Vollformat vs APS-C – endgültiger Vergleich und Herleitung vom Bildlook

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Es ist der ewige Kampf: Vollformat vs APS-C Kameras. Und der Kauf will gut überlegt sein. Bei vielen Leuten gilt (auch dem oft günstigeren Preis geschuldet) die APS-C Kamera als Einsteigerkamera. Doch u.a. bei Fujifilm gibt es auch top Modelle für den Profi.

Es stellt sich nur die Frage: Was passt besser zu dir und deiner Fotografie?

Und genau hier will ich heute bei der Entscheidung helfen. Wer mir schon etwas auf dem Blog folgt weiß, dass ich aktuell sowohl mit Vollformat (Sony), als auch APS-C (Fujifilm) fotografiere. Und die beiden ergänzen sich ziemlich gut. Daher will ich dir heute zeigen, welches System möglicherweise für dich besser geeignet ist.

Achtung: Im Folgenden wird es wirklich nur um den Bildlook in Bezug auf die Tiefenschärfe und den Cropfaktor gehen. Alle anderen Details gibt es im  Beitrag darüber, welche Vorteile Vollformat Kameras für meine Fotografie bieten. Dieser erschien bereits letztes Jahr. Hier habe ich erzählerisch aus dem Alltag zusammen gefasst, wieso ich im Portrait- und Hochzeitsbereich auf Vollformat Kameras setze. Umgedreht gibt es hier alle Vorteile von APS-C Sensoren zu lesen.

Der heutige Beitrag ist sozusagen die Fortsetzung, in dem ich wirklich einen direkten Vergleich zwischen APS-C und Vollformat Fotos zeigen will. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Bildlook, der durch die unterschiedliche Wirkung der Tiefenschärfe zustande kommt.

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Vollformat vs APS-C Kamera: Die Vor- und Nachteile

Ich übernehme zunächst einfach zur Erinnerung noch einmal die wichtigsten Punkte aus dem Beitrag über Vollformat Vorteile – ich empfehle dennoch den kompletten Beitrag zu lesen. Anschließend kommen wir dann zu vielen Vergleichen aus der Praxis.

Vorteile der Vollformat Kamera

  • Nahe am Bildlook von 35mm Film (selbe „Sensorgröße“)
  • Mehr Bildschärfe, Details und Farbtiefe
  • Weniger Tiefenschärfe, weicheres „Bokeh“ für Portraits
  • Weniger ISO Rauschen
  • Höhere Bildqualität / mehr RAW-Reserven zur Bearbeitung
  • Keine Crop Faktor Rechnerei

Da meist die Nachteile von Vollformat Pluspunkte für APS-C sind, komme ich direkt zu den Stärken von APS-C Kameras.

Vorteile der APS-C Kamera

  • Geringere Größe und Gewicht (Kamera als auch Objektive)
  • Teilweise günstigerer Preis (nicht bei Fujifilm)
  • Crop Faktor bei Tele-Aufnahmen nützlich
  • Bei Bedarf mehr Tiefenschärfe (praktisch z.B. für Produkt-, Makro- und Landschaftsfotos

Wie gesagt sind je nach Art deiner Fotografie einzelne Faktoren mehr oder weniger wichtig. Soweit war das die Wiederholung aus meinem alten Beitrag.

Der Tiefenschärfe Testaufbau

APS-C oder Vollformat Testaufbau

Für diesen Test habe ich meinen Spyder Lenscal herausgeholt. Dieses Testchart zeigt eigentlich an, ob ein Objektiv den Schärfepunkt richtig trifft (oder ob eine Kalibrierung notwendig ist). Durch die Skala im 45° Winkel lässt sich aber auch die Unschärfe von Objektiven gut ablesen. Fokussiert wird immer auf die große Fläche mit den schwarz-weißen Quadraten.

In diesem Test ist aber der Schärfeabfall durch den leichten Winkel der Kamera nach vorne und hinten am Lenscal nicht identisch. Achte daher bei den folgenden Tests vor allem immer darauf, wie unscharf die vordere (untere) Zahl 6 ist. Dadurch wird im Vergleich deutlich, welches Foto den stärkeren Schärfeabfall hat. Bzw. welches Foto größere oder geringere Tiefenschärfe besitzt.

Um den Aufbau nicht zu steril wirken zu lassen, habe ich auch noch ein paar natürliche Indikatoren eingesetzt. In meinem Fall sind das Planzen und eine Lichterkette. Auch die Palme im Hintergrund zeigt gut an, wo mehr Unschärfe vorhanden ist. Beleuchtet wurde das ganze durch mein LED Dauerlicht Panel.

Achtung: Trotz aller Präzision kommt es allein durch die unterschiedlichen Hersteller zu Toleranzen bei diesem Test. Nicht nur, dass z.B. Sigma Objektive immer gefühlt einen Millimeter näher als native Sony Linsen abbilden. Auch von Fuji aus können solche Differenzen gegenüber zu Sony auftreten. Auch variieren die verschiedenen Sensoren u.a. in der Abbildung vom Bildlook und Farben. Es handelt sich daher um keinen Bericht aus dem sterilen Testlabor. Allerdings hat es mir selbst einen guten Eindruck vermittelt, was überhaupt mit meinen Kameras möglich ist und wie sich diese im Vergleich schlagen.

Die Theorie zum Bildlook – der Cropfaktor: Selbe Brennweite auf APS-C oder Vollformat

In meinem alten Beitrag meldeten sich Stimmen in den Kommentaren, die meinten das Bokeh / die Tiefenschärfe kommt nicht vom Sensor, sondern vom Objektiv. Das will ich nun genauer ausloten.

Wir bauen dafür einen Vergleich auf – und zwar jeweils mit dem selben Objektiv. Von der selben Position aus machen wir jeweils ein Foto. Einmal mit Vollformat und einmal mit APS-C.

Da ich nicht das selbe Objektiv auf Sony und Fujifilm verwenden kann, bediene ich mich am APS-C Modus der Sony. Hierbei croppt die Kamera auf das APS-C Niveau herunter.

Vollformat vs APS-C Kamera Vergleich
Sigma 35mm 1.4 an der Sony A7III
APS-C vs Vollformat Kamera Vergleich
Sigma 35mm 1.4 an der Sony A7III im APS-C Modus

Es wird sehr schnell deutlich: Wir kommen zwar durch die Beschneidung näher an das Motiv heran. Bei Betrachtung des Hintergrunds sehen wir aber, dass es in der Tat die selbe Unschärfe bzw. Bokeh ist.

Grundsätzlich macht das Objektiv zweimal das selbe Foto – der Crop Sensor zeigt allerdings nur einen engeren Anschnitt vom Bild als die Vollformat Kamera.

Wenn ich nun mit der Vollformat Kamera den selben Anschnitt wie mit der APS-C haben möchte, muss ich mit der selben Brennweite viel weiter an mein Motiv heran.

Durch den stark verringerten Abstand bzw. Fokusdistanz verringert sich die Tiefenschärfe drastisch. Der Bokeh bzw. Hintergrundunschärfe-Effekt erhöht sich enorm. Und das ist der erste Schritt, um den Vollformat Look zu verstehen.

Vorher: Sigma 35mm @ F1.4 im Crop Modus / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 mit ausgeglichenem Abstand

Zoom auf die Bildmitte – Vorher: Sigma 35mm @ F1.4 im Crop Modus / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 mit ausgeglichenem Abstand

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Dieser Vergleich dient nun eher dem Verständnis. Durch die Abstandsveränderung wird das Bokeh beim näher fokussierten Bild etwas weicher. Wir halten also fest:

Der APS-C Crop Faktor muss für den selben Bildanschnitt durch Veränderung des Abstands ausgeglichen werden. Dadurch hat Vollformat die kürzere Fokusdistanz. Die Tiefenschärfe nimmt ab – der Hintergrund wird unschärfer.

Im Alltag läuft es eher auf das raus, das jetzt folgt.

Crop Faktor Ausgleich über verschiedene Brennweiten

In der Theorie generiert also das Objektiv den grundlegenden Bildlook, nur der Sensor croppt in dieses generierte Bild entsprechend rein. In der Praxis will man aber egal mit welcher Kamera einfach nur den gewünschten Bildwinkel abbilden. Also z.B. Weitwinkel, Normalbrennweite oder Teleobjektiv.

Auch auf der Fujifilm bzw. APS-C Kamera denkt man immer in Brennweiten äquivalent zum Vollformat. Der Cropfaktor (x1,5) ist dabei schon mit eingerechnet. Wenn ich also einen Bildanschnitt bzw. Winkel von einem 35mm Objektiv (Vollformat) meine, rede ich bei der Fujifilm eigentlich von einem 23mm Objektiv. Multipliziert man 23mm mit 1,5 – so kommt man wieder auf 34,5mm – also 35mm. Und die Hersteller denken sich solche Brennweiten (23mm) auch nicht zufällig aus – sondern wollen auch wieder auf die gängigen Vollformat Brennweiten herauskommen.

Anders als beim ersten theoretischen Beispiel ist es in der Praxis so, dass die Position im Raum bzw. Fokusdistanz nicht verändert wird. Stattdessen hat man eben auf der APS-C Kamera statt einem 35mm nur ein 23mm Objektiv. Dadurch erhält man am Ende wieder den selben Bildwinkel.

Vergleich in der Praxis: Fujifilm 23mm 1.4 vs Sigma 35mm 1.4 Art

In der Praxis vergleichen wir auch in diesem Beispiel mein Fujifilm 23mm 1.4 an der Fujifilm X-T2 mit dem Sigma 35mm 1.4 Art an der Sony A7III. Klar, die RAW Reserven oder Low Light Performance der Sensoren will ich hier gar nicht gegenüber stellen. Hier ist die Sony überlegen (auch dadurch, da ich eben nicht das neue X-T3 Modell habe – zwei unterschiedliche Generationen zu vergleichen wäre sowieso unfair).

Viel mehr soll es immer noch nur um die Objektive gehen. Um den selben Bildanschnitt zu bekommen (der in der alltäglichen Verwendung der wichtigste Faktor bei der Objektivwahl ist), benötigen wir zwei unterschiedliche Brennweiten.

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Nützliche Blog Beiträge wie dieser leben nur mit etwas Werbung. Mit meinen Lightroom Presets verbesserst du also nicht nur deine Nachbearbeitung, sondern unterstützt gleichzeitig den Blog:

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Zoom auf Bildmitte: Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Spielt es nun aber eine Rolle, dass der Sensor zum einen ein Vollformat, zum anderen ein APS-C Sensor ist? Jetzt kommen wir zurück zur Herleitung von oben – und zwar wird der Bildlook immer noch vom Objektiv generiert. Was würde aber passieren, wenn wir an der Sony jeweils ein Bild mit einem 23mm 1.4 mit einem 35mm 1.4 gegenüberstellen würden?

Vorher: Sony 24mm @ F1.4 an Sony A7III im Crop Modus / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Zoom auf Bildmitte: Vorher: Sony 24mm @ F1.4 an Sony A7III im Crop Modus / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Da es für Vollformat keine 23mm Objektive gibt, bin ich im folgenden Beispiel auf mein Sony 24mm 1.4 GM Objektiv ausgewichen. Beim 24mm habe ich ein Foto mit aktiviertem Crop Modus an der Sony fotografiert. Nun haben wir zweimal mit dem selben Sensor fotografiert. Dadurch wird deutlich: Durch die verminderte Brennweite ist die Bokeh Charakteristik eben auch anders – und erscheint weniger „satt“. Wie in meinem kompletten Brennweiten Vergleich Beitrag beschrieben, lässt eine höhere Brennweite durch die Hintergrundkompression eben auch die „Bokeh“-Bälle größer erscheinen.

Zwischenfazit: Kommt der Vollformat Look vom Sensor oder nur durch die Brennweite vom Objektiv?

Und da haben wir nun den Salat. Obwohl wir den selben Bildwinkel durch diese beiden Objektive haben – der Bildlook ist komplett unterschiedlich. Das kommt davon, dass wir eben auch von Grund auf verschiedene Brennweiten verwenden müssen. Das Vollformat Objektiv ist allerdings durch die höhere Brennweite eben mit einer etwas weicheren Unschärfe belegt. Je höher die Brennweite, desto höher der Unschärferadius.

Will man mit dem selben Objektiv an beiden Systemen den identischen Anschnitt, müsste man wie im ersten Beispiel mit Vollformat näher herangehen. Doch auch so würde der Hintergrund durch die geringere Fokusdistanz wieder unschärfer als bei der APS-C werden.

Das ist nun die ausführliche Variante, hergeleitet über das Objektiv und verschiedene Brennweiten. Da das nun doch immer etwas ausführlicher zu erzählen ist, bleibe ich bei meiner kurzen Aussage aus dem ursprünglichen Vollformat Beitrag:

Vollformat macht einfach etwas weichere Hintergrundunschärfe.

Auch wenn es nur indirekt etwas mit dem Sensor zu tun hat – vielmehr mit dem Objektiv.

APS-C Blende äquivalent zum Vollformat umrechnen

Meistens spricht man durch diese unterschiedliche Ausprägung der Tiefenunschärfe im Foto von verschiedenen Blenden. So wird nicht nur die Brennweite der APS-C Kamera mit dem Crop Faktor multipliziert, sondern auch der Blendenwert. Bei der Fujifilm ist der Faktor 1,5 – daher folgende Herleitung:

  • 23mm x 1,5 = 34,5mm ≈ 35mm VF Äquivalenz
  • F1.4 x 1,5 = F2.1 ≈ F2.2 VF Äquivalenz

Daher blende ich im folgenden Beispiel das Sigma 35mm 1.4 Art auf 2.2 ab und stelle es mit der Hintergrundunschärfe vom Fuji 23mm 1.4 auf Offenblende gegenüber:

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F2.2 an Sony A7III

Zoom auf Bildmitte – Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F2.2 an Sony A7III

Im Vergleich zum Sigma auf Blende 2.0 würde das ganze übrigens so aussehen:

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F2.0 an Sony A7III

Zoom auf Bildmitte – Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F2.0 an Sony A7III

Ich denke aber das Fujifilm Objektiv auf Offenblende gleicht eher dem Sigma auf Blende F2.2. Wie gesagt haben wir auch immer eine leichte Toleranz durch den Millimeter Differenz in der Brennweiten. Auch durch die unterschiedlichen Kamera- und Objektivhersteller also nicht zu genau nehmen.

Und genau davon spreche ich auch allgemein beim Vergleich vom Vollformat vs APS-C: Um die selbe Schärfentiefe zu erhalten, muss ich mein F1.4 Vollformat Objektiv bereits um einige Blendenstufen abblenden. Dadurch erhöht sich die Bildschärfe bereits enorm. Im Gegensatz zum APS-C Objektiv, das auf Offenblende noch nicht die volle Abbildungsleistung liefert. Das ist natürlich auch von Objektiv zu Objektiv unterschiedlich.

Und im Notfall habe ich bei Vollformat noch eine Unschärfe-Reserve und kann die Blende auch wieder bis F1.4 öffnen.

Vergleich in der realen Welt: Sony vs Fujifilm

Genug der Theorie – nun geht es hinaus in die echte Welt. Dafür habe ich jeweils aus der selben Position das Foto jeweils mit dem 23mm an der Fujifilm und dem 35mm an der Sony gemacht. Auf ein Stativ habe ich allerdings verzichtet. Dennoch habe ich mich nicht bewegt und eben probiert, was im realen Leben jeweils mit der einen oder anderen Kamera herauskommen würde.

Alle Fotos folgenden wurden in Lightroom mit meinem THO Lightroom Preset Paket bearbeitet. Mit diesen Presets gelingen solche Moody Bildlooks in wenigen Sekunden. Im Folgenden kannst du auch vergleichen, wie die Looks etwas mit Sony und Fujifilm Farben variieren. Wenn auch dir solche Moody Bildlooks gefallen, möchte ich dir das Preset Paket an dieser Stelle wirklich empfehlen.

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Im oberen Beispiel sieht man, wie z.B. auch stark ablenkende dicke Linien (Baum im Hintergrund) bei der Vollformat Aufnahme weniger störend wirken.

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Achte immer direkt auf den Hintergrund: Siehst du, wie die Unschärfe bei der Sony Vollformat Kamera immer einen Ticken weicher erscheint?

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Vorher: Fujinon 23mm @ F1.4 an der Fujifilm X-T2 / Nachher: Sigma 35mm @ F1.4 an Sony A7III

Fazit: Vollformat oder APS-C Kamera kaufen?

Okay, das war nun wieder eine ganze Menge Slider Gewurstel. Was steht nun am Ende für mich fest?

Erst einmal sehe ich im direkten Vergleich, dass mir der Bildlook von der Vollformat Kamera bzw. der Objektiv Charakteristik immer etwas besser gefällt. Ich mag dieses extra bisschen an weicherem Bokeh.

Das ist vor allem wie auch im Vorteile von Vollformat Kameras Beitrag erwähnt der Grund, wieso ich beruflich lieber damit arbeite. Ich kann leichter unschöne Dinge ausblenden, besser Geschichten erzählen. Auch ist die Bildqualität eben immer ein Fünkchen besser (dafür am besten gleich nochmal in den Vorteile Vollformat Artikel reinschauen).

Für meinen Geschmack und fotografischen Bereich bietet sich eine Vollformat Kamera besser an.

Kommen wir zu einem kleinen Zugeständnis von diesem Beitrag: Es ist natürlich schwierig, zwei Kameras von zwei Herstellern mit zwei unterschiedlichen Sensoren und Objektiven gegenüber zu Stellen. Hier kommt es wie oben erwähnt immer wieder zu kleinen Toleranzen. Ich denke allerdings, dass dieser Vergleich dennoch allgemein gültig ist. Es zeigt mir eindeutig, welche Kamera ich lieber für Portraits hernehme.

Das ist das Stichwort: Für Portrait und Reportage. Andere fotografische Bereiche, wie z.B. Landschafts- und Reisefotografie lassen wieder die Vorteile der APS-C punkten. Die Bilder von oben sind einmal mit einem 1,4KG Setup (Sony + Sigma 35mm Art) und einmal mit einem 820g Setup (Fujifilm + 23mm 1.4) entstanden. Das ist fast die Hälfte vom Gewicht! Neben dem oft teureren Anschaffungswert (wobei Fujifilm auch nicht gerade günstig ist) ist eben auch das Gewicht der Preis, den man dafür jeden Tag zahlen muss.

Am Ende vom Tag macht man mit beiden Kameras sehr schöne Aufnahmen. Dazu gibt es im Alltag ja auch nicht zu jeder APS-C Aufnahme einen direkten Vergleich, wie es mit Vollformat aussehen würde (nur in meinem Kopf stelle ich es mir manchmal vor). Bei einem gelungenen Foto wird am Ende niemand fragen, was das für ein Sensor war.

So will ich das ganze nun mal stehen lassen – meine Wahl ist also für Portraits und Reportage das Vollformat System, für Reise in der Regel das leichtere Fujifilm System.

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

13 Gedanken zu „Vollformat vs APS-C – endgültiger Vergleich und Herleitung vom Bildlook“

  1. Äquivalenz in der Fotografie bedeutet nicht,daß man mit zwei unterschiedlichen Formaten(z.B.APS/KB) bei entsprechenden Einstellungen gleiche Bilder bekommt,lediglich der Bildauschnitt und die Schärfentiefe ist hierfür mathematisch vergleichbar gemacht worden.Man kann zwei völlig unterschiedliche Objektive eben physikalisch nicht gleich machen,die Lichtmenge(lumen) die z.B. durch ein Großformatobjektiv bei Blende=16 hindurchgeht ist größer als bei einer Kompaktkamera bei Blende=2,selbst die physikalische Lichtstärke(Candela) bei APS/KB mit gleicher Blende ist nicht gleich,da wird von vielen etwas falsches erwartet.

    Antworten
  2. Danke für deine ausführliche Beschreibung und Arbeit.
    Das hat mir sehr geholfen. Den direkten vergleich habe ich so noch nicht gesehen.
    Ich such eine immer dabei Kamera. Es wird eine Fuji sein.
    Alles andere bleibt bei VF.

    Beste Grüße Andreas

    Antworten
  3. Hallo Markus,

    Ein sehr gelungener Artikel und die Vergleichsfotos sind super. Eine Variable hast du wohl aber nicht betrachtet: der Cropfaktor ist auch auf die Blende anzuwenden, dh eine 1.4 wirkt auf APS-C wie 2.1 auf Vollformat, sowohl was Lichtausbeute als auch Bokeh angeht. Daher kommen auch die Bild Look Unterschiede zustande. Natürlich verändert sich dann wiederum die Tiefenschärfe. Insofern bleibt die Aussage zu unterschiedlichen Looks weiterhin erhalten.

    Beste Grüße
    Nikolaus

    Antworten
    • Hallo Nikolaus,

      genau diese Gegenüberstellung habe ich unter der Zwischenüberschrift „APS-C Blende äquivalent zum Vollformat umrechnen“ gemacht. Vielleicht hast du diesen Teil überlesen.

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten
    • Schöner Artikel und hervorragende Blogs.
      Die Gegenüberstellung macht den kleinen aber entscheidenden Unterschied deutlich.
      Wenn es aber um ein Maximum an Freistellung mit APS-C geht, kann ich z. B. mein altes Minolta 50mm 1.2 plus Speedbooster (Viltrox) hernehmen und habe damit eine Lichtstärke von 0.85.
      Klar leidet die Scharfzeichnung, aber eine Weichzeichnung (Haarspray) ist ja oft durchaus erwünscht. Das kann auch Vollformat kaum besser und würde man dem fertigen Bild nicht ansehen.

      Antworten
  4. Hi Markus
    Wie immer super geschrieben
    Und die Vergleichsbilder bringen einem viel und man kann deutlich ganz schnell den Unterschied erkennen. Danke für die viele Arbeit,
    Aber da kommt es wirklich auf die Vorlieben an
    Nach wie vor liebe ich meine Fujis.
    Der Vollformatlook ist für mich kein Kaufkriterium. Bei den Fujis ist das Gefühl des Fotografierens einfach ein anderer. Wie damals zu analogen Zeiten. (Aus dieser Zeit komme ich ;))
    Dank nochmal…

    Antworten
  5. Sehr interessant.
    Was mir gerade im direkten vergleich auffällt ist, dass man bei Portraits nicht immer mit Offblende fotografieren muss, obwohl ich das auch gerne macht. Manchmal wirkt die Person irgendwie hineinkopiert. Das hängt natürlich immer vom gewählten Motiv und dem Hintergrund ab.

    Antworten
  6. Das ist ein schöner Artikel, weil er die Auseinandersetzung mit der Materie zeigt. Aber manches sind doch gefühlte Wahrheiten und manches stimmt generalisiert einfach nicht. So ist der Satz für Vollformat „Mehr Bildschärfe,“ einfach falsch, das stimmt für MFT wenn man es in Relation setzt. Kleinbildformat, in der Werbung auch Vollformat genannt, hat heute keine Vorteile mehr außer bei der geringen Schärfentiefe bei F1.2 und F1.4 – aber wer braucht das. Alles andere ist physikalisch nicht belegt aber subjektiv empfindbar. Weiter viel Spass beim Fotografieren

    Antworten
    • Servus Mike!

      Ich glaube nicht nur in der Werbung wird Kleinbild Vollformat genannt, sondern seit der digitalen Variante. Die erhöhte Schärfe kommt dadurch, dass ich für die selbe Tiefenschärfe (im Vergleich zu APS-C) bereits auf Blende 2.2 abblende, während das APS-C Objektiv noch auf Offenblende ist. Auf Offenblende bringt ein Objektiv selten schon die Bestleistung. Das ist allerdings auch nicht allgemein gültig und kann je nach verglichenen Objektiven anders ausfallen.

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten
  7. Sehr interessanter Beitrag. Habe einen Adapter für mein altes Leica Objektiv 50mm summarit 1.5 an der M3 für meine Sony Alpha 6000 bestellt und. Bin mal gespannt, ob ich den Leica Look hinbekomme.
    VG Dirk

    Antworten
    • Servus Dirk,

      ein Leica Objektiv ist eine gute Ausgangslage und sicherlich nicht verkehrt. Dennoch war Leica schon immer Vollformat. Aber es wird in die entsprechende Richtung gehen!

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten

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