Filmen lernen mit deiner Fotokamera: Alle Einstellungen und Grundlagen für cinematische Videos

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Filmen lernen mit deiner Fotokamera: Alle Einstellungen und Grundlagen für cinematische Videos

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Alles Wichtige im Blick

  • Mit den richtigen Video-Grundeinstellungen holst du aus deiner Fotokamera sofort einen cinematischen Look heraus
  • Dein fotografischer Blick für Licht, Komposition und Timing bleibt dein größter Vorteil
  • Filme in 4K mit 25 fps, nutze möglichst 10-Bit Farbtiefe
  • Stell die Verschlusszeit doppelt so schnell ein wie die Bildrate (bei 25 fps also 1/50s)
  • Wähle deine Blende etwas kleiner für mehr Toleranz
  • Nutze ein LOG-Profil mit der richtigen Base-ISO und sichere dir so maximalen Dynamikumfang
  • Regle die Belichtung draußen mit einem variablen ND-Filter

Was wäre, wenn ich dir sage, dass du das Werkzeug für professionelle Videos längst besitzt? Denn ja – moderne Fotokameras wie die Sony Alpha 7, Canon R6, Nikon Z etc. können alle auch filmen. Und hier sind Aufnahmen möglich, die wirklich die großes Kino aussehen.

Vorausgesetzt du weißt über die Grundlagen Bescheid! In diesem Beitrag erfährst du die wichtigsten Einstellungen zum Filmen mit deiner Kamera.

So kannst du deine Geschichte, ein Model Porträt oder auch andere Film-Formate im Bewegtbild umsetzen. Denn wenn du ein Gespür für gute Fotos hast, ist ein cinematisches Video nicht weit entfernt:

Deinen fotografischer Blick kannst du weiter nutzen, um Komposition, Licht und Timing in Einklang zu bringen. Du fängst nicht bei Null an.

Ein gutes Bild bleibt ein gutes Bild. Egal ob es sich bewegt oder nicht.

Und genau jetzt zeige ich dir die 5 wichtigsten Einstellungen, mit denen deine Videos sofort nach Kino aussehen. Nicht nach Hobby. Nicht nach Urlaub. Sondern richtig cinematisch.

Sieh dir alle Tipps auch bildlich in diesem begleitenden Video an:

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Mehr Informationen

1. Die beste Bildqualität einstellen (Auflösung und Bildrate)

Diese ersten Bildeinstellungen betreffen direkt deine Bildqualität.

  • Auflösung: 4K: – für maximale Details und mehr Spielraum in der Nachbearbeitung, selbst wenn du später auf Full HD exportierst.
  • Bildrate: 25 fps: für natürliche Bewegungen, die ruhig und filmisch wirken. 50 oder 100 fps stellst du nur dann ein, wenn du eine saubere Zeitlupe erzeugen möchtest
  • Farbtiefe: Nutze wenn möglich 10 bit (4:2:2) – dadurch hast du mehr Daten für eine schöne Nachbearbeitung.
  • Codec: Bei Sony bietet sich der Kompromiss von XAVC S 4K an

Um flackernde Lichter zu vermeiden musst du in Europa PAL einstellen. NTSC nutzt du nur in Amerika. In NTSC könntest du aber auch hier theoretisch schnellere Bildraten nutzen – dann muss Flackern bei Kunstlicht aber gegebenfalls mit der passenden Verschlusszeit ausgegelichen werden. Mit PAL bist du immer sicher!

2. Die 180-Grad-Regel: Verschlusszeit als Schlüssel für Kino-Look

Video Kamera Einstellungen: Die Verschlusszeit

Die Verschlusszeit ist beim Filmen kein Parameter für die Belichtung. Stattdessen bleibt sie immer auf einem festen Wert und ist verantwortlich für natürliche Bewegung. Im Video ist eine leichte Bewegungsunschärfe gewünscht – siehe das Bild-Beispiel in der Mitte mit 1/50s.

So gehst du vor:

  • 180-Grad-Regel anwenden: Die Verschlusszeit ist immer doppelt so schnell wie deine Bildrate, damit Bewegungen natürlich wirken.
  • Beispiel: Bei 25 fps nutzt du 1/50 Sekunde. Das sorgt für weiche, realistische Bewegungsunschärfe wie im Kino.
  • Zu lange Verschlusszeit führt zu matschigen, verwaschenen Bewegungen ohne klare Konturen.
  • Zu kurze Verschlusszeit erzeugt harte und sehr scharfe Einzelbilder, wodurch die Bewegung über-scharf und zu flüssig wirkt.

3. Die richtige Blende für bewegte Bilder

Den Zusammenhang von Blende und Tiefenschärfe kennst du bereits aus der Fotografie. Und ja: Du kannst natürlich mit offener Blende filmen. Also F1.8 oder F2.0. Das gibt schönes Bokeh und trennt dein Motiv stark vom Hintergrund.

Bei Video kommt aber ein Faktor dazu, der etwas mehr Tiefenschärfe fordert:

Dein Motiv bewegt sich. Du bewegst dich auch.

Video Kamera Einstellungen: Die Blende

Und genau deshalb solltest du etwas defensiver denken:

  • Offene Blende wie F1.8: Für maximale Hintergrundunschärfe, wenn dein Motiv ruhig bleibt und du die Kamera auf dem Stativ nutzt
  • Leicht schließen auf F2.8: Für mehr Schärfentiefe und deutlich mehr Sicherheit bei kleinen Bewegungen.
  • Weiter schließen auf F4: Wenn sich dein Model stärker bewegt oder du aus der Hand filmst.

Mehr Schärfentiefe bedeutet mehr Puffer. Selbst wenn sich die Person im Bild bewegt. Bei Offenblende ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehlflokus höher.

4. LOG-Profil nutzen und Base ISO verstehen

Jetzt tauchen wir ins Profi-Kapitel ein. Keine Sorge – es klingt technischer, als es ist. Wenn du das einmal verstanden hast, öffnet sich dir eine neue Welt in der Videobearbeitung.

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LOG-Profil für maximalen Dynamikumfang und Bildqualität nutzen

Für maximalen Dynamikumfang nutzt du ein LOG-Profil. Je nach Hersteller heißt es anders:

  • Sony: S-Log
  • Canon: C-Log
  • Nikon: N-Log
  • Fujifilm: F-Log

Und jetzt erschrick nicht. Dein Bild sieht plötzlich flach aus. Komplett grau, kontrastarm und farblos. Irgendwie kaputt.

S-Log3 für Video Kamera einstellen

Aber genau das ist der Plan. Auch wenn es theoretisch noch RAW-Video gäbe – aber auch ein Log-Profil kannst du wie ein RAW-Foto sehen:

LOG speichert mehr Details in sehr hellen und sehr dunklen Bereichen. Sony selbst gibt an, dass S-Log einen deutlich höheren Dynamikumfang bietet als Standard-Bildprofile. Das bedeutet für dich: mehr Informationen im Material und deutlich mehr Freiheit in der Farbkorrektur.

Du filmst also nicht für den fertigen Look. Du filmst flach für die maximale Möglichkeit in der Bearbeitung.

Base ISO: Der sauberste Punkt deines Sensors

Jetzt kommt ein Punkt, den ich als Fotograf erst einmal verinnerlichen musste. Aus der Fotografie bist du ja gewohnt: Je höher der ISO-Wert, desto mehr Bildrauschen und je weniger Dynamikumfang. Im Videobereich in Verbindung mit Log ist das anders.

Jede Kamera hat eine Base ISO. Das ist der ISO-Wert, bei dem der Sensor das sauberste Signal liefert. Also das beste Verhältnis aus Dynamikumfang und geringem Rauschen. Dieser ist hier nicht ISO 100!

ISO für Video einstellen

Bei vielen Kameras ist die erste Stufe ISO 800 im Log Profil. Hier rauscht es am wenigsten und der Dynamikumfang ist sehr hoch.

Dazu bieten viele Kameras noch einen zweiten solchen ISO-Wert, den du bei weniger Licht nutzen kannst. Beispielsweise bei der Sony Alpha 7 V der zweite Wert bei satten ISO 8000. Bei der Sony FX3 oder Sony A7S III bei ISO 12.800.

Das klingt hoch, aber lass dich nicht beirren: Hier setzt sich das Rauschen in gewisser Weise wieder zurück. Das ist wirklich wie Magie! Das nennt sich dann Dual Base ISO.

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Wenn du dich schon mal gefragt hast, wie ich meine Bildlooks entwickle – hier ein Beispiel. Das folgende Foto wurde mit meinen ONE Lightroom Presets bearbeitet.

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Video Kamera Einstellungen: Base ISO
ISO 6400 würde mehr rauschen, als Base ISO 8000

Fun-Fact: Canon Cinema Kameras bieten mittlerweile sogar Triple Base ISO mit Werten wie 800 / 3200 / 12.800 und sind damit ziemlich flexibel.

Schau unbedingt auf der Herstellerseite deiner Kamera nach. Dort findest du die exakten Base-ISO-Werte für dein Modell.

LOG richtig belichten: Lieber etwas heller

Hier kommt ein kleiner Praxis-Trick, den viele am Anfang falsch machen. Wenn du mit einem LOG-Profil filmst, solltest du dein Bild leicht überbelichten. In der Praxis bedeutet das meist etwa +1,0 bis +1,7 Blenden.

Der Grund ist simpel: Digitale Sensoren rauschen vor allem in den Schatten. Wenn dein LOG-Material zu dunkel aufgenommen wird, entstehen schnell körnige Bereiche und unsaubere Farben. Filmst du dagegen etwas heller, bekommt der Sensor mehr Bildinformationen. Das Ergebnis sind sauberere Schatten, weniger Rauschen und mehr Details im dunklen Bereich.

Wichtig ist nur, dass du dabei nicht wirklich überbelichtest. Hier hilft dir die Zebra-Anzeige deiner Kamera. Sie markiert Bereiche, die zu hell werden könnten. So kannst du dein Bild bewusst etwas heller aufnehmen, ohne dass wichtige Highlights ausbrennen.

In der Farbkorrektur ziehst du die Belichtung anschließend einfach wieder leicht nach unten. Dadurch wirkt das Bild sofort sauberer und kontrastreicher.

Tipp: Stelle die Zebra-Anzeige bei Sony so ein, dass sie bei Bildbereichen ab 94+ eingeblendet wird.

5. Variabler ND-Filter: Das letzte Belichtungs-Puzzleteil

In der Fotografie stellst du dir meistens die Blende fix ein und regelst die Belichtung dann mit den Parametern der Verschlusszeit und Blende.

Doch wenn du gerade aufgepasst hast, wird das Problem der Belichtung bei Video sichtbar:

  • Deine Verschlusszeit ist fix
  • Deine ISO ist an die Base ISO gebunden (nur 2 Optionen)
  • Die Blende ist für die Gestaltung auch fix

Und plötzlich stehst du draußen in der Mittagssonne. Alles ist gnadenlos hell, wodurch die Belichtung ausbrennt. Wie regelst du jetzt die Helligkeit im Bild, ohne deinen ganzen Look zu zerstören?

Mit einem variablen ND-Filter.

Ein ND-Filter ist im Grunde eine Sonnenbrille für dein Objektiv. Du schraubst ihn vorne drauf und kannst durch Drehen die Stärke anpassen.

Ein variabler ND-Filter ist dabei der Gamechanger: Durch Drehen kannst du die Stärke anpassen. Hier im Video siehst du, wie sich die Durchlässigkeit ändert:

So steuerst du nun deine Belichtung – ganz ohne deine kreativen Einstellungen anzufassen.

Ohne ND-Filter wirst du draußen kämpfen. Du würdest sonst gezwungen sein, die Blende stark zu schließen oder die Verschlusszeit zu verändern. Und schon ist dein cinematischer Look dahin.

Glaub mir: Ein guter variabler ND-Filter ist kein Zubehör. Er ist Pflicht, sobald du ernsthaft filmst.

6. Stabilität: Video verzeiht kein Zittern

Beim Fotografieren kannst du locker mit 1/2000 Sekunde arbeiten. Jede Bewegung wird eingefroren. Beim Filmen sieht das anders aus. Du arbeitest mit 1/50 Sekunde. Und plötzlich wird jede noch so kleine Bewegung sichtbar. Jeder Schritt. Jedes Zittern in deinen Händen.

Deshalb brauchst du Stabilität.

Du kannst natürlich aus der Hand filmen. Das funktioniert. Aber nur, wenn du bewusst arbeitest und deine Kamera und Möglichkeiten in der Nachbearbeitung genau kennst.

Generell solltest du aber zu Hilfsmitteln für ruhige Bewegungen greifen:

  • Steadycam: Ideal für schwebende Bewegungen, wenn du dich laufend durch eine Szene bewegst
  • Gimbal: Perfekt für weiche, technisch stabilisierte Kamerafahrten mit viel Bewegung
  • Stativ mit Fluid-Kopf: Für ruhige Schwenks und saubere Bewegungen auf der Stelle

Jede dieser Lösungen hat ihren Platz. Jede erzeugt einen anderen Look.

Aber vielleicht willst du gar kein großes Setup. Vielleicht willst du flexibel bleiben. Schnell reagieren. Leichter reisen.

Dann gibt es noch eine dritte Variante: Kontrolliertes Handheld-Filmen mit einem durchdachten Griff-System.

Und genau das schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.

7. SmallRig: Mach deine Fotokamera fit für Videos

Ich arbeite seit Jahren mit SmallRig. Das System verwandelt meine Kamera funktional in ein echtes Video-Werkzeug.

Die Basis bildet immer ein Cage. Er ist das Fundament deines Setups. Dieser hat mehrere Funktionen:

  • Mehr Stabilität beim Filmen: Durch angebrachte Griffe kannst du das System grundlegend besser halten und stabilser führen
  • Viele Montagepunkte: So kannst du Monitor, Mikrofon, Akku und weiteres Zubehör an deine Kamera schrauben
  • Schutz für dein Kameragehäuse

Auch wird die Kamera so etwas schwerer. Durch diese Trägheit wirst du sie ruhiger halten können.

Hier die klassischen Bestandteile von einer geriggten Kamera:

Ein Top Handle gibt dir die Möglichkeit, aus tiefen Perspektiven zu filmen. Du kannst die Kamera nah über dem Boden führen. Ein seitlicher Griff sorgt für Stabilität auf Brusthöhe.

Für die Bildkontrolle nutze ich einen externen Monitor von Atomos. Gerade bei LOG-Profilen ist das Gold wert. Denn ein externer Monitor zeigt dir direkt eine LUT Datei über dem flachen Log-Bild. So wird Belichtung, Anschnitt und Autofokus noch einmal besser überprüfbar.

Da Video deutlich mehr Akku verbraucht als die Footgrafie, arbeite ich mit einer zentralen Lösung über eine V-Mount Batterie oder NPF Batterie. So versorge ich Kamera und Monitor gleichzeitig mit Energie. Kein ständiger Akkuwechsel. Kein Stress im Dreh.

Hier findest du die Komponenten, die ich aktuell nutze:

Das ist kein Pflicht-Setup. Aber es ist eine durchdachte Lösung, wenn du deine DSLM ernsthaft für Video einsetzen willst. Deine Kamera wird deutlich professioneller in der Handhabung.

8. Der Ton macht das Video

Schlechtes Bild verzeiht man oftmals noch. Schlechten Ton aber nicht. Zuschauer klicken bei miesem Audio schneller weg als bei leicht unscharfem Bild. Deshalb:

Kümmere dich aktiv um deinen Ton.

Für unterwegs ist ein Wireless Mic Kit die einfachste und effektivste Lösung. Du clipst dir das Mikro einfach ans Shirt oder Jacke. Der Sender funkt zum Empfänger an der Kamera. Fertig. Kein Kabelsalat. Kein Gefummel.

Gerade die aktuellen Systeme von DJI sind hier extrem stark. Zum Beispiel das DJI Mic 2.

Warum?

  • 32-Bit-Float Aufnahme: Du musst dir über zu lautes / übersteuerndes Signal keine Gedanken mehr machen, weil ein riesiger Dynamikumfang aufgezeichnet wird.
  • Interne Sicherheitsaufnahme im Sender: Selbst wenn das Funksignal kurz abbricht, läuft im Mikro automatisch eine Backup-Aufnahme mit.
  • Kompakt und schnell montiert – perfekt für Vlogs, Kundenprojekte oder Run-and-Gun-Drehs.
  • Einfach 2 Sender auf einmal aufnehmen: Perfekt für Interviews oder zwei Tonquellen im Video

Hier geht’s zu den Ansteck-Mikrofonen:

  • DJI Mic 2 Bundle* – Bundle mit allem was du brauchst und Eingängen für Lavalier Mikrofone
  • DJI Mic 3 Bundle* – Kleiner und bessere Audioqualität, aber keinen Eingang für externe Lavalier Mikrofone mehr

Tipp: Ja ich habe gerade zuerst vom DJI Mic 2 geredet, auch wenn es bereits das DJI Mic 3 gibt. Aus dem einfachen Grund, dass die Mic 2 Sender noch einen Klinkeneingang für ein Lavalier-Mikrofon befindet. So hast du einfach mehr Möglichkeiten, um deinen Sound z.B. durch ein hochwertiges Mic zu erweitern. Ein weiterer Punkt ist auch, dass ein kleines Lavalier-Mic ohne Marken-Aufdruck viel weniger auffällt und professioneller wirkt.

Auch cool ist, dass die DJI Mics nahtlos mit allen kleinen Action und Osmo Kameras funktionieren. Ich nutze z.B. oft die Osmo 360 direkt mit dem DJI Mic 2 Ansteckmikrofon.

Shure SM7B in meinem Youtube Setup

Zuhause im Studio sieht es anders aus. Wenn ich YouTube-Videos oder Podcast-Folgen aufnehme, nutze ich ein professionelles Shure SM7B*. Das ist ein dynamisches Studiomikrofon. Es wird weltweit in Podcasts, Radiostudios und sogar in der Musikproduktion eingesetzt.

Warum ist das stark?

  • Sehr klare Sprachaufnahme
  • Wenig Raumhall durch die dynamische Bauweise
  • Satter, voller Klang
  • Gute Unterdrückung von Hintergrundgeräuschen

Wichtig ist hier ein ordentliches Audio-Interface. Da das Shure SM7B relativ leise ist, nutze ich einen FetHead verstärker. Dieser steckt vor dem Mikrofon erhöht das Signal rauschfrei – im Gegenzug brauchst du aber 48V Phantomspeisung.

Du musst relativ nah am Shure SM7B sprechen, wodurch das Mikrofon immer mit im Bild ist. Dafür klingt die Stimme aber auch wie im Radio. Wenn du kein sichtbares Mikrofon haben willst, dann nutzt du ein Richtmikrofon, das du knapp außerhalb vom Bild auf dich richtest.

Hier die Links zur Ausrüstung für Studio-Aufnahmen Zuhause:

  • Shure SM7B* – Legendäres Mikrofon mit genialer Audioqualität, Ausrichtung auf natürliche Frequenzen der Stimme
  • Rode NTG2* – Richtmikrofon ohne Sichtkontakt
  • Focusrite Scarlett* – Audio Interface, um Mikrofone an deinen Rechner anzuschließen

Wann nutzt du was?

  • Studio oder ruhiger Raum, Interview Situationen oder Voice-Over Aufnahmen → großes Studiomikro wie das SM7B
  • Situationen in denen das Mikrofon nicht mit im Bild sein soll → Richtmikrofon an einem Boom-Arm wie das Rode NTG2
  • Outdoor, Interviews unterwegs, bewegte Szenen → Wireless Lavalier-Mikro

Und noch ein Profi-Tipp zum Schluss:

Das beste Mikro bringt nichts, wenn es zu weit weg ist. Geh nah ran. Achte auf hallige Räume. Hör dir deine Location vorher bewusst an.

Guter Ton ist kein Bonus. Er ist die halbe Miete für ein professionelles Video.

9. Video-Nachbearbeitung: Von leblosem Footage zum Kino-Film

Dein LOG-Material ist noch flach. Und hier und da sind noch Wackler in deinen Aufnahmen. Das gehst du in deinem Schnittprogramm an!

Tipp: Ich nutze Davinci Resolve in der bezahlten Studio Version. Für die meisten Anwendungsfälle reicht aber auch die kostenlose Version. Ich bin damals von Adobe Premiere zu Davinci gewechselt und habe seitdem erst wieder richtig Lust auf Videoschnitt und Bearbeitung.

Farbkorrektur und LOG-Konvertierung

Zuerst wandelst du dein LOG-Material zurück in einen natürlichen Farbraum. Dafür nutzt du eine LUT.

Eine LUT ist wie ein Farb-Rezept. Sie sagt deinem Schnittprogramm, wie aus dem flachen S-Log wieder Kontrast, Farbe und Tiefe entstehen.

Was passiert dabei konkret?

  • Kontrast wird wiederhergestellt – damit dein Bild nicht mehr grau wirkt.
  • Farben werden korrekt interpretiert – Hauttöne sehen wieder natürlich aus.
  • Dynamikumfang bleibt erhalten – du behältst Details in Himmel und Schatten.

Du kannst fertige LUTs kaufen. Viele Kamerahersteller stellen aber auch auf der Herstellerseite (Sony) technische Conversion-LUTs bereit. Zum Beispiel für S-Log zu Rec.709. Das ist der Standard-Farbraum für normale Wiedergabe.

Zur Unterscheidung: Während Kreative LUTs nur einen Look auf dein Material bringen und vorher eine Umwandlung von LOG zu Rec.709 erfordern, übernehmen Conversion-LUTs direkt beides auf einmal: Umwandlung und Look.

2 Wege für Video-Stabilisierung: Klassisch oder mit Gyro-Daten

Trotz gutem Griff oder Rig kann ein Clip leicht wackeln. Das ist normal. Dafür gibt es Stabilisierung in der Postproduktion.

Die klassische Methode funktioniert so:

  1. Dein Schnittprogramm analysiert das Bild.
  2. Es erkennt Bewegungen von Frame zu Frame.
  3. Es gleicht diese rechnerisch aus, indem das Bild entsprechend verschoben und etwas verzerrt wird

Programme wie DaVinci Resolve, Premiere Pro oder Final Cut bieten solche Funktionen. Das Ergebnis ist oft gut. Manchmal wird das Bild leicht beschnitten. Das ist der Preis für Stabilität.

Moderne Kameras gehen noch einen Schritt weiter. Viele Modelle speichern zusätzlich Gyroskop-Daten.

Was bedeutet das?

Die Kamera zeichnet während der Aufnahme exakte Bewegungsdaten auf. In der passenden Software können diese Daten genutzt werden, um deutlich präziser zu stabilisieren als mit einer reinen Bildanalyse.

Das Ergebnis: Natürlichere Bewegung, weniger künstliches Verzerren, oft bessere Qualität als reine Software-Stabilisierung.

Auch hier lohnt sich der Vergleich. Schau dir dein Material einmal ohne Stabilisierung an. Dann mit klassischer Analyse. Und dann mit Gyro-Daten, falls verfügbar.

Wenn die klassische Analyse oftmals einen auffälligen »Wobble«-Effekt erzeugt, nutze ich die Gyroskop Stabilisierung. Behalte dafür vor allem mal die Bildecken im Blick.

10. Fazit: Deine Fotokamera kann auch cinematische Videos

Du brauchst erst einmal keine Profi-Video-Kamera, um cinematische Videos zu drehen. Du brauchst Klarheit über die Grundlagen. Und genau die hast du jetzt in der Hand. Deine spiegellose Kamera kann deutlich mehr als nur Fotos.

Wenn du diese Punkte sauber umsetzt, bist du technisch auf Kino-Niveau unterwegs:

  1. 4K-Auflösung für maximale Details und Reserven
  2. 25 fps für natürlichen, filmischen Look (mehr fps für Zeitlupe)
  3. 1/50 Sekunde nach der 180-Grad-Regel für flüssige Bewegungen
  4. LOG-Profil mit richtiger Base ISO für maximalen Dynamikumfang
  5. Leichtes Überbelichten im LOG für saubere Schatten
  6. Variabler ND-Filter für Regelung der Belichtung
  7. Stabile Kameraführung per Rig, Gimbal, Steadycam oder Stativ
  8. Sauberer Ton durch Wireless- oder Studiomikrofon
  9. Color Grading und Stabilisierung in der Postproduktion für den finalen Look

Den Rest bringst du längst mit. Deinen fotografischen Blick. Dein Gefühl für Licht. Dein Gespür für starke Momente. Warte also nicht mehr länger und erzähle ab jetzt Geschichten mit einfachen Videos!

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Über den Autor: Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore-Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

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