Shooting: Nathalie – Porträtfotografie im Freien

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Nachdem ich schon im Sommer 2015 einen guten Lauf beim Shooting mit Nathalie hatte, haben wir das ganze vielleicht letzten Monat noch getopt. Im folgenden Blogbeitrag will ich euch wie auch beim Shooting mit Janina hinter die Kulissen nehmen. Dabei erfährst du wieder einige nützliche Tipps für die Portraitfotografie im Freien.

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Ort und Licht: Zweimal Matsch

Von der Location her fand es an zwei Kulissen statt: Einmal im Wald bei einem kleinen Fluss, und einmal auf einer Art Feld, das sich im Nachhinein als Moorgebiet herausstellte (unser Instinkt hat uns wohl gerettet :-D). Die nassen Füße war das ganze aber auf jeden Fall wert!

Portraitfotos im Wald
Location im Wald
Shooting Nathalie: Portraitfotografie im Freien Tipps
Location im Feld / Moor

Das Licht an diesem Tag: Weich und diffus. Überall. Der Himmel war komplett mit Wolken bedeckt, im allgemeinen würde man es wohl als „Matschwetter“ beschreiben. Ich bin mittlerweile aber immer öfter froh über ein solches Wetter. Man muss sich einfach weniger Gedanken machen, dass z.B. Bereiche im Bild ausbrennen. Man kann sich also im Gegensatz zu strahlendem Sonnenschein überall mit dem Model positionieren. Sonst achtet man hier darauf, im Schatten zu fotografieren. Bei bedecktem Himmel ist quasi überall Schatten.

Man kommt sowohl vor Ort, als auch bei der Nachbearbeitung meistens besser zurecht. Die meisten Presets funktionieren so auch einfach irgendwie besser.

Der Nachteil ist, dass am Abend z.B. aber auch kein Sonnenuntergang sichtbar wird. Direktes Sonnenlicht für ein paar Lichteffekte fällt auch weg. Dementsprechend habe ich den Fotos meist eine etwas kühlere Stimmung verpasst. Ähnlich wie bei den Reisefotografie Tipps im letzten Beitrag denke ich auch hier schon beim Fotografieren an die Nachbearbeitung.

Tipp: Dadurch, dass es bei einem solchen Tag keine Möglichkeit für Lichteffekte gibt (z.B. Gegenlicht), wird das Motiv an sich umso wichtiger. Das Foto reduziert sich also auf den Inhalt: Model, Fotografie-Location, Outfit, Posen, Ausdruck, Bildkomposition. Auch ich habe früher viel mit kurzweiligen Lichteffekten gearbeitet. Ein solches Wetter aber kann auch als kleine Herausforderung gesehen werden, um sich einmal wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Die Ausrüstung: 50mm Trio

Zum Einsatz kam hier einmal wieder meine 5DMkIII Vollformat von Canon, zusammen mit 3 Objektiven, die ich vergleichen wollte: Zum einen mein neues und bereits vorgestelltes Sigma Art 50mm 1.4. Mit ihm sind mir viele knackscharfe Aufnahmen gelungen. Ich glaube über diesen Look muss ich nicht weiter schreiben.

Wenn sie auch nicht in Sachen Schärfe mithalten können, aber für einen analogen Flair habe ich mein altbekanntes M42 Helios Objektiv dabeigehabt.

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Aufgenommen mit einer Linse aus analogen Zeiten

UND Nummer 3: Mein neuestes altes Objektiv aus analogen Zeiten: Das Revueflex 55mm 1.8. Es dürfte auch ca. aus den 70er – 80er Jahren sein (falls es jemand genauer weiß: Schreibt es in die Kommentare). Dies war das erste Test Shooting für dieses Objektiv und ich bin positiv überrascht. Genaueres zu diesem Objektiv folgt in Zukunft auf dem Blog.

Tipp: Das gute alte 50mm Objektiv gilt nicht umsonst als die Porträtbrennweite schlechthin. Für mich bewähren sich Brennweiten in diesem Bereich immer wieder. Viele Fotografen bevorzugen aber auch z.B. ein längeres 85mm oder ein weiteres 35mm Objektiv. Finde für dich selbst heraus, womit du am besten zurecht kommst. Im Zweifelsfall tastest du dich von der 50mm Brennweite heran.

Herangehensweise: Tipps für die Portraitfotografie im Freien

Na toll, ein Fotoshooting ausgemacht und niemand will mir helfen. Sprich: Ich muss mich selbst um den Reflektor kümmern. Da ich mit den analogen Objektiven aber zwei Hände zum Fokussieren brauche, war ich wohl aufgeschmissen. Fast!

Wieso verwendet man eigentlich eigentlich einen Reflektor? Na klar, zum Aufhellen. Es gibt aber noch einen Grund: Um einen Reflex im Auge zu erzeugen. So strahlen die Augen auf den Fotos richtig. Umso besser kann man auch in der Nachbearbeitung agieren. Dafür reicht es aus, den Reflektor leicht gewinkelt auf den Boden vor das Modell zu legen.

Bei einem solchen bewölkten Himmel muss man erst einmal die Lichtrichtung bestimmen. Je nach vorhaben richte ich das Gesicht des Models direkt zur Lichtquelle, das von dem Licht dann sanft ausgeleuchtet wird. Man muss nur den richtigen Winkel finden, um unangenehme Schatten unter den Augen zu vermeiden. Hilfestellung kann hier der Live-View bieten, da sich dieser im manuellen Modus nicht (wie unsere Augen) automatisch an neue Lichtverhältnisse anpasst.

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Weitere Tipps zum Thema Licht und anderen Herausforderungen draußen gibt es in meinem Artikel über 5 Tipps, um gute Fotos zu machen.

Wie bereits angesprochen wird bei bewölkten Himmel alles auf das Motiv reduziert: Das lädt zum Experimentieren aus. Ist die Kamera einmal im manuellen Modus auf das Wetter eingestellt (plötzliche Änderungen der Lichtverhältnisse durch vorbeiziehende Wolken gibt es nicht), interagierst du mit dem Model: Lass es z.B. laufen, die Haare im Wind wehen, verschiedene Posen ablichten, etc. Sei Kreativ! Bzw. noch besser: Seid zusammen kreativ und kooperiert!

Model beim Laufen
Bewegung im Bild: Lass das Model laufen

Dazu gehört auch die Komposition, die du bestimmst: Spiele mit Winkeln und Perspektiven, nehme auch als Fotograf Plätze ein, die eher ungewöhnlich sind. Nur so können auch andere Fotos entstehen.

Die Nachbearbeitung

In der Nachbearbeitung passieren bei mir im Gegensatz zu früher eher die simplen Sachen: Farblooks und etwas Hautretusche. Ich arbeite viel mit analogen Presets, z.B. aus dem VSCO Pack. Diese müssen dann aber meistens noch ziemlich weiter modifiziert werden, dass sie auf meinen Geschmack passen. Deshalb baue ich oft auch von Grund auf eigene Presets und Farblooks. Schreibt in die Kommentare, wenn euch ein solches Tutorial zum Thema Farben näher interessieren würde.

Wichtig ist für mich immer noch der Bildanschnitt, den ich im Nachhinein anpasse und das Foto gerade ausrichte. Bei mir darf nur selten ein Foto kippen.

Manchmal kann ich mich aber auch nicht entscheiden. Folgendes Foto funktioniert für mich in beiden Farbgebungen:

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Auch dieses mal habe ich die Serie nicht einheitlich bearbeitet, da es sich um ein freies Shooting gehandelt hat. Hier will ich immer für mich selbst etwas experimentieren.

Ich hoffe du konntest einen weiteren Einblick in meine Arbeitsweise gewinnen und den ein oder anderen Tipp mitnehmen. Kommentare zu dem, was ihr seht, oder in Zukunft noch sehen / wissen wollte, sind wie immer willkommen. Auch dieses mal habe ich euch immer weiterführende Artikel im Text verlinkt, die mehr Informationen zum jeweiligen Punkt liefern.

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

11 Gedanken zu „Shooting: Nathalie – Porträtfotografie im Freien“

  1. Super Beitrag wie immer!

    Wie schon öfter gesagt. Ein Artikel zum Thema Farben und Grading würde ich auch mega interessieren :) Mach weiter so !

    Gruß von der Nordsee

    Antworten
  2. Hey Markus,

    wieder einmal ein sehr schöner Beitrag. Ein Artikel zu dein eigenen Presets fände ich auch interessant. Was mir nicht ganz gefällt … aber das ist auch Geschmacks-Sache … Beim Bild „Aufgenommen mit einer Linse aus analogen Zeiten“ … ich glaube es kommt durch die Nachbearbeitung / Körnung … bekommen ihre Poren im Gesicht nahezu einen Popcorn-Effekt, der ihr nicht gerade schmeichelt. Weiter untern wägst Du zwischen SW und Farbe beim selben Bild ab. in SW ist es irgendwie noch härter … aber wie gesagt … Geschmacksache. Einer Frau sollte das weniger gefallen ;) … Danke für deinen neuen Beitrag.

    Antworten
    • Hi Marcus!
      Danke für die Anmerkung! Ich ich weiß was du meinst. Das kommt aber ab und zu durch den Web-Export (in 960px Kantenlänge) für den Blog aus Lightroom. In meiner Originalen Tiff-Datei besitzt das Foto zwar auch etwas mehr Körnung, allerdings ist es hier in voller Auflösung viel detailreicher und die Haut besitzt sogar noch Poren. Ich müsste wohl noch einmal mit meinen Export-Optionen experimentieren.
      Gruß,
      Markus

      Antworten
  3. Mich würde auch ein Tutorial zum Thema Farben interessieren!
    Überhaupt finde ich die Seite hier echt gut, ich schau gern vorbei.
    Weiter so! :)
    Viele Grüße

    Antworten
  4. Hast du zufälligerweise die analogen Presets von VSCO mit denen von XEQUALS verglichen? Ich stehe derzeit vor der Frage für welche ich mich entscheiden werde (dabei spielt der Preis leider auch eine Rolle), und daher würde mich deine Meinung dazu sehr interessieren.

    Antworten
    • Die Xequals kannte ich bis eben nicht, muss ich mir einmal ansehen. In Sachen Film Emulationen kenne ich ansonsten noch Mastin Labs, aber noch nicht getestet. Von VSCO gab es damals auch mal ein kostenloses Paket, müssten ein paar Kodak Gold Varianten gewesen sein. Diese habe ich z.B. beim Shooting mit Janina (ist im Text verlinkt) vermehrt verwendet. Ansonsten gibt es noch die Tribe Archipelago Presets, die ich öfter nutze. Sind schon ziemlich teuer, aber gut. Ich weiß nicht was du schon an Presets hast, wenn es aber erst einmal preiswerter sein soll, würde ich mich mal bei VSCO umschauen. Die waren damals ja auch noch preisintensiver als heute mittlerweile und man hat viele Möglichkeiten. Für meinen Geschmack müssen sie aber oft noch ziemlich angepasst werden.

      Antworten

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