Scharfe Bilder: 6 einfache Tipps für perfekte Schärfe in Porträts

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Es ist dieser Moment, in dem du Fotos von anderen Fotografen siehst und dir denkst: Wow, wie hat er / sie das Foto nur so scharf hinbekommen? Knackige Schärfe und ein Leuchten in den Augen, der Hintergrund aber in einer angenehmen Unschärfe. Oft sogar noch auf Offenblende fotografiert.

Man selbst kennt es dagegen oft so: Immer wieder ist der Fokus nicht 100%ig getroffen – die Nase statt den Augen ist scharf. Oder das Foto auch noch verwackelt. Auf dem Kameradisplay hat es doch noch so super ausgesehen. Wie du das vermeidest und schärfere Fotos durch die richtige Fokus Technik, Einstellungen und andere Tipps machst, erfährst du im folgenden Blog Beitrag.

Scharfe Bilder in der Porträt Fotografie machen
Mit ein paar einfachen Tipps holst du mehr Schärfe aus deinen Fotos | Foto: Dominik Garban

1. Die richtige Fokus-Technik für scharfe Bilder

Focus & Recompose Technik

Für richtig scharfe Porträts spielt deine Fokus Technik eine wichtige Rolle. Weit verbreitet ist hier die „Focus & Recompose“ Methode: Die Kamera ist so eingestellt, dass immer der selbe Fokuspunkt (meistens der in der Mitte) scharf stellt. Dieser wird vor jedem Bild über die Augen des Models bewegt, anschließend der Auslöser halb durchgedrückt. Da man nicht immer das Auge als Mittelpunkt des Fotos haben will, wird nun mit halb gedrücktem Auslöser die Kamera wieder so bewegt, dass der Ausschnitt bzw. die Bildgestaltung zusagt. Ist man mit der Komposition zufrieden, löst man aus und das ganze beginnt das ganze von vorne.

Probleme und Lösungen: Man bewegt nach jedem Fokussieren die Kamera. Hier besteht die Gefahr (v.a. bei kleinen Blendenwerten), dass man die eingestellte Fokusdistanz aus Versehen verschiebt. So kann es dann passieren, dass die Augen trotzdem unscharf werden. Außerdem muss man wirklich vor jedem Bild die Kamera hin- und herbewegen. Das geht bei längeren Serien etwas auf die Nerven.

Das hat jedoch gleichzeitig den Vorteil, dass man so gezwungen ist, immer wieder neu zu fokussieren und sich so die Wahscheinlichkeit eines komplett scharfen Fotos erhöht. Hier kommt es am Ende auf die Übung an. Diese Technik muss einem definitiv in Fleisch und Blut übergehen, dass man beim „Recomposing“ mit halb durchgedrücktem Auslöser den Abstand präzise beibehält und so ein scharfes Foto entsteht.

Richtigen Fokus der Kamera wählen und treffem
Egal mit welcher Fokus Methode du arbeitest: Eine getroffene Schärfeebene im Bild ist das A und O. | Foto: Dominik Garban

Fokus Punkt verschieben

Wer nicht Fan davon ist, nach jedem mal Fokussieren mit halb durchgedrücktem Auslöser die Komposition neu auszurichten, kann auch anders vorgehen. Dafür wird zuerst die gewünschte Komposition bzw. der Bildausschnitt durch den Sucher gewählt. Dann wird der ausgewählte Fokuspunkt direkt über das Auge des Models gelegt und der Auslöser sofort komplett durchgedrückt.

Probleme und Lösungen: Auch wenn der Vorteil gegeben ist, dass mit einmal drücken direkt die gewünschte Komposition mit Fokus auf dem Auge scharf abgelichtet wird: Man ist doch etwas unflexibel. Will man eine andere Bildgestaltung, oder vom Quer ins Hochformat wechseln, muss man erst wieder den Fokuspunkt verschieben. Dies kann je nach Kamera Modell mit unterschiedlichem Aufwand zusammenhängen. Auf der anderen Seite sind die Abstände zwischen den einzelnen Fokuspunkte oft sehr groß und geben zu wenig Freiraum.

Bei ‚Focus & Recompose‘ wird der Auslöser erst halb durchgedrückt. Legt man den Fokuspunkt direkt auf das Auge, kann sofort durchgedrückt werden.

Bei meiner 5D Mark III DSLR musste ich immer erst mehrere Knöpfe drücken, um den Fokuspunkt zu verschieben. Ein Tipp ist es hier (und auch bei anderen DSLRs, wo es noch nicht so eingestellt ist) die Funktion auf den Joystick zu legen. So ist man bei der Wahl viel schneller und flexibler. Bei spiegellosen Kameras wie der Fuji X-T2 (Zum Kamera Review von Michael) liegt die Funktion meistens schon ab Werk mit dem kleinen Joystick. Oft gibt es bei den Spiegellosen auch einfach mehr Fokuspunkte, wodurch das Gitter dichter ist und man flexibler wählen kann. Natürlich kann man mit dem verschobenen Fokuspunkt dann spontan ebenfalls die Focus & Recompose Technik verwenden, wenn man spontan eine andere Komposition haben möchte.

Eine nützliche Funktion vieler Kameras ist, dass je für Quer- und Hochformat ein anderer Fokuspunkt festgelegt werden kann. So kann man dann einen Fokuspunkt im Querformat z.B. etwas höher als die Mitte legen. Wenn man die Kamera dreht würde dieser dann eigentlich rechts oder links liegen. Hat man mit der vorgesehenen Funktion zwei verschiedene Punkte definiert, stellt die Kamera automatisch um und der Punkt liegt z.B. ebenfalls wieder in der Mitte in der oberen Hälfte. Informiert euch also kurz, ob eure Kamera eine solche Funktion bietet.

Back Button Focus Technik

Diese Fokustechnik ist aktuell sehr oft im Gespräch – und das nicht ohne Grund. Sie kann im Porträt Bereich quasi als eine Art Focus & Recompose Technik gesehen werden. Allerdings muss nicht vor jedem Foto in einer Serie neu fokussiert werden. Der Fokus wird hier vom Auslöseknopf getrennt und auf einen der hinteren Knöpfe (Back Button) gelegt. Wenn der Abstand zum Model gleich bleibt, kann so einmal auf die Entfernung (zum Auge) scharf gestellt werden. Anschließend können beliebig viele Fotos gemacht werden, da durch das Auslösen der Fokus nicht neu betätigt wird.

So muss nicht jedes mal neu aufs Auge hin- und hergeschwenkt werden. Man muss nur aufpassen, dass der Abstand konstant gehalten wird.

Der absolute Killer dieser Technik ist aber, dass bei einer spontanen Bewegung des Models nicht lange herumgestellt werden kann. (Das ist jetzt weniger bei Porträt Shootings der Fall, mehr aber z.B. bei Hochzeitsreportagen). Wenn das Model nicht in Bewegung ist, wird mit dem Back Button durch kurzes drücken scharf gestellt. Bewegt es sich nun plötzlich, bleibt der hintere Knopf gedrückt. Bei korrekter Einstellung und Führung des Fokuspunkts auf dem Model stellt die Kamera nun kontinuierlich darauf scharf. Ohne diese Technik müsste man erst in den AI Servo / Folgefokus der Kamera schalten.

Schärfere Fotos durch die Back Button Technik
Bei dieser Technik wird der Autofokus vom Auslöser getrennt bedient und kann für schärfere Fotos sorgen.

Klingt gut? Erfahre mehr darüber, die du die Back Button Focus Technik genau einsetzt.

In diesen Situationen musst du manuell fokussieren

Ach der manuelle Fokus… den braucht man doch nur für Landschaftsaufnahmen. Falsch gedacht! Der manuelle Fokus kann auch bei Porträts sehr mächtig sein. Erstens hat nicht jedes Objektiv einen Autofokus. Wie du vielleicht weißt, fotografiere ich oft gerne mit analogen bzw. alten Objektiven. (z.B. dem Helios 44-2 58mm F2.0, das auch zu hier mit zwei anderen Objektiven aus analogen Zeiten vorgestellt wird). Diese haben einfach eine einzigartige Charakteristik, für das Fokussieren braucht es aber oft etwas Zeit.

Manuell Fokussieren mit bestimmten Objektiven
Manuell fokussieren muss man nicht nur mit den älteren Objektiven Links, sondern auch manchmal mit AF-Linsen in schwierigen Situationen.

Zweitens gibt es Situationen, wo der Autofokus nicht richtig oder nur sehr schwierig arbeitet. Das kann bei tiefstehender Sonne bzw. Gegenlichtstituationen der Fall sein. Der Fokus fährt dann immer vor und zurück, will aber nicht so recht das Gesicht des Models treffen. Oft hilft hier eine Sonnenblende oder die andere Hand, die man zum fokussieren vor die Linse hält. In vielen Fällen ist es aber einfacher, manuell zu fokussieren. So ist man in solchen Situationen einfach fexibler.

Leider lässt sich der manuelle Fokus über den reinen Sucher oft schlecht treffen. Hier haben die spiegellosen Kameras mit Fokus Peaking oder „Magic Zoom“ im elektronischen Sucher einen Vorteil. Wenn du mit einer klassischen DSLR (wie ich aktuell) fotografierst, fotografierst du am besten im Live View und zoomst dann selbst rein (und baust dir so deinen Magic Zoom einfach selbst). So wirst du besser 100% scharfe Fotos machen können.

Ein weitere Anwendungsgebiet für den manuellen Fokus kann z.B. ein Foto im Sprung sein. Dafür stellt man im vornherein auf den Punkt scharf, wo das Model gleich springen wird. Dadurch dass die Kamera dann beim Sprung nicht mehr fokussieren muss, kann schneller und einfacher ausgelöst werden.

Ein modernes Objektiv ist für scharfe Fotos von Vorteil. Aber auch mit älteren Modellen kann man durch Nachbearbeitung einiges herausholen. | Foto: Dominik Garban

2. Grundlegende Einstellungen der Kamera

Wir haben nun die unterschiedlichen Fokus Kamera Techniken kennen gelernt. Es gibt aber wie immer noch mehr zu beachten – und zwar die grundlegenden Kameraeinstellungen für mehr Schärfe. Dazu gehören:

Den richtigen Blendenwert für mehr Schärfe wählen

Fotos auf Offenblende sind super – kein Zweifel. Sofern man aber den Fokus auch trifft. Wie im ersten Abschnitt erwähnt, braucht es oft Übung. Des weiteren sei gesagt: Dein Objektiv ist auf Offenblende nicht am schärfsten. Da geht noch einiges.

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Die volle Schärfe entfaltet dein Objektiv erst, wenn es etwas abgeblendet wird.

Es bringt schon einiges, wenn du z.B. von Offenblende F1.4 auf F2.0 abblendest. Das hat aber noch einen weiteren Vorteil. Die Tiefenunschärfe wird so minimal geringer (der Effekt bleibt aber trotzdem erhalten). Auf diese Weise werden meistens kleine Ungenauigkeiten beim Focus & Recompose verziehen, da hier auch bei einer geringen Abweichung die Augen immer noch scharf sind. Wer ungeübt ist, kann auch bis zu Blende F4.0 abblenden und sich ausprobieren. (Auch wenn die Tiefenschärfe nicht nur von der Blende abhängt: So kontrollierst du Tiefenunschärfe nicht nur mit der Blende).

Was bei Porträts einzelner Personen keine Pflicht ist, wird bei Aufnahmen mehrere Personen und Gruppenaufnahmen notwendig. Hier wird generell die Blende mehr geschlossen und ein höherer Blendenwert gewählt, dass hier keine Person unscharf abgebildet wird.

Verschlusszeit richtig wählen

Die Verschlusszeit will ich kurz und knapp abhandeln, da dies eigentlich schon weit verbreitet ist. Wenn die Verschlusszeit zu lange ist, kann das Bild verwackeln und die Schärfe sinkt. Für ein verwacklungsfreies Foto aus der Hand ist mindestens der Kehrwert der Brennweite des Objektivs zu wählen. Beispiel:

Für ein 50mm Objektiv (50/1 mm) ist mindestens eine Verschlusszeit von 1/50 zu verwenden. Ich gehe oft auf Nummer sicher und stelle 1/100 als Verschlusszeit ein.

Das funktioniert natürlich nur, wenn es die Lichtsituation zulässt. Es ist wie immer von Vorteil, wenn genug Licht vorhanden ist.

Kurze Verschlusszeit wählen wenn das Bild unscharf ist
Nicht nur bei Objekten in Bewegung wichtig: Gegen unscharfe Bilder sollten generell kurze Verschlusszeiten gewählt werden. | Foto: Dominik Garban

ISO Einstellung spielt ebenfalls eine Rolle

Wo wir beim Thema „Genug Licht“ sind: Ein hoher ISO Wert stört nicht nur durch Rauschen die allgemeine Bildqualität. Des weiteren vermindert sich die Schärfe etwas, wenn zu viel Rauschen auftritt. Deshalb lohnt eine Kamera mit guter Lowlight Performance.

Auch wenn es nicht jedermann’s Geschmack ist: Aber in diesem Zusammenhang kann ein Blitz bei schlechten Lichtverhältnissen nicht nur die Bildqualität, sondern auch die Schärfe aufbessern.

3. Handhabung der Kamera: Verwackler reduzieren

Dieser Punkt hängt sehr direkt mit der gewählten Verschlusszeit zusammen. Aus der Hand ist immer mindestens der Kehrwert der Brennweite zu wählen. Dazu gehört aber auch, dass die Kamera ruhig gehalten wird.

Im Allgemeinen sollte die Hand, die nicht am Auslöser ist von unten um das Objektiv greifen und es stützen. So reduziert sich das Risiko, das Foto zu verwackeln. Der Arm kann dann am Körper gestützt werden und so zusätzliche Ruhe in der Kamerahaltung erzeugen.

Wenn die Lichtverhältnisse schon recht dunkel sind und daher keine allzu kurze Verschlusszeit gewählt werden kann, lohnt ein Bildstabilisator. Dieser ist je nach Kamera Marke direkt im Body oder (wie bei Canon) direkt im Objektiv verbaut. Er reduziert zusätzlich Verwackler und erhöht die Chance auf ein komplett scharfes Foto.

4. Kontrolliere deine Ergebnisse und achte auf Ausschuss

Du kennst es auch – am Kameradisplay ist dein Foto knackscharf und du freust dich schon auf die Nachbearbeitung zuhause. Du lädst die Fotos voller Erwartung auf den Rechner und sichtest sie zum ersten mal. Dann stellst du entsetzt fest:

Dein Lieblingsfoto der Serie, das vorhin beim Shooting noch so geil scharf ausgesehen hat ist plötzlich unscharf…

Deshalb ist es wichtig, nicht erst bei der Sichtung am Rechner die Schärfe zu überprüfen. Sondern auch schon direkt beim Shooting – kontinuierlich. Überprüfe vor jedem Locationwechsel in der Vorschau auf 100% Zoom, ob das Foto auch wirklich scharf ist. Gegebenfalls kannst du dann noch nachbessern – zuhause nicht mehr. (Auch wenn man das Foto meistens einfach nicht mehr so hinbekommt wie es war, ich weiß).

Deshalb ist es auch wichtig, einfach genug Fotos zu machen. Du wirst im Nachhinein immer etwas Ausschuss haben, vor allem wenn du auf Offenblende fotografierst. Deshalb finde ich es oft auch besser bzw. sicherer, wenn das Model nicht nach jedem Foto automatisch die Pose wechselt, sondern ich von jeder Pose z.B. 5 Bilder mache (auch, weil ich einfach oft noch etwas mit der Komposition und dem Bildausschnitt experimentieren will). So wird sicherlich ein Foto dabei sein, das dann auch verwendbar ist. Erfahre mehr darüber, welche Anweisungen du für natürliche Porträt Posen geben kannst.

Das waren nun soweit alle Tipps, die du direkt beim Fotografieren für schärfere Fotos umsetzen kannst. Die Fotografie geht aber wie immer zuhause am Rechner noch weiter.

5. Fotos in 3 Sekunden mit Lightroom schärfen

Das Schärfen von Bildmaterial in Lightroom geht relativ unkompliziert von der Hand und ist in vielen Presets sogar schon vorgenommen. Im Grunde reicht es, im Entwicklungsmenü unter Details > Schärfen den Betrag zu erhöhen. Je nach Bild kann man diesen bis gut in die Mitte oder sogar bis kurz unter den roten Bereich ziehen (je nach Vorliebe). Den Radius belasse ich meistens bei 1,0. Details fasse ich garnicht an.

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Nützliche Blog Beiträge wie dieser leben nur mit etwas Werbung. Mit meinen Lightroom Presets verbesserst du also nicht nur deine Nachbearbeitung, sondern unterstützt gleichzeitig den Blog:

Bilder schärfen mit Lightroom
Das Schärfen der Fotos in Lightroom geht fix. Der Maskieren Regler hilft enorm, um die Schärfe dahinzubekommen, wo sie sein soll.

Jetzt kommt der Trick: Vielleicht hast du (wie ich auch damals) den Maskieren-Regler immer ignoriert. Was für ein Fehler. Mit ihm kannst du nämlich festlegen, dass die Schärfe letztendlich nur dorthin gelegt wird, wo scharfe Kanten zu finden sind – also dort wo der Fokus beim fotografieren gesetzt wurde.

Während du ihn betätigst, lässt du die Alt-Taste gedrückt. Dann schiebst du ihn nach rechts. Solange du die Taste gedrückt hältst, ist nun alles auf dem Foto, was geschärft wird weiß. Der Rest schwarz. Ziehe ihn solange, bis z.B. nur noch das Gesicht oder das, was eben im Fokus sein soll, nachgeschärft wird. Auf diese Weise kann der Betrag dann eben auch etwas höher gewählt werden, weil letztendlich nicht alles betroffen sein wird.

Wenn du mehr Lightroom Tricks lernen willst: Hier kannst du dich für meinen kostenlosen „Lightroom Farblooks verstehen“-Kurs anmelden.

6. Bilder schärfer machen mit Photoshop

Auch wenn ich nicht jedes Foto extra in Photoshop bearbeite (Artikel: Wie viel besser kann ein Bild durch Photoshop werden?) will ich das hier nun zur Vollständigkeit trotzdem erwähnt haben. In Photoshop kannst du Fotos z.B. mit dem „Unscharf maskieren“ Filter schärfen. Diesen findest du unter Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren… . Dieser ist ähnlich zu bedienen, wie die Schärfen Funktion in Lightroom.

Bilder schärfer machen in der Nachbearbeitung
Unscharf maskieren ist eine simple, aber praktische Methode um Bilder schärfer zu machen

Besser geht es allerdings mit folgender Methode:

Zuerst duplizierst du deine Hintergrundebene (cmd bzw. Strg + J). Diese neue Ebene darüber wird gleich für die Schärfe sorgen, indem sie nur die scharfen Kanten bzw. Konturen zusätzlich betont. Dafür wendest du den Hochpass-Filter an. Du findest ihn unter Filter > Sonstige Filter > Hochpassfilter… . Im Dialogfeld wählst du einen Radius zwischen ca. 1px und 1,5px und wendest ihn an. Nun ist erst einmal alles grau. Jetzt stellst du den Ebenenmodus dieser Ebene noch auf Weiches Licht, wodurch das eigentliche Foto darunter wieder durchscheint.

DIgitale Nachbearbeitung in Photoshop: Das Bild schärfer machen.
Der Hochpassfilter ist auch wirkungsvoll für mehr Schärfe.

Fertig! Das Foto ist nun nachgeschärft.

 

Fazit: Es gibt einiges zu beachten für schärfere Fotos

Puh, was für ein langer Beitrag. Ich glaube das verdeutlicht, dass die Schärfe auf einem Foto das Zusammenspiel vieler Aspekte ist. Letztendlich geht es hierbei aber um drei Komponenten: deine bevorzugte Fokus Technik, grundlegende Kameraeinstellungen und regelmäßige Kontrolle. Bei der Art des Fokus muss jeder selbst herausfinden, womit er am besten zurecht kommt.

Ein wichtiger Punkt, den ich in diesem Artikel noch ergänzen will: Das alles bringt natürlich nichts, wenn das Objektiv nicht anständig kalibriert ist. Du solltest regelmäßig prüfen, dass diese den Fokus exakt treffen. Dazu habe ich eine Anleitung verfasst, wie du z.B. Sigma Objektive richtig justieren kannst. Für die Ausgangslage ist natürlich ein scharfes Objektiv von Vorteil.

Was auch oft täuscht ist einfach die Vorschau auf dem Kamera Display. Dieses ist im Vergleich zum Bildschirm am Rechner einfach viel kleiner und lässt die Fotos schärfer erscheinen als sie sind. Eine Kontrolle auf einer 100% Ansicht vor Ort ist also meistens unerlässlich.

Zum Schluss aber noch ein wichtiger Hinweis: Eine perfekte Schärfe ist nicht alles auf einem Foto. Oft kann auch ein Foto einer Serie mehr überzeugen, das nicht auf den Punkt scharf ist. Dann hat es meistens eine einzigartige Stimmung oder andere Besonderheiten, die sich auch bei einem zweiten Anlauf nicht oder nur schwer korrigieren lassen. Also gehe nicht nur immer nach der Schärfe, sondern auch danach, wie dir das Foto im allgemeinen gefällt.

Gerade beim Web-Upload fallen solche minimalen Ungenauigkeiten kaum auf, da der Betrachter das Foto meistens nicht allzugroß vorliegen hat. Achte für den Web-Export darauf, die Option für zusätzliche Schärfung für Displays aktiviert ist. (z.B. im Export Dialog von Lightroom zu finden)

Weitere Techniken, um deine Porträts weiter zu verbessern, findest du in diesem Beitrag.

Für das Titelbild und die Fotos in diesem Beitrag will ich mich bei Dominik Garban bedanken, mit dem ich zur Zeit bei vielen Projekten zusammenarbeite.

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

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