Systemkamera oder Spiegelreflex – welche Kamera solltest du 2025 kaufen? Wenn es um professionelle Kameras geht, haben viele Leute sofort das Wort »Spiegelreflexkamera« im Sinn.
Und das aus gutem Grund: die Kameras haben sich über Jahrzehnte etabliert und galten lange Zeit als das Non-Plus-Ultra. Doch das Haltbarkeitsdatum der Spiegelreflexkamera ist seit Erfingund der Spiegellosen Systemkamera (DSLM) abgelaufen. Im Beitrag entdeckst du du warum.
Inhaltsverzeichnis
Der grundlegende Unterschied zwischen Systemkamera und Spiegelreflex
In einer herkömmlichen Spiegelreflexkamera wurde das Sucherbild immer über den Spiegel vor dem Sensor nach oben zum Auge geleitet. Das Bild war also komplett optisch umgeleitet und ist ein »reales Bild«:

Bei der spiegellosen Systemkamera blickst du (wie der Name vermuten lässt) auf keinen Spiegel mehr. Stattdessen sendt der Sensor das Live-Bild an ein kleiens Display in der Augenmuschel:

Bei spiegellosen Systemkameras ist das der Standard und das Bild wird sowohl auf dem rückseitigen Display, als auch im Sucherloch ausgegeben. Je nachdem, wo du gerade durchschaust. Ein optisches Sucherbild ist durch den fehlenden Spiegel überhaupt nicht mehr möglich.


Bei der klassischen DSLR Kamera wird dagegen das Sucherbild rein optisch über den Spiegel möglich.
Spiegellose Systemkamera vs Spiegelreflexkamera: Alle Vor- und Nachteile
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Einen Mythos möchte ich vorab aufräumen: Eine Spiegelreflexkamera hat nicht automatisch eine bessere Bildqualität. Für den Sensor spielt es keine Rolle, ob er in einer Spiegellosen oder einer Spiegelreflexkamera verbaut wurde. Im Gegenteil: Da aktuell keine DSLR-Kameras mehr nachkomen, haben aktuelle DSLM-Modelle bessere Bildqualität.
Hier ist eine übersichtliche Zusammenfassung aller Vorteile spiegelloser Systemkameras in Stichpunkten gegliedert:
Vorteile des elektronischen Suchers (EVF)
- Du siehst das fertige Foto schon vor dem Auslösen: Live-Vorschau von Belichtung, Weißabgleich, Tiefenschärfe und Bildlook
- Beliebte Filmsimulationen und Farblooks direkt in der Vorschau sichtbar
- Hilfreich sind Systemkameras für Anfänger: Bildveränderungen durch sind sofort sichtbar
- Effizient für Profis: Stimmung und Belichtung bei Reportagen direkt beurteilen (weniger Risiko bei Hochzeiten, da das Ergebnis vor dem Auslösen sichtbar ist)
- Vielfältige Anzeigeoptionen im Sucher: Histogramm, Drittelraster, Wasserwaage etc.
- Alle Infos im Blick, ohne den Sucher zu verlassen (Iron-Man-Feeling 😉)
- Kein Blenden durch Sonnenlicht, da du nur auf ein Display blickst
- Bildkontrolle direkt im Sucher auch bei starkem Sonnenlicht problemlos möglich
Vorteile des Autofokus-Systems bei spiegellosen Kameras
- Schneller und präziser Fokus durch Kombination aus Phasen- & Kontrast-AF
- Keine Kalibrierung von Objektiven nötig
- Gesichts- & Augenautofokus ermöglicht punktgenauen Fokus, sogar bei F1.4
- Tracking Autofokus verfolgt automatisch Objekte
- Mehr Konzentration auf Motiv & Kommunikation weil Fokus-Arbeit abgenommen wird
- Viel mehr Fokusfelder, oft bis zum Rand des Bildes
- Bessere Motivverfolgung, z.B. bei bewegten Personen
- Keine Blackouts (schwarzer Sucher) zwischen Serienbildern möglich
- Focus Peaking zeigt beim manuellen Fokussieren den scharfen Bereich farblich markiert
- 100%-Lupenvergrößerung zur manuellen Schärfekontrolle direkt im Sucher
Sonstige Vorteile spiegelloser Kameras
- Kein lauter Spiegelschlag
- Lautloses Auslösen mit elektronischem Verschluss möglich
- Schnelle Serienbild-Geschwindigkeit (z.B. 14 Bilder/Sekunde) auch bei Mittelklasse-Modellen
- Kompaktere und leichtere Bauweise, ideal für Reisen
- Kürzeres Auflagemaß dadurch flexiblere Kamera-Designs und einfaches Adaptieren von DSLR-Objektiven möglich




Vorteile klassischer Spiegelreflex-Kameras
- Optischer Sucher zeigt die Realität in Echtzeit, ohne digitale Verzögerung
- Kein Stromverbrauch beim Blick durch den Sucher, da kein Display genutzt wird
- Bei Dunkelheit oft besserer Autofokus, da DSLR-Kameras das Infrarot-Hilfslicht von Aufsteckblitzen nutzen können
- Robuste Bauweise und lange Akkulaufzeiten dank geringerem Stromverbrauch
- Große Auswahl an günstigen gebrauchten Objektiven und Zubehör
- Vertrautes Handling, besonders bei Fotografen, die lange mit DSLRs gearbeitet haben
Fazit: Spiegelreflex oder Systemkamera kaufen?
Früher gab es gute Gründe, bei der klassischen Spiegelreflexkamera zu bleiben. Die spiegellosen Alternativen waren oft zu fummelig, hatten winzige Akkus und wirkten in Sachen Robustheit / Handling nicht ganz ausgereift. Doch das hat sich inzwischen grundlegend geändert.
Heute sind Systemkameras absolut auf Profi-Niveau angekommen. Große Akkus, robuste Gehäuse, Batteriegriffe und wetterfeste Konstruktionen gehören längst zum Standard. Genauso wie Dual-Kartenslots und eine beeindruckende Serienbildleistung. Die elektronischen Sucher nähern sich durch immer höhere Auflösung und Bildwiederholungsraten weiter der Realität an.
Klassische Nachteile wie der fehlende Infrarot-Autofokus lassen sich heute meist gut umgehen – und oft überzeugt das Gesamtsystem trotzdem durch mehr Zuverlässigkeit. Ich fotografiere mittlerweile ganze Hochzeiten mit der Sony A7 III – ohne Probleme, auch bei schwierigen Lichtbedingungen.
Die Vorteile der spiegellosen Technik sind inzwischen einfach zu überzeugend. Live-Bildvorschau, Augen-Autofokus (auch bei Tieren), komplett lautloses Auslösen, Fokus-Hilfen wie Focus Peaking und eine Vielzahl an Einblendungen im Sucher machen alles einfacher. In meinem Alltag als Berufsfotograf bietet mir diese Vorschau bei Hochzeitsreportagen mehr Sicherheit.
Ob Anfänger oder Profi – ich empfehle heute ganz klar den Umstieg auf eine spiegellose Systemkamera. Ich selbst fotografiere aktuell mit zwei Sony A7 III und der Sony A7 IV. Den Schritt weg von der Spiegelreflex habe ich nie bereut. Im Gegenteil: Es hat meine Fotografie nachhaltig verbessert!
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Ich habe den Bericht gelesen und finde ihn schon interessant. Ich selber schaue hin und wieder auch mal eine Sony VF-Kamera an. Ich finde dieses System hochinteressant, zumal Sigma seit einiger Zeit richtg gute und günstige Linsen für diese Systeme anbietet. Genau da finde ich es wichtig zu erwähnen, dass es nicht ein Faß ohne Ende mit dem Linsenkauf wird.
Wer Berufsfotograf ist, kann sich seinen Linsenpark durch Auftragserlöse finanzieren. Ich als Hobbyknipser wird den vollen Kaufpreis und ohne Steuerentlasstung erwischen.
Da überlegt man sich socn ob man bei einem System bleibt oder eben nicht. Ich wechselte von eienr Canon EOS 80D (APS-C) auf eine EOS 5D-Mark IV und konnte eigentlich nur zwei Linsen weiternutzen, da alle anderen Linsen nur für Crop-Sensoren geeignet waren. So muss man also doch nochmal in die Tasche greifen, was nochmal deutlich mehr weh tut als die APS-C- Linsen.
Bei Spiegellosen Systemen ist bis Datum der größte Nachteil in der Tat im Sucher zu finden.
Die Displays die dort verbaut sind, geben einfach ein völlig anderes Licht wieder als man es im Sucher sehen würde. Im Normalbereich bei rund 50mm Brennweite ist der Unterschied so gravierend nicht. Hat man aber mal ein Ultraweitwinkel drauf und möchte damit eine helle Landschaft oder ein vornehmlich helles Gebäude mit sehr dunklen Stellen ablichten, verliert man den reelen Raumeindruck. Das Bild wirkt im Sucher mit Monitor einfach flacher.
Mal sehen was sich da noch so ergeben wird. Ich nutze den Liveview um eine Belichtungsvorschau zu betrachten, sofern es notwendig ist.
Für Makrofotografie oder Produktfotografie finde ich diesen Nachteil als nicht so schwerwiegend. Ob das im Portrait-Bereich so ist, kann ich nicht sagen, da ich dort nicht aktiv bin.
Ich finde es aber interessant mal die Eindrücke von Nutzern beider System kennen zu lernen. Dies undifferenzierte gequatsche ob spiegellos schlecht oder gut ist liest man an anderer Stelle einfahc viel zu oft und ist langsam ermüdend.
Ich bin fest davon überzeugt dass es für alle System und Marken ihre Berechtigung gibt und wenn dies nur der eigenen Preferenz folgt.
Ich hab mit Canon angefangen und werde wohl dabei bleiben – egal was Dritte davon halten.
zu Fotocina erwarte ich von Canon was spiegelloses vollformatiges. Dann schauen wir mal weiter. Der Body ist für mich erstmal abgehakt. An den letzten zwie Linsen arbeite ich noch – ist leider kein Kleingeld und daher hat es noch etwas Zeit. Akktuell habe ich die Sigma 50mm Art f/1.4 angeschafft zbd werde mal sehen wie gut ich damit zurecht komme.
Hallo Jupp,
danke für’s Teilen deiner Gedanken!
Gruß,
Markus
Hallo und vielen Dank für den interessanten Beitrag. Mich würde noch interessieren , wie das mit den Objektiven ist. Canon und Fuji, geht das was zusammen oder braucht man dann alles doppelt?
Hallo Matthias,
mein erster Gedanke zum Thema Zweitkamera ging auch in die Richtung einer Sony Alpha, an der es elektronische Adapter für Canon Objektive gibt, um die in vollem Umfang auch an der Sony zu nutzen. Für die Fuji gibt es aktuell leider keinen solchen Adapter, der die Elektronik mit überträgt. Sprich Autofokus und elektronische Blendenregelung funktioniert dann nicht wirklich. Es soll für Nikon-Objektive entsprechende Adapter geben (die auch halb manuell sind), für Canon geht das aber nur über Umwege. Deshalb habe ich jetzt erst einmal noch 2 separate Objektive für die Fuji gekauft. Mal sehen was in Zukunft noch kommt.
Viele Grüße,
Markus
Danke für den ausführlichen Artikel, wirklich, und dass ohne gleich komplett auf DSLRs zu schimpfen, wie es teilweise mittlerweile üblich ist.
Vorneweg: Ich bin K E I N Berufsfotograf!
Persönlich könnte ich mir am ehesten so eine Fuji Kamera vorstellen wie im Artikel gezeigt, die Gehäuse sehen richtig schick aus, wobei ich gestehen muss, dass ich mich mit den einzelnen Modellen nicht auskenne.
So wirklich kann ich mich aber bisher mit den DSLMs nicht anfreunden, vor allem, weil ich lieber einen optischen Sucher habe, als einen elektronischen. Möge es unsinnig klingen, aber ich möchte nicht schon beim Fotografieren auf einen Bildschirm starren bzw. darauf herumtatschen, auch wenn es mir funktionell vielleicht Vorteile bringen würde.
Keine Ahnung, ich glaub, ich bin da wohl etwas altmodisch eingestellt.
In Puncto Größe, da habe ich mittlerweile eingesehen, dass ein kleineres Gehäuse gar nicht so schlecht ist, nachdem ich mit der analogen Spiegelreflex meines Vaters fotografiert habe, einer Minolta XG 2. Hinterher kam mir meine 5D Classic richtig riesig und schwer vor.
Wie dem auch sei, aktuell werde ich kein Gehäuse kaufen, auch wenn ich schon gerne etwas aktuellere Technik hätte, ich wüsste nämlich gar nicht welches. 5D Mark III, 6D oder 6D Mark II wären mir zu protzig, ein APS-C Gehäuse (Canon) kommt mir nicht in die Tüte (mein Objektivpark ist auf Vollformat ausgelegt), bei so einer Fuji müsste ich mit Objektiven von vorne anfangen…
Selber entwickeln müsste man können, ein anständiger Scanner, dann würde ich vielleicht hauptsächlich analog fotografieren.
Falls jemand diesen langen Kommentar durchgelesen hat, dann herzlichen Glückwunsch ;) und einen schönen Abend.
PS: Markus, könntest du einen Artikel über’s selber entwickeln (analog) schreiben oder gibt es derartiges schon?
Liebe Grüße
Hallo Sue,
danke für dein ehrliches Feedback. Ich kann es auch verstehen, wenn man das nicht gleich sehen will, wie es gleich aussieht. Das ist ja auch z.B. der Reiz beim analogen Fotografieren. Allerdings gibt es für mich immer wieder Gelegenheiten (gerade z.B. auf Hochzeitsreportagen), wo das Foto beim ersten, spätestens zweiten Schuss passen muss. Sonst ist der Moment weg.
Schade ist natürlich, dass man sich dann auch neue Fuji Objektive kaufen muss und nicht einfach die Canons adaptieren kann. Dafür gibt es soweit ich weiß aktuell noch keine vernünftige Lösung.
Für einen Artikel über das Enwickeln könnte ich wohl aktuell nur einen Gastautor organisieren. Er ist von Analog4you und kennt sich da etwas besser aus. Ich war bisher nur einmal beim Entwickeln dabei, habe das bisher immer machen lassen. Aktuell fotografiere ich auch großteils digital. Schau mal auf dem Blog vorbei, wenn ich mich recht entsinne gab es da mal etwas zum Entwickeln.
Viele Grüße,
Markus
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Ich halte leider nicht viel von dieser System „Umsteigerei“. Vor allem ist ein anderes Kamerasystem eine totale Umgewöhnung was Bedienung und Kamera-Verhalten angeht. Das muß man sich erst mal in den verschiedensten Fotografie Situationen neu antrainieren.
Zudem ist es logisch das ein FUJI mit APS-C Anschluss kleiner ist, da dieser Anschluss kein Vollformat / Kleinbild ermöglicht und die Objektive durch den kleineren Bildkreis des Sensors kleiner ausfallen. Das ist kein expliziter Vorteil von spiegellosen Systemen. Wer sich die Sony Kameras anschaut wird feststellen das die Objektive genauso schwer und groß sind wenn man bei Vollformat / Kleinbild landet. Besonders bei Telephoto Objektiven gibt es da keine wirkliche Gewichtsersparnis.
Komisch das man sich bei FUJI extra noch einen guten Handgriff plus extra Batteriegriff kaufen muss, während eine Nikon D750 das alles schon von Haus aus bietet. Für mich ist deshalb eine FUJI mit APS-C Sensor einfach überteuert was das Preis/Leistungsverhältnis angeht. Ist nicht alles grün auf der anderen Seite der Spiegellosen. Eigentlich geben wir es doch hier mal ehrlich zu, ist es wieder der Spieltrieb eines Fotografen sich was anderes zu kaufen.
Hallo!
Danke für deinen Kommentar. Ich zähle mich generell absolut nicht zu Leuten, die von System zu System springen oder sich aus Langeweile neues Equipment kaufen. Ich fotografiere seit mittlerweile 7 Jahren mit Canon, 4 Jahre davon nun mit der Vollformat. Bis dorthin habe ich auch fast ausschließlich mit einem 50mm Objektiv fotografiert, mehr brauche ich meistens nicht. Auch eine zweite Kamera hatte ich nicht.
Dass man sich erst wieder eingewöhnen muss stimmt, allerdings ging das mit der Fuji recht flott. Habe seitdem schon drei Hochzeiten mit ihr fotografiert und bin auf Anhieb gut zurechtgekommen.
Wie im Artikel geschrieben ist natürlich nicht alles automatisch besser bei den Spiegellosen. Auch habe ich geschrieben, dass u.a. mit dem Batteriegriff der Größenvorteil abgeschwächt wird, allerdings hatte ich auch schon oft eine Sony Alpha 7R ausprobiert. Die Objektive sind zwar zwangsweise oft genau so groß, der Body ist aber auch bei Vollformat kleiner und leichter.
Man muss sich den Handgriff natürlich nicht kaufen, preislich ist hier auch kein großer Unterschied zum Canon Batteriegriff. Dass die D750 14 Bilder pro Sekunde fotografiert ist mir neu, du meinst aber wohl eher, dass sie einfach länger durchhält und griffiger ist.
Wie gesagt könnte ich mir aktuell aber auch nicht vorstellen, mich von meiner Vollformat Kamera zu trennen.
Viele Grüße,
Markus