In 4 Schritten zum eigenen Fotografie Stil

Am in , veröffentlicht.

Lerne im kostenlosen Portrait Email-Kurs, wie du Schritt für Schritt gelungene Porträts fotografierst. Trage dich jetzt in den Newsletter ein und du erhältst den Kurs mit weiteren nützlichen Tricks und Angeboten. Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.


„Dieser Fotograf hat einen coolen Stil“ hört man die Leute immer wieder sagen. Doch was macht einen eigenen Fotografie Stil eigentlich aus? Was gehört dazu? Hier gibt es 4 Faktoren, die die eigene fotografische Handschrift prägen.

Bildmotiv

Die erste Entscheidung, die der Fotograf trifft ist die, was er überhaupt fotografiert. Fotografierst du Landschaft oder Stillleben? Fotografierst du Tiere oder Menschen? Und bei Menschen gibt es auch wieder verschiedene Richtungen. Fotografierst du Porträts, Fashion oder Werbung? Männer oder Frauen?

Alleine durch diese Entscheidungen definiert man auch erst einmal den Bereich, in dem man hauptsächlich tätig sein wird. Bei mir waren es vor ein paar Jahren noch hauptsächlich Landschaften, mittlerweile hat sich der Fokus im wahrsten Sinne auf die Porträtfotografie gelegt.

Die nächste Frage beim Bildmotiv ist, in welche Richtung es geht. Soll es in Richtung Fotokunst gehen, bei der die Person oft in den Hintergrund rückt? Oder sollen es Porträtaufnahmen sein, bei denen es meistens allein um die Person geht? Benutzt man öfter Requisiten?

Wenn man einen eigenen Fotografie Stil entwickeln will, sollte man sich mit diesen Fragen auf jeden Fall auseinandergesetzt haben. Dabei schließt das eine das andere natürlich auch nicht vollkommen aus. Man sollte sich aber dennoch bewusst sein, wo der Kernbereich liegen soll.

Fotografietechnik und Einstellungen

Wenn du weißt, was du fotografierst, kommen wir dazu, wie du es fotografierst. Dazu gehört zum einen, welches Licht du benutzt. Zum anderen aber auch die Kameraeinstellungen und teilweise auch dein Equipment.

Zunächst aber zum Licht: Dieser Faktor ist für den Bildlook und damit auch für den Fotografie Stil sehr entscheidend. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten:

Schießt du vor allem Porträts bei Available Light? Dieses kannst du z.B. verwenden, wenn du die Natürlichkeit in deinen Bildern erhalten willst. Man reagiert hier also nicht auf Lichtverhältnisse, sondern passt sich ihnen möglichst vorteilhaft an. Dabei ist es wichtig, Orte und deren Lichtstimmungen zu lesen.

Natürlich kann man auch Lichtsituationen an Orten korrigieren oder auch im Studio komplett selbst gestalten. Hierfür werden Blitze verwendet. Dadurch kann man selbst entscheiden, ob man das natürliche Licht nur unterstützen will und unvorteilhafte Lichtstimmungen ausgleicht. Oder aber eigene Lichtstimmungen erschafft, die dann nach Belieben auch künstlich aussehen können.

Fotografie Stil entwickeln

Ein anderer Punkt wäre aber auch die Kameraausrüstung an sich. Natürlich braucht man nicht das teuerste Equipment. In erster Linie sollte man eben überlegen, was man für seinen Stil braucht. Willst du Blitzen, dann musst du entscheiden ob du unterwegs oder im Studio arbeiten willst. Dementsprechend brauchst du also einen Blitz mit Porti/Akku bzw. kompakten Systemblitz? Oder brauchst du einen Blitz, der nur im Studio steht und eine Steckdose braucht? Oder gar Dauerlicht?

Ein wichtiger Aspekt bei der Technik ist natürlich auch das Objektiv. Bei manchen Fotografen sieht man z.B. immer wieder sehr unscharfe Hintergründe. In fast allen Bildern. Ich bin der Meinung, dass die Blendenwahl dann den Bildstil maßgeblich mit definiert. Genauso wie die Schärfe des Objektivs. Oder auch die Brennweite, die den aufgenommenen Bildwinkel bestimmt.

Hier gibt es Leute, die auf das klassische 50mm Objektiv schwören. Mittlerweile bevorzugen viele aber auch das 35mm Objektiv mit dem etwas moderner wirkendem, weiteren Blickwinkel.

Blickwinkel und Komposition

Wie gerade beim Objektiv schon bemerkt, ist der Blickwinkel wohl auch entscheidend. Dazu gehört nicht nur die Brennweite des Objektivs. Diese kann aber jedoch auch schon eine Charakteristik sein, die man als Betrachter teilweise auch nur unterbewusst wahrnimmt.

Vielmehr sieht man oft, dass sich Fotografen auf einen gewissen Blickwinkel eingefahren haben. Fotografiert man regelmäßig frontal? Oder leicht von oben? Oder direkt aus Bodennähe?

All das fällt später auch auf, wenn man sich auf eine Richtung konzentriert. Das heißt natürlich nicht, dass man ab heute nur noch Bilder von oben oder unten machen sollte. Man sollte es wie bei jedem Punkt nur im Hinterkopf behalten.

An diesem Punkt spielt auch die Komposition eine Rolle. Baust du dein Bild immer im goldenen Schnitt auf? Oder experimentierst du auch mit Zentralperspektiven oder ganz unkonventionellen Ausrichtungen?

Dazu könnten ganz kleine Abbildungen von Menschen vor einer Landschaft gehören. Oder ungewöhnliche Anschnitte am Rand. Es ist alles möglich! Man kann sich auch an diesem Punkt komplett selbst entfalten.

In der Porträt Fotografie nimmt natürlich auch das Posing des Models selbst einen Teil der Gestaltung ein. Dadurch können Formen entstehen, die die Komposition maßgeblich beeinflussen.

Nachbearbeitung

Zum Abschluss von jedem Bild steht die Nachbearbeitung. Dabei ist es oft sinnvoll, bereits am Anfang darüber Nachzudenken, was man eigentlich vorhat. So kann man schon am Anfang des Shootings die Lichtsituation auf sein Vorhaben in der Post Production anpassen.

Ich weiß nur nicht, ob ich an diesem Punkt viel zum Thema Nachbearbeitung sagen soll. Jeder weiß, dass die Möglichkeiten in Lightroom und Photoshop (oder auch anderen Programmen) scheinbar endlos sind.

Jeder Fotograf bearbeitet seine Bilder am Ende anders. Man kann hier Bilder teilweise sogar noch in eine völlig andere Richtung treiben. Was gut klingt, sollte man aber auch mit etwas Vorsicht genießen, um sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Weniger ist oft auch mehr.

Eigener Fotografie Stil: Fazit

Ihr seht, es gehört viel dazu wenn es darum geht, eine eigene fotografische Handschrift zu entwickeln. Insgesamt lassen sich die Punkte aber in diese vier Oberkategorien strukturieren.

Im Grunde läuft es auch hier wieder auf die W-Fragen hinaus, die man für sich beantwortet.

Was fotografiere ich? Wo fotografiere ich es? Wie fotografiere ich es? Warum fotografiere ich es?

So kann man dann alle behandelten Punkte durchgehen:

  • Bildmotiv
  • Fotografietechnik und Einstellungen
  • Blickwinkel und Komposition
  • Nachbearbeitung

Habe ich einen Punkt vergessen? Was definiert eurer Meinung nach den Bildstil eines Fotografen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Achte auf die entscheidenden Stellen im Sucher und mach sofort bessere Porträts.

Im kostenlosen 7 Tage Porträt-Email-Kurs schärfst du dein Auge für stimmige Outdoor-Porträts. Du erhältst täglich 2-3 Kniffe in Form von einfachen Vorher-Nachher Fotos. Trage dich jetzt in den Newsletter ein und du erhältst den Kurs zusammen mit weiteren nützlichen Tricks und Angeboten zur Portraitfotografie.

Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.


Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

4 Gedanken zu „In 4 Schritten zum eigenen Fotografie Stil“

  1. ich bin definitiv deiner meinung, dass man anhand dieser komponenten den stil eines fotografen beschreiben kann. aber kann man seinen stil so finden? ich weiß nicht. ich glaube, der eigene stil entwickelt sich mit der zeit und er wandelt sich auch. ich denke es ist auch wichtig, dass das gewissermaßen von herzen kommt und nicht in ein striktes schema passt… aber vielleicht sehe ich das auch zu verklärt ;)

    Antworten
    • Ja ich habe natürlich etwas nüchtern analysiert. Aber ja du hast teilweise Recht: Im Optimalfall entwickelt man einen Stil, ohne überhaupt groß darüber nachzudenken. Nur wenn man an den Punkt kommt, an dem man mal nicht weiter weiß oder nicht mehr zufrieden ist, könnte es hilfreich sein, diese Aspekte im Hinterkopf zu behalten. Finde es interessant, falls man seinen Stil „vorübergehend“ gefunden hat, selbst einmal darüber nachzudenken, was einen selbst überhaupt definiert.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar