Analoge Fotografie: 4 Gründe warum sie nicht tot ist

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Analoge Fotografie ist tot ? Öfter fragen mich Leute, wieso man eigentlich noch analog fotografiert. Die neue Welt ist doch digital und digital ist viel besser. Von der Flexibilität her ist das auf jeden Fall ein großer Pluspunkt. Aber wieso fotografieren viele Leute dennoch mit alten, analogen Kameras ?

Zunächst kurz zu meiner analogen Ausrüstung: Vor zwei Jahren habe ich mir die Canon AE-1 gebraucht auf ebay zugelegt. Ich habe schnell bemerkt, dass mir ihre Programme nicht genug bieten für eine einfache Handhabung: Sie kann Manuell oder mit Zeitvorwahl (Tv-Modus) betrieben werden. Deßhalb bin ich auf die Canon A1 umgestiegen, da diese des Weiteren auch eine Blendenvorwahl bietet (und eine Vollautomatik, auch wenn diese wohl eher selten benutzt wird). Außerdem bietet die A1 eine vorgesehene Funktion, Doppel- bzw. Mehrfachbelichtungen zu erstellen. Dazu später mehr.

Nachdem ich die A1 erhalten habe, fiel auf, dass sie den verbreiteten „Keuchhusten“ aufwies. Dieses Phänomen tritt auf, wenn über die Jahre die Spiegelbremsen verharzen. Für dieses Problem gibt es im Internet einige Anleitungen. Ich habe also selbst Hand angelegt und die Kamera auseinander gebaut und die bremse geölt. Anschließend habe ich die Lichtdichtungen ersetzt, die über die Jahre auch spröde geworden sind. Der Spiegeldämpfer (der Schaumstoff, auf den der Spiegel beim Auslösen schlägt) bröckelte schon und wurde ebenfalls ersetzt – Fertig. Die Kamera von 1978 funktionierte wieder wie geschmiert. Der Auslöser schnurrte wieder und die Rückseite hielt wieder unerwünschtes Licht vom Film ab.

Warum ist die analoge Fotografie nicht tot ?

1. Kamera als Hobby

Bei einer Kamera, die man für um die 50€ ersteigern kann, hat man weniger Hemmungen selbst etwas zu reparieren als bei den neuen Modellen für mehrere Hundert Euro. Beziehungsweise bei den damaligen Modellen ist es für den Laien mit Hilfe von Anleitungen im Internet überhaupt noch möglich, selbst kleinere Defizite auszugleichen. Mir persönlich hat das Basteln an der Kamera auf jeden Fall viel Spaß gemacht und ich denke, dass die Kamera so zu etwas Besonderem wird.

2. Der Look

Auch wenn es diverse Möglichkeiten gibt, einen analogen Look Nachzuahmen: Am meisten Flair hat immernoch der analoge Look, der direkt von einem echten Film kommt. Dabei fängt man an verschiedene Filme wert zu schätzen, so z.B. den Ilford HP5* oder den Kodak Portra*. Jeder Film bringt seinen individuellen Farblook mit, der sich in der Regel durch Körnung und Farbe kennzeichnet. Bei richtigen Schwarz Weiß Filmen fällt auch der Kontrast positiv auf.

Ilford HP5 Bildlook - Analoge Fotografie
Aufgenommen mit einem Ilford HP5
Analoge Fotografie - Aufgenommen mit einem Fujifilm Superia
Aufgenommen mit einem Fujifilm Superia

3. Das Gefühl

Immer wenn ich analog fotografiere, habe ich diese Verbindung zum Handwerk. Wenn du den Auslöser hörst weißt du, dass die knapp 40 Jahre alte Technik immernoch funktioniert und dir dein Bild direkt auf film „gebrannt“ hat. Auch das manuelle Weiterziehen des Films spielt hierbei eine Rolle. Eine weitere Funktion, die die Canon A1 bietet ist die Doppelbelichtung: Betätigt man diesen Knopf, so wird der Film beim nächsten Spannen nicht transportiert und kann noch einmal auf der selben Stelle belichtet werden. Man erhält eine Mehrfachbelichtung, und das ohne Photoshop oder digitale Programme, rein analoge Fotografie – direkt wenn man das Bild auspackt sieht es möglicherweise schon perfekt aus. Hier kommen wir auch schon zum letzten Punkt:

4. Die Spannung

Bzw. auch die Vorfreude: Zuerst hat man ein Bild im Kopf, man fotografiert es. Nachschauen ob es etwas geworden ist und dann unter Umständen 150 Bilder zum Korrigieren schießen kann man nicht. Entweder es passt, oder eben nicht. Das erfährt man erst, wenn man die Bilder entwickelt hat.

Analoge Fotografie - Doppelbelichtung
Analoge Doppelbelichtung mit einem Ilford HP5

Ich hoffe ich konnte den Einen oder Anderen ermutigen, sich die analoge Fotografie einmal näher anzusehen. Bei den aktuellen Preisen für eine analoge Kamera (ca. 50€) lohnt es sich auf jeden Fall, die Sache einmal auszuprobieren.

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Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

3 Gedanken zu „Analoge Fotografie: 4 Gründe warum sie nicht tot ist“

  1. Hallo Markus,

    Willkommen in der Bloggerwelt!

    Dein Artikel ist super! Das analoge Fotografieren ist tatsächlich etwas ganz besonderes und nicht einfach nur Oldschool… ;)

    Aber kommt man noch gut an Filme ran? Und wo bekommt man diese her?

    Glg
    Limettchen

    Antworten
    • Hi Limettchen,

      danke für deinen Kommentar!

      Es gibt noch ganz normal im Drogeriemarkt Filme, mit denen man am günstigsten (besonders am Anfang) mal anfangen kann. Wenn man was besonderes will dann bestellt man sich die am besten im Internet (Links sind im Text) oder bei uns in der Nähe gibts auch den Foto Brenner in Weiden, der hat auch Allerlei auf Vorrat.

      Gruß,
      Markus

      Antworten

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