In der digitalen Fotografie setzen sich Bilder aus zwei Schritten zusammen: Der Fotografie an sich und der Bildbearbeitung. Erst wenn beides Hand in Hand greift, können wirklich schöne Fotos entstehen.
In der Porträt Bearbeitung uterstreichen erst einmal Farben und gesunde Hauttöne für die gewünschte Stimmung. Darüber hinaus musst du aber auch ein paar Makel retuschieren, die zwar im Alltag nicht auffallen, aber auf Fotos markant hervortreten.
Dein Bearbeitungsprogramm der Wahl? Lightroom!
Lightroom ist nicht nur ein RAW-Konverter. Die Software hilft dir deine Fotos effizient zu verwalten, zu korrigieren und mit einem stimmigen Farblook zu versehen. Darüber hinaus kannst du – ganz ohne Photoshop – auch die Haut und Haare retuschieren.
In diesem Beitrag erfährst du, wie das alles funktioniert!
Inhaltsverzeichnis
1. Augenringe entfernen – schnell und subtil
Augenringe sind keine Katastrophe, aber sie lassen dein Model oft müde oder unvorteilhaft wirken. Manchmal liegt es auch einfach an der Ausleuchtung vor Ort, dass sich die dunklen Stellen unter den Augen bilden. In Lightroom kannst du sie mit dem Reparatur-Werkzeug im Pflaster-Modus entschärfen.
Augenringe entfernen in Lightroom:
- Wähle das Reparatur-Werkzeug (Tastenkürzel: Q)
- Stell den Modus auf »Pflaster«
- Fahr über die dunklen Schatten unter den Augen.
- Wird die Kopierquelle nicht angezeigt? Dann drücke die Taste H
- Wähle eine saubere Hautstelle in der Nähe als Quelle (notfalls von der Stirn)
- Reduziere anschließend solange die Deckkraft, bis es natürlich aussieht

💡 Tipp: Weniger ist mehr. Eine zu starke Retusche kann schnell künstlich aussehen.
2. Störende Haare? Einfach mit der Kontur-Technik entfernen
Einzelne abstande Haare – oft auch Babyhair – sehen unvorteilhaft aus. Ja, in diesem Beispiel ist es leicht mit dem schwarzen Hintergrund. Funktioniert aber generell auch in anderen Umgebungen.
Haare retuschieren mit Lightroom:
- Starte mit dem Reparatur-Werkzeug im Kopier-Modus (Stempel-Icon)
- Zieh vorsichtig an der Kontur des Kopfes entlang
- Wechsle danach auf den Reparatur-Modus (Pflaster-Icon)
- Entferne damit die übrigen Haare und male leicht über die Kontur-Linie
- Dadurch entsteht ein weicher Übergang zur vorherigen Kontur-Kante


3. Haut glätten per KI-Maske
Die menschliche Haut besitzt von Natur aus helle und dunkle Bereiche. Letztere können die Haut fleckig und unschön erscheinen lassen. Neben der Retusche einzelner Pickelchen emfpehle ich auch, die Haut zu glätten. Dank KI funktioniert das super einfach!
Haut glätten mit Lightroom:
- Gehe in das Masken-Menü
- Wähle »Person« und dann Haut von Gesicht und Körper aus
- Aktiviere die Vorgabe „Haut weichzeichnen“.
- Regel die Stärke der Vorgabe so weit runter, bis es natürlich aussieht

Mehr zu allen Schritten findest du in meiner Lightroom Hautretusche Anleitung.
4. Augen aufhellen für mehr Lebendigkeit
Die Augen sind das Fenster zur Seele. Und oft der Mittelpunkt vom Porträt. Neben einem Catchlight Reflex vor Ort, kannst du auch in der Nachbearbeitung etwas nachhelfen. So bringst du die Augen zum Strahlen!
Augen aufhellen mit Lightroom:
- Erstelle über das Maskenmenü eine KI Personenmaske
- Wähle Iris und Pupille aus
- Hebe die Belichtung leicht an
- Optional kannst du auch die Sättigung erhöhen

5. Die 3-Klick-Regel für Presets – schnell zum perfekten Look
Lightroom Presets speichern alle Regler-Einstellungen ab. Und sind damit ein Farblook auf Abruf! Um nicht unnötig Zeit zu verschwenden, startet jede Bearbeitung mit einem Preset.
Um effizient zu bleiben, nutze ich die 3-Klick-Regel statt mich in den Tiefen der Regler zu verlieren. Wenn der Farblook nach diesen 3 Klicks nicht sitzt, schaue ich mich lieber nach einem anderen Preset für das Foto um.

Lightroom Preset Anwenden mit 3-Klick-Regel:
- Fahre im Entwickeln Modus links im Preset Modul über die Presets und wöhle ein passendes aus
- Passe anschließend die Belichtung an
- Optimiere den Weißabgleich
Mit meinen ONE Lightroom Presets reichen in der Regel diese drei Klicks, um solche Ergebnisse zu erhalten:
Vorher: RAW // Nachher: ONE 01 Preset + Belichtung + Weißabgleich
Dir gefällt der Farblook und du suchst ein funktionierendes Preset Paket? Dann kannst du meinen Farblook einfach direkt übernehmen!

Übrigens: Wenn du gerade dabei bist, dich tiefer in das Thema Porträtfotografie einzuarbeiten – meine Available Light Fibel gibt’s aktuell kostenlos als Teil meines 7-Tage-Porträt-Kurses. Ein praktischer Licht-Guide für stimmige, natürlich wirkende Bilder.
👉 Du kannst dich direkt hier unten dafür eintragen:
6. Entwicklung synchronisieren – schnell mehrere Fotos auf einmal bearbeiten
Innerhalb des selben Fotoshootings oder auch Lichtsituation / Kulisse kannst du den gerade angepassten Farblook einfach auf eine komplette Serie legen!
Mehrere Fotos auf einmal in Lightroom bearbeiten:
- Bearbeite ein Bild im Entwickeln Modul komplett fertig
- Wähle dann die anderen Fotos aus (z.B. STRG / CMD + A)
- Klicke auf den großen »Synchronisieren…« Button unten rechts (STRG/CMD + Shift + S)
- Wähle die gewünschten Einstellungen zum Übertragen aus (alle außer Freistellen, Entfernen und Masken)


7. Bearbeitungszeit mit MIDI Controller halbieren
Vielleicht hast du schon einmal bemerkt, wie viel Zeit dir schon Tatatur-Shortcuts sparen. Die Maus-Bewegungen bremsen deinen Workflow immer aus (egal in welchem Programm). Und das Scrollen durch die Lightroom Regler erst recht.
Mit einem Midi Controller für Lightroom (Link zu meiner Anleitung) hast du jeden Regler parat und kannst sogar mehrere Regler gleichzeitig bedienen. Z.B. Belichtung und Bildausrichtung gleichzeitig korrigieren.
Du bist damit doppelt so schnell, so ein Gerät kostet nicht die Welt und ist schnell eingerichtet.

8. Moody Look durch abgesenktes Weiß
Ich persönlich liebe einen Look, der so aussieht, als wäre das Foto auf mattem Papier gedruckt wurden. Sprich: Das Weiß ist nicht mehr Weiß, sondern ein milderer Grauton. Dadurch entsteht ein stimmungsvoller Bildlook mit analogem Touch. Perfekt für emotionale Porträts!
So geht’s – Weiß absenken in Lightroom:
- Gehe zur Gradationskurve
- Setze drei Punkte auf die RGB-Kurve.
- Senke den Punkt ganz oben rechts (oder auch noch den zweiten) ab

9. Surreale Farben mit der Kamera-Kalibrierung
Der Bereich »Kalibrierung« in Lightroom kling erst einmal sehr technisch. In Wahrheit ist er aber ein sehr kreatives Werkzeug! Hier gelingen surreale Farben oder kräftige Hauttöne.
Kalibrierung kreativ einsetzen:
- Experimentiere mit dem Farbton der Primärfarben Rot, Grün und Blau
- Experimentiere mit demSättigung der Primärfarben Rot, Grün und Blau
- Verschiebe die Tönungen, um neue Looks zu erzeugen

🎨 Tipp: Surreal muss nicht unnatürlich heißen. Nutze Kalibrierung, um deine Bildsprache zu verfeinern.
10. So korrigierst du unnatürliche Hauttöne
Es gibt immer zwei Probleme, die für unnatürliche Hauttöne sorgen:
- Ein übertriebener Farblook
- Aufnahmeort mit Reflexion durch grüner Reflektion von Pflanzen, grelle Kleidung oder Kunstlicht
Hauttöne korrigieren mit Lightroom:
- Nutze den Farbmischer im HSL-Bereich
- Stell dort den Farbton von Orange ein
- Reduziere ggf. die Sättigung.
- Oder erhöhe die Luminanz, um die Haut heller wirken zu lassen.

11. KI-Bearbeitung bei großen Serien: Zeit ist Geld
Du hast 500 RAWs von einer Hochzeit? Dann willst du nicht jedes Bild einzeln anfassen.
Tools wie Neurapix oder Imagen AI analysieren deinen Bearbeitungsstil und wenden ihn automatisch an. Auch sind viele Zusatzoptionen wie Horizont ausrichten, Bildauswahl Assistent oder Hautglättung verfügbar.
Deine Aufgabe? Nur noch Feintuning. Du startest deine Bearbeitung also nicht bei 0 sondern bei 90%.


Für Hochzeitsfotografen ein echter Lebensretter. Und ja, du kannst es sogar kostenlos testen. Egal für welche KI-Anwendung du dich entscheidest:
Auch meinen Farblook kannst du dir in beiden Anwendungen sichern:
12. Relative Änderungen per Ad-Hoc Entwicklung
Du hast eine Serie perfekt bearbeitet – aber willst im Nachhinein alle Bilder ausgehend von der aktuellen Temperatur relativ noch etwas wärmer machen? Oder alle Fotos pauschal 1/3 Blende dunkler gestalten?
Ad-Hoc Entwicklung in Lightroom nutzen:
- Geh in die Bibliothek
- Wähle alle Bilder aus
- Aktiviere den Schalter auf dem Synchronisieren Knopf (Autom. synchr.)
- Klick auf die Pfeile in der Ad-Hoc Entwicklung und passe z.B. Temperatur oder Belichtung an

💡 Tipp: Mit gedrückter Shift-Taste werden noch feinere Bearbeitungsschritte eingeblendet
13. Zwischen Hoch- und Querformat wechseln
Suchst du einen einfachen Weg, um aus einem Querformat-Foto ein Hochformat zuzuschneiden? Oder andersherum?
Format in Lightroom ändern:
- Drücke die Taste R für den Zuschnitt-Modus.
- Dann die Taste X, um zwischen Hoch- und Querformat zu wechseln.
Da sich dadurch natürlich die Auflösung stark verringert, eignet sich dieser Trick vor allem für Social Media und Web-Größen.

14. Bilder drehen mit einem Shortcut
Manchmal erfasst deine Fotos die Ausrichtung nicht korrekt. Und speichert ein Hochformat Bild als Querformat ab.
Bilder drehen mit Lightroom:
- Drücke Strg + Komma (links drehen)
- Oder Strg + Punkt (rechts drehen)

15. Vergleichsansicht für Bildauswahl nutzen
Hast du zehn Versionen eines Portraits und willst die beste finden? Nutze die Vergleichsansicht, um Fotos direkt nebeneinander anzuzeigen.

Vergleichsansicht in Lightroom nutzen:
- Wähle die Fotos aus, die du vergleichen willst
- Drücke N – Lightroom zeigt dir die Vergleichsansicht
- Drücke Steuerung + TAB, um alle Seitenleisten auszublenden
- Halte Steuerung gedrückt und klicke auf ein Bild, um es abzuwählen
16. Fotos importieren und direkt umbenennen

Die Organisation deiner Fotos fällt leichter, wenn nicht jedes Bild »IMG_947« oder »DSC_8581« heißt. Stattdessen kannst du die Fotos direkt beim Import in das Aufnahmedatum und ein Stichwort umbenennen lassen.
Fotos beim Lightroom Import umbenennen:
- Hake »Dateien umbenennen« an
- Klicke auf »Vorlage« und »Bearbeiten«
- Wähle z.B. Datum-BenutzerdefinierterText-Folgenummer
- Speichere dir die Vorlage
- Den benutzerdefinierten Text kannst du direkt beim Import eingeben (du musst nicht jedes mal in dieses Menü rein)
- Lightroom benennt alle Bilder direkt beim Import anhand der Metadaten um
So findest du später jedes Projekt wieder – ohne langes Suchen.


17. Export-Vorgaben: Bilder schneller abspeichern
Beim Export musst du immer entscheiden, für welches Medium du deine Fotos abspeichern willst. Für einen Druck brauchst du hohe Auflösung, für eine Website ist eine kleinere Dateigröße gefragt. Um hier schnell wechseln zu können, speicherst du dir Export-Presets in Lightroom ab.
Lightroom Export Vorgaben anlegen:
- Leg im Lightroom Export-Dialog Bildgröße, Format, Qualität etc. fest
- Den Speicherort legst du auf: »Ordner später wählen« fest
- Füge links im Export-Fenster die aktuellen Einstellungen als Vorgabe hinzu
Ab jetzt nur noch Rechtsklick → Exportieren mit deiner Vorgabe. Spart viel Zeit und Nerven.


18. Komm in meinen Lightroom Kurs – und lerne Portrait Bearbeitung von Grund auf
In diesem Kurs bekommst du nicht einfach nur ein paar Tricks an die Hand. Du lernst Schritt für Schritt die Grundlagen und fortgeschrittenen Techniken der Portrait Bearbeitung mit Lightroom – ganz ohne Fachchinesisch, aber mit echtem Tiefgang.
Das erwartet dich im Kurs:
- Jeder wichtige Lightroom-Regler erklärt: Verständlich, praxisnah und mit Beispielen aus echten Shootings.
- Kompletter Portrait-Workflow: Vom RAW bis zum fertigen Bild – du siehst den ganzen Prozess.
- Direkt umsetzbares Wissen: Du lernst nicht Theorie, sondern bekommst sofort anwendbare Methoden für deine eigenen Bilder.
- Bonus-Material und Presets inklusive: Damit du gleich loslegen kannst – ganz ohne Herumprobieren.
- Community-Zugang: Du kannst Fragen stellen, dich mit anderen austauschen und bekommst direktes Feedback auf deine Bearbeitungen.

Ob du Einsteiger bist oder schon länger dabei – der Kurs holt dich genau dort ab, wo du gerade stehst. Und bringt dich gezielt dahin, wo du hinwillst: Zu richtig starken Portraits mit deinem ganz eigenen Stil.
19. Mit Dodge and Burn modellieren
Eine Kugel ohne entsprechende Schattierungen erscheint als flacher Kreis.
Man kann Formen also alleine durch Aufhellung und Abdunkelung bestimmter Bereiche modellieren. Das funktioniert auch bei der Porträt Nachbearbeitung.
Du willst deinem Portrait mehr Tiefe verleihen? Dann ist die Dodge & Burn Technik genau dein Werkzeug. Der Name klingt zwar nach schwerem Gerät, aber dahinter steckt eine ganz feine Kunst: gezieltes Aufhellen und Abdunkeln im Gesicht – ähnlich wie beim Make-up-Contouring.
Was Visagisten mit Foundation und Highlighter machen, machst du in Lightroom mit dem Korrekturpinsel (Taste K):
- Wähle eine höhere Belichtung für Bereiche, wo das Licht natürlich hinfällt – zum Beispiel auf die Stirn, den Nasenrücken oder die oberen Wangen
- Wähle eine dunklere Belichtung für Bereiche, wo Schatten entstehen – etwa unter den Wangenknochen, am Haaransatz oder unter dem Kinn
Damit kannst du:
- Wangenknochen betonen
- Die Kopfform optisch schmälern
- Das Gesicht plastischer wirken lassen
💡 Tipp: Schau dir vorher genau an, wo das natürliche Licht Schatten wirft. Du musst das Rad nicht neu erfinden – verstärke einfach das, was ohnehin schon da ist. Das bringt Tiefe ins Bild, ohne künstlich zu wirken.
Vorher: Ohne Dodge & Burn / Nachher: Beispiel mit Dodge & Burn
Damit kommen wir zum Ende von diesem Beitrag! Wenn du generell noch einen Überblick von A-Z in nur 14 Minuten über meinen Lightroom Workflow brauchst – sieh dir unbedingt noch dieses Video an:
💡 Bearbeite wie ein Profi – mit meinem Lightroom-System, das andere sich mühsam selbst beibringen.
Im kostenlosen Lightroom Crashkurs bekommst du meinen optimierten Workflow, mit dem du Bilder schneller bearbeitest – ohne an Qualität zu verlieren. Vom gezielten Auswählen bis zum fertigen Farblook.
In 5 kompakten Lektionen zeige ich dir, wie du deinen Bildstil entwickelst, effizienter arbeitest und endlich Kontrolle über dein Bearbeitungstempo bekommst – Schritt für Schritt in dein Postfach.









Herzlichen Dank für die äußerst nützlichen Ratschläge. Jetzt gilt es, sie in die Tat umzusetzen.
Sehr sehr interessanter Blog. Besten Dank für die hilfreichen Tipps. Nun heisst es umsetzten
Danke für die tollen Tipps! Einiges werde ich nun versuchen um zu setzten.
Jetzt inkl. Checkliste sichern!
Wirklich tolle Tips und sehr guter Beitrag. Vor allem alles sehr anschaulich und verständlich erklärt.