Canon 40mm 2.8 Pancake Objektiv – Review nach 3 Jahren

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Canon 40mm 2.8 Pancake? Was für ein komisches Objektiv. Sieht irgendwie plattgedrückt aus. Und der Linsen Radius? Viel zu klein. Wie soll da genug Licht einfallen? Ist es überhaupt scharf genug? Was soll das mit diesem STM Motor?

Das sind die Fragen, die sich der ein oder andere stellt, wenn er das doch etwas spezielle Pfannkuchen Objektiv zum ersten mal erblickt. Ich will heute etwas Klarheit über das Objektiv schaffen, das bei mir mittlerweile bei jedem Shooting dabei ist. Wieso das so ist, erfährst du im nachfolgenden Review.

Ein Porträt aufgenommen mit dem Canon 40mm 2.8 Pancake Objektiv
Porträt bei 40mm, Blende 2.8, 1/160 Verschlusszeit

1. Wieso ich mir das Canon 40mm 2.8 Pancake sofort geholt habe

Irgendwie war es wohl Liebe auf den ersten Blick, als ich das Canon Pancake Objektiv* vor ca. 3,5 Jahren auf Amazon entdeckt habe. Ich war sofort völlig begeistert. Ich hatte gerade noch mit meiner Canon EOS 500D fotografiert und war kurz vor dem Wechsel zu meiner 5D als Vollformat. Als ich mir diese dann vor 3 Jahren geholt habe, habe ich mir eine Woche später gleich das Pancake dazu bestellt. Mein Gedanke dürfte wohl in die Richtung gegangen sein: Wenn ich mir jetzt schon eine größere / schwerere Kamera hole, wie soll ich die dann z.B. auf Städtetrips am besten mitnehmen? Kompaktere Spiegellose Kameras sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht für mich in Frage gekommen und eine Vollformat Kamera hat eben seine Maße und Gewicht.

Von daher hat mich der Gedanke fasziniert, mit einem Objektiv, das nur gut 2cm einnimmt, die Kamera quasi schrumpfen zu lassen. Auch das Gewicht reduziert sich dadurch enorm (z.B. im Gegensatz zum „Kit Objektiv“ 24-105mm L). Für Reisen habe ich weiterhin oft auch nur die EOS 500D mitgehabt. Allerdings hat das Objektiv auch hier das Packmaß sehr verringert. Ich hatte die 500D sogar einmal mit beim Snowboarden im Rucksack. Superleicht, platzsparend, kein Problem.

Das Canon 40mm 2.8 Pancake Objektiv im Größenvergleich
Verschiedene Objektive im Größenvergleich. Das Pancake Objektiv ist ziemlich platzsparend. Links: 40mm 2.8, mitte: 50mm 1.4, rechts: 24-105mm 4.0 L

Und nun ein Argument, das für mich damals sehr stark war: Der Preis. Ja, das Teil kostet dich aktuell nur ca. 170€. Mich hat es damals noch 185€ gekostet. Viele werden wohl deshalb auch skeptisch werden. Was bekommt man da für 170€? Kann das überhaupt was taugen?

Genau das habe ich mich auch gefragt. Da ich aber bis dahin nur günstigere Objektive für APS-C Kameras hatte, konnte es ja nicht viel schlechter werden. Also habe ich es mir kurzerhand vor 3 Jahren bestellt.

Landschaftsfoto mit dem Pancake Objektiv beim Snowboarden auf der 500D
Landschaftsfoto mit dem Pancake Objektiv beim Snowboarden auf der 500D

2. Die technische Seite kurz und knapp

Ein Thema, bei dem viele Leute sehr ins Detail gehen. Bei mir findest du heute keine technischen Analysen über Schärfe oder Qualität. Dafür gibt es andere Leute, die das bereits besser herausgestellt haben. Ich will euch viel mehr darüber berichten, wie ich im Alltag damit arbeite und wie ich damit zurecht komme.

Hier die Details:

  • 40mm Brennweite
  • Offenblende F2.8
  • 52mm Filterradius
  • Kein Bildstabilisator
  • Geeignet für Vollformat Kameras
  • STM Motor für Fokus
  • Höhe (ohne Bajonett): ca. 2cm
  • Gute Verarbeitung / Metallbajonett

Dazu, welche Vor- und Nachteile diese Produktdetails haben, komme ich im Folgenden.

3. Die Stärken des Canon Pancake Objektivs

Für mich sind die 40mm – auf meiner Vollformat – ein ausgewogener Blickwinkel. Man hat einen ähnlichen Bildausschnitt wie bei den aktuell gehypten 35mm Objektiven. Durch die Angrenzung an die 50mm Marke hat man kaum Verzerrungen, im Gegensatz zu den klassischen 50mm einen minimal weiteren Winkel, der das Foto für mich oft moderner wirken lässt. Ich hatte es auch auf meiner APS-C Kamera zur Streetfotografie in Leipzig im Einsatz. Auch hier ließ sich mit (den durch Cropfaktor bedingeten) ca. 60mm ganz gut arbeiten. Es kommt wohl auch immer für den Einsatzzweck an.

Mit der Offenblende 2.8 lässt sich auch bei etwas weniger Licht gut Fotografieren. Oftmals kommt man aber auch damit an seine Grenzen (je nach Kamera). Durch die Blende F2.8 und dadurch, dass man mit 40mm doch öfter etwas näher herangehen muss (und die Fokusdistanz verringert), lässt sich ein sehr charakteristisches, feines Bokeh zaubern. Es legt sich oft unauffällig in den Hintergrund und sieht nicht übertrieben unscharf aus. Das finde ich oft sogar schöner, als ein komplett unscharfer Hintergrund wie man es oft mit Brennweiten im Telebereich erhält. Mit dem 40mm Objektiv lässt sich noch ein klarer Kontext zum Hintergrund erkennen.

Canon 40mm Pancake Blende 2.8
Das Canon 40mm Pancake auf Blende 2.8

Der STM Motor fokussiert relativ leise und schnell. Diese Art von Fokus wurde ursprünglich eingeführt, um auch im Videomodus mit bestimmten Canon Kameras einen Autofokus zu ermöglichen. Ich habe es nicht weiter verfolgt, aber ich glaube ein wirklicher Meilenstein war diese Technik nicht. Das Ende der Geschichte ist, dass der Fokus keine mechanische „Verbindung“ verfügt und seperat von einem Motor gesteuert wird. Sprich: Ist die Kamera aus und man dreht am Fokusring, passiert einfach nichts. Wenn man manuell fokussieren will, werden die Bewegungen des Fokusrings elektronisch auf die Linsen übertragen und bewegt. So wird das ganze etwas indirekter.

Benutzung auf meiner Vollformat

Wie schon angesprochen ist das Canon Objektiv* im Gegensatz zu den EF-S Modellen auch für Vollformat Kameras geeignet. Festbrennweiten typisch ist auch eine gute Schärfe vorhanden. Ich weiß nicht, wie es sich im Vergleich mit anderen Objektiven verhält. Da ich meine Fotos immer nachträglich weiter schärfe, ist mir die Ausgangsschärfe auch völlig ausreichend. Um einen Eindruck zu bekommen kannst du dir hier einfach einmal die Fotos genauer ansehen. Wenn dich dieser Punkt brennend interessiert, gibt es auch entsprechende Vergleichstabellen im Internet.

Wie du siehst, kann man mit dem Objektiv gut arbeiten. Eine der größten Stärken ist für mich aber immernoch die Größe: Nicht nur die Kamera wird dadurch kleiner. Auch das Gepäck im Rucksack. Ich habe das Objektiv aktuell bei fast jedem Shooting dabei. Man wirft es einfach mit in die Tasche. Es nimmt keinen Platz weg und man merkt nicht einmal, wenn man es dabei hat. Falls es beim Shooting mit den anderen Objektiven nicht so läuft, wie du es gedacht hast, hast du trotzdem eine Alternative dabei.

4. Ein paar kleinere Problemchen

Auch wenn das Objektiv insgesamt sehr lohnenswert ist: Ein paar kleinere Defizite sind bei 170 Euro natürlich nicht vermeidbar.

Das „größte“ Problem ist wohl, dass das Objektiv einfach zu klein aussieht. Man läuft Gefahr, nicht direkt als professioneller Fotograf wahrgenommen zu werden. Eigentlich braucht man mindestens ein Objektiv, das bis in den Telebereich geht, inkl. Sonnenblende, um entsprechend groß zu wirken. Nur dann sieht die Kamera nach etwas aus, wodurch einen jeder bewundern wird.

Spaß beiseite. Der Trend geht ja aktuell eh hin zu kleineren Kameras. Also ist man mittlerweile auch mit diesem Objektiv wieder „in“.

Eigentlich gibt es nur 3 kleine Dornen:

Zu 100% ist das Objektiv nicht auf Vollformat Kameras ausgerichtet. Daher bildet sich oft eine sehr prägnante Vignette im Bild. Mich persönlich stört diese aber nicht, da meine Fotos eh meistens in dieser Richtung absichtlich nachbearbeitet werden. Und auch wenn man sie einmal nicht will: Das Problem lässt sich meistens mit nur einem Klick in Lightroom in den Griff bekommen.

Der STM Motor ist nicht übel, allerdings würde ich mir hier lieber einen USM Fokus wünschen. Ich finde es oft einfach schöner, wenn es etwas direkter ist. Wirklich stören wird der Fokus im Autofokus Betrieb zwar nicht, ich kann mir aber vorstellen, dass sich viele z.B. beim manuellen fokussieren in Videos etwas schwer tun werden. Auch gibt es beim fokussieren ein etwas seltsames Geräusch. Dies dürfte aber auch nicht wirklich ein Störfaktor sein, da man den Ton in der Regel getrennt aufnimmt.

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Der letzte Kritikpunkt ist, dass ich auch mit Blende 2.8 schon Situationen hatte, in denen ich an die Grenze gekommen bin. Eine etwas höhere Offenblende wäre natürlich, wie so oft, schöner gewesen.

40mm bei Offenblende
40mm bei Offenblende

Fazit Canon 40mm 2.8 Pancake: Guter Allrounder, der immer dabei ist

Für mich sind die Kritikpunkte natürlich meckern auf hohem Niveau. Man bekommt im Gesamtpaket mit dem Canon 40mm 2.8 Pancake Objektiv eine einwandfreie Festbrennweite. Durch die geringe Größe und Gewicht macht sie nicht nur die Kamera für Trips kleiner, sondern fällt auch im vollen Kamera Rucksack kein bisschen auf.

Es zaubert eine schöne, oft feinkörniges Bokeh und hat mit 40mm einen modernen Blickwinkel. Zudem lässt es sich auf APS-C und Vollformat Kameras verwenden.

Es wird vielleicht Leute geben, denen die Qualität des Objektivs zu gering ist. Für meine Ansprüche kann ich aber sehr gut mit der Schärfe leben, da eh jedes Foto nachbearbeitet wird.

Der Fokus ist wohl nichts für Videomacher oder Leute, die viel manuell fokussieren. Das muss man im Zweifelsfall einfach einmal selbst ausprobieren. Fotografen, die meistens im Autofokus fotografieren, wird der Fokus nach kurzer Zeit gar nicht weiter auffallen. Ansonsten arbeitet er nämlich schnell und relativ leise.

Wer experimentierfreudig ist und vielleicht auch durch die gezeigten Fotos Lust bekommen hat, das Objektiv auszuprobieren: Probiert es aus. Für das Geld kann man eigentlich nichts falsch machen. Ihr bekommt einen unauffälligen Begleiter, der euch bei vielen Shootings dabei sein wird. Aktuell ist das Objektiv für ca. 170€ auf Amazon* erhältlich.

Fazit Pancake Objektive

Zeit für ein kleines Update 2021: Mittlerweile bin ich von Canon auf Fujifilm (APS-C) und Sony (Vollformat) umgestiegen. Mein damals sehr oft benutztes Canon 40mm 2.8 habe ich daher durch den Systemwechsel auch verkauft.

Dennoch hatte ich seit diesem Objektiv ein besonderes Faible für solche flachen Pancake Linsen. Daher habe ich mir auch sofort beim Fujifilm System zugeschlagen. Hier gibt es neben dem richtigen 27mm F2.8 Pancake auch noch das 18mm F2.0 Fujinon Pancake Objektiv. Dieses ist zwar minimal größer als das 27mm, allerdings sagen mir die 18mm auf APS-C besser zu. Für Reisen erhält man somit ein Objektiv mit praktischem Blickwinkel.

Auch wenn diese ultra flachen Objektive nicht die optische Abbildungsleistung der „Großen“ besitzen. Dennoch macht man mit diesen Objektiven oft die besseren Bilder. Wieso? Weil man die Objektive dabei hat. Und das eben öfter und zu mehr Gelegenheiten, als die riesen Vollformat mit dem 70-200mm Teleobjektiv.

So habe ich das besagte Fujifilm 18mm auch schon einmal um die Welt bis nach Südafrika genommen. Und das ohne merkbares Mehrgewicht. Das war auch praktisch, um nicht auf auf einer 14-tägigen Reise unnötig sperriges Packmaß mitzuschleppen.

Von daher mein Rat – egal welches Kamerasystem du nutzt: Sieh dir einmal genau an, ob es nicht auch ein ultra flaches Pancake Objektiv von deinem Hersteller gibt. Ich habe den Kauf noch nie bereut und war mit den Pancakes immer sehr gerne unterwegs.

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Markus Thoma

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

2 Gedanken zu „Canon 40mm 2.8 Pancake Objektiv – Review nach 3 Jahren“

  1. Hallo Markus,

    vielen Dank für den Beitrag. Ich besitze ebenfalls eine 5D und als Reisefotograf ist so ein leichtes und kompaktes Pancake Objektiv natürlich eine interessante Alternative.

    Beste Grüße,
    Stefano

    Antworten

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