb unter Umständen auch garkein Preset so richtig passen und sollte dann vorab korrigiert werden.

Um diesen anzupassen nimmst du zuerst einmal die Weißabgleichs-Pipette und klickst auf einen weißen oder grauen Bereich im Bild. Dadurch sagst du Lightroom, dass dieser Bereich weiß sein soll und der Weißabgleich wird automatisch korrigiert.

Weißabgleich in Lightroom einstellen
Wenn es einen grauen / weißen Bereich im Bild gibt, benutze die Pipette. Ansonsten experimentierst du mit den Presets und manuell an den Reglern.

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Nicht immer gibt es eine solche Stelle im Bild, dann kannst du die Presets (Sonne, Wolken, Blitz, etc.) durchprobieren. (Dort klicken, wo „Wie Aufnahme“ steht)

So oder so musst du danach noch manuell Hand anlegen und den Temperatur und Tönungsregler anpassen.

Einen perfekten mathematischen Weißabgleich braucht man nicht, sondern einen, der auch wieder die Stimmung des Fotos unterstreicht.

Um die abendliche Golden Hour in der Stimmung zu unterstreichen, wählte ich einen wärmeren Weißabgleich.

Tiefen und Lichter Regler

Nun sollten die Farben auf deinem Foto einigermaßen stimmen. Anschließend überprüfst du, ob Bereiche komplett weiß oder schwarz sind. Hilfreich ist dabei, wenn du mit der Maus über die beiden Pfeile oben im Histogram fährst. Dann werden entsprechende Bereiche markiert.

Ausgebrannte weiße Bereiche kannst du mit dem Lichter Regler wieder herstellen. Abgesumpfte Tiefen kannst du mit dem Tiefenregler aufhellen.

Kontrast anpassen

Um den Kontrast präzise anzupassen benutzt du den Weiß- und Schwarz-Regler. Auch damit lassen sich komplett weiße und schwarze Bereiche entschärfen. Ansonsten kannst du nach Belieben auch Kontrast hinzugeben.

Vorher: Angepasster Weißabgleich / Nachher: Angepasste Tiefen, Lichter und Kontrast

Das war nun nur ein minimaler Unterschied, ich will aber keinen Schritt auslassen.

Gradationskurve anpassen

Auch über die Gradationskurve kannst du den Kontrast im Bild Regeln. Ich spreche dabei von der RGB-Kurve. Die einzelnen Farbkanäle fasse ich sogut wie nie an (vorher nehme ich ein anderes Preset).

Vorallem kannst du aber auch hier entscheiden, ob Tiefen- oder Lichter beschnitten werden sollen. Dadurch kannst du einen möglichen matten Bildlook entfernen oder hinzufügen.

Die Ausgangslage vom Preset

Dafür hebst oder senkst du jeweils den Anfasser ganz links oder rechts etwas. So kannst du einen analogen Look oder Druck auf mattes Papier simulieren.

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Nützliche Blog Beiträge wie dieser leben nur mit etwas Werbung. Mit meinen Lightroom Presets verbesserst du also nicht nur deine Nachbearbeitung, sondern unterstützt gleichzeitig den Blog:

Für dieses Foto wollte ich die Beschneidung der Tiefen aufheben, deshalb wurde der linke Punkt wieder genau in die Ecke gelegt. Die Lichter wollte ich hingegen etwas mattieren, wodurch der rechte Endpunkt etwas weiter nach unten geschoben wurde.

Vorher: Alte Gradationskurve / Nachher: Mattierte Gradationskurve

Das ist sicherlich Geschmackssache und kann im direkten Vergleich mit einem „hellen“ Foto etwas verstörend wirken. Das Foto für sich betrachtet gefällt mir dadurch (zumindest aktuell) besser. Aber das ändert sich auch immer wieder einmal.

Anpassung einzelner Farbtöne (HSL Sektion)

Diese Sektion benutze ich nur selten. Ähnlich wie bei den einzelnen Farbkurven suche ich mir dann lieber einfach ein anderes Preset.

Dennoch ist es möglich, hier noch einzelne Farbtöne zurecht zu rücken. So kannst du z.B. den Hautton oder Grüntöne noch anpassen. Solche Anpassungen musste ich in diesem Fall nicht mehr vornehmen.

Objektivkorrekuren, Schärfen und Körnung

Je nach Objektiv kannst du unter den Objektivkorrekturen noch störende chromatische Aberrationen, extreme Vignettierungen und Objektivverzerrungen korrigieren. Schärfe das Foto gegebenenfalls noch etwas nach.

Je nach Motiv musst du möglicherweise auch noch die Körnung zurücknehmen oder kannst sie erhöhen.

Kontrolliere am besten auf der 100% Ansicht die Körnung und Schärfe.

Fazit: Einfache Preset Anpassungen zeigen sofort große Wirkung

Das sind die grundlegenden Schritte, die bei der Anpassung von Presets beachtet werden sollen. So wird das Preset pro Fotoserie einmal etwas angepasst – dann kann es auf eine ganze Bilderreihe gelegt werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass du dich dann auch noch einmal mit den Presets auseinandersetzt und nicht einfach blind 1:1 fremde Looks auf deine Bilder kopierst. So kannst du noch deinen eigenen Touch mit einfließen lassen.

Anschließend folgt dann für gewöhnlich noch eine einfache Retusche und Anpassungen, um das Foto zu perfektionieren. Diese zeige ich dir in meinem Workflow für Portrait Bearbeitung.

Tipp: Speicher die von dir angepassten Presets einfach neben dem Original neu ab. In Zukunft kannst du dann auch sofort die modifizierte Variante ausprobieren und deinen eigenen Bildlook weiterentwickeln. Dafür benutzt du das „+“-Symbol in der Preset Sektion. Im folgenden Fenster wählst du in der Regel alles aus. Den Weißabgleich und Belichtung wählst du wieder ab, da man diese Regler immer neu einstellen muss.

Um Presets tiefergehend anzupassen oder auch einmal ein komplett eigenes zu erstellen sind vor allem bei der Farbgebung tiefergehende Kenntnisse notwendig. Dafür gehe ich in meinem Farben Meistern Lightroom Videotraining (Werbung) alle wichtigen Lightroom Sektionen Schritt für Schritt durch. So lernst du im Detail, welche Regler du eigentlich brauchst und wie du von Grund auf an das Thema Farben herangehst. Dazu kannst du dir die obigen Presets sichern.

Die gezeigten Schritte gehe ich aber auch mit jedem anderen Preset, um es grundlegend auf meine Art zu Fotografieren und die gewünschte Stimmung anzupassen.

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

2 Gedanken zu „Lightroom Tweaks: So passt du dein Preset perfekt aufs RAW Foto an“

  1. Hallo ich würde gerne für 49€ das Paket kaufen allerdings weis ich nicht ob meine Fotos da so passen .. könnte ich mal 1-2 Fotos schicken bei denen Sie die presets anwenden?

    Antworten

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