Fotos bei wenig Licht: 12 Regeln für klare Aufnahmen bei Dunkelheit

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Egal ob in dunklen Räumen, Kirchen, zur blauen Stunde oder gar bei Nacht: Wenig Licht zu haben gehört zu den Alpträumen von Fotografen. Sofern man nicht gerade Astrofotograf ist.

Wenn auch du dich schon öfter mit verrauschten, verwackelten oder anderweitig verbockten Fotos bei wenig Licht geärgert hast, bist du hier richtig. In diesem Beitrag will ich dir die besten Tricks zeigen, um auch bei wenig Licht Fotos mit gewohnter Brillanz zu machen.

Fotos bei wenig Licht aufnehmen
In diesem Beitrag erfährst du alles darüber, wie du auch bei wenig Licht noch brillante Fotos machst | Foto: Dominik Garban

Im Folgenden beziehe ich mich wie gewohnt auf mein Tätigkeitsfeld der Portrait- und Reportagefotografie. Aber auch für andere Bereiche können die Techniken übertragen werden.

Einleitung: Fotos bei wenig Licht und die Qual der Wahl – verrauscht, unscharf oder verwackelt?

Zur Einleitung vielleicht einmal das Dilemma beleuchtet: Bei geringer Umgebungshelligkeit kann man nicht so einfach wie in meinem Fotografie Grundlagen Beitrag beschrieben alles optimal einstellen.

Stattdessen kommt zu dem bekannten Kompromiss aus den Parametern Blende, Verschlusszeit und ISO-Wert die Dunkelheit hinzu. Und diese muss irgendwie ausgeglichen werden. Sprich:

Bei schlechtem Licht müssen wir irgendwie mehr Licht auf den Sensor bekommen.

Dies ist über alle drei Parameter möglich und birgt seine Tücken:

  1. Ein helleres Bild durch erhöhten ISO-Wert: Das ist wohl der erste Gedanke bei dunklen Umgebungen. Durch Erhöhung des ISO-Wertes kann man diese oft gut ausgleichen. Aber nur bis zu einem bestimmtem Grad. Dann fängt das Bildmaterial an zu Rauschen. Auch geht der Dynamikumfang bei höheren Werten verloren.
  2. Mehr Licht durch kleine Blendenzahl: Erste Möglichkeit ist es, die Blende zu öffnen. Dadurch schwindet jedoch die Tiefenschärfe. Gut, wenn man sowieso viel Bokeh haben will. Schlecht, wenn man auf etwas Tiefenschärfe angewiesen ist, wie z.B. beim Anfertigen eines Gruppenfotos. Auch tagsüber kann es mit zu großen Blendenöffnungen passieren, dass versehentlich wichtige Bereiche unscharf werden. Bei wenig Licht wird die Sache nicht einfacher.
  3. Belichtung durch längere Verschlusszeit erhöhen: Die letzte Möglichkeit ist es, durch eine längere Belichtungszeit mehr Licht auf den Sensor zu lassen. Das hat den Nachteil, dass man teilweise nicht mehr eine sichere Verschlusszeit verwenden kann, bei der man sowohl Bewegungen des Models, als auch eigene Handbewegungen ausgleichen kann. Man läuft deshalb Gefahr, am Ende verwackelte Fotos zu produzieren. Dummerweise sieht man das oft erst am Rechner.

Nun hat man die Qual der Wahl, auf welche Art und Weise man sein perfektes Bild am Ende gefährden will. Und damit kommen wir nun zu den Tricks, welche Low Light Fotografie Einstellungen du treffen solltest.

1. Erhöhe den ISO Wert

Es hängt natürlich nicht nur vom ISO-Wert ab – vielmehr musst du am Ende je nach Situation sogar bei allen drei Parametern einen Kompromiss eingehen. Nur so kannst du in Extremsituationen weiter fotografieren.

Ich nenne das jetzt nicht „Trick“, sondern eher Vorgehensweise Nummer 1: Erhöhe den ISO Wert. Hierfür musst du wissen, welchen ISO Bereich deine Kamera maximal verkraften kann. Am Ende soll das Foto ja dennoch nach etwas aussehen.

Dennoch sei gesagt: Ein verrauschtes Foto kann eher repariert werden als ein verwackeltes. Und ein verrauschtes Bild fällt nicht so negativ auf, wie ein verwackeltes. Viel mehr kann diese Störung auch oft als Effekt durchgehen. Dazu später mehr.

Zur Veranschaulichung: Vorher – Niedriger ISO, dafür längere Verschlusszeit – Nachher – Höherer ISO, dafür kurze Verschlusszeit

Hier siehst du, dass ein verwackeltes Foto immer noch schlimmer als ein etwas verrauschtes ist.

Wie weit man eine Kamera im High-ISO Berich pushen kann, ist sicherlich auch Geschmackssache. Während ich bei meiner Canon 5D III nicht höher als ISO 1000 gehen wollte, fotografiere ich mit der Sony A7III noch fröhlich bei ISO Werten zwischen 1600 – 3200 weiter.

2. Mach die Blende auf

Hier läuft man Gefahr, dass man zu wenig Tiefenschärfe einfängt. Es kommt also wie immer auf die Situation an. Über das entsprechende Equipment sprechen wir später noch. Jedoch kannst du durch eine Blende F1.4 notfalls einiges an Rauschen einsparen.

Objektiv für Nachtaufnahmen
Vor allem Objektive mit hoher Lichtstärke wie F1.4 bieten sich für Aufnahmen bei Dunkelheit an.

Dafür musst du natürlich umso präziser beim Fokussieren sein, so dass wichtige Bildelemente nicht im Bokeh untergehen. Schon tagsüber ist es schwierig, mit F1.4 z.B. das Auge des Models perfekt einzufangen. Bei einer Reportage im Dunkeln wird es nicht einfacher.

Gib dir also umso mehr Mühe beim Fokussieren.

3. Lass länger Licht in die Kamera

Ja, diese Reihenfolge ist kein Zufall. Denn bevor ich die Verschlusszeit verlängere, bringe ich erst ISO-Wert und Blende ans Limit. Erst dann wenn gar nichts mehr geht, wird die Verschlusszeit verringert.

Hier begebe ich mich am ehesten in Gefahr: Man muss die Kamera wesentlich ruhiger halten, um keine Verwacklungen zu riskieren. Dabei hilft es (so wie man eigentlich immer die Kamera halten sollte), wenn man das Objektiv mit der linken Hand von unten zusätzlich stützt.

Auch kann man die Kamera mit dem Sucher etwas an die Stirn drücken, was auch Verwacklungen reduziert. Über das Display fotografierend (und am besten noch über Kopf gehalten) wackelt man natürlich von Haus aus am meisten.

Bei Reportagen ist es jedoch fast unmöglich die Verschlusszeit zu verlängern, da man in der Regel sich bewegende, lebende Menschen einfängt. Das untere Limit für Menschen ist meiner Meinung nach bei einer Verschlusszeit von 1/160. Ansonsten wird es bei Bewegungen schonmal unscharf.

Vorher-Nachher: Wie angesprochen ist ein verwackeltes Foto schlechter zu retten und sieht allgemein schlechter aus, als ein etwas verrauschtes Foto

Neben diesen Basics der Kameraeinstellungen kommen wir nun zu den interessanten Punkten.

4. Das Licht suchen

Nicht nur tagsüber solltest du deine Lichtquellen kennen – nachts wird das umso wichtiger. Analysiere, wo es vielleicht noch das meiste Licht gibt.

Lass dein Model dann an dieser Position Stellung beziehen. So kannst du dir einiges an Bildrauschen einsparen. Unterscheide dabei auch, welche Lichtquelle gerade die stärkste ist.

Das kann z.B. nachts eine Laterne, Bühnenscheinwerfer oder andere Kunstlichtquellen sein.

Sei dir bei wenig Licht bewusst, wo noch das meiste Licht zu finden ist. Falls es Lichtquellen in der Nähe gibt, positioniere dort dein Model. | Foto: Dominik Garban

5. Auf den richtigen Moment warten

Anders als beim Portrait Fotoshooting kann man bei Reportagefotos nicht bestimmen, wo sich die Menschen aufhalten.

Deshalb heißt es hier: Geduldig warten, bis sich die Personen in oder zumindest in die Nähe des noch vorhandenen Lichts begeben.

Dafür musst du wie immer in der Reportage Fotografie Momente oder in diesem Sinn die Laufbahn der Personen voraussehen. Dann kannst du z.B. abwarten, wenn es offensichtlich ist, dass die Person gleich durch einen Lichtschein laufen wird.

So erhältst du ein qualitativ besseres Bild und auch die Ausleuchtung an sich kann spannender wirken.

6. Kommuniziere mit dem Model bzw. Kunden

Beim Punkt Nummer vier wirst du es wohl schon getan haben: Sprich mit der Person vor deiner Kamera. Und zwar kannst du ihr nicht nur mitteilen, dass sie sich unter dem noch vorhandenem Lichtschein positionieren soll.

Ein Model fotografieren bei Dunkelheit
Auch Portraits können bei Dunkelheit fotografiert werden. Kommunikation ist hier noch wichtiger als am Tag.

Falls du mit deiner Verschlusszeit heruntergegangen bist, kannst du ihr auch mitteilen, die Posen länger still zu halten.

So wird es kein Problem sein, auch mit verlängerter Belichtungszeit oder großer Blendenöffnung scharfe Fotos zu bekommen.

7. Wähle deine Brennweite weise

Je länger die Brennweite, desto kürzer muss die Verschlusszeit sein, um aus der Hand ein verwacklungsfreies Foto zu schießen. Wenn du mit dem 300mm Supertele bei wenig Licht unterwegs bist, wird deshalb der ISO Wert und das Bildrauschen leiden.

Das ist ein übertriebenes Beispiel (und so schlimm ist es gar nicht, wie wir im nächsten Punkt erfahren werden). Dennoch kannst du bei wenig Licht mit einem Objektiv im Weitwinkel- und Normalbrennweitenbereich zumindest aus der Hand einfacher bei vergleichsweise längeren Verschlusszeiten fotografieren. Bei Brennweiten ab 85mm wird es bei wenig Licht schon schwieriger.

Im folgenden Vorher-Nachher siehst du, wie sehr Bewegungsunschärfe bei gleicher Eigenbewegung unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Achtung: Die Brennweite hat natürlich nur Einfluss auf deine eigenen Verwacklungen. Um dein Gegenüber ohne Bewegungsunschärfe einfangen zu können, nützt eine kurze Brennweite nichts – die andere Person bewegt sich dadurch nicht langsamer.

8. Aktiviere eine Bildstabilisierung

Ich schreibe eine Bildstabilisierung, da es zwei gängige Arten gibt: Entweder ist der Stabilisator im Objektiv verbaut, oder aber direkt in der Kamera. Hier erfolgt die Stabilisierung direkt über den Sensor. Das hat den Vorteil, dass auch unstabilisierte Objektive davon profitieren. Natürlich erfolgt die Stabilisierung je nach Art und Objektiv mit unterschiedlicher Effektivität

Fotografieren im Dunkeln mit Bildstabilisator
Mit einem Bildstabilisator kannst du durch Ausgleich der Eigenbewegung länger aus der Hand belichten

Beides hat aber den Vorteil, dass die Eigenbewegung des Fotografen ausgeglichen wird. Da diese wie geschrieben bei langen Telebrennweiten sehr bemerkbar ist, sind diese Objektive meist mit einem entsprechenden Schalter für die Stabilisierung ausgestattet.

Beide Arten der Stabilisierung können bei bestimmten Systemen auch miteinander kombiniert werden.

Und auch hier gilt: Der Stabilisator wirkt nur der Eigenbewegung des Fotografen entgegen. Sie hat keinen Einfluss auf die Bewegung anderer Menschen.

9. Low Light Fotografie Equipment anschaffen: Ein gutes Objektiv und eine passende Kamera für Nachtaufnahmen

Wenn du weißt, dass du regelmäßig mit Low Light zu tun haben wirst, solltest du dies in deine Equipment Kaufentscheidung mit einfließen lassen.

Sony A7III als beste Low Light Kamera für Nachtaufnahmen
Bei der Wahl einer passenden Kamera für Low Light spielt die Sensorgröße eine wichtige Rolle.

Ich z.B. bin regelmäßig als Reportagefotograf in dunklen Räumen und abends unterwegs. Da ich die Situationen meistens ohne Kunstlicht meistern will, habe ich mein Equipment entsprechend ausgelegt:

  • Die Sony A7III* besitzt ein exzellentes Rauschverhalten. Ich vergleiche das Teil oft mit einem Nachtsichtgerät. Dies ist durch den großen Vollformat Sensor möglich, der gleichzeitig eine relativ niedrige (oder für mich normale) Auflösung von 24MP besitzt. So ist sie eine ideale Kamera für Nachtaufnahmen.
  • Ich besitze bis auf ein Kit-Objektiv keine Objektive über Blende 2.8. Das F2.8 Objektiv ist dabei ein Zoom. Meine Festbrennweiten haben alle eine Blende von F1.4. Nicht nur für ein weiches Bokeh war mir das wichtig, sondern eben auch mit dem Wissen, dass ich oft bei Low Light fotografieren werde.

Ich empfehle generell die Objektive der Sigma Art Serie*, die für die meisten Anschlüsse zu haben sind. Sie bieten hohe Lichtstärke und keinerlei Kompromisse bei der Qualität.

10. In die Situationen eingreifen: Benutze einen Blitz und andere künstliche Lichtquellen

Ja, auch ich benutze dann irgendwann einen Aufsteckblitz. Nur so können die Fotos auch auf einer Party noch brillant erscheinen (wie in der Überschrift versprochen). Wie du ihn einsetzt und wie das genau funktioniert erfährst du im Beitrag von Baris auf Lichtrebell.

Einen Tipp will ich direkt mitgeben: Es geht nie darum, dass du die Kamera plötzlich auf ISO 50 stellst und der Blitz alles regelt. Der Blitz unterstützt immer nur das vorhandene Licht. Ansonsten ist die Batterie gleich leer und die vorhandene Lichtstimmung wird tot geblitzt.

Beachte, dass der Blitz nicht immer auf der Kamera sein muss. Du kannst ihn auch bei Events über Funk irgendwo im Raum platzieren und ansteuern. Oder auch mehrere Blitze auslösen und die Nacht zum Tag machen.

Selbes gilt natürlich auch für Dauerlichter, die im Vorfeld an Gewissen stellen platziert werden könnten.

11. Scharf fotografieren im Dunkeln: Benutze ein AF Hilfslicht zum Fokussieren

Ab einem gewissen Punkt der Dunkelheit tut sich der Autofokus schwer. Das merkst du daran, wenn du fokussieren willst, aber das Objektiv nur hin- und herpumpt. Einen Punkt, auf den es scharf stellt, findet es hier nicht (so schnell). Dies liegt daran, dass die Kamera in der Dunkelheit keinen eindeutigen Kontrastpunkt finden kann.

Dann muss eine Art Hilfslicht zum Fokussieren her – und das gibt es auch. Es ist in den meisten Aufsteckblitzen vorne hinter der roten Abdeckung zu finden. Dieses sondert beim halben Durchdrücken des Auslösers ein Infrarotlicht ab. Dieses hilft normalen Spiegelreflex Kameras beim Fokussieren.

Aufsteckblitz für Low Light Fotografie
Verwende im Zweifelsfall einen Aufsteckblitz für die Low Light Fotografie. Dieser hilft durch das AF Hilfslicht auch beim Fokussieren.

Projeziert wird dabei eine Art rotes Gitter auf den Bereich, wo du scharf stellen willst. Dadurch findet die Kamera dann den Punkt zum Fokussieren.

Bei Systemkameras funktioniert das Hilfslicht über einfache LEDs, da sich hier das Fokussystem etwas unterscheidet.

12. Passe deine Nachbearbeitung an

Zuhause angekommen lädst du die Bilder auf den Rechner und beginnst die Lightroom Bildbearbeitung der RAW Dateien. Hier stellst du fest, dass das Bild dennoch etwas verrauscht ist.

Nun hast du zwei Möglichkeiten:

  1. Du benutzt die Rauschreduzierung, um das Rauschen zu unterdrücken.
  2. Du verstärkst das Rauschen und gibst Bildkorn hinzu

Bei leichtem Einsatz ist die Rauschreduzierung völlig in Ordnung. Dennoch gehen wertvolle Details verloren, da die rauschenden Bereiche einfach nur plattgebügelt werden. Zweite Möglichkeit ist es, also zuzugeben, dass das Foto rauscht (ja, es war eben dunkel). Deshalb:

Das Rauschen verstärken? Ja, richtig. Wie schon angedeutet kann etwas Rauschen zu bestimmten Bildlooks und Arten der Fotografie gut passen. Es muss nicht immer alles komplett glatt und lupenrein sein.

Foto: Dominik Garban

Deshalb kannst du in Fällen, wo die Rauschreduzierung nicht gut genug arbeitet überlegen, ob du nicht den Bildlook absichtlich in dieser Richtung festlegst. Dafür kannst du die Schalter unter dem Punkt „Körnung“ bemühen, und so noch etwas Bildkorn in das verrauschte Bild mischen.

Fazit: Fotografieren bei Dunkelheit

Ja, es bleibt im Gegensatz zu Fotos bei Tag immer noch ein leichter Schauer auf dem Rücken. Wie du siehst, kann man aber einiges dagegen tun, um auch bei schwachem Licht brauchbare Fotos zu machen.

Die passenden Low Light Fotografie Einstellungen finden
Mit gutem Know-How und den passenden Kameraeinstellungen lassen sich gute Aufnahmen bei low light erzielen.

Man kann es sich eben nicht immer aussuchen. Als Fotograf bist du dafür verantwortlich, dass auch bei Buchung in einer dunklen Location oder Tageszeit schöne Fotos entstehen.

Natürlich kann man auch probieren, das Shooting zu einem hellen Ort bzw. Tageszeit zu verlegen. Im Notfall helfen aber die Vorgehensweisen aus diesem Beitrag, um auch bei solchen Umständen zu guten Ergebnissen zu kommen.

Danke auch an Dominik Garban, der ein paar Fotos zu diesem Beitrag gestellt hat.

FAQ

Welche Blende bei wenig Licht?

Wenn nur wenig Licht vorhanden ist, muss möglichst viel davon in die Kamera gelangen. Daher muss die Blende wie beschrieben geöffnet werden, was einen kleinen Blendenwert wie z.B. F1.8 bedeutet.

Welches Objektiv für dunkle Räume?

Für dunkle Räume wird ein lichtstarkes Objektiv benötigt. In der Regel bieten Festbrennweiten hier gute Wert wie z.B. Blende F1.8. Je nachdem wie groß der Raum ist, muss dann noch die Brennweite gewählt werden. Nimm für kleine Räume ein Weitwinkel (z.B. 24mm), mittelgroße Räume 50mm und für große Hallen oder Kirchen ruhig ein Teleobjektiv (z.B. 85mm).

Welcher ISO Wert bei Dunkelheit?

Um in der Dunkelheit etwas auf dem Foto erkennen zu können, muss der ISO Wert angehoben werden. Dadurch steigt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Bei einem stark bewölkten Tag empfiehlt sich ISO 400, bei wirklicher Dunkelheit müssen oft auch Werte zwischen ISO 800 und ISO 1600 eingestellt werden. Dabei muss immer darauf geachtet werden, ab welchem Wert das jeweilige Kamera Model verstärkt anfängt zu rauschen.

Welche Blende für scharfe Bilder?

Auf Offenblende (z.B. F1.8) erhält man nie die beste Schärfe. Egal welche Offenblende das Objektiv hat – für mehr Schärfe sollte immer etwas abgeblendet werden. Beim F1.8er Objektiv wäre das z.B. ein Blendenwert von F2.2 bis F2.8.

Was sind Low Light Aufnahmen?

Low Light Aufnahmen sind Fotos, die bei sehr wenig Licht entstanden sind. Hier muss man den besten Kompromiss zwischen Blende, Verschlusszeit und ISO finden, um dennoch maximale Qualität zu erzielen.

Was bedeutet Rauschen bei Kameras?

Durch die Erhöhung des ISO Wertes wird der Sensor lichtempfindlicher. So kann man die Kamera spontan auf weniger Licht anpassen. Durch diese „Verstärkung“ des Signals werden auch viele Störer mit verstärkt. Dadurch bildet sich v.a. in dunklen Bereichen ein störendes Kriseln – sogenanntes Bildrauschen. Dadurch sinkt bei höheren ISO Werten die Bildqualität deutlich.

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

6 Gedanken zu „Fotos bei wenig Licht: 12 Regeln für klare Aufnahmen bei Dunkelheit“

  1. Hallo Markus,

    Dein Beitrag gefällt mir gut. Ich habe als Theaterfotograf immer ähnliche Bedingungen, wobei das Sprechen mit den Beteiligten und das Blitzen als Optionen wegfallen ;-)) .
    Ich arbeite auch immer mit maximaler Iso (zwischen 5000 und 6400), einer Blende zwischen 4 und 5.6 und Verschlußzeiten, je nach Handlung, bis zu max. 1/80. Und natürlich nur mit Stabi. Da ist mir ein 2.8 70-200 mit Stabi wesentlich lieber als ein 1.2 85 ohne. Ich benötige ja auch oft eine gewisse Tiefenschärfe, kann also das Objektiv nicht so weit öffnen.

    Zu alldem kommt, dass Theaterleute schwarz lieben. Du hast also dazu noch oft extreme Kontraste, insbesondere wenn mit Verfolgern gearbeitet wird. Daher arbeite ich immer manuell und bin dauernd dabei die optimale Belichtung zu ermitteln, bedeutet auch z.B. die ISO anpassen wenn es mal etwas heller wird.

    Herzliche Grüße,
    Stephan

    Antworten
    • Hi Stephan,

      danke für’s Teilen deiner Erfahrung. Der Gedankengang mit dem Stabilisator ist gut, da man ja oft denkt, wenn man hohe Lichtstärke hat, braucht man ihn nicht zwingend.

      Gruß,
      Markus

      Antworten
  2. Hi Markus,

    super Beitrag nur es gibt sehr viele verschiedene ansichtsweisen,
    Ich als Hochzeitsfotograf bin fast nur im dunkeln zur Partyfotografie am fotografieren. Bei jeder Hochzeit muss das Licht 100% passen. Weil ich ein Bildrauschen Verfechter bin, habe ich sehr oft probiert und getestet. Das Umgebungslicht spielt eine riesen rolle, so kann die Stimmung auf Fotos wahrgenommen werden. Aus dem Grund achte ich darauf, dass die Verschlusszeit zackig ist, so vermeide ich Verwacklungen und es kommt nicht zu viel Umgebungslicht auf den Sensor. Bis zu 50mm immer 1/100 sek. Dann testete ich aus, wie hoch ich mit der ISO gehen kann. Mit Nikon D750 locker bis max. ISO 1600. Mit der Nikon Z-Serie kann ich weit höher gehen. Nun müssen die Bilder ja ausch scharf sein, aus dem Grund schließe ich die Blenden teilweise bei den 1.4 Objektiven bis zu 4-5 Blenden. Anschließend den Blitz drauf und auch da wird angepasst. Entweder Bouncen oder mit der weißen Karte, wenn ich keine hellen Decken/Wände habe. Das ist meine Einstellung und die Fotos sehen gut aus, klar habe ich wenig Bildrauschen drin, dafür sind sie aber knack scharf und auch bewegende Personen. Bei der Tanz oder Actionfotografie sieht Einstellung ganz anders aus. Viele liebe Grüße, Tony

    Antworten
  3. Hallo Markus, vielen Dank für Deine wertvollen Tipps.

    Auch ich ärgere mich über verwackelte Fotos, wenn das Licht nicht ausreicht. Ich arbeite dann mit dem Live-Mode, um ISO, Blende oder Verschlusszeit anzupassen, bevor ich abdrücke.

    Verwackeln reduzieren durch richtige Atemtechnik

    Ergänzend möchte ich auf die Atemtechnik beim Fotografieren hinweisen: Mehrmals tief Ein- und Ausatmen, flaches Einatmen, Atem anhalten und abdrücken, Ausatmen.

    Antworten
    • Hi Egon,

      mit dem Live View hat man oft etwas mehr Kontrolle – ich fotografiere spiegellos und kann so auch sofort die Belichtung beurteilen.

      Es gibt viele verschiedene Mittel, um die Kamera ruhig zu halten. Richtig atmen kann auch helfen, ruhiger abdrücken zu können. Ich achte vor allem aber auf stabile Positionierungen.

      Gruß,
      Markus

      Antworten

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