Lichtformer Vergleich: Durchlichtschirm vs Softbox vs Wabengitter – Welche Option ist die beste?

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Wenn es auf Kunstlicht mit Blitz- oder Dauerlicht hinausläuft, spielt der Lichtformer schon fast eine wichtigere Rolle als das Lichtgerät selbst. Ohne Lichtformer strahlt das Licht erst einmal unkontrolliert in alle Richtungen. Die Lichtquelle ist somit erst einmal sehr klein und hart. Einfach gesagt musst du vor dem nackten Blitzlicht noch irgendetwas anbringen, was das Licht in Form bringt. Ein Lichtformer muss her. Doch welcher ist hier der richtige? Der Markt ist voll und bietet eine fast schon überbreite Auswahl für alle möglichen Anwendungen.

Lichtformer Vergleich

Heute zeige ich dir meine Softboxen, Schirme und mehr im Vergleich. Vom einfachen Blitzreflektor bis zur riesen Softbox wirst du heute einen Überblick bekommen.

Neben dem Thema der Lichtcharakteristik gibt es allerdings auch noch die Handhabung zu beachten. Denn hier gibt es gravierende Unterschiede. Gerade wer auch mal Outdoor blitzt, sollte auf eine gute Mobilität achten.

Nun wurde genug vorab geschrieben – wir schauen uns jetzt nach und nach einfach ein paar Optionen an, wie man das Licht zu seinen Gunsten verändern kann. Im Test habe ich die Lichtformer jeweils an meinem Godox SL200WII Dauerlicht* verwendet.

Diese Lichtformer habe ich verglichen:

Hinweise:

  • Alle getesteten Lichtformer sind mit dem Bowens-Anschluss kompatibel.
  • Achte bei folgenden Bildern auf die Schatten im Gesicht und auf dem Hintergrund. Die Helligkeit des Hintergrunds und des Raums zeigen dabei, wie gerichtet das Licht ist. Weiteres Indiz sind die Glanzstellen auf der Haut
  • Oft habe ich das Dauerlicht durch einen Kreis in Lightroom aufgehellt. Das dient nur der Sichtbarkeit des Lichtformers und war vor Ort natürlich komplett dunkel.
  • Die unterschiedlichen Lichtformer schlucken unterschiedlich viel Licht, wodurch ich für eine bessere Vergleichbarkeit alles auf das selbe Helligkeitsniveau gesetzt habe.
  • Mir ist bewusst, dass der Blitzreflektor und vor allem Snoot sogut wie nie als Hauptlicht genutzt werden – dennoch wollte ich die Lichtformer zum Vergleich von vorne zeigen
  • Der Test geht von hartem bis zum weichen Licht
  • Es gibt kein richtig und kein falsch – am Ende zählt der eigene Geschmack und das jeweilige Vorhaben

Das nackte Dauerlicht / Blitzkopf

Ich möchte mit dem nackten Dauerlicht beginnen. So sieht das Licht aus, wenn es ungeformt aus dem Blitz bzw. in diesem Fall Dauerlicht austritt. Es strahlt in der Regel unkontrolliert in alle Richtungen und hat durch die geringe Größe eine harte Ausleuchtung.

LED Licht ohne Lichtformer
Blitzkopf ohne Lichtformer
LED Licht ohne Lichtformer
Ohne Lichtformer

Eigenschaften:

  • Strahlt in alle Richtungen und leuchtet dadurch auch sehr viel vom Raum aus
  • Sehr hartes Licht, wodurch harte Schatten sichtbar werden
  • Eignet sich für Experimente mit Gegenlicht oder Schattenspielen
  • Durch die Strahlung in alle Richtungen sind im Gegenlicht Effekte mit Blendenflecken möglich

Falls du mit kompakten Aufsteckblitzen fotografierst, ist die Lichtrichtung oft schon etwas gebündelter als bei LED-Geräten oder Blitzen mit Glocke. Das liegt auch an der Fähigkeit dieser Geräte, das Licht durch den internen Blitz Zoom zu bündeln. Sobald allerdings ein Lichtformer genutzt wird, sollte der Blitz das Licht möglichst breit in die Softbox streuen. So erhält man die gleichmäßigste Ausleuchtung der kompletten Diffusorfläche. Beim Godox V1 Rundkopf Blitz* kannst du auch probieren, die Diffusorhalbkugel für eine Streuung in alle Richtungen aufstecken. So kann die Glasglocke eines richtigen Studioblitzes imitiert werden, die ebenfalls in alle Richtungen streut.

Auch wenn es erst sinnlos erscheint – dennoch habe ich schon für einige Experimente den nackten Blitzkopf verwendet.

Der Blitzreflektor

So gut wie jeder Blitz und jedes Dauerlicht wird mit dem klassischen Reflektor* geliefert. Das ist die kleine „Haube“ mit silbernem Innenleben, die erst einmal standardmäßig aufgesetzt ist. Diesen Effekt kennt du von einer Taschenlampe: Das ungerichtete Licht wird erst einmal in eine Richtung gebündelt. Dadurch erhöht sich an diesem Punkt die Leistung bzw. Helligkeit extrem.

Blitz Reflektor
Blitzreflektor
Blitz Reflektor
Blitzreflektor

Eigenschaften:

  • Sehr starkes, hartes Licht
  • Durch Bündelung wird nicht mehr der komplette Raum ausgeleuchtet
  • Bei meinem Reflektor fällt die Stärke zum Rand hin ab, wodurch je nach Modell mehrere Schatten sichtbar werden (diese Schatten wirken für mich etwas unruhig)
  • Günstig in der Anschaffung (oft gratis enthalten)
  • Leicht und klein für den Transport
  • Nur sehr kleine, aber runde Glanzreflexion im Auge des Models

Blitzreflektor mit Wabenaufsatz / Scheunentor

Für den Blitzreflektor ist zusätzlich noch ein Wabenaufsatz und auch Scheunentore* erhältlich. Durch die Wabe wird das Licht noch gebündelter. Durch das Scheunentor (die Klappen um das Licht) kann das Licht noch gezielter auf einen Bereich gelenkt werden. Vergleiche dafür auch die Helligkeit des Hintergrunds, die hier noch einmal dunkler wird.

Blitz Reflektor mit Wabenaufsatz / Scheunentor
Blitzreflektor mit Wabenaufsatz
Blitz Reflektor mit Wabenaufsatz / Scheunentor
Blitzreflektor mit Wabenaufsatz
Blitz Reflektor mit Wabenaufsatz / Scheunentor
Blitzreflektor mit Wabenaufsatz und Scheunentor
Blitz Reflektor mit Wabenaufsatz / Scheunentor
Blitzreflektor mit Wabenaufsatz und Scheunentor

Der Snoot bzw. Spotvorsatz

Apropos Licht bündeln – durch einen Snoot Aufsatz* wird der Lichtkreis extrem klein und somit sehr gerichtet. So kann man präzise einen Akzent setzen. Besonders beliebt ist dieser Lichtformer, um dem Hintergrund hinter dem Model einen kreisförmigen Lichtakzent zu verpassen.

Snoot Spotvorsatz
Snoot Spotvorsatz
Snoot Spotvorsatz
Snoot Spotvorsatz

Eigenschaften:

  • Sehr hartes Licht
  • Extrem gebündelt auf einen Fleck (Spot)
  • Lichtspot besitzt eine weiche Kante
  • relativ klein und Leicht
  • Möglichkeit eine Wabe einzusetzen um letzte Querschläger zu eliminieren
  • Möglichkeit eine Farbfolie einzusetzen

Erfahrungswert: Die Farbfolien aus dem verlinkten Set haben mein Dauerlicht leider nicht verkraftet. Durch die Hitze hat sich die Folie verzogen und ist daher wohl eher für den Einsatz mit einem Blitz oder schwächerem Dauerlicht geeignet.

Der Projektionsvorsatz

Da sich dieser Spezial-Lichtformer sowieso in meinem Sammelsorium befindet, wollte ich ihn auch vorstellen. Mit ihm kann man verschiedenste Formen durch Schablonen auf die Person und den Hintergrund projizieren (z.B. Kreis, Fenster, Schlitz, etc.). Genauer zeige ich das bereits im Godox SA-17 Projektionsvorsatz Beitrag.

Projektionsvorsatz Fenster Form
Projektionsvorsatz mit Fensterschablone
Projektionsvorsatz Fenster Form
Projektionsvorsatz mit Fensterschablone
Projektionsvorsatz Kreis Form
Projektionsvorsatz
Projektionsvorsatz Kreis Form
Projektionsvorsatz

Eigenschaften:

  • Sehr hartes Licht
  • Viele Formen durch Schablonen zur Auswahl
  • Scharfe oder weiche Kanten durch Fokussierung möglich

Der DurchlichtSchirm

Es gibt verschiedene Arten von Schirmen (neben dem Regenschirm) – die klassische Variante ist der Durchlichtschirm*. Wie der Name schon sagt, wird der Schirm vor der Lichtquelle montiert und vom harten Licht durchleuchtet. Auf der anderen Seite tritt das Licht dann weich wieder aus. Der Schirm ist aus einem lichtdurchlässigen Diffusorstoff gefertigt. Zwar wird das Licht dadurch weich, allerdings streut es immer noch in alle Richtungen (ähnlich wie beim nackten Blitzkopf).

Durchlichtschirm für weiches Licht
Durchlichtschirm
Durchlichtschirm für weiches Licht
Durchlichtschirm

Eigenschaften:

  • Sehr weiches Licht
  • Licht ist ungerichtet und leuchtet den kompletten Raum aus
  • Durch das reflektierte Licht im ganzen Raum werden Schatten noch weicher
  • Der Hintergrund erscheint relativ hell
  • Sehr günstig in der Anschaffung (ab 20€)
  • Leicht und klein für den Transport
  • Ultra-schneller Aufbau
  • Outdoor sehr windanfällig, Stativ am besten mit Sandsäcken beschweren*
  • Für den Betrieb mit Aufsteckblitzen benötigt man noch einen Schirmneiger* und Blitzschuhadapter*

Weitere Arten von Schirmen gibt es in Form von einem Reflexschirm. Dieser ist nicht lichtdurchlässig, sondern reflektiert das Licht erst, bevor es auf das Model trifft. Ich selbst habe keinen solchen Schirm getestet, allerdings erscheint das Licht dadurch gerichteter und leuchtet nicht mehr in alle Richtungen. Allerdings wird durch die vorherige Reflexion etwas mehr Licht-Power benötigt. Beim Thema Streuung kommen wir damit auch zur Softbox.

Hinweis: Falls du spiegelnde Produkte fotografierst, kann die Spiegelung des Schirms durch die dunklen Streben immer noch als solcher erkannt werden. Das kann je nach Motiv zum Störfaktor werden. Oftmals ist die Softbox für spiegelnde Angelegenheiten besser geeignet.

95cm Softbox / Octabox

Diese 95cm Bowens Softbox mit Wabe* war nach meiner ursprünglichen 60cm Firefly Softbox für Kompaktblitze* meine erste größere Octabox mit Bowens-Anschluss. Wieso es genau diese 95cm Softbox geworden ist, verrate ich unten im Fazit. Gegenüber dem Durchlichtschirm wird das Licht mit der Softbox durch die zweite Lage Diffusorstoff im Inneren nicht nur weicher gemacht, sondern auch ähnlich wie beim Reflektor mehr gebündelt. Das Licht erscheint somit gerichteter auf der gewünschten Stelle und leuchtet nicht mehr die komplette Umgebung mit aus. Die Schatten im Gesicht können dennoch härter als beim Durchlichtschirm erscheinen, da weniger Licht von der Umgebung reflektiert wird.

Die Softbox ist innen mit silber reflektierendem Material ausgekleidet, wodurch das Licht früher oder später nur gerichtet nach vorne austreten kann. Die Diffusion erfolgt nicht nur durch den außen sichtbaren Frontdiffusor, sondern auch innen durch eine weiteren Schicht – dem Zwischendiffusor. Alleine mit dem Zwischendiffusor kann man theoretisch schon fotografieren und erhält noch einmal eine andere Licht Charakteristik. Das zeige ich gleich noch bei der Parabol Octabox.

Es gibt die Softboxen nicht nur als „runde“ Octabox, sondern auch als eckige Softbox. In erster Linie ändert sich dadurch die Form der Glanzreflexion im Auge des Models. Bei den eckigen Softboxen erinnert diese dann an ein Fenster. Bei der Octabox wird der Glanzreflex als rund wahrgenommen. Ein Vorteil von eckigen Softboxen ist die flexiblere Größenvariation. Z.B. kann man je nach Einsatzzweck auch zum sehr langen 1,80m Striplight* greifen. Eine runde Octabox mit demselben Durchmesser wäre nicht mehr praktikabel.

95cm Softbox
95cm Octabox
95cm Softbox
95cm Octabox

Eigenschaften:

  • Sehr weiches Licht
  • Gerichtet auf einen bestimmten Punkt
  • Ohne Diffusorstoff auch flexibler und experimentell verwendbar
  • Relativ günstig erhältlich (ab 49€)
  • Meistens zusammenklappbar und dadurch auch noch gut transportierfähig
  • Schneller Auf- und Abbau (zumindest bei Schirm Mechanismus)
  • Wind kann sich Outdoor nicht mehr so gut wie im Schirm fangen (Stativ sollte dennoch beschwert werden)
  • Für den Betrieb mit Aufsteckblitzen wird eine Bowens-Blitzhalterung* benötigt

95cm Softbox / Octabox mit Wabengitter

Wie schon angesprochen lässt sich die Softbox gegenüber dem Durchlichtschirm in vielen Arten verwenden. So kann man z.B. vorne den Hauptdiffusor abnehmen. Auch lässt sich die Softbox noch mit einem Wabengitter (Grid) erweitern. Dieses kann einfach per Klett-System angebracht werden. Dadurch wird das Licht noch gerichteter auf die gewünschte Stelle ausgegeben.

Wie funktioniert das? Auch wenn das Licht schon durch die Form und das silberne Innenleben der Softbox nur nach vorne hin austreten kann – gibt es noch ziemlich viele Licht-Querschläger. Viele Lichtstrahlen treten also nicht geradlinig aus, sondern verlieren sich in alle Richtungen. Das wird durch die Wabe vermieden.

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Den Effekt versteht man, wenn man sich die Softbox mit bloßem Auge anschaut. Ohne die Wabe kann man den leuchtenden Diffusor-Stoff aus einem beliebigen Winkel erkennen. Mit aufgesetzter Wabe kann man das Licht fast nur noch frontal sehen. Seitlich wird der Blick auf den Diffusor durch die tiefen Waben geblockt. Somit kann das Licht wirklich nur noch sehr gerichtet nach vorne hin austreten.

95cm Octabox mit Grid / Wabengitter
95cm Octabox + Wabengitter
95cm Octabox mit Grid / Wabengitter
95cm Octabox + Wabengitter

Eigenschaften:

  • Licht bleibt weich, aber erscheint auf der Haut kontrastreicher
  • Extrem auf einen Punkt gerichtet, wenig Licht gelangt auf dem Hintergrund
  • Wird schnell und einfach per Klettverschluss angebracht
  • Oftmals als Set zusammen mit der Softbox erhältlich
  • Leichter Transport und einfache Anbringung

120cm Parabolschirm Softbox

Die regulären Softboxen bieten zwar eine große Fläche, sind aber relativ flach. Tiefer ist dagegen die parabolförmige Softbox*. In der Theorie sorgt diese Form dafür, dass das Licht von Grund auf etwas gerichteter austritt (wie dieser englische Ratgeber es beschreibt). Dieser Effekt wird aber wohl nur sichtbar, wenn man ohne den Hauptdiffusor fotografiert.

In meinem Vergleich, in dem beide Softboxen durch den Hauptdiffusor leuchteten, wurde kaum ein Unterschied sichtbar. Klar – wird reden hier auch von unterschiedlichen Größen von 95cm auf 120cm – allerdings kann ich auch nur das vergleichen, was ich aktuell zur Verfügung habe. Durch die Größe wird das Licht auf jeden Fall noch einen feinen Hauch weicher. Unterm Strich macht die große Parabol Octabox ein sehr schmeichelhaftes Licht.

120cm Parabol Softbox
120cm Parabol Softbox
120cm Parabol Softbox
120cm Parabol Softbox

Eigenschaften:

  • Sehr weiche und schmeichelhafte Ausleuchtung
  • Gerichtet auf einen bestimmten Punkt
  • Ohne Diffusorstoff auch flexibler und experimentell verwendbar
  • Ab ca. 100€ erhältlich – nach oben hin kaum Grenzen
  • Die Godox Softbox besitzt keinen Schirmmechanismus, sondern wird durch einzelne Einstecken der Stäbe aufgebaut. Ich glaube ein Schirm Mechanismus wird durch die Form schwierig. Ich empfehle die Box daher eher für den Studioeinsatz.
  • Relativ große Tasche sorgt für höheren Transportaufwand
  • Wind kann sich Outdoor nicht mehr so gut wie im Schirm fangen (Stativ sollte dennoch beschwert werden)
  • Besonders große Softboxen wie diese sollten nur in Ausnahmefällen mit kleinen Systemblitzen betrieben werden
  • Größe und Gewicht erschweren auch die Handhabung im Studio

120cm Parabolschirm Softbox mit Wabengitter

Aktuell ist dieses Setup mein liebstes. Wie auch bei der regulären Octabox kann beim Parabolschirm ein Wabengitter eingesetzt werden. Der Effekt ist derselbe: Das sowieso schon gut gerichtete Licht wird noch gerichteter. Formen kommen durch den knackigeren Schatten gut heraus und das Licht ist sehr auf die Person gerichtet.

120cm Parabol Softbox + Wabengitter / Grid
120cm Parabol Softbox + Wabengitter
120cm Parabol Softbox + Wabengitter / Grid
120cm Parabol Softbox + Wabengitter

Das bietet mir einfach noch mehr Spielraum zum experimentieren, weshalb ich die Anschaffung der Wabe immer empfehle. Der einzige Nachteil: die Riesen Softbox schluckt schon sehr viel Licht, mit dem Gitter davor wird es noch mehr. Ich empfehle also beim Dauerlicht mindestens 200 Watt.

120cm Parabolschirm Softbox Ohne Diffusor

Wer einen etwas härteren Look möchte, kann auch den Frontdiffusor entfernen. Auch der Zwischendiffusor kann theoretisch entfernt werden. In diesem Beispiel wurde allerdings nur der Frontdiffusor entfernt. Das sorgt für einen guten Kompromiss der Lichthärte.

120cm Parabol Softbox ohne Frontdiffusor
120cm Parabol Softbox ohne Frontdiffusor
120cm Parabol Softbox ohne Frontdiffusor
120cm Parabol Softbox ohne Frontdiffusor

Etwas störend fällt mir auch hier der doppelte Schatten auf. Wie auch beim Reflektor ist das ein Hinweis darauf, dass die Lichtquelle in der Mitte stärker ist und nach außen hin abfällt. Das sorgt für etwas knackigere Schatten im Gesicht, aber eben auch einen unruhigen Schatten im Hintergrund.

Lichtcharakter im Direktvergleich: Softbox vs Durchlichtschirm vs Reflektor

Klicke für einen direkten Vergleich auf ein Bild und nutze die Pfeiltasten (oder Wischfinger auf dem Handy). So wird die Lichtcharakteristik noch einmal deutlich. Für ein gutes Verständnis solltest du auf folgendes achten:

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Nützliche Blog Beiträge wie dieser leben nur mit etwas Werbung. Mit meinen Lightroom Presets verbesserst du also nicht nur deine Nachbearbeitung, sondern unterstützt gleichzeitig den Blog:

  • die Härte der Schatten (gut am Nasenschatten und im Hintergrund erkennbar)
  • Sichtbarkeit der Schatten im Gesicht
  • Charakteristik und Sichtbarkeit der Schatten (auf dem Hintergrund)
  • Helligkeit des Hintergrunds (wobei es hier durch die nachträgliche Anpassung der unterschiedlichen Lichtstärken leichte Differenzen gibt)
  • Kontur des Schattens auf dem Hintergrund (einfach oder doppelt, hart oder weich)
  • Stärke der Glanzstellen im Gesicht

Fazit Lichtformer Vergleich – Blitzreflektor, schirm, Softbox oder Wabengitter nutzen?

Welcher Lichtformer ist nun der beste? Die Antwort (wie so oft): alle und keiner. Welcher der richtige für dich, deinen Stil und dein Vorhaben ist, musst du selbst herausfinden. Ich denke mit meiner Übersicht habe ich dir die Unterschiede zeigen können, so dass deine Wahl etwas leichter wird.

Wenn du z.B. ein sehr dunkles Setup vor schwarzem Hintergrund umsetzen möchtest, bei dem nur das Model beleuchtet wird, empfiehlt sich eine Softbox mit Grid. So versinkt alles andere in der Dunkelheit. Möchtest du dagegen ein weiße, helle und reine Bilder vor weißem Hintergrund empfiehlt sich ein Durchlichtschirm (oder sogar eine Laterne*), da so der komplette Raum mit aufgehellt wird. Möchtest du ausgefeilte Spiele mit Licht und Schatten, bieten sich Spezialformer wie Snoot und Projektionsvorsatz an.

Softbox vs Durchlichtschirm vs Blitzreflektor vs Snoot

Es gibt tausende Möglichkeiten, weshalb ich an dieser Stelle ein allgemeines Fazit für die Lichtformer-Wahl ziehe:

  1. Je größer die Lichtquelle, desto weicher das Licht. Wenn du eine weiche Ausleuchtung haben möchtest, empfehle ich Softbox oder Durchlichtschirm in mindestens 95cm Durchmesser.
  2. Andersherum: Je kleiner die Lichtquelle, desto knackiger werden die Schatten. Ein hartes Licht erhältst du also durch den Blitzreflektor oder Spotvorsatz. Es gilt den eigenen Geschmack durch die passende Größe zu treffen.
  3. Wähle einen Lichtformer, der Groß genug für den gewünschten Bildbereich ist. Für ein Ganzkörperporträt muss die Softbox unabhängig von der Lichthärte schon einmal größer sein, als für ein Kopfporträt (dieses klappt auch mit einer kleinen 65cm Softbox).
  4. Sowohl Softbox, als auch Durchlichtschirm machen das Licht angenehm weich. Das vermeidet harte Schatten im Gesicht und auf dem Hintergrund.
  5. Softboxen sind gegenüber dem Durchlichtschirm gerichteter und können eine speziellere Lichtcharakteristik erzielen. Für die gezielte Spotausleuchtung des Models ist die Softbox daher besser geeignet. Für natürliche (Mit-)Ausleuchtung der umliegenden Kulisse sind Durchlichtschirme durch die Streuung besser geeignet.
  6. Durch Wabengitter kann die Ausleuchtung noch gerichteter erfolgen. So können schöne Kontraste zwischen dem hellen Model vor dunklem Hintergrund entstehen. Auch die Haut und das Gesicht erhält so stärkere Kontraste.
  7. Schirme sind sehr schnell und einfach auf- und abzubauen. Achte beim Softboxkauf auf einen praktischen Schirm-Mechanismus, falls du die Softbox häufiger mitnehmen willst.
  8. Je nach Lichtformer variiert die Glanzreflexion im Auge des Models. Sie erscheint prägnanter, je größer die Softbox oder Durchlichtschirm ist. Wähle eine eckige Softbox, um die Reflexion eines Fensters nachzuempfinden.
  9. Je größer und tiefer der Lichtformer, desto mehr Power wird benötigt. Große Lichtformer schlucken (v.a. in Verbindung mit dem Wabengitter) mehr Licht als kleine. Daher habe ich gleich ein 200W Dauerlicht gekauft.
  10. Softboxen können mit verschiedenen Kombinationen oder Entfernen der Diffusorschichten für viele Vorhaben angepasst werden.
  11. Neben den Durchlichtschirmen gibt es auch Reflektionsschirme, für die auch eine Diffusorschicht erhätlich ist. Diese können durch die Flexibilität beim Aufbau eine praktische Alternative zur Softbox darstellen. Zudem wird das Licht hier gerichteter ausgegeben.
  12. Wenn du outdoor blitzen möchtest, solltest du auf die Windanfälligkeit achten. Und gegebenenfalls Sandsäcke oder einen Assistenten einplanen.

Okay das waren nun jede Menge Gedanken. Doch was solltest du dir nun anschaffen, wenn du einfach mal ein bisschen mit der kreativen Blitzfotografie starten möchtest?

  1. Wenn du aktuell nur Aufsteckblitze hast, keinen großen Blitz anschaffen möchtest und eigentlich auch gerne unterwegs fotografierst, würde ich einfach eine Firefly 60cm Softbox* empfehlen. Diese hat bereits einen Blitzschuh, so dass die kleinen Blitze direkt eingesteckt werden können. Dazu ist sie leicht faltbar und somit mobil.
  2. Wenn du allerdings tiefer in die Studiofotografie eintauchen möchtest, und vielleicht auch schon einen „großen“ Blitz oder Dauerlicht mit Bowens Anschluss hast, würde ich als Hauptlicht eine einfache 95cm Octabox mit Grid* empfehlen (als Streiflicht reicht der Blitzreflektor). Mit dieser kann man in meinen Augen nichts falsch machen. Diese macht ein schönes weiches Licht, das aber auch noch etwas „Pepp“ in den Schatten belässt. Größere Softboxen wirken für mich dagegen oftmals etwas zu soft und weich. Auch solltest du den Aspekt des einfachen Transports im Hinterkopf behalten. Übergroße Softboxen ohne praktischen Schirm-Mechanismus sind hier einfach sehr mühseelig und sperrig.
  3. Für den Anfang im Studio ist auch ein simpler Durchlichtschirm* eine gute Option. Dieser macht ein sehr angenehm-weiches Licht, mit dem man Fast nichts falsch macht. Mit selbst ist es tatsächlich meistens schon fast etwas zu weich und dadurch etwas „unspektakulär“. Aber generell ist es ein solides Hilfsmittel und lässt sich an windstillen Tagen sehr leicht transportieren.

Egal für welche Option du dich entscheidest: du musst wohl einfach mal irgendwo anfangen. Vielleicht merkst du dann nach einigen Fotoshootings selbst, wohin die Reise gehen muss. So wird man nach und nach den Lichtformer finden, der den persönlichen Stil und Ästhetik am besten wiedergibt.

Model: Anita Ferizi

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

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