Die Top 5 der versteckten Sony A7III Menü Einstellungen

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Du hast deine neue Sony Alpha 7 III, 7R III oder A9 erhalten und bist dabei, das umfangreiche Sony Menü zu studieren? Ja – die Kameras können eben ziemlich viel. Daher sind die Einstellungsmöglichkeiten vielseitig.

Was es aber nicht unbedingt leichter macht, ist die wilde Übersetzung und Abkürzung der teils sowieso schon komplizierten Menüpunkte.

Damit du nicht ewig in den Tiefen deiner Playstation suchen musst, will ich in diesem Beitrag meine fünf Lieblingsfunktionen vorstellen. Diese habe ich nach 2 Jahren Hochzeitssaison immer in Verwendung und auch du solltest sie ausprobieren. Für mich sind diese fünf Punkte zum Teil absolute Gamechanger und machen die Kamera erst so mächtig, wie sie wirklich sein kann.

Anmerkung: Auch wenn hier Sony drübersteht – Sony hat das nicht alles erfunden und vieles funktioniert auch auf anderen (System)Kameras. Überzeuge dich also erst davon, welche Funktionen für dich nützlich wären und schlage dann nach, wie du sie auch auf deiner Canikontax einstellen kannst.

1. Fokus leicht gemacht: Augen Autofokus per AEL Button betätigen

Der Augen Autofokus der Sony Kameras ist wirklich überragend. Normalerweise aktiviert man diese Funktion z.B. über das FN-Menü. Ist die Erkennung aktiviert, sucht die Kamera beim halben Durchdrücken des Auslösers das Gesicht und stellt je nach Entfernung darauf oder sogar direkt aufs Auge scharf.

Sony Menü Einstellung AEL Button
Wie mächtig der Augen AF ist, habe ich schon öfter erwähnt. Sehr nützlich ist die Möglichkeit, die Funktion einfach auf die AEL Taste zu legen.

Nun ist es so, dass man gerade bei vielen Menschen oft gerne mehr Kontrolle darüber hätte, auf welche Person man scharf stellt. Auch die Möglichkeit, Gesichter zur Priorisierung festzulegen, bringt mir selbst nicht immer viel. Ich will oft spontan zwischen Personen wechseln oder vielleicht auch zwischendurch bei Reportagen auf Gegenstände scharfstellen.

In dieser Situation muss man dann schnell wieder zum klassischen Autofokus wechseln können. Oft hat man aber nicht die Zeit, jedes mal wieder ins FN-Menü zu gehen.

Deshalb gibt es die Möglichkeit, über die Custom Buttons die Aktivierung auf eine beliebige Taste zu legen. Oft werden dafür auch die seitlichen Tasten am Objektiv genutzt. Doch nicht jede Linse hat eine solche Taste.

Ich selbst fotografiere sowieso mit dem Back Button Fokus. D.h. ich muss zum Fokussieren immer die AF-On Taste auf der Rückseite drücken. Layouttechnisch kommt es gut gelöst, dass direkt daneben die AEL Taste liegt. Diese benutze ich sowieso nie in ihrer ursprünglichen Funktion.

Gehe zunächst im Menü auf den Punkt Benutzer Key…
Sony Augen Autofokus Knopf belegen
…um dann auf die AEL-Taste den Augen AF zu legen.

Belegst du es so, wie eben beschrieben kommt der Clue: Will ich ganz normal scharf stellen, benutze ich die AF-On Taste. Will ich auf ein Auge Scharf stellen, benutze ich einfach mit dem Daumen die Taste daneben. Kein Umstellen, kein Menü Gesuche – einfach und sofort vom normalen Fokuspunkt zum Augen AF gewechselt.

Man  muss sich nur etwas an die neue Fokus Methode gewöhnen. Welche Vorteile der Fokus mit dem AF-On Button bringt, erkläre ich in meiner Anleitung über den Back Button Fokus.

2. Besser Blitzen: Umgebungslicht kontrollieren

Der Vorteil von spiegellosen Systemkameras ist die Eigenschaft, dass durch den Sucher bereits vor Drücken des Auslösers eine Vorschau des Fotos sichtbar ist. Blende, Weißabgleich und Belichtung werden dafür simuliert. Das ist super bei available light und hellen Lichtverhältnissen.

Wenn es dunkler wird, kann man diese Vorschau auch deaktivieren. Dann wird einfach der Durchblick wie bei einer klassischen Spiegelreflex simuliert. Alles ist hell und klar ersichtlich. Das Foto besitzt dann analog dazu eine eigene Belichtung. Diese Funktion überschreibt also die Vorschau des Umgebungslichts für maximale Sichtbarkeit durch den Sucher.

Jetzt kommt aber noch etwas hinzu, was selbst diesen „Klarblick“ überschreibt: Sobald ein E-TTL Blitz aufgeschraubt und angemacht wird, wird bei Sony das Blitzlicht mit simuliert. Das ist in erster Linie gut, da ich dann bei Dunkelheit auch erst einmal wieder ein helles Bild sehen. Die Sache ist dann ähnlich wie die Funktion „Vorschau aus“ – aber:

Sobald ein Blitz aktiv ist, kann diese Simulation nicht mehr deaktiviert werden. Gerade beim Blitzen muss man die Kamera jedoch erst einmal auf das Umgebungslicht einstellen (das man jetzt aber leider nicht mehr sehen kann). Anfangs habe ich dann immer den Blitz ausgeschaltet, wodurch der Suchermodus dann wieder auf die Vorschau vom Umgebungslicht schaltete.

Jedes mal den Blitz an- und auszuschalten ist allerdings alles andere als praktisch. Deshalb gibt es auch hier eine Möglichkeit:

Belege einen Knopf mit der Funktion „Ergebnis Vorschau zeigen“ – solange dieser dann gedrückt gehalten wird, ist kurzzeitig eine Vorschau des Umgebungslichts ohne die Blitzvorschau sichtbar.

Das funktioniert allerdings nur mit bestimmten Knöpfen. Und nur, wenn der Anti Flacker Modus deaktiviert ist.

Sony A7III Einstellung
Durch die Erg. Aufn. Vorschau kann man während ein E-TTL Blitz aktiv ist das Umgebungslicht überprüfen. Hier belege ich die Funktion gerade auf den C2 Button.

3. Belichtung im Rahmen: Kreis zur Spotmessung um Fokuspunkt legen

Nicht immer fotografiert man im manuellen Modus. Oft will man auch die Kamera die Belichtung messen lassen. Allerdings ist es nicht immer einfach, sich für eine der vielen Messmethoden zu entscheiden. Bei vielen Sony Modellen gibt es hier einen Trick.

Während andere Kameras bei der Spotmessung immer nur auf die Bildmitte sehen, oder die Messung genau an den winzigen Fokuspunkt knüpfen (dann wird ständig alles hell und dunkel bei jeder kleinen Bewegung), gibt es hier noch eine nette Funktion.

A7III Einstellung
Ich lasse die Sony immer die Belichtung innerhalb dieses Kreises messen und komme so meistens zu korrekten Belichtungen.

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Und zwar lässt sich die Spotmessung nicht nur auf den Fokuspunkt legen, sondern sich auch ein erweiterter Bereich außen herum um den Fokuspunkt mit einbeziehen. Dadurch wird die Spotmessung weniger empfindlich und etwas benutzerfreundlicher. Der Kreis um den Fokuspunkt symbolisiert diesen Bereich und bewegt sich bei Verschiebung des Punktes automatisch mit.

Hier gibt es die Einstellung im Menü.

4. Fokus Reset leicht gemacht: Die Custom Fokuspunkt Einstellung

Du bist es vielleicht auch gewohnt, deinen Fokus Punkt nach dem Gebrauch wieder durch Drücken auf den Joystick zurückzusetzen. Anschließend hat man oft das Problem, dass man den Fokuspunkt aber gerne z.B. weiter oben auf der Drittellinie als Ausgangspunkt haben möchte.

Um nicht jedes mal den Fokuspunkt nach dem Reset wieder einstellen zu müssen, gib es die Möglichkeit einen Custom Fokuspunkt einzustellen. Dadurch kannst du eine beliebige Position zuweisen, auf die der Punkt beim Reset zurückspringt.

Sony Alpha Hack in Menü
Hier lässt sich die Funktion erst einmal aktivieren…
…wenn der Fokuspunkt an der gewünschten Stelle ist, hältst du den FN-Knopf kurz gedrückt. So wird der Fokuspunkt registriert. Durch Druck auf den Joystick springt der Punkt dann nach jeder Verschiebung wieder dorthin zurück.

Um dies und die Fokuspunkt Ausrichtung auch für den Wechsel ins Hochformat zu erreichen, musst du im Menü der A7III im Roten Menü unter Punkt 5 die Option „V/H AF-F.wechs.“ aktivieren. (Ja ich weiß, diese Bezeichnung ist auch völlig logisch). Die Berücksichtigung des Fokuspunkts in Hoch- und Querformat lässt sich selbst bei den meisten DSLR-Kameras einstellen.

Edit: Dass das Springen des Fokuspunkts zum registrierten Fokusfeld klappt, muss noch der Joystickknopf mit „Reg. AF-Feld umsch.“ belegt werden.

5. Nicht nur ein Sony Alpha Hack: Der elektronische 1. Verschlussvorhang

Zu guter letzt soll es noch um den Verschluss gehen. Eine Spiegelreflex macht für jedes Bild den Vorhang auf und wieder zu und bestimmt somit Start- und Endpunkt für die Belichtungsdauer eines Fotos. Bei den Spiegellosen ist das etwas anders.

Da man durch den Sucher auch das Livebild sieht, muss der Sensor auch schon vor einem Foto ständig das Bild übertragen. Der Startpunkt des Fotos wird dann digital bzw. elektronisch bestimmt – durch den ersten elektronischen Verschlussvorhang. Das Ende der Belichtung erledigt dann der mechanische Verschlussvorhang, wie wir ihn kennen.

Diese digital-mechanische Kombination hat aber auch Nachteile. Das veräußert sich z.B. beim Bokeh im Hintergrund (v.a. bei Offenblende) ab bestimmten Verschlusszeiten. Dieses wird hier in Mitleidenschaft gezogen und wird nicht ganz so weich, wie man es wohl gerne hätte.

Sony Streifen im Bild und der 1. elektr. Verschluss Vorhang
Hier lässt sich der elektr. 1. Verschluss Vorhang deaktivieren – z.B. um Streifen zu entfernen oder das Bokeh zu verbessern.

Wer also Porträts in der Sonne bei kurzen Verschlusszeiten fotografiert, sollte die Option des „1. elektronischen Vorhangs“ deaktivieren. Stattdessen betätigt die Kamera dann zweimal hintereinander den mechanischen Vorhang und das Bokeh wird weicher.

Mehr Infos zu diesem Phänomen und dessen Entstehung findest du im Artikel von Petapixel. Wie sich das auf das Bokeh (hier bei 1/4000 und 1/6400S Verschlusszeit), siehst du hier:

Vorher: Elektronischer 1. Vorhang – Nachher: Mechanischer 1. Vorhang

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Fazit: Das Sony Menü hält viele praktische Einstellungen für Portraits und Hochzeitsfotos bereit

Das waren die fünf Top Features deiner Sony Alpha Kamera. Dadurch wird die Benutzung an vielen Stellen wesentlich einfacher und die Kamera zeigt ihre komplette Genialität. Entscheidend für die Einrichtung ist natürlich auch immer der jeweilige Anwendungszweck. In meinem Fall sind das Portraits und Hochzeitsreportagen.

Hier findest du alle Einstellungen auch in Videoform. Über ein Abo meines Kanals würde ich mich sehr freuen:

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Das war allerdings noch lange nicht alles, was die Kamera drauf hat. Wenn du Interesse an noch mehr solchen Tricks rund um die Einstellung der Sony Kameras hast, schreib mir gerne einfach mal in die Kommentare.

Wenn du eine Empfehlung für eine Ergänzung der Liste hast, dann schreib in die Kommentare, welche Funktion du am meisten an deiner spiegellosen Kamera verwendest!

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

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