Sony 35mm 1.4 GM Test: Ist es wirklich 1700€ wert? Vergleich mit Sigma 35mm 1.4 DG DN Art

Am in veröffentlicht. Aktualisiert am 16.05.2022

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Was möchte man mehr, als ein gutes 35mm mit hoher Offenblende von F1.4? Richtig – ein Objektiv, das darüberhinaus auch noch möglichst leicht und kompakt ist. Mit dem neuesten Sony 35mm 1.4 GM Objektiv liefert Sony genau das. Und erweitert die professionelle Gold Master Serie um ein weiteres Goldstück.

Moment mal – Goldstück? Im Gegensatz zum Gewicht könnte man das vom Preis her zwar denken. Doch das Geld fließt nicht nur ins rote G-Emblem auf dem Objektiv. Stattdessen vergleiche ich es gerne mit einem hochpreisigen Fahrrad: Die überlegenen Fahreigenschaften entstehen erst durch die Verbindung aller Funktionen mit einem möglichst geringem Gewicht. Um genau zu sein ist das Sony 35mm 1.4 GM das leichteste und kompakteste Objektiv seiner Art im Vollformat Bereich.

Sony 35mm 1.4 GM Test

Trotz des kleinen Gehäuses punktet das Objektiv natürlich mit besten optischen Eigenschaften und professioneller Ausstattung. Wie gut das Objektiv ist wirst du in diesem Sony 35mm 1.4 GM Test im Detail erfahren. Vielleicht kann ich dich ja auch etwas mit meinem Faible für GM-Objektiv anstecken.

Wieso habe ich das Objektiv gekauft?

Erst einmal möchte ich völlig subjektiv beschreiben, wieso ich mir das Teil überhaupt gekauft habe. Auch geht es darum, wieso ich vom alten Sigma 35mm 1.4 Art auf das Sony gewechselt bin.

35mm als beste Universal-Brennweite

Der Einsatzzweck einer 35mm Brennweite ist vielseitig. Du kannst es für so gut wie alles einsetzen. Falls du dir gerade nur eine einzige Festbrennweite kaufen möchtest, würde ich auch immer zum 35mm Objektiv raten.

Ich nutze das Objektiv sowohl für gelegentliche Landschafts- und Reisefotografie, aber auch für Porträts und Hochzeitsreportagen. Die Brennweite bildet die goldene Mitte zwischen Weitwinkel und Standardbrennweite. Es bietet einen guten Kompromiss: Es ist weitwinklig genug für schöne Landschaftsfotos und Reportage-Schnappschüsse. Es verzerrt aber nicht zu extrem, so dass auch Porträts mühelos möglich sind. Es lässt sich sowohl in Innenräumen, aber auch draußen gut einsetzen.

Egal ob ein Foto vom Praia de Marinha in Portugal, ein Gruppenfoto auf einer Hochzeit, ein Porträt deiner besten Freundin oder ein besonderer Reportage-Moment: Das 35mm Objektiv könntest du theoretisch direkt auf der Kamera lassen und alle Fotos nacheinander schießen.

Zudem bietet das 35mm immer den charakteristischen »Mittendrin«-Effekt auf deinen Bildern. Da du auch selbst immer relativ nah im Geschehen sein musst entsteht zusammen mit dem leichten Weitwinkel-Look eine lebendige Stimmung im Bild.

Für mich muss es 1.4 sein

Ja, für ein 1.4er Objektiv ist es ziemlich kompakt – dennoch wäre für Reisen doch ein 1.8er Objektiv noch mobiler und leichter? Das stimmt, aber ich finde 1.4er Objektive haben immer ihren eigenen Charme.

Dadurch, dass 1.4er Objektive meistens auch zu den Premium Objektiven zählen, bieten die Linsen einfach einen völlig eigenen Bildlook. Was das Objektiv im Unschärfebereich bietet, ist für mich die Kirsche auf der Sahnetorte. Der Charakter von solchen Objektiven toppt für mich einfach immer noch einmal jedes 1.8er Objektiv – selbst wenn es ebenfalls auf 1.8 genutzt wird. Die Qualität des erzeugten Bokehs ist einfach toll.

Mittlerweile kommt für mich erst danach die generelle Fähigkeit, mit Blende 1.4 eine sehr geringe Tiefenschärfe und damit auch quantitativ viel Unschärfe im Hintergrund zu erzeugen. Das macht es mir bei Reportagen und Porträts noch einfacher, einen störenden Hintergrund auszublenden.

Und zuletzt folgt noch das klassische Blende 1.4 Argument: Dadurch kann natürlich auch noch etwas mehr Licht auf den Sensor gelangen, was bei wenig Licht wiederum den ISO-Wert schont.

Mobilität und einheitlicher Bildlook

Falls du hier schon länger mitliest weißt du vielleicht, dass ich damals bis 2019 ein komplettes Sigma Art Objektiv Lineup im Rucksack hatte. Doch die ältere Sigma Generation (vor allem mein damaliges Sigma 85mm 1.4 Art, vielleicht kennst du es noch) war einfach noch ziemlich schwer und klobig. Die Ergebnisse waren immer toll – aber das Fotografieren machte keinen Spaß. Dazu hat sich mein Rücken nach jeder Hochzeitsreportage mit zwei umgeschnallten Kameras angefühlt, als wäre ich 79 und nicht 29.

Das beste Objektiv nützt nichts, wenn man es aufgrund des Gewichts zu Hause lässt.

Die Sony Gold Master Serie
Mein Sony GM Lineup: 24mm, 35mm und 85mm

Daher verkaufte ich nach und nach alle Sigma Objektive und wechselte zu den (damals noch wesentlich) leichteren Sony GM Objektiven. Das erwähnte Sigma 35mm war das letzte verbliebene im Lineup. Ich tauschte es dann aber auch ein, da Sigma Objektive immer etwas wärmer abbilden als Sony Objektive – und das bei selbem Weißabgleich. Das hat sich bei Hochzeitsreportagen dann immer zum Problem entwickelt, da ich diese Fotos jedes mal extra nachträglich korrigieren musste.

So bin ich nun also beim Sony 35mm 1.4 GM Objektiv gelandet.

Sony 35mm 1.4 GM Test: Das Objektiv im Detail

Bevor wir gleich zur Bildqualität und den inneren Werten kommen, zeige ich dir das Objektiv erst einmal von außen. Schon hier wirst du merken, dass sich das Objektiv von so manchem Günstigeren abhebt.

Das Gehäuse: Funktionen, Haptik und Verarbeitung

Das beste an der Haptik ist, wenn das Objektiv auf meiner Sony A7 III Kamera steckt. Denn diese Kombination fühlt sich in der Hand sehr ausgewogen an. Die Kamera ist insgesamt sehr gut ausbalanciert und zieht überhaupt nicht nach vorne bzw. unten. Das kommt vor allem durch das bereits mehrfach gelobte Gewicht, aber auch geringen Abmessungen zustande. Scheinbar hat das Objektiv einfach einen guten Schwerpunkt.

Sony 35mm 1.4 GM vs Sigma 35mm 1.4 DG DN Art

Das Objektiv fühlt sich auf seine eigene Art hochwertig an. Nicht so »metallisch«-wertig wie z.B. das Sony / Zeiss 55mm 1.8 Objektiv. Auf der Oberfläche findet sich meist eine Art Kunststoff-Ummantelung. Das steigert Griffigkeit und Ergonomie. Es fühlt sich daher nicht so »kühl« an wie die Sony / Zeiss Objektive.

Der gummierte Fokusring dreht sich sehr weich, ohne zu locker zu wirken. Der GM-typische Blendenring läuft wie gewohnt mit einem angenehm gedämpften Klicken über die F-Werte. Mit gutem Widerstand kannst du ihn auch in A-Stellung einrasten lassen, wodurch die Blende an der Kamera bedient wird. Per Click On/Off Schalter lässt sich das Klicken auch ausschalten, was einen stufenlosen Blendenlauf ermöglicht. Das ist vor allem für flüssige Schärfe-Übergänge im Videobereich praktisch.

Neben dem funkelnden G-Emblem befindet sich noch der frei belegbare Knopf. Darunter noch ein Schalter, um schnell zwischen manuellem und automatischem Fokus zu wechseln.

Zwischenfazit: Das Objektiv ist mit allem ausgestattet, was man braucht und auch erwarten darf. Vergiss aber nicht, dass Sigma mittlerweile auch all diese Knöpfe und Schalter verbaut. Daher ist der Vorsprung der GM-Linsen hier nicht mehr ganz so krass, wie noch damals bei der ersten Sigma Generation.

Das Datenblatt und was ich besonders mag

Hier ein Auszug aus dem offiziellen Datenblatt der Sony Produktseite:

AnschlussSony E-Mount
Format35-mm-Vollformat
Brennweite35mm
Äquivalente 35mm Brennweite (APS-C)52,5mm
Linsengruppen und Elemente10-14
Sichtwinkel (35mm)63°
Sichtwinkel (APS-C)44°
Maximale BlendeF1.4
Minimale BlendeF16
Blendenlamellen11
Zirkulare BlendeJa
Mindestfokussierabstand0,27 m (AF), 0,25 m (MF)
Maximale Vergrößerung (X)0,23-fach (AF) 0,26-fach (MF)
Filterdurchmesser67mm
Bildstabilisierung (Steadyshot)Nur über Kameragehäuse
Abmessungen (T x L)76 x 96 mm (3 x 3 7/8 Zoll)
Gewicht524g
LieferumfangStreulichtblende, Vordere Objektivkappe, Hintere Objektivkappe, Softtasche
Quelle: Sony.de

Die meisten Angaben sind selbsterklärend. Dennoch möchte ich kurz noch ein paar meiner Highlights beleuchten.

Welche Möglichkeiten du mit der Brennweite 35mm und dem Blendenwert F1.4 beim täglichen Fotografieren hast, habe ich bereits oben erwähnt. Es ist einfach ein Objektiv für nahezu alle Situationen. Die hohe Offenblende gibt dir in jeder Situation die nötigen Reserven für die Gestaltung mit Unschärfe sowie Lichtstärke. Die 11 Blendenlamellen ergeben auch beim Abblenden noch sehr lange ein kreisrundes Bokeh.

sony 35mm 1.4 gm vs sigma 35mm 1.4 art

Das Bokeh ist zusammen mit der Schärfe auch das eigentliche Highlight dieses Objektivs. Dadurch entsteht der Look von Schärfe auf Rasiermesser-Niveau zusammen mit einem Hintergrund so weich wie Butter. Das zeige ich dir gleich noch im Schärfetest und den Beispielfotos. Beide optischen Eigenschaften werden unter anderem durch die XA-Glaselemente im Objektiv möglich, die eine besonders glatte und reine Oberfläche aufweisen.

Ein weiteres Highlight ist für mich die Geschwindigkeit des Autofokus. Dieser arbeitet durch die zwei XD-Motoren sehr schnell, leise und präzise. Klingt zwar wie Sony’s Marketingsprech – ich bin aber wirklich begeistert davon. Das Objektiv fokussiert wirklich rasend schnell und flüsterleise.

Die Filtergröße von 67mm passt genau zu meinen übrigen Filtern, die ich mir bereits für das Sony 24mm 1.4 GM und Tamron 28-75mm 2.8 angeschafft habe.

Eine Gegenlichtblende und Objektivtasche ist sowohl im Karton des Sony, als auch des Sigma Objektivs enthalten.

Ein vorletzter Punkt, der ein Objektiv in dieser Preisklasse abrundet, ist die wetterfeste Abdichtung. Somit wird der professionelle Einsatz des Objektivs unter allen Konditionen möglich. Dabei spreche ich aus Erfahrung, dass es nach dem Auszug nach der Hochzeitstrauung aus der Kirche gerne mal aus Eimern kübelt.

Und jetzt der Teil, der den Datenblatt-Talk gebührend beendet:

Das Sony Objektiv ist 96mm lang, hat einen Durchmesser von 76mm und wiegt dabei leichte 524g. Das Sigma 35mm 1.4 DG DN Art besitzt zwar denselben Durchmesser, ist aber mit 110mm minimal länger und mit 645g etwas schwerer. Um diese 121g Gewicht etwas mehr zu dramatisieren: Ausgehend vom Sony Objektiv ist das ein Mehrgewicht von 23%. Und das ist wieder beinahe ein Viertel.

Beispielfotos aus dem echten Leben

Ich habe das Objektiv noch nicht sehr lange – möchte aber trotzdem schon einige Bilder zeigen. Diese Galerie wird wohl in Zukunft noch einmal erweitert werden.

Lass einfach mal den Bildlook auf dich wirken, der durch das Zusammenspiel von 35mm Brennweite, enormer Schärfe und butterweichem Bokeh entsteht:

Wie? Du bist immer noch nicht vom Objektiv überzeugt? Gut, du wolltest es nicht anders. Ein paar Punkte habe ich noch.

Bildqualität und Bokeh Test: Sony 35mm 1.4 GM vs Sigma 35mm 1.4 Art

Du hast bereits viel zum Objektiv erfahren und den Bildlook begutachtet. Zeit dafür, die wirklichen Stärken im wahrsten Sinne unter die Lupe zu nehmen. Dafür habe ich das Objektiv mit dem direkten Konkurrenten verglichen. Zeit für den Sony 35mm 1.4 GM vs Sigma 35mm 1.4 DG DN Art Showdown.

sony 35mm 1.4 gm oder sigma 35mm 1.4 art

Was vorab aufgefallen ist: Das Sony Objektiv bildet gefühlt einen Millimeter näher als das Sigma ab. Zudem wirkt das Bild des Sigmas immer eine Nuance wärmer, und das bei selbem Weißabgleich.

Hinweis: Ich bin kein professionelles Testlabor, teste aber immer für mich selbst, wie sich jedes neue Objektiv im Line-Up schlägt (und ob es das wirklich wert war). Im Folgenden siehst du also den Eindruck, den ich genau in diesen Tests erhalten hatte.

Schärfetest Bildmitte

Wie immer gibt es an dieser Stelle meinen Geldschein-Schärfetest (mehr als 20€ waren nach dem Kauf leider nicht mehr übrig). Aufgrund der feinen Linien auf den Scheinen eignet sich dieses Motiv gut, um die Schärfe der Objektive festzustellen. Die gezeigten Bilder sind bereits Anschnitte auf 100% Vergrößerung.

Im Web kann ich leider in den folgenden Slidern nur Fotos in geringer Auflösung zeigen (die teilweise aber auch ausreichen). Weiter unten habe ich noch die Fotos in voller Auflösung zum Download verlinkt.

Anschnitt Vorher: Sony bei Blende 1.4 / Nachher: Sigma bei Blende 1.4

Anschnitt Vorher: Sony bei Blende 2.8 / Nachher: Sigma bei Blende 2.8

Schärfe-Fazit: Hier im Browser sieht man es nur leicht, in voller Auflösung aber umso besser: Das Sony bildet schärfer ab. Sowohl auf Blende 1.4 als auch Blende 2.8.

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An dieser Stelle würde ich nun eigentlich auch die Schärfe am Bildrand vergleichen. Leider liegen mir vom Sigma Objektiv nur komplett unscharfe Fotos vor, die nur durch einen Fehlfokus entstanden sein können.

Hier die Anschnitte der Bildmitte noch einmal als Galerie zum Durchblättern:

Bildlook und Bokeh

Beide Objektive liefern einen tollen Bildlook, das Bokeh wirkt ziemlich weich. Von weitem sehen beide Objektive wieder gleich gut aus. Doch die Unterschiede liegen im Detail. Es kommt auch immer etwas auf die jeweilige Aufnahmesituation und Motiv an, wie sehr sich der weiche Hintergrund unterscheidet.

Vorher: Sony bei Blende 1.4 / Nachher: Sigma bei Blende 1.4

Vorher: Sony bei Blende 2.5 / Nachher: Sigma bei Blende 2.5

Bei diesen beiden Bildern konnte ich jetzt kaum einen Unterschied ausmachen, ohne reinzuzoomen. Am ehesten fällt auf, wie sehr sich die Blickwinkel der Objektive minimal unterscheiden.

In den nächsten Beispielen kann ich z.B. beim Bokeh des unscharfen Gebüschs und Asphalt sehen, dass das GM etwas weicher läuft.

Vorher: Sony bei Blende 1.4 / Nachher: Sigma bei Blende 1.4

Anschnitt Vorher: Sony bei Blende 1.4 / Nachher: Sigma bei Blende 1.4

Achte im folgenden Anschnitt auf die Details an der Schwelle, ab der die Schärfe vom Asphalt nach hinten hin abfällt. Die einzelnen Steinchen des Asphalts erscheinen im Bokeh des Sigma Objektivs etwas störrischer, sie scheinen sich leicht zu drehen. Die Erscheinung des GM Objektivs erinnert mich dagegen wieder an meinen Käsekuchen, der im Ofen sanft dahinschmilzt.

Anschnitt Vorher: Sony bei Blende 1.4 / Nachher: Sigma bei Blende 1.4

Vorher: Sony bei Blende 1.4 / Nachher: Sigma bei Blende 1.4

Anschnitt Vorher: Sony bei Blende 1.4 / Nachher: Sigma bei Blende 1.4

Hier noch als Galerie zum Durchblättern:

Fazit-Bokeh: Auch hier ist das Sony Objektiv mein Favorit, da das Bokeh einfach noch etwas weicher verläuft. Es produziert wirklich eine astreine Qualität an Unschärfe.

Chromatische Aberrationen

Das klingt wie Meckern auf hohem Niveau – denn beide Objektive arbeiten gut gegen chromatische Aberrationen. Das sind die nervigen lila oder grünen Farbsäume an kontrastreichen Linien im Bild.

Ich entdeckte, dass das Sony hierbei aber noch einmal weniger Verfärbungen aufweist. Wie z.B. hier am silbernen Logo der Sony A7 III:

Anschnitt Vorher: Sony bei Blende 1.4 / Nachher: Sigma bei Blende 1.4

Doch halt! In Lightroom wird bei beiden Objektiven unter Profilkorrekturen das hier angezeigt: Integriertes Objektivprofil angewendet. Das bedeutet, dass bei beiden Objektiven bereits in der Kamera zur softwareseitigen Korrektur der chromatischen Aberrationen beigetragen wurde.

Zwar habe ich keine Testfotos mit deaktivierter Bildkorrektur direkt in der Sony geschossen. Doch das würde ich auch nicht im Alltag abschalten – im Gegenteil: ich nehme doch gerne jede Hilfe an, die ich von Haus aus und automatisch bekommen kann. Und hier sieht es so aus – egal ob softwareseitig oder nicht – als ob die Farbsäume beim Sony 35mm 1.4 GM etwas schwächer ausfallen.

Hier kannst du dir alle gezeigten Fotos in voller Auflösung herunterladen und dir selbst ein Bild machen. Viel Spaß beim Pixelpeepen!

Review Fazit: Bestes 35mm Objektiv für die Sony Alpha 7 Reihe?

Am Ende die Frage: Ist das Sony 35mm 1.4 Objektiv nur überteuertes Spielzeug? Oder das beste 35mm Objektiv für die komplette Sony Alpha 7 Reihe?

Erst einmal muss ich zugeben, dass das Objektiv alles andere als günstig ist. Mit ca. 1699€ zielt es in keiner Weise auf blutige Einsteiger ab. Stattdessen möchte Sony hier vor allem Profifotografen abholen. Und ich muss sagen: Ja, das schaffen sie ziemlich gut.

Diese 5 Punkte haben mich vom Objektiv überzeugt:

  1. Das Bokeh ist einfach nur Sahne. Zusammen mit dem nächsten Punkt entsteht ein wirklich hochwertiger Bildlook.
  2. Das Objektiv bildet extrem scharf ab – und das ab Offenblende bis zu den Bildrändern.
  3. Kein anderes 35mm 1.4 Vollformat-Objektiv mit Autofokus ist so klein und leicht. Alpha 7 Kameras wirken sehr ausgeglichen, die Verwendung wäre selbst an APS-C Modellen gut möglich.
  4. Das Objektiv fokussiert blitzschnell und lautlos – dass die zwei Autofokusmotoren arbeiten, merkt man gar nicht.
  5. Das Gehäuse bietet alle nötigen Knöpfe und das Drehen am Blendenring steigert den Spaß am Fotografieren.

Nach meinem Test der Bildqualität und Bokeh bin ich zugegebenermaßen etwas erleichtert, dass sich die 850€ Aufpreis hier bemerkbar machen. Das GM bietet hier noch einen Funken bessere optische Eigenschaften als das Sigma.

Sony 35mm 1.4 GM Review

Wie du vielleicht merkst: Ich möchte das Objektiv nicht mehr hergeben. Einfach ein tolles Stück Glas, das Sony da gebaut hat. Ich denke, der Preis ist gerechtfertigt – und auch Canon und Nikon werden ihre kommenden 35mm 1.4 R und Z Objektive nicht günstiger anbieten. Selbst das ältere Canon EF L 35mm 1.4 kostet aktuell noch stolze 1899€.

Von mir erhält das Objektiv daher eine uneingeschränkte Empfehlung. Diese gilt auch dafür, im Zweifelsfall 6-12 Monate länger darauf zu sparen. Hier gibt es das Objektiv bei deinem Lieblingshändler:

Alternative 35mm 1.4 Empfehlungen für Sony E-Mount

»Thoma, komm mal von deinem Höhenflug wieder herunter! Ich möchte zwar ein gutes 35mm 1.4 Objektiv für meine Sony, aber nicht gleich 1700€ ausgeben?«

Okay, ist ja gut. Ich wollte doch nur »kurz« sagen, dass meiner Ansicht nach das Sony 35mm 1.4 GM der absolute Leistungssieger im Test ist. Der Preis-/Leistungssieger lässt sich dagegen in anderen Objektiven finden. Hier also ein paar Empfehlungen.

Sigma 35mm 1.4 DG DN Art

Mit diesem Objektiv habe ich das Sony in diesem Beitrag verglichen. Und es war ihm immer ziemlich dicht auf den Fersen: Es ist fast so klein, fast so leicht, fast so scharf und rendert ein fast genauso weiches Bokeh. Zwar nur fast, aber im Angesicht dass es nur die Hälfte kostet, ist es ein sehr gutes Gesamtpaket. Falls du schon weitere Sigma Objektive in deinem Kameratasche hast, darf dieses Objektiv also nicht fehlen.

Sigma 35mm 1.4 Art (1. Generation)

Auch das erste 35mm Art von Sigma ist noch heute ein gutes Objektiv. Ich habe es damals schon genauer im Sigma 35mm 1.4 Art Test unter die Lupe genommen. Es ist ein wirklich gutes Allrounder Objektiv. Die Produktion wurde (zumindest für Sony E-Mount) mittlerweile eingestellt. Falls du es noch gebraucht irgendwo erwischst, erhältst du ein ziemlich scharfes Objektiv, dessen Bokeh allerdings noch wesentlich unruhiger als das der neuen Generation läuft. Auch musst du hierbei auf Gehäusemerkmale wie den belegbaren Knopf und Blendenring verzichten.

Sony / Zeiss 35mm 1.4

Die Sony / Zeiss Linsen waren schon immer ein besonderes Schmankerl. Zwar lässt bei diesem Model die Schärfe (bei Offenblende) vor allem in den Bildecken sehr zu Wünschen übrig. Doch liegt die wahre Stärke in einem wundervoll weichem Bokeh (weicher als das der 1. Sigma Generation). Das alleine hatte mir das aber nicht gereicht, und ich habe mich dann doch für das Sigma entschieden (direkten Vergleich gibt es auch im eben verlinkten Sigma 35mm Art Test).

Dazu muss ich sagen, dass das Objektiv 2019 auch ca. 1400€ gekostet hat. Mittlerweile ist der Preis auf unter 999€ gesunken, wodurch es vielleicht wieder interessanter wird. Falls dir die Zeiss Objektive mit dem massiven Metal-Tubus gefallen und du ein tolles Porträt Objektiv mit weichem Bokeh möchtest, kannst du es in Betracht ziehen. Denn bei Porträts werden die Ecken sowieso nicht scharf abgebildet.

Von der abgebildeten Farbtemperatur her reiht sich das Objektiv besser in dein übriges Sony Line-Up ein als ein Sigma Objektiv.

Lerne in 7 Tagen auf Details zu achten und stimmige Porträts zu fotografieren.

Du beherrschst die Grundlagen der Fotografie und kannst deine Kamera bedienen. Wirklich sehenswerte Porträts kommen am Ende aber nicht heraus? Oder es sieht vor Ort beim Fotoshooting immer ganz gut aus - aber zuhause am Rechner entdeckst du wieder Fehler im Bild?

Um richtig gute Porträts zu fotografieren musst du deinen fotografischen Blick ausprägen. Im kostenlosen Portrait Email-Kurs trainieren wir deinen Blick für entscheidende Bilddetails. Ich zeige dir jeden Tag eine Lektion mit 2-3 Kniffen, mit denen du deine Porträts ab dem nächsten Fotoshooting verbesserst. Trage dich jetzt wie über 5800 Personen in den Newsletter ein und du erhalte den Kurs mit weiteren nützlichen Tricks und Angeboten. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

2 Gedanken zu „Sony 35mm 1.4 GM Test: Ist es wirklich 1700€ wert? Vergleich mit Sigma 35mm 1.4 DG DN Art“

  1. Hallo Markus,
    herzlichen Glückwunsch zu Deinem neuen “Edelglas”! Ein toller Bericht, aus dem deine Freude aber auch so richtig rauszulesen ist. Ich kann in meiner Meinung eigentlich nur das wiederholen, was du schon gesagt hast (obwohl ich mit einem anderen System fotografiere):
    Wer so einen Preis für ein Objektiv zahlt, weiß was er tut und warum er das tut. Je höher man in der Qualität steigt, desto dichter sind sich die Kandidaten auf den Fersen. Ein unbeteiligter Betrachter wird erstmal “keinen” Unterschied erkennen, und dann nur beim genauen Hinsehen merkt er, dass “etwas” doch “irgendwie” besser ist.
    Wie du geschrieben hast, ist der Vergleich auf sehr hohem Niveau. Und wer mit der Fotografie nicht sein Geld verdient, dürfte mit der Sigma-Optik ebenfalls mehr als glücklich sein. Aber wie gesagt, wenn man weiß, da geht noch was, dann…..
    Allzeit Gut Licht!

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