Schokoladenseite finden: 7 Tricks für Fotos von der besten Seite

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Die Schokoladenseite beschreibt umgangssprachlich die fotogene Seite bzw. schönere Gesichtshälfte eines Menschen. Wir als Fotografen müssen diese Schokoladenseite finden und die Person somit bestmöglich in Szene zu setzen.

Das hängt eng mit dem generellen Posing und Ausdruck, aber auch dem Kamerawinkel zusammen.

Wenn man diese Seite gefunden hat, ist es einfacher, den Kunden bzw. das Model etwas schlanker und besser aussehen zu lassen. Und somit wird auch die abgebildete Person mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Doch wie findet man diese Seite überhaupt?

1. Diese Arten von Schokoladenseite gibt es

Zur Vollständigkeit fange ich mit den drei Möglichkeiten an, die es gibt. Dass es dabei meistens um die rechte oder linke Gesichtshälfte geht, dürfte wohl klar sein.

Viele vergessen allerdings, dass es auch Menschen gibt, bei denen weder rechts und oder links besonders toll aussieht. Genau hier ordne ich mich auch selbst ein. Bei mir passt immer keine Seite so richtig bzw. keine ist besser als die andere.

Daher gibt es neben rechts und links noch die Gruppe, die sich am besten frontal zeigt. Das ist meist der Fall, wenn das Gesicht relativ eckig oder symmetrisch aussieht. Oder wenn die Frisur ebenfalls eine Symmetrie aufweist. Wodurch wir zum zweiten Punkt kommen.

Frontale Schokoladenseite
Bei mir selbst sehe ich die Schokoladenseite eher frontal von vorne.

2. Orientierung am Scheitel der Frisur

Ich weiß nicht mehr, wo ich es ursprünglich gehört habe. Allerdings orientiere ich mich seit Jahren daran:

Meistens befindet sich die Schokoladenseite auf der Seite des Scheitels.

Die Frisur ist für mich ein unmittelbares Indiz für die Schokoladenseite. Ich fototografiere Porträts mittlerweile erst einmal aus Reflex von der Seite, auf der der Scheitel liegt. Sollte ich mich irren, korrigiere ich.

Meistens liegt auf der Seite des Scheitels auch die Schokoladenseite.

Die Frisur kann daher ein direktes Zeichen sein. Auch aus dem Grund, da bei Models mit langen Haaren die abgewandte Seite meist von der Frisur halb verdeckt wird. Daher ist es von Grund auf erst einmal logisch, das Foto von der Scheitelseite aufzunehmen. So kann man die Person erst richtig erkennen.

Orientierung am Scheitel für die Schokoladenseite
Bei langen Haaren würde man die Person von der anderen Seite nur schlecht erkennen.

Wie gesagt ist dagegen eine symmetrische Frisur oft ein Zeichen für einen Frontal-Typ. Das kann bei langen Haaren auch ein Mittelscheitel sein. Oder bei einer Kurzhaarfrisur eben oft auch überhaupt kein Scheitel. Dann muss man einfach mal experimentieren.

3. Orientierung an der Augengröße

Du kennst es: Du machst ein Foto von einer Person. Und dir fällt auf, dass irgendwie ein Auge größer als das andere ist. Unterbewusst und ohne darüber nachzudenken, wirkt das auch völlig normal und fällt im Alltag nicht weiter auf.

In den seltensten Fällen sind zwei Augen einer Person auf Fotos exakt gleich groß. Korrigiere, falls es zu stark auffallen sollte.

Ich glaube kaum ein Mensch hat zwei exakt gleich große Augen – zumindest erscheinen sie in der Regel auf Fotos unterschiedlich groß. Das kann auch davon kommen, dass die Augen teilweise von Natur aus von Mensch zu Mensch unterschiedlich weit geöffnet werden.

Wenn du vor Ort ein solches Phänomen feststellst, solltest du ebenfalls die andere Seite ausprobieren. Wenn du eine Person leicht seitlich fotografierst, erscheint das hintere Auge durch den etwas größeren Abstand zur Kamera automatisch kleiner. Wenn dieses gleichzeitig das von Natur aus kleinere Auge ist, erscheint der Unterschied umso größer. Positioniere als das kleinere Auge lieber vorne. So gleicht sich das wieder aus.

4. Probier es aus!

Am Ende sind das alles nur Möglichkeiten zur Orientierung, keine eisernen Regeln. Denn wie gesagt ist jeder Mensch etwas anders. Daher muss man es vor Ort auch einfach ausprobieren.

Mach ein paar Testfotos: rechts, links und frontal.

Es macht vielleicht auch Sinn, das einfach mit der fotografierten Person zu besprechen. Frag nach, von welcher Seite sie oder er sich am besten gefällt. So erhöht man die Chance, dass die Fotos am Ende auch wirklich gefallen.

5. Der richtige (lockere) Ausdruck

Ich glaube wenn es darum geht, jemanden auf einem Porträt möglichst vorteilhaft zu zeigen, steht der Gesichtsausdruck damit direkt in Verbindung. Dieser wird von vielen kleinen Muskeln bestimmt, mit denen wir unsere Mimik steuern. Oft passieren hier auch unbewusste Bewegungen, die wir nicht steuern können. Diese verraten uns dann.

Oft wird auf diese Weise eine Art Maske aufgesetzt. „Oh nein, jetzt werde ich fotografiert“ – das kann man meist direkt zusammen mit einer direkten Unsicherheit vom Gesicht ablesen. Zumindest wenn man direkt anfängt zu fotografieren.

Schokoladenseite finden durch einen ungestellten Ausdruck
Für einen lockeren Ausdruck muss dein Model die Maske fallen lassen. Dafür musst du zu Beginn des Shootings zur Person vordringen.

Daher solltest du vorher erst einmal zu der Person vor deiner Kamera finden und es schaffen, dass diese Maske abgelegt wird. Das funktioniert in erster Linie durch ein kurzes Vorgespräch. Aber auch in den ersten Minuten des Shootings sollte man sich eher darauf konzentrieren, dass sich die Person selbst wohl fühlt.

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Erst dann kann man zu einem natürlichen Ausdruck vordringen. Und damit die Schokoladenseite finden und treffen.

Beachte auch, dass die Kinnhöhe zu einer besseren Ausrichtung der Person beitragen kann. Aber das geht nun auch schon wieder zu sehr ins Posing für die Porträt Fotografie.

6. Kamerawinkel richtig wählen

Du hast die richtige Gesichtshälfte gefunden und die Situation gelockert. Auch wenn die Person nun von ihrer schönsten, ungestellten Seite strahlt: Durch einen falschen Kamerawinkel kannst du das alles wieder zerstören.

Negativbeispiel ist z.B. eine zu extreme Fotografie Perspektive von unten. Dieser Blickwinkel kann oft einen tollen Effekt bieten, eignet sich aber nicht für jedes Gesicht. Und damit meine ich nicht nur, dass man so ein Doppelkinn provoziert. Oft sieht die Kopfform so einfach unvorteilhaft aus.

Durch den richtigen Kamerawinkel findest du die Schokoladenseite.
Ein leichter Kamerawinkel von unten wie hier hat einen coolen Effekt. Übertreiben sollte man es nicht. Und es passt auch nicht zu jedem Model.

Auch gilt es den richtigen Kamerawinkel von rechts oder links zu finden. Schokoladenseite schön und gut – aber wie weit kann ich eigentlich von der Seite auf die Person blicken, bevor es seltsam aussieht? Nähere dich hierbei langsam an die perfekte Position an.

Halte dabei wie gesagt auch Augen, Nase, Mund und andere Gesichtspartien im Blick. Nichts soll zu groß oder zu klein erscheinen. Finde den Kamerawinkel, von dem aus die Kopfform am schönsten aussieht.

7. Das richtige Objektiv

Da ist es schon wieder. Die Rede von der richtigen Brennweite für Porträt Fotos. Im entsprechenden Beitrag bereits detailliert besprochen trägt die Brennweite viel zu Proportionen bei. Am Ende macht eigentlich nicht die Kamera, sondern das Objektiv den Großteil vom Bildlook aus.

Und dazu gehört auch, wie natürlich die Person aussieht. Dabei muss man zugeben, dass es einfachere und schwierigere Gesichtsformen gibt. Bei manchen kann man von 24mm bis 85mm verwenden was man will: Am Ende kommt die Person immer gut weg.

Wenn man sich unsicher ist oder die Person nicht kennt, würde ich auch hier zum 50mm bis 85mm Objektiv greifen. Unterhalb kann im Weitwinkelbereich z.B. die Nase riesig erscheinen und Proportionen werden verzerrt.

Doch auch über 85mm wird eine Veränderung der Realität vorgenommen. Durch die Hintergrundkompression fangen hier oft Gesichter auch an, flacher zu erscheinen. Man kann z.B. in diesem Youtube Video beobachten, wie die Ohren immer dichter an die Ebene des Gesichts heranrücken. Das hängt allerdings wie gezeigt auch direkt mit dem Abstand zum Model zusammen.

Natürlich hat auch ein 50mm oder 85mm immer eine eigene Art, die Realität zu interpretieren. Diese kommt aber unserem natürlichen Sehen am nähesten.

Fazit: Schokoladenseite finden ist mehr als nur der richtige Blickwinkel

Wie du siehst ist es mehr, als nur die Person einmal von rechts und links zu betrachten und munter los zu fotografieren.

Ich glaube am wichtigsten von diesen Punkten ist mir die Sache mit dem „Maske ablegen“. Daran arbeite ich zuerst, so dass die Person ihren aufgesetzten Ausdruck verliert. Stattdessen will ich natürliche Züge und auch mal ein Lächeln entlocken.

Erst dann geht es weiter mit der richtigen Gesichtshälfte und Kamerawinkel. Wenn am Ende alles ineinander greift entstehen Fotos von der wahren Schokoladenseite des Models.

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

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