6 Vorteile einer APS-C Kamera, die du gegenüber Vollformat nutzen solltest

Am in veröffentlicht.
Kostenloses Ebook: Kreative Available LIght Portraits

Lerne im kostenlosen Portrait Email-Kurs, wie du Schritt für Schritt gelungene Porträts fotografierst. Trage dich jetzt in den Newsletter ein und du erhältst den Kurs mit weiteren nützlichen Tricks und Angeboten.

Du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Deine Daten werden unserem sicheren Newsletter Anbieter GetResponse übermittelt. Die Übertragung ist SSL-verschlüsselt. Mit Klick auf den Button erklärst du dich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.


Viele Fotografen schwören auf ihre Vollformat Kamera – und auch die Hersteller sind aktuell voll auf den spiegellosen Vollformat Trend aufgesprungen. Doch die APS-C Kamera bietet ebenfalls viele nicht zu vernachlässigende Vorteile.

In diesem Beitrag zeige ich dir, wann die Vorteile der APS-C Kamera überwiegen. Und wann ich auch selbst von der Vollformat lieber auf die APS-C Kamera zurückgreife.

Im Folgenden geht es weniger um den Vergleich vom Bildlook, wie schon im APS-C vs Vollformat Beitrag. Stattdessen soll es heute rein um die Vorteile von einem kleineren Sensor gehen.

Nur noch kurz zur Begriffsklärung für Neulinge: Aktuell werden von Fotografen am häufigsten Kameras mit einem Vollformat-, APS-C oder Micro Four Thirds (MFT) Sensor verwendet. Diese Begriffe bezeichnen dabei die Größe der Sensorfläche. Vollformat orientiert sich am klassischen Kleinbildfilm Format (24mm x 36mm), APS-C liegt etwas darunter (nicht standardisiert, bei Fujifilm 15,6mm x 23,6mm). Micro Four Thirds (MFT) bietet eine Sensorabmessung von 13mm x 17,3mm. Wer damit noch nichts anfangen kann, sollte unbedingt den eben verlinkten Beitrag lesen.

1. APS-C Kamera als bester Kompromiss und Allzweckgerät

Erst einmal: Unterm Strich passt bei APS-C Kameras meist alles zusammen. Das habe ich bereits in meiner Kamera Kaufberatung herausgestellt. Sie verbinden quasi das beste aus allen Welten.

In direkter Nachbarschaft der APS-C Sensorgröße liegt darunter der MFT Sensor, darüber Vollformat.

APS-C ist dabei quasi die goldene Mitte.

Je größer der Sensor ist, desto besser in der Regel die Bildqualität. Und desto weniger Tiefenschärfe besitzen die Fotos.

APS-C bietet somit einen guten Zwischenweg zwischen MFT und Vollformat. Aktuelle Modelle besitzen schon fast eine Bildqualität auf Vollformat Niveau (das Rauschverhalten wird ebenfalls immer besser).

Der Bildlook besitzt je nach verwendetem Objektiv (Stichwort Fujifilm 56mm F1.2*) auch eine gute Freistellung durch Hintergrundunschärfe. In Blindtests ist diese je nach Situation kaum von der Vollformat zu unterscheiden.

Trotz all dieser Vorteile gegenüber MFT Sensoren sind die APS-C Kameras ebenfalls noch sehr mobil. Im Vergleich zur Vollformat sogar ein wahres Leichtgewicht. Auf Größe und Gewicht kommen wir gleich noch.

APS-C Kameras bieten einen großartiges Gesamtpaket aus Bildqualität, Hintergrundunschärfe, Größe, Gewicht und Preis.

Abgerundet wird das mit einem relativ günstigen Preis. So sind Einsteiger Kameras meist schon um die 300-400€ mit einem APS-C Sensor zu haben. Die Preisspanne geht hoch bis zum APS-C Profimodell für ca. 1800€.

Gut, man könnte nun sagen: Wieso hole ich mir dann nicht gleich ein Vollformat Modell, wo es brauchbare Geräte ab 1500€ gibt? Darauf werde ich gleich noch kommen. Eins vorneweg: Das aktuelle Fujifilm X-T4 Topmodell lässt viele andere Kameras in Sachen Geschwindigkeit, Verarbeitung, Videofunktionen etc. alt aussehen.

Doch vergessen wir die gute Ausstattung der Kamera, die teilweise durch die Ersparnis durch den günstigeren Sensor hervorgeht. Und kommen zu den sensorspezifischen Vorteilen, die APS-C bieten kann.

2. Mehr Schärfentiefe ohne abzublenden

Der Vorteil von weniger Schärfentiefe, die man mit einer Vollformat Kamera erhält, kann auch zum Nachteil werden.

Dass der Unterschied der Schärfentiefe nur indirekt vom Sensor ausgeht, habe ich ebenfalls schon im APS-C vs Vollformat Beitrag geklärt.

Bei Landschaften möchte ich gerne maximale Tiefenschärfe, um von vorne bis hinten jeden Stein scharf abzubilden. Foto aus meiner Südafrika Reihe. Aufgenommen mit der Fujifilm.

Es gibt bestimmte Situationen, bei denen man etwas mehr Tiefenschärfe im Foto haben möchte. Und man bei Vollformat entweder nicht weiter als F13 abblenden kann, da sonst vermehrt Beugungsunschärfe einsetzt. Oder aber man möchte bei wenig Licht einfach auf Offenblende fotografieren, um nicht den ISO zu provozieren. Aber dennoch etwas mehr als nur ein Auge von Personen scharf abbilden.

Hinweis: Da es bei der Beugungsunschärfe auch auf die Pixeldichte des jeweiligen Sensors ankommt, muss der maximale Blendenwert je nach Kameramodell wieder neu abgewägt werden. Daher kann sich der Vorteil je nach Kamera auch einmal schwächer auswirken oder gar verflüchtigen.

Zu Situationen, in denen ich gerne mehr Tiefenschärfe hätte gehören z.B. diese:

  • Landschaften
  • Produktfotografie (für Freisteller)
  • Makrofotografie
  • Low Light Fotografie

Also bei allen Szenarien, in denen die Vollformat Kamera bis knapp vor die Beugungsunschärfe abgeblendet werden muss, kann eine APS-C Kamera punkten. Das gilt vor allem bei Situationen, in denen man dennoch die vorhandene Lichtmenge nutzen muss.

Ich erinnere mich an Situationen der Produkt- oder Makrofotografie, in denen ich mir mehr als nur eine hauchdünne Schärfeebene gewünscht hätte.

Makrofotografie mit der APS-C Kamera
Durch die äußerst geringe Fokusdistanz schwindet die Tiefenschärfe in der Makrofotografie drastisch. Oftmals würde man gerne mehr erkennen.

Doch auch zum Hochzeitstanz bei wenig Licht habe ich mit der Fujifilm offenblendig genug Tiefenschärfe einfangen können. Während ich mit der Vollformat schon wieder etwas abblenden musste. Dann muss der ISO wieder hoch, wodurch die Bildqualität künstlich verschlechtert wird.

Klar, das verkraftet die moderne Vollformat Kamera im Bildrauschen. Doch bei aktuellen APS-C Kameras gegenüber älteren Vollformat Kameras wird so auch mal ein Pluspunkt im Thema ISO-Rauschen rausspringen.

Beim Hochzeitstanz möchte ich die Blende komplett öffnen, um das restliche Licht zu nutzen und den ISO zu schonen. Gleichzeitig hätte ich aber gerne noch etwas mehr Tiefenschärfe.

Oft blendet man auch bei Porträts im Vollformat etwas ab, um z.B. mit einem 85mm Objektiv beide Augen scharf abzubilden. Dabei kann man nur hoffen, dass der Objektivhersteller mit den Lamellen eine kreisrunde Form hinbekommt – ansonsten wird das Bokeh leiden.

Auf der APS-C hingegen bleibt die Blende bei selber Tiefenschärfe offenblendig kreisrund. Auf zusätzliche Reserven verzichtet man so natürlich.

3. Rückenfreundliche Größe und Gewicht

Damit sind wir beim Thema Überfluss. Und das hat man mit der Vollformat sehr oft. Mehr Reserven, als man eben meistens braucht.

Wie im Beispiel von gerade eben die Tiefenunschärfe / Bokeh. Mit Vollformat hat man eine dünnere Schärfeebene im Bild, als nötig. Mehr Bildschärfe, als man vielleicht braucht. Und auch allgemein so gute Abbildungsqualität, wie man sie ebenfalls oft gar nicht benötigt.

An einem bewölkten Tag braucht man z.B. keinen riesengroßen Dynamikumfang. Bei Porträts möchte man beide Augen scharf haben und blendet an der Vollformat ab. Durch die hohe Bildqualität muss man am Ende auch die Hautunreinheiten retuschieren, die man vorher gar nicht gesehen hätte.

Vorteil APS-C Kamera
Links die Sony mit dem Sigma 35mm 1.4, rechts die Fujifilm mit dem 23mm 1.4 (auf Vollformat gerechnet 35mm F2.2). In beiden Fällen also ein Setup mit 35mm Blickwinkel (bei APS-C natürlich ein kleines Blenden-Defizit im Bokeh). Der Größenunterschied ist enorm und für Reisen greife ich lieber zur Fujifilm. Das Vollformat Setup wiegt knapp 1,4kg – die APS-C Kamera inkl. Objektiv nur 806g.

Klar – wenn es darauf ankommt und die Situation schwieriger wird, hat man mit Vollformat immer noch Reserven. Doch nicht jeder begibt sich in solche Situationen.

Der Nachteil: Auch wenn man die Reserven gerade nicht braucht – man hat sie trotzdem in Form von oft sehr hohem Gewicht und Größe dabei.

Somit habe ich z.B. meine Fujifilm Kamera auf meiner Südafrika Reise vorgezogen.

Denn durch den kleineren Sensor bleibt nicht nur das Kameragehäuse schön leicht und handlich. Auch können Objektive kleiner gebaut werden, da sie keinen großen Vollformat Sensor bespielen müssen.

So hatte ich auf Reisen nicht nur die Fujifilm X-T2 mit dem winzigen Pancake Objektiv dabei. Sondern auch noch das 18-55mm Kit Objektiv. Im Rucksack merkt man davon kaum etwas. Auch kann ich diese Kamera bei Wanderungen einfach an meinem Peak Design Capture Clip befestigen.

Mit einer Vollformatkamera hat man immer mehr Gewicht dabei und alles wird etwas sperriger. Dadurch überlegt man sich vorher vielleicht zweimal, ob man das Geschleppe gerade wirklich haben möchte. Mit meiner Fujifilm APS-C hingegen habe ich hierbei nie lange überlegt, sondern einfach eingepackt.

4. Näher ran mit dem Tele-Bonus – Cropfaktor als Vorteil nutzen

Bei Sportfotografen dürften einige APS-C Kameras Anklang finden. Nicht nur durch die oftmals höhere Serienbild Geschwindigkeit (Fujifilm X-T4 von mechanisch 15, elektronisch bis 30 Bilder pro Sekunde).

Auch der sonst nervige Crop-Faktor entpuppt sich im Telebereich als wahrer Bonus.

Angenommen ich würde mir zu einem bestehenden Sony Objektiv Pool neben der Vollformatkamera noch eine APS-C Kamera wie die Sony A6600* anschaffen. Dadurch könnte ich z.B. eine Brennweite, die sonst nicht mehr als 200mm hergibt plötzlich mit 300mm benutzen. Und dadurch vielleicht bei der nächsten Südafrika Safari bessere Fotos als mit der Vollformat auf 200mm machen.

Im Folgenden Slider siehst du links ein 75mm Objektiv an der Vollformat, rechts das selbe Objektiv auf der APS-C Kamera (112,5mm):

Und auch sonst alle anderen Objektive mit 1,5-facher Brennweite benutzen. So können Objektive durch die Kombination von einer APS-C- und Vollformatkamera theoretisch noch einmal vielseitiger eingesetzt werden. Praktisch auch für Reportagen.

5. Einzigartige Features nutzen

Wie oben angesprochen kauft man zwar gerne rein nach dem Sensor. Am Ende ist um den Sensor aber auch noch ein Kameragehäuse mit vielen Funktionen außenrum.

Auch hier will ich wieder das Beispiel Fujifilm anführen – denn was die Firma um den APS-C Sensor herum baut ist einfach nur super. Neben den fortschrittlichen Funktionen ist die Rede vom Gehäuse im Retro Look mit entsprechender Wahlrad-Bedienung.

Man kauft mit einer Kamera nicht nur den Sensor. Sondern auch das Gehäuse und alle Funktionen außenherum. Hier gibt es definitiv Unterschiede. Hier das Wahlrad von Fujifilm im Retro-Stil.

Wenn man auf so etwas steht, wird man im Vollformat Bereich eben aktuell nicht wirklich fündig (die uralte Nikon DF mal hinten angestellt). Daher sollte man die Kameras am Ende genau gegenüberstellen – und zwar in allen Funktionen und Eigenschaften. Nicht nur der Sensor zählt.

Als Beispiel kann z.B. auch Panasonic mit ihren MFT Sensoren mit grandiosen Videofeatures punkten. Und auch Fujifilm ermöglicht seit der X-T3 Videos mit 10 Bit und 4K mit 60 fps. Hier tasten sich die Vollformat Hersteller aktuell erst sehr langsam heran.

Auch lassen sich kleinere Sensoren wie MFT oder APS-C in der Regel etwas besser im Kameragehäuse stabilisieren (IBIS).

6. Geld sparen und gutes Glas kaufen

Okay – ich habe gerade ständig von den APS-C Top Modellen gesprochen. Diese liegen in Preisbereichen, wo man auch schon eine Vollformat Kamera bekommt.

Doch es muss nicht einmal auf die 2000€ Marke zugehen. Man bekommt gute Modelle nämlich schon weit unter 1000€ – je nachdem, ob man eine Spiegellose oder Spiegelreflex möchte.

Wer hier auf der Suche ist, dem kann ich nur noch einmal meine Kamera Kaufberatung nahe legen.

Doch nicht nur die Kamera kostet weniger. Auch APS-C Glas ist wesentlich günstiger zu haben (trifft nicht immer zu, aber immer öfter).

Allerdings sollte man auch nie vergessen:

Das Objektiv macht eigentlich das Foto.

Die Schärfe, Bokeh, Bildlook – das meiste hängt nicht zuletzt vom Glas ab, das vor dem Sensor hängt.

Durch das Geld, das man beim Kamerabody spart, könnte man anschließend vielleicht lieber zu einem besseren Objektiv greifen.

Der Bildlook mit Schärfe, Bokeh und weiterem kommt hauptsächlich vom Objektiv. Gutes Glas lohnt sich also oft mehr als der neueste Kamerabody.

Meine Empfehlung geht nämlich dahin, dass man sich ein gutes Stück Glas kauft, das die nächsten Kamerakäufe übersteht. In vielen Situationen macht nämlich das Objektiv viel mehr am Bild aus, als die Kamera.

Daher ist die Kombination aus günstiger Kamera und gutem Glas oft für den Anfang die bessere Wahl, als eine teure Kamera mit Schrott Linsen vorne dran. Des weiteren ist Glas oft wertbeständiger als die Kameragehäuse, die von den Hersteller meist alle 2 Jahre überarbeitet werden.

Fazit: Vorteile von APS-C Kameras nutzen

Ich empfehle den meisten Leuten erst einmal eine APS-C Kamera. Einfach, weil es ein sehr guter Kompromiss ist.

Preis-/Leistungsmäßig sind diese oft einfach nicht zu toppen. Man bekommt für sein Geld eine Sensorgröße mit guter Qualität und ausreichend Möglichkeit zu schönem Bokeh.

Dazu bleibt das komplette Kit immer noch sehr leicht und mobil. Daher nehme auch ich als Vollformat Besitzer zum Wandern und Reisen viel lieber das APS-C Modell mit.

Wenn dann auch noch wie im Beispiel Fuji einzigartige Funktionen oder Designaspekte hinzukommen, fällt mir der Verkauf immer schwerer.

Aus diesen Gründen denke ich, dass APS-C Kameras immer noch ihre Daseinsberechtigung haben.

Ja – ich selbst fotografiere Porträts immer noch lieber mit Vollformat. Das liegt daran, dass Vollformat Kameras hier in meinen Augen eine bessere Spezialisierung vorweisen. Eben durch etwas mehr Reserven im Bokeh.

Die APS-C Kameras sehe ich eher als Allrounder – diese können alles erst einmal gut. Und lassen sich durch Glas dennoch etwas weiter spezialisieren. Mit der Zeit passt sich die Ausrüstung dann weiter an, wenn man seinen Stil und Genre gefunden hat.

Wer jetzt sagt: Okay – in diesem Beitrag hast du aber einiges schön geredet. Die andere Seite habe ich bereits beleuchtet. Daher will ich an dieser Stelle meinen „Welche Vorteile Vollformat für meine Fotografie bietet“-Beitrag nicht vorenthalten.

Probier’s aus!

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

10 Gedanken zu „6 Vorteile einer APS-C Kamera, die du gegenüber Vollformat nutzen solltest“

  1. top Beitrag! Ich kann da jeden Punkt unterstreichen. In der beruflichen Foto- und Videographie nutzen wir die Vorteile von APS-C, wenngleich auch Vollformat in der Event- und Peoplefotografie nach wie vor unangefochten auf Platz 1 steht.

    Einen Kritikpunkt habe ich aber dann doch: Oben wird Sony mit Fuji vergleichen. Ja, beide Systeme werden umfangreich von uns (siehe Webseite) eingesetzt. Ich glaube kein Fotograf nutzt so intensiv beide Systeme parallel. Und: Sony ist bei den Kameras auf Niveau von Fuji. Trotz größeren Sensor. Setzt man jetzt äquivalente!!! Objektive ein, dann kann Fujifilm keinen Millimeter mehr gut machen. Oben wird ein unpassendes und unschön adaptiertes altmodisches Sigma ART (für Spiegelkameras) 35 mm f/1.4 mit einem 23 mm f/1.4 Fujifilm verglichen. Was nicht stimmt: a) das Sigma wurde nie für spiegellose Kameras entwickelt, das Fujifilm aber schon b) das 35 mm f/1.4 Vollformat entspricht einem APS-C 23 mm f/1.0, welches es aber gar nicht gibt c) Sony hat erst ein passendes 35 mm f/1.8 heraus gebracht, dass wir sofort gekauft und eingesetzt haben. Dies entspricht einem Fujifilm 23 mm f/1.4. Und siehe an: Fujifilm kann weder bei der Kamera, noch beim Objektiv in den Disziplinen Größe und Gewicht sich irgendwie absetzen. Ähnlich ist es bei den Fujifilm Objektiven mit Blende f/2.0. Sie erzeugen exakt die Fotos, die bei Vollformat die Pancakes machen. Wir setzen dazu Samyang und das Zeiss ein. 24 mm f/2.8 und 35 mm f/2.8. Ja, auch beruflich. Ja, das sind Pancakes und teilweise leichter und kleiner als die APS-C Objektive. Aber ja, 1:1 identische Fotos liefern diese. Ein Fujifilm 16 mm f/1.4 muss mit einem 24 mm f/2.0 Vollformat Objektiv verglichen werden. Wir haben nur das 24 mm f/1.4 Sony. Aber sogar dieses ist weder größer, noch schwerer als das 16 mm f/1.4. Fairerweise müsste man sogar ein Fujifilm 16 mm f/1.0 nehmen. Dieses gibt es gar nicht.

    Nun ist es natürlich nicht so, dass ein jedes APS-C Objektiv keine Vorteile hätte. Unterm Strich ist die APS-C Ausrüstung stets leichter als die Vollformat Ausrüstung. Aber hier werden Birnen mit Äpfel verglichen bei Punkt 3. Die anderen Punkte stimmen jedoch

    Antworten
    • Servus Dominik,

      danke für deinen Kommentar und die Ergänzungen. Hier sind ein paar gute Punkte für die Allgemeinheit mit dabei.

      Das mit den äquivalenten Brennweiten stimmt, daher habe ich das Beispiel gebracht, dass ich die selben Objektive meiner Sony Vollformat an einer Sony APS-C nutze. Dann habe ich einen Telebonus.

      Beim Thema mit dem Sigma Art hast du wohl Recht, ich kann aber immer nur das hernehmen, das ich aktuell an Ausrüstung zur Verfügung habe. Dass es leichte Vollformat Objektive gibt, kann man nicht bestreiten. Das Sony 55mm 1.8 ist hier z.B. auch wirklich sehr mobil. Ansonsten sieht es meinem persönlichen Kit so aus, dass die Sony bei den selben Brennweiten immer etwas schwerer wird.

      Ein besserer Beispiel wäre vielleicht mein Vorhaben gewesen, bei meinem Reisesetup auf Vollformat zu wechseln. Hier hatte ich bisher immer die Fujifilm mit dem 18mm F2.0 Pancake (623g). Meine Alternative wäre nun auf Vollformat das 28mm F2.0 an der Sony gewesen (853g). Ja, man hat wieder mehr Lichtstärke und die Sony hat auch einen größeren Akku. Trotzdem hat mich das leichte Mehrgewicht am Capture Clip am Rucksack gestört.

      Auch als es darum ging, zwischen dem Tamron 28-75 oder dem 18-55mm Fuji Kit (ca. selber Brennweitenbereich) zu wählen, habe ich die Fuji mitgenommen. Das größere 2.8er Fujifilm habe ich eben nicht. Und ein F4.0er Zoom für Vollformat habe ich auch nicht.

      Ich denke, dass man hier sehr viele Einzelfälle abwägen kann. Um den Beitrag nicht zu weit aufzublähen muss man manchmal etwas pauschalisieren. Am Ende sagst du auch, dass die APS-C Ausrüstung unterm Strich leichter ist. Also stimmt Punkt 3 wohl, nur das Beispiel hätte eventuell besser gewählt werden können.

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten
  2. Vorweg: Ich bin Hobbyknipser. Mein Werkzeug: MFT, APS-C, KB. Meine Reisekamera ist die Sony A7RII plus dem Zeiss Loxia 21mm. Mehr brauche ich nicht. Für Landschafts- und Innenaufnahmen ist diese Kombo einfach nur Spitze. Bei den Außenaufnahmen Blende 8 und die auf der Schärfentiefeskala Markierung knapp vor Unendlich einstellen. Scharf von 1,80 bis geht nicht mehr. Und nun an einem sehr guten Monitor reincropen. Da sieht man plötzlich Dinge, die man vorher gar nicht wahrgenommen hat. Das macht so richtig Laune. Mit APS-C ist das mir leider vergangen.

    Antworten
  3. Ich habe Jahre lang mit einer APS-C Kamera von Canon fotografiert und habe immer noch eine die ich auch gerne nutzt. Ich habe mir zusätzlich eine Vollformat gekauft, da es für die APS-C Kamera kein Superweitwinkel mit hoher Auflösung gibt. Der APS-C Sensor kann viel mehr als die EF-S Objektive. Ein entsprechendes Objektiv aus der L-Serie ist so teuer, das ich gleich auf Vollformat umgestiegen bin. APS-C von Canon ist für Landschaftsfotografie nur begrenzt geeignet…

    Antworten
  4. Ich finde das die Argumente sehr an den Haaren herbeigezogen sind. Allein in Sachen Video die specs zu vergleichen ohne die sensorgröße zu beachten ist nicht fair. Z.b. die z6 ist der xt4 (außer slomo) klar überlegen. Im Video ist crop ganz klar ein Feind( dadurch ist z.b. die canon R für Video so gut wie unbrauchbar. Was die schärfentiefe angeht kommt es halt auf den Einsatzzweck an…..
    Vom gewicht/Größe her bin ich mit meinen 1.90m und entsprechend großen Händen froh wenn eine Kamera endlich mal etwas größer ist. Mit Fuji oder lumix kann ich nichts anfangen aber das ist auch nur subjektiv.
    An sich ein guter Artikel wobei die Argumente mehr schlecht als recht sind.

    Antworten
    • Servus Daniel,

      danke für dein Feedback. In meinen Beiträgen gebe ich immer Anregungen. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, wie er damit umgeht. Nur weil die Punkte für dich nicht relevant sind, muss das nicht für die Allgemeinheit gelten. Nicht jeder ist 1,90m groß, der eine braucht etwas mobiles, der andere mehr Bokeh, der nächste will ein Retro Gehäuse. Wie du sagst kommt es eben auch immer auf den Einsatzzweck an. Wenn ich etwas zwingend in 4k60 filmen muss, bietet es mir die XT4 an – und die Nikon eben nicht. Die Zusammenfassung von deinem Kommentar und dass meine Gedankenanstöße „schlecht“ sein sollen bringst du selbst – es ist subjektiv.

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten
    • Ich finde dein Vergleich ist sehr an den Haaren herbeigezogen. Wieso soll ein APS-C Sensor für Film schlecht sein….

      Für Kinofilme wird meist das Super-35 Format eingesetzt, das ist zwischen APS-C und Vollformat. Jedoch deutlich näher an APS-C…. und grad für Video ist wenig Schärfentiefe noch „tödlicher“ als im Fotografie-Bereich. Bei Video wird häufig eher noch mehr abgeblendet.

      Antworten
  5. Man sieht, wie schnell die Begriffe durcheinander geraten: ich klärte oben über Tiefenschärfe vs Schärfentiefe auf und benutzte es im folgenden Satz gleich selber falsch. Tut mir leid!

    Antworten
    • Servus Martin,

      ist ja kein Problem. Am wichtigsten ist es, dass man weiß, was gemeint wird. Das ist es wahrscheinlich in beiden Fällen, auch wenn man sich wohl Schärfentiefe als geläufigeren Begriff aneignen sollte.

      Bei dem Thema mit der Beugungsunschärfe kommt es dann am Ende wohl wieder auf den Einzelfall an und welche Kameras konkret miteinander verglichen werden. Den Hinweis ergänze ich noch, nachdem ich das nochmals genauer recherchiert habe.

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten
  6. Sehr interessanter Artikel, der die Unterschiede gut auf den Punkt bringt.
    Ich habe zwei Anmerkungen zu Punkt 2:
    1. Tiefenschärfe gibt es nicht. Was hier beschrieben wird, ist Schärfentiefe.
    2. Der Vorteil der höheren Tiefenschärfe bei gleicher Blende in Verbindung mit der Begrenztheit der Abblendmöglichkeit ist nur gegeben, wenn die zu vergleichenden Kleinbild- und APS-C-Kameras dieselbe Pixeldichte haben, was oftmals nicht der Fall ist. Gerne werden die Sony A7III und die Fuji X-T3 verglichen. Die Fuji hat absolut mehr Megapixel bei kleinerem Sensor, also eine deutlich höhere Pixeldichte. Dies hat zur Folge, dass die Beugungsunschärfe eher eintritt als bei der Sony und somit der Vorteil entfällt. Dass Fuji softwareseitig Beugungsunschärfe automatisch korrigiert, ist gut, ändert aber nichts an den physikalischen Tatsachen. Eine optische Korrektur ist im Zweifel immer besser.
    Zusatzinfo: ich fotografiere mit der X-T3 und habe mich eindeutig gegen Sony entschieden.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

shares