Scharfe Bilder: 6 einfache Tipps für perfekte Schärfe in Porträts

Am in veröffentlicht. Aktualisiert am 10.09.2022

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Es ist dieser Moment, in dem du Fotos von anderen Fotografen siehst und dir denkst: Wow, wie hat er / sie das Foto nur so scharf hinbekommen? Knackige Schärfe und ein Leuchten in den Augen, der Hintergrund aber in einer angenehmen Unschärfe. Oft sogar noch auf Offenblende fotografiert.

Man selbst kennt es dagegen oft so: Immer wieder ist der Fokus nicht 100%ig getroffen – die Nase statt den Augen ist scharf. Oder das Foto auch noch verwackelt. Auf dem Kameradisplay hat es doch noch so super ausgesehen. Wie du das vermeidest und schärfere Fotos durch die richtige Fokus Technik, Einstellungen und andere Tipps machst, erfährst du im folgenden Blog Beitrag.

Scharfe Bilder in der Porträt Fotografie machen
Mit ein paar einfachen Tipps holst du mehr Schärfe aus deinen Fotos | Foto: Dominik Garban

1. Die richtige Fokus-Technik für scharfe Bilder

Der wichtigste Aspekt für scharfe Bilder ist es, die richtige Fokus-Technik zu nutzen. Und diese so lange mit den jeweiligen Stärken und Schwächen zu üben, bis man damit klar kommt.

Um den Umfang von diesem Beitrag nicht zu sprengen, möchte ich nur kurz ein paar Methoden zusammen mit den jeweiligen Problemen und Lösungen skizzieren. Hier findest du meinen umfangreichen Kamera (Auto-)Fokus Ratgeber.

Hier sind die Techniken mit ihren Wehwehchen:

  • Focus & Recompose Technik: Hier lauert die Gefahr in der Technik an sich. Und zwar wird nach jedem Fokussieren (= Auslöser halb drücken) die Kamera leicht geschwenkt. Erst nach der Neuanordnung erfolgt das eigentliche Foto. Das bietet viel Angriffsfläche für einen Fehlfokus durch Verwackeln während der Neuanordnung. Daher bedarf diese Technik sehr viel Übung.
  • Fokus-Punkt verschieben: Statt einer Neuanordnung der Komposition nach dem Fokussieren, wird hier der Fokus-Punkt selbst neu angeordnet. Statt Schwenken wird der Fokus-Punkt in der gewünschten Komposition über das Auge gelegt. Dadurch machst du im Zweifelsfall die schärferen Fotos, denn wenn der Fokus-Punkt richtig sitzt, kann der Auslöser schon komplett durchgedrückt werden. Je nach Kamera-Modell kann es allerdings nervig werden, ständig den Fokus-Punkt zu verschieben (vor beinahe jedem Foto). Hier erweist sich ein Joystick als sehr nützlich. Viele Kameras können auch jeweils ein Fokusfeld in Hoch- und Querformat speichern.
  • Back Button Focus: Bei dieser Fokus-Technik wird der Fokus vom Auslöser getrennt und hinten auf den AF-On Knopf gelegt. Anschließend kann die Kamera immer im AF-C Modus belassen werden. Für Motive im Stand kannst du dann einmal kurz fokussieren und auslösen. Für Motive in Bewegung hältst du den Back Button gedrückt, wodurch die Schärfe nachgezogen wird. Diese Methode ist meine Empfehlung, weil man sehr flexibel bleibt. Wie es genau funktioniert erfährst du im verlinkten Beitrag.
  • Manueller Fokus: Diesen benötigst du bei Objektiven, die noch keinen Autofokus bieten (z.B. alte analoge M42 Objektive). Es gibt aber auch Situationen, in denen moderne Objektive keinen Fokus finden, das Objektiv beginnt zu pumpen. Das ist oft im Gegenlicht der Fall, wo es sich lohnt eine Sonnenblende zu nutzen oder die blendende Sonne mit der Hand abzuhalten. Wenn das alles nichts hilft, lohnt sich auch der manuelle Fokus. Hier sollte dann aber bei spiegellosen Kamera das Focus Peaking (= farbliche Markierung scharfer Bildbereiche) und ein 100% Zoom genutzt werden. Ansonsten wird man keine scharfen Bilder erhalten.
  • Empfehlung Augen-Autofokus: Die meisten aktuellen spiegellosen Systemkameras können selbstständig das Auge erkennen und darauf scharf stellen. Das einzige Problem ist hier die Technik selbst, die je nach Kameramodell mal mehr oder weniger zuverlässig ist. Oft wird statt der Iris gerne auch mal auf die Augenbraue scharf gestellt. Prüfe daher erst, ob der Augen-AF bei der jeweiligen Person zuverlässig funktioniert. Ein weiteres Problem ist oft, dass die Schärfenachführung im AF-C Modus oft bei zu hoher Serienbild-Geschwindigkeit nicht hinterherkommt. Vermeide daher im Zweifelsfall die höchste Serienbild-Geschwindigkeit. Ich nutze für zuverlässige Ergebnisse lieber nur die mittlere Geschwindigkeit.

2. Grundlegende Einstellungen der Kamera

Wir haben nun die unterschiedlichen Fokus Kamera Techniken kennen gelernt. Es gibt aber wie immer noch mehr zu beachten – und zwar die grundlegenden Kameraeinstellungen für mehr Schärfe. Dazu gehören:

Die richtige Blende für Portrait und mehr Schärfe wählen

Fotos auf Offenblende sind super – kein Zweifel. Sofern man aber den Fokus auch trifft. Wie im ersten Abschnitt erwähnt, braucht es oft Übung. Des weiteren sei gesagt: Dein Objektiv ist auf Offenblende nicht am schärfsten, es bringt noch nicht die volle Abbildungsleistung. Da geht noch einiges.

Die volle Schärfe entfaltet dein Objektiv erst, wenn es etwas abgeblendet wird.

Es bringt schon einiges, wenn du z.B. von Offenblende F1.4 auf F2.0 abblendest. Ab F2.8 ist die Schärfe bei modernen Objektiven schon extrem. Das hat aber noch einen weiteren Vorteil. Die Tiefenschärfe wird so etwas erhöht. Keine Sorge: der Effekt des unscharfen Hintergrunds bleibt aber trotzdem erhalten. Auf diese Weise werden kleine Ungenauigkeiten bei Fokus-Techniken wie Focus & Recompose verziehen, da hier auch bei einer geringen Abweichung die Augen immer noch scharf sind. Wer ungeübt ist, kann auch bis zu Blende F4.0 abblenden und sich ausprobieren. Beachte: die Tiefenschärfe hängt nicht nur von der Blende ab.

Lese-Empfehlung: So kontrollierst du Tiefenunschärfe nicht nur mit der Blende

Was bei Porträts einzelner Personen keine Pflicht ist, wird bei Aufnahmen mehrere Personen und Gruppenaufnahmen notwendig. Hier wird generell die Blende mehr geschlossen und ein höherer Blendenwert gewählt, dass hier keine Person unscharf abgebildet wird.

Verschlusszeit richtig wählen

Die Verschlusszeit will ich kurz und knapp abhandeln, da dies eigentlich zu den grundlegenden Kamera Einstellungen gehört: Wenn die Verschlusszeit zu lange ist, wirst du das Bild verwackeln und die Schärfe sinkt. Für ein scharfes Foto aus der Hand ist mindestens der Kehrwert der Brennweite des Objektivs zu wählen. Beispiel:

Für ein 50mm Objektiv (50/1 mm) ist mindestens eine Verschlusszeit von 1/50 zu verwenden.

Beachte, dass du so aber nur deine Eigenbewegung kompensierst. In der Portraitfotografie wird sich auch das Model vor deiner Kamera geringfügig bewegen. Menschen sind eben keine Statuen. Daher solltest du im Idealfall mit längstens 1/250s Verschlusszeit fotografieren.

Wenn es die Lichtsituation zulässt, kannst du sogar noch kürzer belichten. Beachte allerdings, dass ab 1/1000s Verschlusszeit dann durch den 1. elektronischen Verschlussvorhang ein unschönes Bokeh entstehen kann.

Kurze Verschlusszeit wählen wenn das Bild unscharf ist
Nicht nur bei Objekten in Bewegung wichtig: Gegen unscharfe Bilder sollten generell kurze Verschlusszeiten gewählt werden. | Foto: Dominik Garban

ISO Einstellung spielt ebenfalls eine Rolle

Wo wir beim Thema “Genug Licht” sind: Ein hoher ISO Wert stört nicht nur durch Rauschen die allgemeine Bildqualität. Des weiteren vermindert sich die Schärfe etwas, wenn zu viel Rauschen auftritt. Deshalb lohnt eine Kamera mit guter Lowlight Performance.

Auch wenn es nicht Jedermann’s Geschmack ist: Aber in diesem Zusammenhang kann ein Blitz bei schlechten Lichtverhältnissen nicht nur die Bildqualität, sondern auch die Schärfe aufbessern.

Grundlegend empfehle ich für mehr Schärfe in Portraits also für genug Licht zu sorgen. Am einfachsten geht das, wenn das Fotoshooting zur richtigen Tageszeit stattfindet.

3. Handhabung der Kamera: Verwackler reduzieren

Wenn genug Licht vorhanden ist, kannst du theoretisch die Kamera über den Kopf halten und auf das Display schauen. Durch die mögliche kurze Verschlusszeit werden die Bilder selbst dann scharf. Das sollte aber eine Ausnahme darstellen. Denn nicht immer ist genug Licht vorhanden. In der Dämmerung ist es oft gerade so möglich noch auf 1/250s Verschlusszeit zu fotografieren.

Dann muss die Kamera so ruhig gehalten werden wie nur möglich. Im Allgemeinen sollte die linke Hand (die nicht am Auslöser ist) von unten um das Objektiv greifen und es stützen. So reduziert sich das Risiko, das Foto zu verwackeln.

Richtige Haltung der Kamera
Achte auf eine stabile Haltung der Kamera. Stabilisiere mit der linken Hand von unten und lege den Arm am Körper an.

Nutze zusätzlich die sogenannte Drei-Punkt-Stabilisierung: Statt auf das Kameradisplay zu schauen, solltest du die Kamera an die Stirn anlegen und durch den Sucher blicken. Durch dieses “Andrücken” wird die Kamera stabilisiert. Den Ellbogen des stützenden linken Arms legst du zusätzlich noch an den Körper an. Das vervollständigt den stabilen Halt der Kamera.

Kamera- und Objektiv-Bildstabilisator nutzen

Wenn die Sonne noch weiter untergeht und das Licht schwindet, hast du zunächst die Möglichkeit den ISO-Wert noch etwas zu erhöhen. Wie auch im Ratgeber für Fotos bei wenig Licht geschrieben ist es schlimmer, ein verwackeltes als ein verrauschtes Foto zu schießen.

Dennoch kommt der ISO-Wert irgendwann an die Grenze (z.B. ab ISO 3200). Erst dann sollte die Verschlusszeit wieder etwas verlängert werden, z.B. von den besagten 1/250s auf 1/160s. Dann kann es allerdings mit längeren Brennweiten wie 135mm schon schwierig werden, das Foto nicht zu verwackeln.

In diesem Fall sollte dann spätestens der Bildstabilisator genutzt werden (falls vorhanden). Die Bildstabilisierung erfolgt dann entweder im Objektiv oder direkt in der Kamera. In beiden Fällen sind Bauteile oder bei Letzterem eben sogar der Sensor beweglich gelagert. Einfach gesagt können die Bauteile dann bei Wackeln entsprechend gegenschwingen und so das Bild stabilisieren.

Am besten funktioniert hier eine kombinierte Bildstabilisierung, wo Bildstabilisator von Objektiv und Sensor zusammenspielen. So können dann oft mindestens 5 Blendenstufen kompensiert werden (also die Verschlusszeit noch um 5 Stufen verlängert werden).

Achtung: Der Bildstabilisator kompensiert nur dein eigenes Zittern. Teile dem Model bei wenig Licht mit, möglichst still zu halten. Für scharfe Fotos solltest du das Motiv generell nur so bewegt halten, wie nötig. Mehr Ruhe bringt schärfere Bilder.

4. Kontrolliere deine Ergebnisse und achte auf Ausschuss

Du kennst es auch – am Kameradisplay ist dein Foto knackscharf und du freust dich schon auf die Nachbearbeitung zuhause. Du lädst die Fotos voller Erwartung auf den Rechner und sichtest sie zum ersten mal. Dann stellst du entsetzt fest:

Dein Lieblingsfoto der Serie, das vorhin beim Shooting noch so geil scharf ausgesehen hat ist plötzlich unscharf…

Deshalb ist es wichtig, nicht erst bei der Sichtung am Rechner die Schärfe zu überprüfen. Sondern auch schon direkt beim Shooting – kontinuierlich. Überprüfe vor jedem Locationwechsel in der Vorschau auf 100% Zoom, ob das Foto auch wirklich scharf ist. Gegebenfalls kannst du dann noch nachbessern – zuhause nicht mehr. (Auch wenn man das Foto meistens einfach nicht mehr so hinbekommt wie es war, ich weiß).

Deshalb ist es auch wichtig, einfach genug Fotos zu machen. Du wirst im Nachhinein immer etwas Ausschuss haben, vor allem wenn du auf Offenblende fotografierst. Deshalb finde ich es oft auch besser bzw. sicherer, wenn das Model nicht nach jedem Foto automatisch die Pose wechselt, sondern ich von jeder Pose z.B. 5 Bilder mache (auch, weil ich einfach oft noch etwas mit der Komposition und dem Bildausschnitt experimentieren will). So wird sicherlich ein Foto dabei sein, das dann auch verwendbar ist. Erfahre mehr darüber, welche Anweisungen du für natürliche Porträt Posen geben kannst.

Das waren nun soweit alle Tipps, die du direkt beim Fotografieren für schärfere Fotos umsetzen kannst. Die Fotografie geht aber wie immer zuhause am Rechner noch weiter.

5. Fotos in 3 Sekunden mit Lightroom schärfen

Das Schärfen von Bildmaterial in Lightroom geht relativ unkompliziert von der Hand und ist in vielen Presets sogar schon vorgenommen. Im Grunde reicht es, im Entwicklungsmenü unter Details > Schärfen den Betrag zu erhöhen. Je nach Bild kann man diesen bis gut in die Mitte oder sogar bis kurz unter den roten Bereich ziehen (je nach Vorliebe). Den Radius belasse ich meistens bei 1,0. Details fasse ich garnicht an.

Bilder schärfen mit Lightroom
Das Schärfen der Fotos in Lightroom geht fix. Der Maskieren Regler hilft enorm, um die Schärfe dahinzubekommen, wo sie sein soll.

Jetzt kommt der Trick: Vielleicht hast du (wie ich auch damals) den Maskieren-Regler immer ignoriert. Was für ein Fehler. Mit ihm kannst du nämlich festlegen, dass die Schärfe letztendlich nur dorthin gelegt wird, wo scharfe Kanten zu finden sind – also dort wo der Fokus beim fotografieren gesetzt wurde.

Während du ihn betätigst, lässt du die Alt-Taste gedrückt. Dann schiebst du ihn nach rechts. Solange du die Taste gedrückt hältst, ist nun alles auf dem Foto, was geschärft wird weiß. Der Rest schwarz. Ziehe ihn solange, bis z.B. nur noch das Gesicht oder das, was eben im Fokus sein soll, nachgeschärft wird. Auf diese Weise kann der Betrag dann eben auch etwas höher gewählt werden, weil letztendlich nicht alles betroffen sein wird.

Wenn du mehr Lightroom Tricks lernen willst: Hier kannst du dich für meinen kostenlosen “Lightroom Farblooks verstehen”-Kurs anmelden.

6. Bilder schärfer machen mit Photoshop

Auch wenn ich nicht jedes Foto extra in Photoshop bearbeite, will ich das hier nun zur Vollständigkeit trotzdem erwähnt haben. In Photoshop kannst du Fotos z.B. mit dem “Unscharf maskieren” Filter schärfen. Diesen findest du unter Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren… . Dieser ist ähnlich zu bedienen, wie die Schärfen Funktion in Lightroom.

Bilder schärfer machen in der Nachbearbeitung
Unscharf maskieren ist eine simple, aber praktische Methode um Bilder schärfer zu machen

Besser geht es allerdings mit folgender Methode:

Zuerst duplizierst du deine Hintergrundebene (cmd bzw. Strg + J). Diese neue Ebene darüber wird gleich für die Schärfe sorgen, indem sie nur die scharfen Kanten bzw. Konturen zusätzlich betont. Dafür wendest du den Hochpass-Filter an. Du findest ihn unter Filter > Sonstige Filter > Hochpassfilter… . Im Dialogfeld wählst du einen Radius zwischen ca. 1px und 1,5px und wendest ihn an. Nun ist erst einmal alles grau. Jetzt stellst du den Ebenenmodus dieser Ebene noch auf Weiches Licht, wodurch das eigentliche Foto darunter wieder durchscheint.

DIgitale Nachbearbeitung in Photoshop: Das Bild schärfer machen.
Der Hochpassfilter ist auch wirkungsvoll für mehr Schärfe.

Fertig! Das Foto ist nun nachgeschärft.

Fazit: Es gibt einiges zu beachten für schärfere Fotos

Puh, was für ein langer Beitrag. Ich glaube das verdeutlicht, dass die Schärfe auf einem Foto das Zusammenspiel vieler Aspekte ist. Letztendlich geht es hierbei aber um drei Komponenten: deine bevorzugte Fokus Technik, grundlegende Kameraeinstellungen und regelmäßige Kontrolle. Bei der Art des Fokus muss jeder selbst herausfinden, womit er am besten zurecht kommt.

Ein wichtiger Punkt, den ich in diesem Artikel noch ergänzen will: Das alles bringt natürlich nichts, wenn das Objektiv nicht von sich aus keine Schärfe bringt. Das kann daran liegen:

  • Objektiv ist defekt
  • Objektiv ist dezentriert
  • Fokus ist nicht auf die Kamera kalibriert

Du solltest regelmäßig prüfen, ob dein Objektiv den Fokus noch exakt trifft. Nutze dafür diese Anleitung um eine Dezentrierung auszuschließen, teste mit dem Spyder Lenscal Fokuschart* und prüfe, ob eine Objektiv Kalibrierung nötig ist. Der letzte Punkt fällt bei spiegellosen Systemkameras durch deren Kontrast-Autofokus weg.

Was auch oft täuscht ist einfach die Vorschau auf dem Kamera Display. Dieses ist im Vergleich zum Bildschirm am Rechner einfach viel kleiner und lässt die Fotos schärfer erscheinen als sie sind. Eine Kontrolle auf einer 100% Ansicht vor Ort ist also meistens unerlässlich.

Zum Schluss aber noch ein wichtiger Hinweis: Eine perfekte Schärfe ist nicht alles auf einem Foto. Oft kann auch ein Foto einer Serie mehr überzeugen, das nicht auf den Punkt scharf ist. Dann hat es meistens eine einzigartige Stimmung oder andere Besonderheiten, die sich auch bei einem zweiten Anlauf nicht oder nur schwer korrigieren lassen. Also gehe nicht nur immer nach der Schärfe, sondern auch danach, wie dir das Foto im allgemeinen gefällt. Mehr zu diesem Thema findest du in meinem Beitrag über die Bildauswahl mit Lightroom.

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Gerade beim Web-Upload fallen solche minimalen Ungenauigkeiten kaum auf, da der Betrachter das Foto meistens nicht allzugroß vorliegen hat. Achte für den Web-Export darauf, die Option für zusätzliche Schärfung für Displays aktiviert ist. (z.B. im Export Dialog von Lightroom zu finden)

Für das Titelbild und die Fotos in diesem Beitrag will ich mich bei Dominik Garban bedanken, mit dem ich zur Zeit bei vielen Projekten zusammenarbeite.

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Du beherrschst die Grundlagen der Fotografie und kannst deine Kamera bedienen. Wirklich sehenswerte Porträts kommen am Ende aber nicht heraus? Oder es sieht vor Ort beim Fotoshooting immer ganz gut aus - aber zuhause am Rechner entdeckst du wieder Fehler im Bild?

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Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

3 Gedanken zu „Scharfe Bilder: 6 einfache Tipps für perfekte Schärfe in Porträts“

  1. Hallo Markus,

    kannst du mir folgendesn Punkt erklären:

    Bewegt es sich nun plötzlich, bleibt der hintere Knopf gedrückt. Bei korrekter Einstellung und Führung des Fokuspunkts auf dem Model stellt die Kamera nun kontinuierlich darauf scharf. Ohne diese Technik müsste man erst in den AI Servo / Folgefokus der Kamera schalten.

    Heißt das im Back Button Modus stellt die Kamera auch im One Shot Modus kontinuierlich scharf? Oder wie ist das zu verstehen?
    Danke

    Lg Christopher

    Antworten
    • Hallo Christoph,

      zum ersten Teil: das ist korrekt. Hältst du den Knopf gedrückt, wird die Schärfe nachgeführt. Ohne erst den Modus wechseln zu müssen.

      Der Trick vom Back Button Fokus ist es aber dann, dass man den One Shot Modus überhaupt nicht mehr braucht. Wenn du eine stehende Person fotografierst (z.B. mit Focus&Recompose) wird der Back Button nur einmalig zum scharf stellen betätigt. Und nicht gedrückt gehalten. So wird die Schärfe dann nicht mehr nachgeführt.

      Hoffe das war nachvollziehbar!

      VG
      Markus

      Antworten

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