Starker TTL Sony Blitz im Test: Original HVL-F 60 RM vs. Neewer NW880S Nachbau

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In diesem Beitrag vergleiche und teste ich zwei starke Blitzgeräte für Sony mit TTL. Einmal den originalen Sony Blitz HVL-F 60 RM (was für ein einprägsamer Name) – zum anderen den NW880S von Neewer.

Sony Aufsteckblitz auf Kamera
Muss es der originale Sony Aufsteckblitz sein oder taugt auch die günstige Alternative?

Im Markt für Kamerablitze gibt es aktuell zwei Optionen für ein Blitzgerät: Das Original Gerät vom Hersteller, auf das man ein Jahr spart. Oder aber günstige Nachbauten von „No-Name“ Herstellern. No-Name ist mittlerweile relativ, da sich Hersteller wie Yongnuo, Neewer und Godox schon sehr bewährt haben.

Es mag wie David gegen Goliath klingen. Der Original Sony Flaggschiffsblitz liegt preislich bei circa 540,00€. Der Neewer NW880S ist dagegen schon für unter 100€ zu haben. Klar zahlt man bei Sony den Namen mit. Doch war es das? Oder gibt es da noch etwas, das diesen Preis rechtfertigt?

Kurzvorstellung der beiden Sony Blitzgeräte

Bei mir kommt ein Aufsteckblitz bei der Hochzeits- und Reportagefotografie zum Einsatz. Gelegentlich soll aber auch entfesselt geblitzt werden. Es sollten also folgende Funktionalitäten für meinen Einsatzzweck haben:

  • Viel Blitzpower und vor allem schnelle Nachladezeit (Leitzahl 60)
  • Gute Verarbeitung für professionellen Dauereinsatz
  • Integrierte Funksender und Empfänger zum entfesselt Blitzen

Bei dem Neewer NW880S handelt es sich meines Wissens nach um exakt das selbe Modell wie der Godox TT685S. Nur dass der Neewer etwas günstiger zu haben ist. Der Godox wird dafür mit etwas Zubehör angeboten. Der Godox Blitz wird öfter mit Firmware Updates versorgt, die aber nach einen Recherchen auch auf dem Neewer funktionieren. Wie so oft bei günstigem Kamera Zubehör kommt es scheinbar aus der selben China Fabrik und wird immer nur mit dem gewünschten Herstellerlogo bedruckt.

Ich vergleiche diesen Blitz auch gerne mit meinen geliebten Yongnuo Blitzen, die ich sonst immer auf meiner Canon benutzt habe: Gut verarbeitet, volle Funktionalität, günstiger Preis. Wir kommen dann später noch zum Haken.

Baugleichheit zum Godox TT685S
Links der Sony Blitz, rechts der Neewer NW880S, der baugleich zum bekannten Godox TT685S ist.

In der anderen Ecke des Rings steht der neue Herausforderer: Mehr als 5 mal so teuer zeigt sich der originale Sony HVL-F 60 RM Aufsteckblitz. Er soll die Spitze der Sony Blitzevolution verkörpern. Er wurde mit dem Boom der Spiegellosen Kameras entwickelt und besitzt drei LED Lichter auf der Vorderseite. Dazu besitzt er eine einzigartige Konstruktion um das Licht zu lenken.

Die Gemeinsamkeiten der Blitze: Sie besitzen beide die starke Leitzahl 60 und laden schnell nach. Sie zoomen beide von 20 bis 200mm. Sie besitzen beide eine Streulichtscheibe und Reflektorkärtchen. Zudem haben beide die Highspeed Synchronisation zum Blitzen mit Verschlusszeiten kürzer als 1/250 Sekunde. Sie sind zudem beide gut verarbeitet. Sie besitzen beide einen Eingang für externe Stromquellen sowie USB Anschluss für Firmware Updates. Manueller- , TTL- und Multiblitz Modus sind ebenfalls auf beiden verfügbar. Beide können drahtlos ein Blitzsignal senden und empfangen.

Vor- und Nachteile des Neewer NW880 S / Godox TT685 S Blitzes

Abgesehen von den vielen Gemeinsamkeiten will nun für jeden Blitz auf weitere Vor- und Nachteile kommen.

Vorteile des Neewer NW880 S
Der günstige Neewer NW880 S Blitz hat einiges für seinen Preis zu bieten.

Positiv beim Neewer Aufsteckblitz ist der Anschaffungspreis. Dazu gibt gegenüber dem Sony Blitz einen optischen Slave Betrieb. Insgesamt dürften die Original Hersteller diese Blitz Nachbauten hassen, denn: Wie auch beim Yongnuo ist die Verarbeitung ausgezeichnet.

Dieser Blitz fühlt sich so an, als könnte man Nägel mit ihm in die Wand schlagen. Er fühlt sich sogar irgendwie minimal besser an als das Gehäuse vom Sony. Das ist aber nur mein Empfinden. Er wirkt auf jeden Fall sehr robust und langlebig. Die Oberfläche ist auch kaum kratzempfindlich, im Gegensatz zu der vom Sony.

Ein kleiner Vorteil ist zudem, dass er etwas schlanker gebaut wurde. Das liegt am klassischen Blitz Design.

Gegenüber dem Sony Blitz is der Neewer durch seine klassische Form minimal schlanker.
Blitzfuß Neewer NW880S
Der Blitzfuß ist aus Plastik und bietet keinen Schnellverschluss.

Wieso habe ich dann eigentlich nun überhaupt noch den Sony Original Blitz getestet? Damit kommen wir zum gravierenden Nachteil von diesem Blitz: Das AF Hilfslicht funktioniert in Verbindung mit der spiegellosen Sony nicht.

Somit wird bei Dunkelheit zum Fokussieren nur das kamerainterne AF-Hilfslicht benutzt – und dieses wird großteils vom Objektiv verdeckt. Sofern man gerade nicht ein wirklich kleines verwendet. Es gibt allerdings eine Möglichkeit, das AF Hilfslicht nachzurüsten: Steckt man den Godox X1T-S Sender* zwischen Kamera und Blitz, kann mit entsprechenden Einstellungen und der neusten Software dessen AF-Hilfslicht benutzt werden. Dadurch wird die ganze Konstruktion natürlich etwas größer.

Ich nehme an, dass dieser Blitz ursprünglich für klassische DSLR Kameras entwickelt wurde. Dort funktioniert das Hilfslicht mit Sicherheit. Systemkameras haben jedoch ihre Probleme mit dieser Fokus Unterstützung. Statt für eine Alternative zu sorgen, wird das Licht somit einfach nicht unterstützt.

Ein weiterer kleiner Nachteil ist, dass zwar die Tasten beleuchtet sind. Allerdings steht auf diesen nicht direkt, wofür sie sind. Weshalb die Tastenbeleuchtung eigentlich nutzlos ist.

Bedienung des Neewer NW880 S
Die Bedienung des Blitzes ist in Ordnung, könnte aber einfacher gehalten sein. Die Tasten sind beleuchtet, die Symbole können aber im dunklen schlecht erkannt werden.

Vorteile:

  • Günstig in der Anschaffung
  • Klassischer Slave Modus
  • Neigen des Blitzkopfs fühlt sich hochwertiger an
  • Allgemein etwas robustere Anmutung
  • Schlankerer Aufbau

Nachteile:

  • Blitzschuh aus Plastik
  • Kein AF-Hilfslicht
  • Kein Schnellverschluss

Vor- und Nachteile des Original HVL-F 60 RM Sony Blitz

Nun kommen wir zum Herausforderer – dem originalen HVL-F 60 RM Sony Blitzgerät. Und dieses muss sich nur auf den ersten Blick vor der Konkurrenz verstecken. Auf den zweiten Blick wird klar, dass dieser Blitz direkt für die Verwendung mit einer spiegellosen Sony konzipiert wurde.

Kaufgrund und Vorteile

Um zum Hauptgrund zu kommen, wieso dieser Blitz nun vor mir liegt: Er besitzt drei LED Leuchten, die als Autofokus Hilfslicht dienen. Damit kann die Kamera objektivunabhängig den Fokus bei Dunkelheit finden. Das klappt auch nicht so gut wie mit einer DSLR und Infrarot Licht. Aber wesentlich besser als mit dem kamerainternem Hilfslicht.

Sony Aufsteckblitz mit LED AF Hilfslicht
Die Kamera kann die drei hellen LEDs des Blitzes ansteuern und als Hilfslicht für den Autofokus nutzen. Es kann in zwei Helligkeitsstufen eingestellt werden oder dauerhaft als Videolicht leuchten.

Diese LEDs können zudem auch dauerhaft für Videos eingeschaltet werden. Sie sind in der Helligkeit frei regelbar.

Verarbeitungsmäßig ist der Blitz in Ordnung. Der Dreh- und Kipp Mechanismus fühlt sich beim Neewer etwas hochwertiger an, da dieser angenehm schwergängig und soft schwenkt. Der Sony Kopf rumpelt so vor sich hin (übertrieben gesagt). Das ist aber sicherlich Geschmackssache. Der Blitzfuß ist aber hier direkt aus Metall, dem ich mehr Belastungsvermögen zuschreibe als dem Neewer Plastik Fuß. Besser ist hier auch der Schnellverschluss statt dem Rad zur Befestigung am Blitzschuh.

Metal Blitzschuh
Der Blitz besitzt einen Metal Blitzfuß und einen Schnellverschluss.

Soweit so gut. Nach diesem ursprünglichen Kaufgrund sind mir aber noch viele weitere Eigenschaften aufgefallen, die diesen Blitz zu einem Vergnügen machen.

Interface und Bedienung des Sony Blitz HVL-F 60RM
Völlig überrascht hat mich die super einfache und intuitive Bedienung des Blitzes. Das Display ist übersichtlich aufgebaut. Mir gefällt die einfache Haltung mit dem + und – Knopf für die Blitzstärke. Die Tasten sind zudem durch die Symbole beleuchtet und lassen sich frei belegen.

Kommen wir zum nächsten Highlight: Der Bedienung. Was braucht man am häufigsten beim Blitzen? Richtig – die Möglichkeit die Stärke zu verstellen. Der Rest ist meistens nicht so wichtig. So kann man im manuellen und TTL-Modus blitzschnell über die seperaten „+“ und „-“ Tasten die Leistung direkt korrigieren. Auch das gesamte Display ist übersichtlich gestaltet. Die Bedienung erfolgt intuitiver als beim Neewer Blitz und die Tasten sind direkt durch die Symbole beleuchtet. Sie lassen sich so im Gegensatz zum Neewer / Godox im Dunklen erkennen und bedienen.

Die Bedienung von diesem Blitz ist wirklich sehr intuitiv und einfach zu verstehen.

Nächster Höhepunkt ist der komplett andere Aufbau des Blitzes. Ich rede vom Kippen in das Hochformat – so einfach und schnell ging das bei keinem anderen Blitz.

Im Folgenden siehst du die Funktion im Vorher-Nachher Slider. Schön ist auch gelöst, dass die kleine Winkel-Skala links erst beim Abkippen des Blitzes sichtbar wird:

Sony Blitz HVL-F 60 RM
Der clevere Kipp Mechanismus vom Blitz macht Hochformat Aufnahmen zum Vergnügen. Die Ausleuchtung sieht so bei beiden Formaten identisch aus und lässt sich schneller als bei dem herkömmlichen Blitzen ändern.

Hat man den Blitz zur Decke gerichtet und will ins Hochformat wechseln: Bei herkömmlichen Blitz Designs muss man dafür erst den Blitz nach unten klappen, Kamera drehen, dann Blitzkopf nach rechts zur Decke drehen. Erst dann steht der Blitz wieder wie vorher.

Beim Sony Blitz schwenkt dagegen der komplette Blitzkopf. Und der gewählte Winkel vom Querformat bleibt auch 1:1 so im Hochformat bestehen. Sehr clever gelöst. Drehen kann man den Blitz übrigens gar nicht – auch die Ausrichtung nach hinten lässt sich ohne Drehung bewerkstelligen.

Funktionen der Sony Blitzgeraete
Hier siehst du die Kippfunktion des Blitzgerätes noch einmal im Detail.

Pluspunkt sind auch wie auch bei den Kamerabodies die Möglichkeiten zur Button Individualisierung. Und sogar ein C1 Knopf steht zur freien Verfügung. So lässt sich der Blitz an die eigene Fotografie anpassen.

Die direkte Verbundenheit des Blitzes mit der Kamera fühlt man nicht nur, wenn die LED Lichter beim Fokussieren helfen. Auch wenn man die Kamera kurz ausschaltet – der Blitz schaltet ebenfalls ab und spart Strom. Schaltet man die Kamera wieder an, geht der Blitz auch wieder in Betrieb. Das spart bei jedem mal Ausschalten einen weiteren Handgriff.

Letzter Punkt ist dann noch die Wetterfestigkeit: Man sieht u.a. am Batteriefach entsprechende Dichtungen, die den Blitz wetterfest machen sollen. Selbst habe ich das bisher nicht getestet.

Nett ist auch, dass Sony direkt einen passenden Bouncer / Aufsteck-Diffusor und zwei Farb-Aufstecker mitliefert. Dadurch kann man gelbem Kunstlicht mit einem einheitlichem Weißabgleich begegnen. Schlau ist auch, dass der Blitz erkennt, sobald der Diffusor aufgesteckt wird. Dann zoomt der Blitz automatisch auf die optimale Stellung.

Zubehör des Sony Alpha Blitz
Mit im Lieferumfang enthalten ist der passende Bouncer, der beim Aufstecken vom Blitz erkannt wird. Dazu gibt es noch zwei Aufsätze als Farbfolien Ersatz.

Nachteile des Sony Alpha Blitzgeräts

Zu den Nachteilen des Blitzes gehören lediglich die hohen Anschaffungskosten (und auch die des teuren Zubehörs). Der Blitz ist durch die innovative Kippform leider etwas dicker gebaut.

Wirklich ärgerlich ist es, dass der Blitz keinen optischen Slave Modus besitzt, über den er durch den Blitz eines anderen Blitzes ausgelöst wird. Er kann nur von Sony Zubehör mit entsprechender Funk Schnittstelle gesteuert werden, was am Ende wieder ein teurer Spaß wird.

Eine Kleinigkeit die auch bei einem 500€ Gerät nicht sein darf – die weiße Reflektorkarte wackelt herausgezogen einfach nur hin- und her und lässt sich meiner Meinung nach etwas zu leicht wieder einfahren. Das wirkt etwas billig.

Ärgerlich ist auch, dass die Oberfläche zwar edler als beim Neewer aussieht – Kratzspuren werden aber schon sehr früh sichtbar. Es reicht, wenn man mit dem Fingernagel abrutscht.

Vorteile:

  • Blitzschuh aus Metall
  • Tasten im dunklen beleuchtet
  • Einfache Bedienung
  • Übersichtliche Menü- / Display Aufteilung
  • Einzigartige Kipp Funktion für Hochformat
  • Frei belegbare Knöpfe inkl. Custom Button
  • Schaltet automatisch mit der Kamera aus und ein
  • Integriertes LED Licht für Video und Fokus
  • Schnellverschluss statt Schraubrad
  • Wetterfest
  • Inkl. passender Diffusor und Farbaufsätze

Nachteile:

  • Blitz und Zubehör teuer
  • dickere Bauweise
  • kein optischer Slave Modus
  • Reflektorkarte locker und wackelt
  • Schwarze Oberfläche relativ empfindlich gegen Kratzer

Fazit: Braucht man einen 500€ Sony Aufsteckblitz oder tut es auch die 100€ Nachbau Alternative?

Wer sollte sich nun welchen Blitz kaufen?

Anfangs ist es natürlich auch eine Sache des Kleingelds, das gerade vorhanden ist. Und hier kostet der Neewer Blitz eben nur ein Fünftel. Wer im Verband über Funk blitzen will, kann sich also zum Preis vom Sony Blitz 5 Stück vom Neewer holen und komplexe Licht-Setups aufbauen. Entsprechende Sender zum Aufstecken kosten unter 50€ – bei Sony wären wir da auch wieder bei knapp 300€.

Der Blitz ist gut verarbeitet und wird seinen Dienst tun. Auf ein Hilfslicht sollte man dann aber verzichten können – sprich nicht viel im komplett dunklen Arbeiten. Falls doch, kann man wie geschrieben das AF Hilfslicht probieren mit dem Godox X1T Sender* nachzurüsten.

Für die meisten Fotografen wird dieser Blitz also ein starker Begleiter werden. Wenn man noch gar keinen Blitz hat oder nicht gleich 500€ ausgeben will, kann man bedenkenlos zugreifen.

Hier geht es zum günstigen Neewer Blitz auf Amazon* | Hier findest du die Godox Edition mit Zubehör*

Erfahrung Neewer NW880 S
Der Neewer Blitz ist für seinen Preis unschlagbar und bietet alle grundlegenden Funktionen. Bis auf die Unterstützung des AF Hilfslichts. Ansonsten wäre er fast perfekt.

Wer dagegen etwas mehr Budget hat oder auf DAS Bild auch bei Dunkelheit angewiesen ist: Mit dem originalen Sony Blitz mit dem LED Licht erhöht man seine Chancen dieses auch bei Dunkelheit zu schießen. Das LED Hilfslicht unterstützt den Fokus im Dunkeln enorm – erwartet aber nicht, dass es so gut wie die Infrarot Lösung herkömmlicher DSLR Lösungen funktioniert. Für die Sony Alpha aber wohl das beste, was man aktuell machen kann.

Nach diesem ursprünglichen Kaufargument hat mich die restliche Funktionsweise wie das übersichtliche Menü, einfache und klare Bedienung und der fortschrittliche Kipp Mechanismus überzeugt. Es macht einfach sehr viel Spaß mit dem Blitz zu arbeiten und man hat das Gefühl, Kamera und Blitz werden eins. Dieses Gefühl kann und wird man wohl nie mit Drittherstellern bekommen.

Sony Aufsteckblitz
Der original Sony Aufsteckblitz überzeugt durch viele kleine, aber wertvolle Details. Durch die einfache Menüführung, Bedienung, das LED Hilfslicht, Schnellverschluss und intelligenten Kippmechanismus erhält man eine ganz neue Erfahrung. Es fühlt sich so an, als ob dieser Blitz direkt mit der Sony verschmilzt.

Wer also mit der Fotografie sein Geld verdient und oft im Dunklen gute Ergebnisse liefern muss, sollte sich den originalen Sony Blitz genauer ansehen. Will man lieber per Funk blitzen und kann auf das AF Hilfslicht verzichten, der ist mit dem Neewer gut beraten.

Unterm Strich sind beide zwei sehr potente Blitze für die Sony, die ich euch in diesem Artikel hoffentlich im vollen Umfang vorstellen konnte.

Auch interessant: Wer nicht so viel Blitzleistung, sondern eher einen kompakteren Blitz will, sollte sich den kleinen Neewer NW400S Blitz genauer ansehen*. Diesen Blitz benutze ich als Fujifilm Edition auf meiner X-T2 und bin auch sehr überrascht, was dieser kleine Blitz alles drauf hat.

Update 27.04.2020: AF-C & Sony Firmware

Auch 2020 ist der original Sony Blitz an meiner Seite und vollrichtet zuverlässig seine Dienste. Die Arbeit mit dem Blitz ist immer noch sehr angenehm. Es gibt allerdings eine neue Erkenntnis:

Das Fokussystem von der Sony A7 III funktioniert in meinem Fall mit AF-C insgesamt einfach wesentlich besser. Sowohl tagsüber, als auch nachts. Auch wenn dadurch das integrierte Hilfslicht nicht funktioniert, treffe ich den Fokus mit AF-C auch bei wenig Licht einfach besser. Dennoch ist es je nach Situation gut, die Möglichkeit des Hilfslichts zu haben. Man kann es z.B. auch für wichtige Momente dauerhaft aktivieren.

Aus diesem Grunde könnte man wohl auch den Dritthersteller Blitz nehmen – allerdings überwiegt dennoch der Vorteil, dass der Sony Blitz das System vervollständigt. Und hier kommen wir zum zweiten Punkt:

Mit dem neuen Firmware Update von Blitz und Kamera funktioniert das noch besser. So kann man nun direkt im Menü der Kamera alle Funktionen des Blitzes einstellen. So greift alles noch besser Hand in Hand. Ich nutze den Blitz so noch lieber als vorher.

Update 11.09.2020: Neewer Blitz schaltet auch mit Kamera ab

Mir ist nun aufgefallen, dass der Blitz mittlerweile auch zusammen mit der Kamera ausschaltet bzw. in den Standby Modus geht. Vermutlich ist das seit Firmware Version 2.1 der Fall, die ich mir von der Godox Website her installiert hatte.

Das spart nun beim ausschalten der Kamera, dass man den Blitz separat ausschalten muss. Oder man versehentlich den Blitz vergisst und dieser weiter Strom verbraucht. Das macht den Blitz noch besser.

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

6 Gedanken zu „Starker TTL Sony Blitz im Test: Original HVL-F 60 RM vs. Neewer NW880S Nachbau“

  1. Hallo,

    ja der HVL-F60RM lässt sich auch als Slave-Blitz verwenden, was ich jetzt nicht weiß ob es erst nach dem Firmware Update möglich ist da ich es vorher nicht getestet hatte.
    Man kann auswählen ob er als Master oder Slave arbeiten soll, wenn er als Slave arbeitet signalisieren die weißen LEDs die Bereitschaft durch langsames blinken, so wie es die Vorgänger mit roten Licht kund getan haben das sie bereit sind.

    Gruß Pittisoft

    Antworten
  2. Hallo,

    der Vergleich hat mir sehr gut gefallen und bestätigt mir doch wieder die richtige Entscheidung getroffen zu haben mit dem HVL-F60RM.
    Was ich nicht verstehe ist das Sony das rote AF-Hilfslicht einfach abschaltet obwohl es wie meine eigenen Tests gezeigt haben funktionieren würde mit dem sichtbaren Rot Anteil, wenn auch nicht zu 100% aber einfach abschalten ist nur eine Nötigung den neuen kaufen zu müssen.

    Allerdings kann ich zwei Punkte unter „Nachteile“ nicht nachvollziehen.

    >kein optischer Slave ModusReflektorkarte locker und wackelt<
    Bei meinen HVL-F60RM lässt sich die Streulichtblende sowie die Reflektorkarte schon fast zu schwer raus ziehen und die Reflektorkarte schlabbert auch nicht locker und wackelig rum.
    Aber vielleicht gibt es auch hier wie bei Objektive eine Art von Serienstreuung.

    Gruß Pittisoft

    Antworten
    • Hallo Pittisoft,

      danke für dein Feedback!

      Ich würde gerne den Blitz auch als Slave-Blitz verwenden – er soll einfach mit auslösen, wenn andere Blitze auslösen. Funktioniert das etwa doch?

      Streulichtblende und Reflektorkarte fahren an sich ganz normal heraus. Allerdings ist sie bei meinem Modell komischerweise nicht wirklich fest. Meistens fotografiere ich aber sowieso mit dem mitgelieferten weißen Diffusor.

      Viele Grüße,
      Markus

      Antworten
  3. Cooler, sehr ausführlicher Testbericht. Cool deshalb, weil du auf praxisnahe, relevante Vor- und Nachteile eingehst, statt wie die meisten Tests zu vergleichen, welcher nun ein paar Prozent mehr Licht macht etc.
    Meine Zeit mit Sony Kameras ist schon ein paar Jahre her, aber ich erinnere mich noch an meinen ersten Sony Blitz mit diesem Hochformat Kipp Mechanismus. Genial einfach und wirklich deutlich besser als alle anderen. Schön, dass die den beibehalten haben. Alleine dafür würde ich jederzeit wieder zum Original greifen.
    Was ich bei allen großen Marken (außer Profoto) einfach nicht verstehe: warum schlagen wir uns immer noch mit AA Zellen rum, wenn Lithium Akkus längst viel besser sind? Ich suche schon seit längerem einen neuen Aufsteckblitz für meine Hochzeitsreportagen und kann auf den Partys weder lange Ladezeiten gebrauchen noch das nervige Wechseln der Akkus.
    Profoto und Godox liefern endlich Blitz mit einem einzigen (Lithium) Akku Block, der super schnell gewechselt ist. Ich finde es schade, dass Canon, Nikon und Sony das immer noch nicht tun.

    Antworten
    • Hi Moritz,

      ja ich wollte vor allem aus meinen Erfahrungen aus der Praxis eingehen. Das mit den Akkus stimmt wohl – wobei ich mit den Eneloop Pro Akkus bisher gut über die Runden komme. Vorteil ist, dass diese Akkus auch für andere Geräte gehen und es einen dann bei den Originalen Lithium Akkus beim Preis die Tränen in die Augen treiben würde, sofern man doch noch ein paar auf Ersatz braucht. Aber man kann gespannt sein, was noch kommt. Sony setzt hier noch auf einen Externen Akku, den man dann per Kabel als Verstärkung mit dem Blitz verbinden kann.

      Gruß,
      Markus

      Antworten

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