Wieso du deinen Perfektionismus ablegen solltest

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Wir alle kennen das Problem, das nicht nur die Fotografie betrifft: Wir wollen alles bis ins letzte Detail planen. Und das ist auch an sich nicht falsch. Am Ende stellt man aber oft fest, dass es doch wieder nicht alles so geklappt hat, wie man es sich ausgemalt hat. In diesem Eintrag geht es darum, warum du bei der Fotografie und teilweise auch bei anderen Dingen deinen Perfektionismus ablegen solltest.

Für mich ist das einfachste Beispiel in diesem Bereich ein Event, das noch weit voraus liegt. Sei es ein Geburtstag oder sonstiges. Man freut sich Wochen lang auf diesen Tag bzw. Ereignis. Man hat alles genau geplant und erwartet, dass es super wird. Am Tag selbst stellt sich heraus, dass man irgendwie gelangweilt ist. Man hat sich den Tag anders, besser vorgestellt.

Spontane Aktionen, bei denen man seine Komfortzone verlässt und sich unvorbereitet in Sachen stürzt, sind dagegen oftmals viel aufregender. Und genau so geht es mir v.a. in der Fotografie.

Ein Shooting, das man Wochen lang geplant hat? Man genau festgelegt hat was wann und wie passiert? Niemals. Einen Termin ausmachen ist die eine Sache. Die andere ist es aber, es auf sich zukommen zu lassen. Jedes Shooting ist anders. Und bei Outdoor Shootings kommt es am Ende eh alles ganz anders.

Bei diesem Shooting mit Vanessa hat es mich auch einmal wieder gepackt: Statt langer Planung habe ich noch am selben Tag entschieden, dass ich heute neue Porträtfotos machen will. Es war jedoch ein durchwachsener Herbsttag mit leichtem Nieselregen.

Aber auch die Lichtstimmung war mir egal, denn ich wollte Porträts bei Nacht machen. Deshalb sind wir mit Einbruch der Dunkelheit bei Nieselregen losgezogen. Keine Bedingungen aus dem Bilderbuch, aber gewollt. Ich habe mir abgewöhnt, auf den schönsten Tag des Jahres zu warten, nur weil ich ein paar Porträts schießen will.

Den Perfektionismus ablegen

Wie oben bei dem Beispiel mit dem Geburtstag war es auch an diesem Tag: Statt lang zu planen zieht man einfach los und probiert auf vorhandene Begebenheiten möglichst geschickt zu reagieren.

Im Nachhinein überlege ich manchmal: Wären solche Bilder auch bei einem lang geplanten Shooting herausgekommen? Oder wird es gerade dadurch, dass man spontan und locker an das Shooting herangegangen ist einzigartig?

Kreativität steigern – Perfektionismus ablegen

Hör also am besten auf, dich zu sehr zu verplanen. Halt dir etwas Freiraum. Vor allem bei Kreativität spielt der Zufall oft eine Rolle. Und das macht zum Beispiel auch einen Reiz beim analogen Fotografieren aus.

Wieso mögen es Leute, mit alten Polaroid Kameras herumzuknippsen (was evtl. sogar vergleichbar mit dem Anwenden von Instagram Filtern ist) ? Weil das Ergebnis unberechenbar sein wird. Man kann beim Auslösen unmöglich vorhersagen, wie das belichtete Filmmaterial die Farben diesmal darstellen wird.

Natürlich sollte man technisch alle Begebenheiten im Hinterkopf haben. Man sollte sich aber auch Freiheiten „gönnen“. Nur auf diese unperfekte Weise können auch Sachen entstehen, die so noch niemand vorher gemacht hat.

Wenn man seine Planung etwas zurückfährt, kann man der Kreativität also etwas Spielraum geben. Denn diese kann man nicht planen. Man muss die Rahmenbedinungen einrichten und seinem Tun dann freien Lauf lassen.

Pareto Prinzip – Zeit und Arbeit sparen

Schon Vilfredo Pareto hat mit seinem Pareto Prinzip erkannt, dass Perfektionismus mühseelig ist. Während man mit 20% Aufwand oft schon ein zu 80% fertiges Ergebnis erzielt, benötigt die Pefektionierung auf 100% noch einmal 80% Aufwand.

Für die letzten 20% der Perfektionierung braucht man also einen unheimlich großen Aufwand.

Hierbei ist die Frage entscheidend: Für wen arbeitest du und welche Erwartungen werden gestellt? Retuschierst du gerade ein Beauty-Porträt für ein Cover von einem Hochglanz Magazin? Oder retuschierst du ein Bild für jemanden, der deinen eher lockeren Bearbeitungsstil wertschätzt?

Erst wenn man diese Frage für sich beantwortet hat kann man abwägen, was gerade Sinn macht. Für die meisten alltäglichen Anwendungsgebiete macht es Sinn, den Perfektionismus ein Stück weit abzulegen.

Sachen aufhören, bevor man sie anfängt

Was ich beim Thema Perfektionismus sehr Schade finde, ist dass man Sachen oft aufhört, bevor man sie überhaupt angefangen hat. Man will im vornherein alles bis ins letzte Detail geplant haben, bevor man etwas anfängt.

Sei es ein Fotoshooting, ein Blog, Youtube Channel oder sonstiges: Man will etwas erfolgreich machen und plant deshalb. Und plant. Und plant. Man zögert den eigentlichen Starttermin immer weiter hinaus. So lange bis man die Motivation verliert oder das Projekt vergisst.

Dabei ist es eigentlich denkbar einfach: Machen. Einfach rausgehen und fotografieren, einfach anfangen einen Blog zu schreiben. Wird schon schief gehen. Das ist auf jeden Fall ein Anfang. Das Projekt wird sich von selbst nach und nach verbessern.

Man lernt nach und nach aus seinen Fehlern und diese kann man im vornherein nicht planen. Wie am Anfang des Artikels schon gesagt: Es kommt am Ende immer anders, als man Kartoffel.

Zusammengefasst will ich natürlich nicht sagen, dass man nie wieder ein Shooting oder andere Sachen planen sollte. Natürlich muss man alle Rahmenbedingungen wie Zeit, Ort und technische Aspekte im Hinterkopf behalten und ein Stück weit planen. Wenn es aber so weit ist, dass man anfängt zu fotografieren, sollte man immer einen freien Kopf bewahren und spontan mitdenken. So hält man sich einen Freiraum, in dem kreative Fotos entstehen können. Und auch bei anderen Projekten ist es in den meisten Fällen dankbar, einfach anzufangen.

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

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