Homestory Indoor Portraits: So gelingt das Fotoshooting zu Hause

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An kalten oder verregneten Tagen ist ein Outdoor Porträt Fotoshooting nicht immer von Vorteil. Doch auch im Fotostudio vor weißem Hintergrund fühlt sich nicht jeder Fotograf wohl. Daher sind aktuell Indoor Portrait Fotoshootings, sogenannte Homestories immer mehr im kommen. Sie bieten jedoch nicht nur bei schlechter Witterung eine super Alternative zu draußen.

Fotoshooting zu Hause im Wohnzimmer
Man braucht nicht immer ein Studio – im Gegenteil: Bei Homestories kommt die Stimmung oft gerade durch das Fotografieren im gewohnten Umfeld zustande.

Wie der Name vermuten lässt: Das Fotoshooting kann zu Hause, oder auch in anderen Wohnungen stattfinden. Die Atmosphäre ist meistens sehr entspannt, was sich auch auf den Bildern widerspiegelt.

Wenn du Lust hat, künftig öfter solche Shootings durchzuführen, habe ich in diesem Beitrag einige nützliche Tipps zusammengetragen.

Indoor Portraits & Homestories zu fotografieren sehe ich als Unterkategorie der allgemeinen Menschen Fotografie, über die du hier noch einmal alle Portrait Grundlagen im großen Leitfaden findest.

1. Ein passendes Outfit für das Homeshooting finden

Für das Outfit gibt es eigentlich kaum „Regeln“. Je nachdem, in welcher Wohnung geshootet wird kann es angepasst werden. Z.B. farblich oder an den Einrichtungsstil.

Ein wichtiger Gedanke kann jedoch sein:

Das ganze Shooting hat einen heimlichen Charakter, da sich in der Wohnung oft Elemente aus dem Alltag finden (Sofa, Bett, Küche, etc.). Wenn es die eigene Wohnung ist, bekommt der Betrachter später also immer irgendwo einen intimen Einblick in das Privatleben derjenigen Person.

Deshalb wird sich oft auch so gekleidet, wie man sonst zu hause lebt: Gerne auch mal leichter bekleidet, oder aber auch in Jogginghose. Alles ist erlaubt und es kommt am Ende darauf an, für wen oder was die Fotos erstellt und welche Stimmung vermittelt werden wird.

2. Die richtige Location für Homestory Portraits

Eine Bude finden

Das Outfit hätten wir schon einmal. Jetzt kommen wir zur Location. Ich selbst wurde schon einmal von einer Familie angefragt, eine Art Reportage von Ihnen bei sich zuhause zu fotografieren. Dann ist die Location klar.

Will man ein TfP-Shooting durchführen, hat man mehrere Möglichkeiten:

  • Ihr fotografiert zuhause beim Model
  • Du hast eine schöne Wohnung
  • Du buchst ein Tageslichtstudio mit entsprechender Einrichtung
  • Du buchst eine Ferienwohnung / Hotelzimmer / etc.

Gerade der letzte Tipp bietet sehr viele Möglichkeiten. Nicht jeder hat eine fototaugliche Wohnung wie aus dem Katalog oder will diesen privaten Bereich der Öffentlichkeit präsentieren. Ein Tageslichtstudio mit entsprechender Einrichtung ist auch cool, allerdings shooten hier eben regelmäßig Fotografen. Die Individualität könnte verloren gehen (wenn im Internet 1000e Fotos diverser Fotografen am selben Ort herumschwirren).

Deshalb ist es eine gute Möglichkeit, einfach über einen Anbieter für einen Tag eine Unterkunft zu buchen und dort zu shooten. Sofern es kein kommerzielles Shooting ist, dürfte das kein Problem sein. Wenn du die Fotos vom Ort nachher gewerblich nutzen willst, würde ich noch eine Genehmigung einholen.

Die besten Spots finden

Ist eine Wohnung gefunden, geht es daran eine passende Ecke zu finden. Hier hat man viele Möglichkeiten. Da ich aber wie sonst auch immer Available Light Portraits fotografieren möchte, orientiere ich mich in erster Linie am Licht. Darauf kommen wir aber später noch.

Beim Ort an sich musst du nun also eine Kulisse finden, bei der der Hintergrund im Einklang mit dem Rest steht. Es geht also bei der Ortswahl schon um die Bildgestaltung, zu der ich ebenfalls später noch komme.

Generell solltest du soweit erst einmal anfangen, das Model mit der Kulisse interagieren zu lassen und harmonisch „einzufügen“.

Hier ein paar Beispiele:

  • Setze das Model auf das Sofa / Bett / Stuhl
  • Lass das Model gegen bestimmte Wände / Kühlschrank / Fenster lehnen
  • Positioniere das Model auf dem Fußboden

Entscheide dich bewusst für einen Raum und lass in diesen das Model einfließen. Natürlich kann das Model auch über Requisiten mit dem Ort verbinden, die sich dort finden lassen.

Lass das Model mit der alltäglichen Umgebung verschmelzen.

Tipp: Fensterscheiben bieten auch eine Möglichkeit für interessante Effekte. Platziere dein Model einfach dahinter und fotografiere durch das Glas mit allen Reflexionen.

3. Ausrüstung für Indoor Portrait Fotografie

Ähnlich wie bei meinem Beitrag über gelungene Street Portrait Fotografie will ich mich auf Available Light beschränken. Blitze fallen also auch hier raus. Oft wird so die Stimmung etwas natürlicher, allerdings ist man dann auch an Zeiten gebunden, an denen genug Licht vorhanden ist.

Im Gegensatz zu Outdoor Porträts haben wir Indoor oft ein Platzproblem. Deshalb würde ich das Objektiv bis maximal 50mm Festbrennweite wählen. Konkret empfehle ich ein 24mm, 35mm oder eben 50mm Objektiv als Festbrennweite.

Festbrennweiten haben hier den Vorteil etwas lichtstärker zu sein, was man in vielen Wohnungen auch brauchen kann.

Dazu brauchst du dann nur noch den entsprechenden Kamera Body und einen Reflektor.

Hier ein paar Links zu meinen Equipment Empfehlungen:

Das war es soweit. Wer will kann sich z.B. noch ein Glas-Prisma zulegen um es für Effekte vor die Kamera zu halten. Wie ein Vordergrund dein Bild besser macht erkläre ich gleich noch.

4. Das beste Licht für das Fotoshooting zu Hause finden und nutzen

Das wichtigste zuerst, sofern es draußen hell ist und Licht in die Wohnung fällt:

Mach das Licht aus!

Das ist ein essentieller Tipp für Indoor Portraits. Du wirst dir vielleicht denken, dass es doch so innen dunkler wird. Das stimmt auch.

Die Lichtquantität nimmt ab – die Lichtqualität gewinnt aber drastisch!

Fensterlicht für das Fotoshooting zu Hause nutzen
Mischlicht entsteht aus mehreren Lichtquellen unterschiedlicher Temperatur und macht das Shooting unnötig schwer. Besser ist es, sich auf eine Lichtquelle zu beschränken. Du wirst dir selbst bei der Nachbearbeitung danken.

Das Kunstlicht der Lampen ist in der Regel sehr warm. Dazu im Vergleich das Tageslicht an den Fenstern sehr kalt. Es entsteht also Mischlicht. Da wir die Kamera nur auf eine Lichttemperatur einstellen können sollte also die zweite eliminiert werden.

Nun kannst du ungestört auf die Suche nach dem Tageslicht gehen. Analysiere zunächst: Fällt es an den Fenstern direkt hart ein oder füllt es den Raum weich mit Licht?

Wie auch in meiner Available Light Fibel (Werbung) beschrieben, ist der Umgang mit hartem Licht schwieriger. Im Buch erkläre ich dir aber im Detail alle Lichtarten und wie du damit umgehst.

Mit hartem Licht würde ich nur arbeiten, wenn dadurch spannende Licht- und Schattenspiele entstehen. Ansonsten empfehle ich weiches Licht zu suchen und zu verwenden.

Bei bewölktem Himmel kommt dieses immer gerichtet vom Fenster herein. Am Fenster ist oft wirklich die einfachste und effektivste Möglichkeit mit gerichtetem Licht zu fotografieren.

Portraits Indoor Fotografieren mit Fenster Licht
Wenn du das Model zum weichen Fensterlicht drehst, wird das Gesicht meist gleichmäßig ausgeleuchtet.

Von wo aus solltest nun aber du fotografieren? Eine simple Möglichkeit ist es, wenn du mit dem Licht fotografierst. Das Model blickt dabei in Richtung des Fensters und wird gleichmäßig ausgeleuchtet.

Natürlich kannst du auch wie oben probieren das Licht seitlich einfallen zu lassen und dadurch mehr Tiefe zu erhalten.

Tipp: Oft macht es mit dem Reflektor Sinn, das Gesicht des Models von unten aufzuhellen. Nötig ist das aber nicht immer. Falls es kein weiches Licht geben sollte kannst du mit der halbtransparenten, weißen Reflektorseite auch Schatten und damit weiches Licht für dein Model erzeugen.

Das ist nur ein Beispiel von vielen für den Umgang mit Licht – natürlich kann man sich z.B. auch noch an Gegenlicht herantasten.

5. Bildkomposition für Homestories

Nach der Orts- und Lichtwahl hast du nun die Aufgabe, durch Ausrichten der Kamera und eigener Bewegung im Raum einen harmonischen Ausschnitt der Realität zu finden.

Komposition für Indoor Portraits
Überlege bei der Komposition, auf welchen Linien im Bild z.B. Kopf, Augen oder Körper des Models zu liegen kommen. Nutze dafür z.B. den Goldenen Schnitt.

Fange am besten damit an zu entscheiden, ob dein Model zentriert oder auf dem Goldenen Schnitt im Foto platziert wird. Anschließend analysierst du die Elemente im Hintergrund.

Stört etwas im Hintergrund oder schneidet den Kopf des Models?

Alle Elemente im Hintergrund erscheinen auf dem fertigen Foto zu Formen und können das Model negativ beeinflussen. Vermeide solche Gegebenheiten.

Wie du das genau machst erfährst du in meinem umfangreichen Beitrag für gelungene Bildgestaltungen.

Tipp: Für ein Bild mit mehr Tiefe empfiehlt sich auch das Foto in Ebenen aufzubauen. Dafür musst du mit großer Tiefenunschärfe fotografieren. Auf diese Weise lassen sich Objekte unscharf in den Vorder- und Hintergrund einbauen. Wie das geht erfährst du in diesem Beitrag über erhöhte Tiefenunschärfe.

Bildgestaltung für Indoor Portraits
Durch die Blumen im Vordergrund entsteht eine neue Bildebene und gibt dem Foto mehr Tiefe.

6. Das richtige Posing

Einen kleinen Tipp habe ich oben schon losgeworden: Lass das Model gerne mit der Umgebung interagieren. Posen können also z.B. von Möbelstücken aus aufgebaut werden.

Egal ob sitzend, liegend, oder stehend – auch hier kann es nützlich sein, das Model nicht starr posen zu lassen. Schaffe stattdessen einen Rahmen, in dem sich das Model selbstständig bewegen soll.

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Nützliche Blog Beiträge wie dieser leben alleine von etwas Werbung. Mit meinen Presets verbesserst du also nicht nur deine Nachbearbeitung, sondern unterstützt gleichzeitig den Blog:

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Hier gibt es mehr Tipps für bessere und ungestellte Posen.

Lass das Model mit der alltäglichen Umgebung verschmelzen.

Gerade bei Pärchen Fotos ist es total wichtig, sich nicht auf starre Posen zu verlassen. Stattdessen lässt du die Personen selbstständig agieren und fängst die Momente als Beobachter ein.

Dynamische Bewegungen statt starrer Posen einfangen. Schaffe hierfür einen Rahmen und teile den Akteuren mit, wie sie sich bewegen sollen.

7. Nachbearbeitung

Für die Nachbearbeitung benutze ich meistens nur Lightroom, wodurch ich eine Menge Zeit spare. Hier kann ich einen Farblook leicht über eine ganze Serie legen. Und auch kleine Retuschen gehen einfach von der Hand.

In den Farblooks lege ich großen Wert auf den Hautton, der trotz den vielen Farbverzerrungen nicht unnatürlich wirken sollte. Stattdessen immer kräftig und gesund. Dafür solltest du dir die HSL-Einstellungen in Lightroom näher ansehen.

Der komplette Farblook würde den Rahmen dieses Beitrags jedoch sprengen. Für stimmungsvolle Bildlooks will ich dir in Eigenwerbung mein neues Farben Meistern Videotraining für Lightroom, als auch meine bewährten Black It Presets empfehlen.

Fazit

Homestory Portrait Shootings sind vielseitig und können deinem Portfolio etwas Abwechslung bieten. Wie immer musst du es schaffen, alle oben angesprochenen „Bestandteile“ in Einklang zu bringen.

Insgesamt ist es aber machbar und man kann Indoor unter relativ kontrollierbaren Bedingungen experimentieren. Doch auch hier solltest du probieren tagsüber zu fotografieren, um ein homogenes Fensterlicht von außen nutzen zu können.

Wird es zu dunkel draußen und du musst künstliches Licht hinzunehmen, kann es auch besser sein das Tageslicht von außen komplett abzuschotten. So existiert wieder nur eine Lichtquelle und du vermeidest Mischlicht.

In diesem Sinne wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg bei deinem nächsten Homestory Portrait Fotoshooting!

Models: Charlotte Fuchs & Michelle Schumann

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

2 Gedanken zu „Homestory Indoor Portraits: So gelingt das Fotoshooting zu Hause“

  1. Hallo lieber Markus,

    Vielen Dank für deinen tollen Blog, ich finde diesen immer total klasse und vorallem sehr hilfreich.
    Du baust die Themen immer super aufeinander auf, gut verständlich, anschaulich und super erklärt! Da bekommt man selbst direkt Lust die Kamera in die Hnad zu nehmen und alles auszuprobieren. Hierbei konnte ich mir schön öfters Hilfestellungen und Gedankenanstöße holen , um meine Vorstellungen dann am Ende bei meinen Shootings besser umzusetzen.
    Ich kann jedem zudem die Availible Light Fibel vom Markus sehr ans Herz legen ( hier wurde viel Zeit, Erfahrungen sowie Herzblut verwendet um Einsteigern wertvolle Tipps an die Hand zu geben und nein ich werde nicht bezahlt für diesen Beitrag), da dieser gerade zu Beginn der Portraitfotografie sehr hilfreich ist und einen viel Bewusster an die Thematik heranführt ( auf was sollte ich veilleicht Achten? Licht, Pose, Hintergrund, Struktur, tiefenschärfe, ganz wichtig das Licht, gestlelltes Posing, bewusst ungestelltes Posing, und und und), wie gesagt ein super Buch und gleichzeitig eine Möglichkeit den lieben Markus etwas zu unterstützen, damit solche Blogs erhalten bleiben! Ich denke jeder der selbst Fotografiert weiß was das Equipment kostet und würde sich auch über einbe kleine Unsterstützung freuen. Daher geht bitte bitte weg von dem Motto, geiz ist geil. In diesem Sinne mach bitte so toll weiter, mich hast du als Fan schon lange gewonnen und ich freue mich immer wieder über neue Themen und Tipps. Falls du Lust hast, guck gerne auf meinem Instaprofil (s.r.b._photography) vorbei und lass einen Tipp da, was du ggfls. anders gemacht hättest, ich lerne immer gerne dazu.

    Alles Gute für dich, bleib gesund und mach bitte weiter so!!!

    Viele Grüße

    Sherab

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