Professioneller Fotograf werden: Drei Wege in die Fotografie mit und ohne Ausbildung

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Egal ob angestellt oder selbstständig – aber du wolltest schon immer professioneller Fotograf werden? Mit der Fotografie deinen Lebensunterhalt verdienen? Oder ein nettes Zubrot erarbeiten und das Hobby zum Beruf machen? Das ist der Traum vieler Menschen, egal in welcher Situation sie gerade stecken.

Doch welche Wege gibt es überhaupt, das Fotografieren zu lernen und Fotograf zu werden? Und wie sieht der Alltag von einem Fotografen tatsächlich aus? Gerade für Leute, die ein neues Kapitel im Leben einschlagen wollen, dürfte dieser Beitrag interessant sein.

Ob du gerade erst mit der Schule fertig bist, oder schon fest im Leben mit Familie stehst, spielt keine Rolle. Man lebt nur einmal und am Ende sollte man sagen können, dass man seinen Traum gelebt (oder es immerhin probiert) hat.

So kannst du professioneller Fotograf werden

Ich arbeite aktuell als selbstständiger Hochzeits-, Porträt- und Produktfotograf sowie Fotografielehrer und will in diesem Beitrag schildern, wie du den Einstieg als Fotograf schaffst.

1. Wer ist für die Fotografie geeignet und braucht man eine Ausbildung?

Erst einmal die Gute Nachricht: Der Beruf des Fotografen ist aktuell nicht geschützt und es braucht keinen Meistertitel, um gegen Geld fotografieren zu dürfen. Das ist der Grund, wieso es aktuell auch wirklich viele Fotografen für so ziemlich alle Kundenbedürfnisse gibt. Es gibt dadurch allerdings auch keinen gemeinsamen „Qualitätsstandard“ – jeder macht sein Ding etwas anders. Und hier kommen wir auch zum ersten Punkt, bei dem man ehrlich zu sich selbst sein sollte:

Habe ich eine gewisse Künstlerische Veranlagung?

Beim Fotografieren entsteht am Ende etwas kreatives. Etwas, das sich der Fotograf und Kunde gerne ansehen. Dafür kann man sehr viel lernen, man sollte aber auch schon etwas mitbringen. Das ist in erster Linie einmal ein künstlerisches Grundgespür für Ästhetik. Und eine gewisse Kreativität. Beide Dinge kann man allerdings niemals objektiv messen.

Man kann Gestaltungsregeln üben, sollte aber als Fotograf bereits ein grundlegendes Gespür für Ästhetik und ein fotografisches Auge vorweisen können.

Mindestens genauso wichtig sehe ich daher die zweite Voraussetzung:

Hast du ein inneres Feuer und Neugier, um wirklich alle fotografischen Themen aufzusaugen?

Das finde ich viel wichtiger, denn der Aufstieg wird hart. Sobald man sich zwingen muss zu lernen, sollte man sich vielleicht etwas anderes suchen. Ich war damals neben der Schule immer stundenlang am Rechner gesessen, habe Dinge ausprobiert und Tutorials aus dem Netz in mich reingesaugt. Aber: Das hat sich nicht angefühlt wie eine Fortbildung zum Bürokaufmann. Sondern eher wie ein Spaziergang im Park – es hat unheimlich viel Spaß gemacht.

Ob einem eine solche Tätigkeit wirklich Spaß macht merkt man vor allem daran, dass man die Zeit vergisst. Man kommt bei einer Tätigkeit so in den Flow, dass man alles um sich herum vergisst. Und sich nach drei Stunden im Tunnel fragt, wo die Zeit hin ist.

Wenn Bildbearbeitung, Fotografie und Technik dich so in ihren Bann ziehen, dass du alles um dich herum vergisst, sind das schon einmal gute Anzeichen. Du musst wirklich ein tiefes Verlangen und Feuer für diese Themen mitbringen, weil du dich beim Entschluss Fotograf zu werden die nächsten 20-40 Jahre täglich damit befassen musst.

Wenn das nicht der Fall ist (oder du vielleicht gerade erst überlegen musst ob es das ist), dann solltest du vielleicht ehrlich zu dir selbst sein. Vielleicht passt ein anderer Zweig besser zu dir. Also überlege:

Was lässt dich die Zeit vergessen?

2. Was willst du überhaupt fotografieren?

Wenn irgendwie möglich, sollte dir auch von vornherein im Klaren sein, was du überhaupt fotografieren möchtest. Das ist ein zusätzlicher Faktor, den du bei der Entscheidung mit einfließen lassen solltest.

Wenn du technisch perfekte Produktaufnahmen fotografieren möchtest, kann es sinnvoll sein, z.B. direkt in einer entsprechenden Fotografie Abteilung einer Firma eine Ausbildung bzw. Praktikum zu absolvieren. Wenn du dich eher als künstlerischer Fotograf siehst, ist vielleicht ein Studium besser geeignet. Wenn du Portraits fotografieren willst, such doch einen etablierten Portrait Fotografen und bewirb dich für ein Praktikum.

Professioneller Fotograf werden

Das sind nur Beispiele, die zeigen sollen dass es neben deiner Ausgangslage auch darauf ankommt, was du überhaupt fotografieren willst.

Doch auch während und nach deiner Ausbildung solltest du deine Richtung weiter ausprägen und dich auf ein Thema konzentrieren. So wie es bei Ärzten verschiedene Spezialisten gibt, suchst du dir am besten auch 1-3 Richtungen heraus, in denen du dich später sehen würdest.

3. Die drei Wege in die Fotografie

Nun kommen wir zum Punkt, wieso du wohl auf diesem Beitrag gelandet bist. Mit welchen Wegen kann man Fotograf werden und die grundlegenden Fähigkeiten kennenlernen?

Dabei ist es nicht immer so, dass man sich einen Punkt frei heraussuchen kann. Viel mehr muss man den passenden Weg zur aktuellen Lebenssituation finden. Ein Familienvater kann schlecht eine Ausbildung zum Fotografen machen, da er eine Familie ernähren muss. Jemand mit Mittlerer Reife kann nicht direkt in ein Studium wechseln. Einer Schülerin vom Gymnasium würde ich nicht empfehlen, sich rein als Quereinsteigerin zu etablieren.

Daher nun erst einmal von vorne.

Klassische Ausbildung zum Fotografen

Das ist der Weg, an den viele wohl als erstes denken. Eine klassische Ausbildung im Fotostudio deiner Stadt. Doch hier muss man auch etwas weiter denken als nur daran. Es gibt mittlerweile viele weitere Arbeitgeber, bei denen man lernen kann. Statt im normalen Passbild- und Bewerbungsfotostudio gibt es z.B. folgende Möglichkeiten:

  • Passbild- und Bewerbungsfotosstudio
  • Hochzeitsfotografen
  • Agenturen (oft in Richtung Werbefotografie)
  • Industrie (große Firmen haben oft interne Produkt- und Industriefotografie-Abteilungen)
  • Architekturfotografen

Und gerade hier sollte man gerade nach dem Punkt wählen, was man eben machen will: Will ich Menschen, Werbung oder Produkte fotografieren? Auch das Gehalt variiert von Branche zu Branche.

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Wem empfehle ich diesen Weg?

Ich denke dieser Weg in die Fotografie ist besonders für junge Leute geeignet, die einen Abschluss mit Mittlerer Reife oder auch Abitur erlangt haben. Hier können die ersten Euros verdient werden und man wird an die Hand genommen. Man lernt alles Schritt für Schritt. Einen kleinen Nachteil sehe ich darin, dass man sich auch nicht völlig frei entwickeln kann. Man wird oft (nötigerweise) in vorgegebene Abläufe und Bildlooks gepresst, die die Firma eben vorher schon erfolgreich gemacht haben. Daher sollte man vorher genau überlegen, ob einem die Motive sowie Bildlook vom Arbeitgeber gefallen.

Der Vorteil gegenüber dem Studium ist dadurch aber auch, dass man direkt Berufserfahrung aus der Praxis erlangt.

Fotografie durch ein Studium erlernen

Ein Studium bietet neben der Ausbildung eine hervorragende Möglichkeit, fotografische Kenntnisse zu erlangen. Hier ein paar Beispiele an Studiengängen:

Es variiert eben auch von Studiengang zu Studiengang, welche Größenordnung die Fotografie am Ende einnimmt. Und ob man sich alleine für die Fotografie interessiert, oder auch etwas Gestaltung lernen möchte. Falls dem so ist, wäre Medien- und Kommunikationsdesign eine gute Wahl. In meinem Studiengang konnte man dann auch teilweise selbst wählen, ob man mehr Fotografie oder andere Gestaltungsfächer belegen möchte.

Wenn man mit Grafikdesign und anderer Gestaltung nichts am Hut hat, dann empfehle ich einen reinen Fotografie Bachelor- / Masterstudiengang. Falls jemand bereits einen Bachelor in der Tasche hat, kann eventuell sogar auch einen Master Studiengang absolvieren.

Abgesehen von dem ein oder anderen Praxissemester innerhalb der Studiengänge hat man allerdings hier einen Nachteil: In einem Studium ist man immer in einer „friedlichen Parallelwelt“ und man bekommt die richtige Arbeitswelt noch nicht zu 100% mit. Der Vorteil, der meiner Meinung aber viel wertvoller ist, liegt darin, dass man viel freier und unvoreingenommener an die Materie herangehen kann.

Meist hat man im Studium relativ freie Projekte, durch die man dann dazulernt. Man wird noch nicht in ein festes Schema gepresst, sondern kann seine eigene Bildsprache und fotografische Persönlichkeit entwickeln.

Wem empfehle ich diesen Weg?

Schulabgängern, die eine Hochschulreife erlangt haben und die Eignungsprüfung bestehen, würde ich ein Studium empfehlen. Praktische Erfahrung kann man später noch lange genug in seinem Leben sammeln. Dafür hat man hier viel freier die Möglichkeit einen Stil zu entwickeln und sich mehr dem Fotografieren an sich zu widmen. Von regulären Abläufen in einem Betrieb wird man erst einmal frei gehalten und kann sich voll auf sich selbst und die Fotografie einlassen.

Quereinsteiger Fotograf – Autodidaktisch lernen ohne Ausbildung

Der dritte Punkt ist der Weg als Quereinsteiger. Für diesen Weg braucht man wohl auch das meiste Feuer in sich – denn es gibt niemanden, der einen dazu drängt etwas zu lernen. Man ist voll für sich selbst und hat alle Zeit der Welt. Daher braucht man auch viel Selbstdisziplin. Hier ein paar Arten, wie im Alleingang lernen kann:

  • Kostenlose Videos und Tutorials (z.B. auf Youtube)
  • Videotrainings
  • Fotografie Blogs
  • Workshops
  • Bücher und E-Books (Empfehlungen gibt es am Ende von diesem Beitrag)
  • VHS Kurse
  • Praktika / Trainee-Programme

In erster Linie hilft einem hier wohl das Internet, wo viele Informationen freizugänglich sind. Der Unterschied zwischen kostenlosen und kostenpflichtigen Tutorials bildet meistens nur der Informationsgehalt und die Zeit, die man braucht um alles Wissen zu finden. Meist findet man zwar auch ohne Investition alle Informationen, aber braucht wesentlich länger. Professionelle Videotrainings kosten zwar etwas, bündeln aber viel mehr Wissen und sparen Zeit.

Fotograf werden ohne Ausbildung
Auch ohne Ausbildung oder Studium kann man autodidaktisch Lernen und als Quereinsteiger einsteigen.

Neben dem Lernen aus dem Internet und Büchern sollte man allerdings den persönlichen Kontakt mit anderen Fotografen nicht scheuen. Dafür kann man Workshops oder Kurse bei etablierten Fotografen buchen (Neudeutsch: Coachings). Hier kannst du auch persönlich fragen stellen, so dass das noch einmal eine bessere Lernkurve als das reine Internet bieten kann.

Lokale Treffen zum Netzwerken bieten sich auch an, um Erfahrungen auszutauschen.

Kurzer Hinweis in eigener Sache: Nützliche Blog Beiträge wie dieser leben nur mit etwas Werbung. Mit meinen Lightroom Presets verbesserst du also nicht nur deine Nachbearbeitung, sondern unterstützt gleichzeitig den Blog:

Eine tolle Möglichkeit sind auch Praktikumsstellen bei Fotografen. Wenn du Produkte fotografieren möchtest, mach doch mal ein Praktikum an entsprechender Stelle. Oder begleite etablierte Fotografen als Assistent auf Hochzeiten. Indem du anderen (oft zwar erst einmal kostenlos) zur Hand gehst, kannst du oft eine Menge mitnehmen.

Wem empfehle ich diesen Weg?

Wie der Name schon sagt, empfehle ich diesen Weg des Selbststudiums Leuten, die eigentlich gerade in einem anderen Beruf arbeiten und vielleicht auch schon besser verdienen. Oft hängt hier auch noch eine Familie mit drin, die ernährt werden muss – egal ob Vater oder Mutter. Man muss nicht gleich das komplette bisherige Leben aufgeben, sondern kann sich in Eigenregie annähern. Parallel zum Hauptberuf wird somit Wissen und ein zweites Standbein aufgebaut.

Fazit: Drei Wege in die Fotografie

Also im Gegensatz zu vielen anderen Berufen führen doch recht viele Wege in die Fotografie. Und dabei kommt es in meinen Augen nur darauf an, wo man selbst gerade im Weg steht.

In der Ausbildung wird man nach einem Schulabschluss direkt an die Hand genommen, allerdings auch mehr in das Unternehmen geformt als sich selbst zu entwickeln. Dennoch macht es keinen Sinn, sich nach der Schule ins Kinderzimmer zu setzen und den Eltern zu erzählen, dass man jetzt Quereinsteiger wird. Man ist noch jung und hat die Möglichkeit, von Anfang an die Fotografie zu erlernen. Und auch wenn es am Ende nicht 100% die Richtung ist, steht es einem immer noch offen sich selbst am Feierabend noch ein paar Tutorials anzusehen und ein eigenes Portfolio aufzubauen.

Ein Fotografie-Studium empfehle ich über der Ausbildung allen, die eine Hochschulreife erlangt haben und zugelassen werden. Im Weg steht oft aber auch noch eine Eignungsprüfung, bei der man ein kreatives Grundempfinden unter Beweis stellen muss. Das heißt im Grunde auch wenn man studieren will, muss man vorher in Eigenregie ein paar Grundzüge lernen und Arbeiten erstellen. Nur so kann man die eventuelle Eignungsprüfung bestehen. Alternativ spricht natürlich auch mit Hochschulreife nichts gegen eine Ausbildung an geeigneter Stelle.

Als Quereinsteiger sollte man anfangen, wenn man eben aktuell in einem anderen Beruf arbeitet. Hierfür braucht man aber genug Herzblut, um sich Abend für Abend noch am Rechner und praktische weiterzubilden, statt mit Kumpels eins Trinken zu gehen oder mit der Familie einen Film zu schauen.

Beachte neben der eigenen Ausgangssituation auch deinen Wunsch, was du überhaupt fotografieren willst. Wenn du direkt praktisch und handwerklich umsetzen willst, dann ist eine Ausbildung vielleicht besser geeignet. Im Studium geht es hingegen oft auch etwas künstlerischer zu, wodurch in erster Linie eine freie fotografische Entfaltung möglich wird.

Eine Ausbildung (und auch Praktikum) bietet den Vorteil, dass man direkt auf eine Selbstständigkeit vorbereitet wird. Man ist anders wie im Studium eben nicht in einem isoliertem Lehrraum, sondern wird direkt mit in Unternehmensprozesse und Abläufe integriert.

4. Mein Weg in die Fotografie

Nun will ich noch kurz zu meinem eigenen Weg in die Fotografie kommen. Diesen beschreibe ich selbst als eine Mischung zwischen Studium und Quereinsteiger, denn jetzt kommt noch eine kleine unangenehme Wahrheit:

Ein Studium im kreativen Bereich bringt meist auch nur so viel, wie man selbst bereit ist hineinzustecken.

Das heißt konkret, dass man am Ende auch bestehen kann, wenn man gerade so das Ziel erreicht. Wenn man es ernst meint, reicht das allerdings nicht.

Angefangen hat es bei mir, als ich mit 18 Jahren im letzten Schuljahr am Gymnasium eine Spiegelreflex Kamera gekauft habe. Seitdem begann, erst einmal autodidaktisch, eine extreme Lernkurve. Bei mir lief viel über Learning-by-Doing und Tutorials aus dem Internet.

Ich nenne es heute vielleicht Spielereien, aber am Ende sind doch einige coole Sachen herausgekommen – wodurch ich mir dann auch eine Mappe zusammenstellen konnte.

Nach dem Abitur habe ich mich bei der Hochschule Hof beworben. Beim zweiten Versuch der Aufnahmeprüfung wurde ich dort genommen und konnte durch den Mediendesign Studiengang Fotografieren lernen. Mediendesign ist dabei breit gestaffelt und reicht neben der Fotografie auch noch über Grafikdesign, Layout, Videoproduktion und Service Design zu vielen anderen gestalterischen Richtungen.

Diese Richtungen machten mir auch sehr viel Spaß, ich blieb allerdings im Kern immer bei der Fotografie und wählte entsprechend meine Vorlesungen. 2016 erlangte ich dort den Bachelor of Arts. Bis hierher sehe ich, dass ich die Grundlagen erlangt hatte. Das Lernen endete allerdings noch lange nicht. 2016 fing ich erst einmal als angestellter Grafiker an und baute mir nebenher meine Selbstständigkeit auf. Und hier lernte ich wohl das meiste in meinem Leben über Fotografie und Unternehmertum. Und das eben auch durch das Machen an sich.

Mein Motto war in gewisser Weise schon immer: Loslegen bevor man bereit ist.

Die Tutorials rissen also nicht ab und auch aktuell bringe ich mir regelmäßig selbst neue Dinge bei. Nichtsdestotrotz hat mir das Studium viel in den Grundlagen, Gestaltung und Sehen Lernen gebracht. Am Ende sollte jeder auch einen gewissen Quereinsteiger- und Eigenengagement Anteil mitbringen, um langfristig bestehen zu können.

5. Professioneller Fotograf werden –  Das sollte dir bewusst sein

Es gibt viele Firmen da draußen, wo man gut als Angestellter arbeiten kann. Nichtsdestotrotz denke ich, dass man gerade als Fotograf langfristig nur als Selbstständiger glücklich werden kann (außer man findet einen Arbeitgeber, dessen Stil und Arbeitsweise übetrieben gut zu einem selbst passt).

Fotograf werden und selbstständig arbeiten
Um sich später wirklich kreativ auszuleben empfiehlt es sich, irgendwann selbstständig zu arbeiten. Kannst du dir das vorstellen?

Dadurch, dass es ein sehr kreatives Feld ist, will man sich irgendwann selbst ausleben. Man will selbst bestimmen, was man wann und wie fotografiert. Und in welchem Bildstil man sich bewegt. Daher finde ich es wichtig, bevor man überhaupt die Grundlagen tiefergehend aneignet, sich im Klaren zu sein, was man will.

Kannst du es dir überhaupt vorstellen, als Selbstständiger zu arbeiten?

Und mit Thema des selbstständigen Arbeitens gehen einige Nachteile, aber eben auch viele Vorteile einher. Punkte, die du dafür erfüllen musst:

  • Selbstständige Arbeitsweise und viel Eigeninitiative
  • Große Neugierde
  • Aneignen von unternehmerischem Denken
  • Eigene „Kunst“ gegen Geld anbieten
  • Keine Scheu vor Steuern, Versicherungen, Buchhaltung (kann man man notfalls abgeben)
  • Durchhaltevermögen und Planungsfähigkeit
  • Transparente Finanzplanung
  • Gute Kommunikationsfähigkeiten und Verhandlungsgeschick

Mehr Tipps dazu findest du in meinem Beitrag über 16 essenzielle Tipps als selbstständiger Fotograf. Hier geht es auch darum, wie du nebenberuflich einsteigst sowie weitere Tricks für dein Business.

Die Empfehlung sich selbstständig zu machen zählt natürlich nicht, wenn du einfach nur aus Spaß an der Sache fotografieren willst oder einen Traumarbeitgeber gefunden hast. In allen anderen Fällen solltest du mit dir selbst abmachen, ob du dir vorstellen kannst, dich irgendwann selbstständig zu machen.

6. Alltag im Beruf des Fotografen

Wer Fotograf bzw. Fotografin werden möchte, interessiert ich wohl auch für den typischen Tagesablauf. Und hier kommen wir zu einem Merkmal, dem du dir bewusst sein solltest:

Als Berufsfotograf fotografiert man vielleicht 20% der Zeit. Der Rest ist ein Büro-Job.

Man malt es sich so schön aus (wie auch in der verlockenden Social Media Welt gezeigt): Sobald du Fotograf bist, bereist du die Welt. Fotografierst an exotischen Urlaubszielen Reisefotos und Werbekampagnen. Und schon geht es weiter zum nächsten Fotoshooting. Den Rest vom Tag erholst du dich am Pool.

So oder so ähnlich sehe ich es des öfteren auf Instagram.

Fotograf werden als Quereinsteiger
Die meiste Zeit als Fotograf verbringt man in der Regel nicht beim Fotografieren, sondern vor dem Rechner.

Nun will ich zur Wahrheit kommen und einen Überblick über typische Abläufe aus dem tatsächlichen Fotografen-Alltag geben:

  • Planung und Organisation von Fotoshootings
  • Fotografieren
  • Bilder sortieren und bearbeiten
  • Kundenkommunikation und Auftragsabwicklung
  • E-Mails und Anfragen beantworten
  • Vorbesprechungen mit potentiellen Kunden führen
  • Angebote und Verträge aufsetzen
  • Rechnungen schreiben
  • Buchhaltung und Verwaltung
  • Pflege der Marketing Kanäle (Website, Blog und Social Media)
  • Interne Weiterbildung

Kurz gesagt: Das ganze drumherum nimmt viel mehr Zeit ein, als das eigentliche Fotografieren. Dennoch dient es am Ende alles dem Zweck.

7. Fazit & Empfehlungen

Mein Lernprozess oder auch Laufbahn hat sich nie angefühlt, wie aus dem Bilderbuch. Es war oft eher ein Irrweg aus vielen Höhen und Tiefen – am Ende habe ich aber immer etwas gelernt und mich weiterentwickelt. Es war immer eine Mischung aus Studium und viel Eigeninitiative.

Durch Machen, Probieren und das Studium konnte ich viel lernen. Doch bis heute hat der Lernprozess nicht aufgehört.

In jedem Fotografen sollte etwas Quereinsteiger stecken, denn das Lernen wird nie aufhören.

Auch wenn man als Selbstständiger immer auch viel Organisation um die Ohren hat – wenn man das Feuer für die Fotografie oder eine kreative und erfüllende Tätigkeit in sich trägt, ist alles halb so schlimm. Am Ende macht das meiste eben doch Spaß.

Ein wichtiger Punkt, den ich noch zum Schluss anbringen will: Wie auch in anderen Bereichen der Kreativbranche entscheidet am Ende keine Note der Welt über Erfolg und Scheitern. Stattdessen geht es darum, Kunden und Arbeitgeber mit einem starken Portfolio zu überzeugen.

Den einen richtigen Weg gibt es nicht. Wie auch bei meinem eigenen Werdegang liegt der Trick oft in der Kombination, wie es z.B. durch Anstellungen in Teilzeit möglich wird.

Da das selbstständige Lernen nie aufhören sollte, will ich am Ende noch ein paar Bücher und E-Books zur Weiterbildung empfehlen:

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

6 Gedanken zu „Professioneller Fotograf werden: Drei Wege in die Fotografie mit und ohne Ausbildung“

  1. Hallo Markus, schön wie Du den „Quereinsteiger-Spirit“ beschreibst! Gut auch, den Fotovirus aus fachlicher Sicht bestätigt zu bekommen. Und des Pudels Kern finde ich Dein frohgemutes Motto, „anzufangen bevor man bereit ist“.
    Danke, daß Du das so schön zusammenfasst, Grüße ins heimatliche Oberfranken! Axel

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