Kleine Ausrüstung, große Fotos: 5 Reisefotografie Tipps

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Zurück aus meinem Urlaub aus Mallorca kann ich über die Reisefotografie sagen: Es kann schon etwas knifflig sein. Mit leichter Ausrüstung überwältigende Landschaftsfotos machen? Porträts mit dem 18-55mm Kit-Objektiv bei strahlendem Sonnenlicht? Ich habe neue Erfahrungen gesammelt und gebe dir in diesem Eintrag meine 5 besten Reisefotografie Tipps mit.

Kombination Landschaft und Porträt

Welche Reisefotografie Ausrüstung ich auf Mallorca verwendet habe

Normalerweise ist für mich meine Vollformat Kamera mit einer anständigen Festbrennweite Pflicht – nicht so bei der Reisefotografie. Hier ist mir die 5D schlichtweg zu schwer. Außerdem ist sie aktuell nicht versichert, wodurch mir das Risiko zu groß ist sie zu verlieren oder zu beschädigen. Auch ist es für mich keine Fotoreise, sondern immer noch ein Urlaub gewesen. Für solche Fälle habe ich noch meine alte Kamera im Repertoire – die Canon Eos 500D.

Landschaftsfotografie auf Reisen
Landschaftsfoto auf der Bootstour

Oft benutze ich sie auch mit meinem Pancake Objektiv, wodurch sie noch platzsparender und leichter wird. Allerdings ist sie mir mit ca. 60mm an der APSC etwas zu unflexibel und auch für Landschaften nicht weitwinklig genug. Deshalb habe ich dieses mal großteils mit dem einfachsten Objektiv fotografiert, das es wohl gibt: Dem 18-55mm F3,5-5,6 Kit-Objektiv von Canon.

Der ein oder andere wird jetzt lachen: Ich fotografiere mit dieser alten Kamera und dem nicht ganz so tollen Kit-Objektiv? Im Urlaub schon. Und wieder habe ich es sogar als kleine Herausforderung gesehen: Mit einfachsten Mitteln probieren, gute Fotos zu machen?

Challenge accepted!

Auch wenn die Kamera im Vergleich zur 5D wesentlich schlechter auflöst, weniger Dynamik-Umfang hat und die Farben irgendwie etwas flau abbildet – durch ein gutes Motiv müsste man das irgendwie ausgleichen können. So meine Denkweise.

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Meine 5 Tipps für bessere Fotos auf Reisen und schöne Urlaubsbilder

1. Welche Art von Fotos willst du machen?

Zunächst solltest du dir im klaren sein, was am Ende eigentlich rauskommen soll. Mach dir ein Konzept, was du von deinen Urlaubsfotos nachher erwartest. Sollen sie den Aufenthalt dokumentieren? Sollen es Porträts sein? Oder alles was dir vor die Linse läuft? Es gibt 4 verschiedene Richtungen:

  1. Landschaftsfotografie
  2. Porträtfotografie
  3. Streetfotografie
  4. Reportage
  5. Details & andere Eindrücke

Es ist natürlich möglich, auch alles auf einmal zu fotografieren. Je nach Länge des Aufenthalts kann es aber Sinn machen, sich ein konkretes Ziel zu setzen. Ich glaube das Thema Landschaftsfotografie ist klar. Bei der Porträtfotografie auf Reisen verknüpfe ich Personen mit Kulissen vor Ort, die man sonst nicht hat. Während der Streetfotografie hältst du spontan das Leben auf den Straßen fest. In einer Reportage geht es um die Reiseteilnehmer und wie diese die Reise erleben. Ergänzt wird das ganze meistens durch Details vor Ort und anderen Eindrücken.

Reisefotografie Tipps für bessere Fotos
Porträtfotografie in überwältigender Landschaft

2. Wähle deine Ausrüstung weise!

Spätestens beim Check-In bzw. der Kofferabgabe wird man daran erinnert: Man kann nicht alles mitnehmen. Selbst wenn man alles im Handgepäck unterbekommen würde: Auf einem mehrstündigen Ausflug wird sich die Überauswahl an Equipment an deinen Schultern rächen.

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Ich selbst hatte dieses mal wie bereits geschrieben nur meine kleine APS-C 500D inkl. Kit-Objektiv und dem 40mm Pancake dabei. Dazu ein Kameragurt.

Es muss aber nicht zwingend eine Spiegelreflex sein.

Auch viele spiegellose Modelle machen oft selbst den großen Vollformat Kameras Konkurrenz. Auf Reisen zusätzlich durch den Gewichtsvorteil.

Porträt Alcudia Bucht Mallorca
Porträt am Strand von Alcudia

Umso wichtiger ist auch Schritt #1, in dem du dir Gedanken machst, was du überhaupt fotografieren willst. Darauf kannst du dann dein Equipment aufbauen.

Ein hier allgemeines Beispiel Setup:

  • Kleines & leichtes Kameramodell
  • 1 – 2 flexible Zoom Objektive (am besten von weitwinklig bis in den Telebereich abdecken)
  • bequemer Kameragurt
  • Speicherkarten (inkl. sicheres Case)
  • evtl. Reisestativ
  • evtl. 1 Lieblings-Festbrennweite

3. Ein gutes Auge und Motiv ist alles

Damit meine ich nicht die Sehstärke, sondern eher das aktive Sehen. Hier ist das Gehirn nicht wie sonst ausgeschaltet, sondern bildet beim Sehen aktiv Kompositionen und findet gute Motive. Das muss natürlich erst einmal trainiert werden. An dieser Stelle möchte ich kurz an mein kostenloses E-Book für kreative Porträts appellieren. Hier gibt es viele Anregungen dazu.

Brechende Wellen fotografieren

In einer schönen Umgebung (wie in meinem Fall Mallorca) dürfte es aber nicht allzu schwierig sein, gute Motive zu finden. Schwieriger wird es da bei der Komposition und dem Kamerawinkel. Hier muss sich oft einfach etwas Zeit zum Experimentieren genommen werden. Von der Anordnung von Klippen im goldenen Schnitt oder dem Fotografieren in Zentralperspektive: Alles ist möglich.

Auch ich nehme mir (auch wenn es sonst nicht meine Art ist) bei Landschaftsaufnahmen im Urlaub öfter die Drittelregel als Grundlage für die Komposition.

Zur Perspektive kann man sagen, dass z.B. auch Landschaftsfotos durch Neigung der Kamera nach unten mehr Tiefe bekommen. Dadurch ist ein etwas höhere Standpunkt möglich. Dafür reicht aber oft z.B. schon ein Stein aus, an dem sonst alle anderen Leute vorbeilaufen. Experimentiere mit verschiedenen Winkeln (und mach nicht den klassischen auf Augenhöhe fotografierenden Touristen).

Schöne Urlaubsbilder mit guter Komposition
Ist das Motiv gefunden geht es daran, mit Komposition und Kamerawinkel zu Experimentieren.

4. Denke schon beim Fotografieren an zu Hause

Gerade beim Fotografieren mit dem etwas eingeschränktem Equipment kann man in der Nachbearbeitung das Ruder zusätzlich herumreißen. Mache dir schon direkt beim Auslösen Gedanken, wie du das Foto zu Hause bearbeiten wirst. Ich selbst habe mir das z.B. immer bei den Fotos vom Meer ausgemalt: Das Meer sollte auf einigen Fotos einfach nur dunkel und rau aussehen (auch wenn es ein sonniger, wunderschöner Tag war). Deshalb habe ich auch entsprechend viele Fotos von brechenden Wellen gemacht und mir von Anfang an vorgestellt, wie es am Ende aussehen wird.

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Post Production Farbluminanz bei Meer
Von der Farbe und Luminanz her wusste ich schon beim Auslösen, dass es etwas rauer aussehen soll

Dazu kommen in der Post Produktion auch noch die standardmäßigen Tücken, die in meinem Fall das günstige Kit-Objektiv mitbringt: Vermehrte chromatische Aberrationen. Ich habe als darauf geachtet, auch diese immer zu entfernen. Mit den Objektivkorrekturen sehen die Fotos oft einfach hochwertiger aus.

Mir ist auch wichtig, dass das Foto nicht in eine Richtung kippt (vor allem bei Landschaften).

Hier würde ich mir bei der 500D etwas mehr Megapixel Reserven zum zuschneiden wünschen. Es hat aber trotzdem gerade so hingehauen.

Meine Basis-Checkliste zur Reisefotografie Nachbearbeitung:

  • Farblook entwickeln und auf Serie anwenden
  • Einzelne Fotos anpassen
  • Gerade ausrichten
  • Objektivkorrekturen
  • Bereichsreparatur bei zu vielen Ablenkungen

5. Das Wetter im Blick haben

Das hat man im Urlaub ja bekanntlich eh immer. Dieses mal aber fotografisch gedacht. Wir hatten einen Tag am Strand verbracht, an dem der Himmel komplett unter einer matschigen Wolkendecke verschlossen war.

Für den Urlauber irgendwie schade, für den Fotografen nicht.

Wir konnten eine schöne Porträt Serie tagsüber am Strand fotografieren. Am letzten Tag wollten wir das noch einmal machen. Hier war aber strahlender Sonnenschein, wodurch das ganze nicht wirklich funktioniert hat (v.a. mit dem vermindertem Dynamikumfang der 500D). Die Schatten im Gesicht und ausgebrannten Stellen waren zu krass.

Umgekehrt können bei einer dichten Wolkendecke natürlich keine goldenen Fotos bei Sonnenuntergang gemacht werden.

Porträt Fotografie am Strand
Porträt am Strand – weiche Ausleuchtung durch bedeckten Himmel

Man kann also teilweise nach Wolken- und Wetterlage entscheiden, welche Fotos gemacht werden. Aber auch bei Sonnenschein ist es nach Umständen möglich, sogar Porträts aufzunehmen. Hierfür muss man nur aufpassen, dass keine unvorteilhaften Schatten auf das Model fallen.

Fotografiere im harten Sonnenlicht erstmal entweder gegen oder mit dem Licht. Nicht schräg.

So habe ich vor allem in Verbindung mit Landschaften viele Porträts geschossen. Hier ist es wichtig, zu wissen was in der Nachbearbeitung noch ausbesserbar ist und was nicht.

Fazit: Reisefotografie Tipps

Im wesentlichen ist es das, was ich bei der Reisefotografie beachte. Du merkst, dass bei beschränktem Equipment der Blick und das Motiv umso wichtiger werden. Unterwegs dürfte es aber kein Problem sein, ein solches zu finden.

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Kurzer Hinweis in eigener Sache: Nützliche Blog Beiträge wie dieser leben nur mit etwas Werbung. Mit meinen Lightroom Presets verbesserst du also nicht nur deine Nachbearbeitung, sondern unterstützt gleichzeitig den Blog:

Ich selbst habe nun oft von meiner 500D und meinen kleinen Problemchen mit ihr geschrieben. Vielleicht bin ich auch nur von der 5D her zu verwöhnt. Allerdings gibt es auch viele Leute, die für Reisen eine deutlich bessere und dabei kompaktere Kamera haben. Ich selbst bin aber nicht oft genug unterwegs, dass sich etwas besseres dafür lohnen würde.

Ich bin auch nicht wirklich darauf aus, meinen Urlaub 100%ig in eine Fotoreise zu verwandeln. Für meine Zwecke hat die 500D doch recht gute Arbeit geleistet und ich denke, das ein oder andere Foto ist doch gelungen.

Wie sieht es bei dir aus? Welche Art der Reisefotografie reizt dich am meisten? Welches Equipment benutzt du dafür? Schreib‘ es in die Kommentare!

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

6 Gedanken zu „Kleine Ausrüstung, große Fotos: 5 Reisefotografie Tipps“

  1. Hallo, ich bin schon sehr gespannt, was mich alles so überrascht in Nordnorwegen im Sommer. Wir sind da etwa eine ganze Woche unterwegs. Dreimal müssen wir in einen anderen Flieger umsteigen, bis wir dann bei den Lofoten ankommen. Ganz vorweg, wir Reisen nur mit Handgepäck, normal ist das ja nicht schlimm, aber nach und nach kommt man dann ins grübeln, weil man eigentlich schon vieles mitnehmen will, vom Equipment her. Mein Plan sieht so aus, ähnlich wie du in deinem Blog beschrieben hast (dein Blog ist echt super, also die Denkweise!), werde ich meine Kamera, 2 Kameraakkus, 1-2 Speicherkarten und etwa 3 Objektive mitnehmen. Mein Kamera ist eine Canon Eos 600D, da ich mir momentan eine Vollformat noch nicht so gut leisten kann (weil dann braucht man ja wieder Objektive für die Vollformat, die im Normalfall bei etwa knappen 1000€ liegen/lichtstarkes Objektiv) und ja. Ich habe vor, dass ich dort ein bissen Reportage fotografiere und aber auch gezielt geile Landschaften (Reise ist zwar als Urlaub gebucht, wird aber eher eine Abenteuer-Fotoreise sein, denn so oft ist man denn doch nicht im Norden, oder?) So mal kurz zu dem, was ich dabei haben werde und wie ich das ganze seh ;)

    Antworten
    • Hallo Tanja!

      Danke für dein Feedback! Es freut mich, dass der Blog deinen Geschmack trifft :-) Dein Trip klingt spannend. Ich denke, es werden super Fotos herauskommen! Das Gepäck ist wohl auch nicht allzuschwer gewählt.

      Gruß,
      Markus

      Antworten
  2. War am Anfang dieses Jahres in Teneriffa. Habe auch lange überlegt welche Kamera ich mitnehmen soll. 7D, 5D oder Canon G1X. da es sich bei mir auch nicht um eine Fotoreise gehandelt hat habe ich mich diesmal auch für die G1X entschieden. Sie ist kompakt, klein und von den Einstellungen fast so wie eine DSLR. der Dynamik-Umfang und der Sensor ist zwar nicht so groß wie bei den anderen 2 Kameras aber ausreichend genug um die Bilder in Lightroom zu entwickeln.

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  3. Ich war im Sommer in London im Urlaub und habe zum ersten Mal meine Kamera mitgenommen. (So oft bin ich nicht im Urlaub und meine Kamera habe ich erst seit einem Jahr)
    Meine Kamera ist die 5D ohne Mark. Meine Ausrüstung bestand aus Kamera, zwei Akkus, einem Mini-Stativ, kein Ladegerät (tja, wenn man an der falschen Stelle spart :P), dem alten EF 24mm und dem 50mm Compact Macro.
    Manchmal hat die Brennweite gefehlt, aber das Schlimmste war tatsächlich der Akku :P Am Anfang eher geknipst, aber gegen Ende nur Strom gespart. Langzeitbelichtungen hab ich mich dann nicht mehr getraut usw.
    Also bei der nächsten Reise mache ich definitiv was anders! ;)

    Antworten
    • Hört sich als Ausrüstung relativ kompakt an! Ja, Ersatzakku ist definitiv wichtig, habe ich oben vergessen zu schreiben. Das Ladegerät kann dann auch getrost im Hotelzimmer / Unterkunft gelassen werden, sollte aber nicht ganz weg gelassen werden :-D

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