4 Schwarz-weiß Fotografie Tipps um monochrom zu denken.

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Mit diesen vier schwarz-weiß Fotografie Tipps lernst du, bereits beim fotografieren in schwarz-weiß zu denken. So schaffst du die Grundlage für ein gelungenes monochromes Foto. Auch wenn ich mich letztes Jahr schon in einem Artikel dem Thema genähert habe, will ich heute ein Update verfassen und es etwas kompakter gestalten.

Wir alle kennen den Moment, wenn man zufällig bei der Nachbearbeitung bemerkt, dass ein schwarz-weiß Look auf ein Foto passt. Man hat das Shooting eigentlich „in Farbe“ durchgeführt und erst im kreativen Nachbearbeitungs Prozess kommt man darauf, dass es ohne Farben eigentlich besser aussieht.

Das ist ein Weg, bei dem oft wohl auch eine gewisse Portion Zufall dabei ist. Als Fotograf will man sich aber nicht immer auf den Zufall verlassen. Ich stelle in diesem Beitrag eine Reihe an Tipps vor, wie man sein Shooting auch gezielt auf schwarz-weiß Auslegen kann.

Dabei geht es vor allem darum, schon vor Ort Situationen „aufzuspüren“, die später in schwarz-weiß rocken werden.

Tipp #1: Licht und Schatten

Klar, das ist das Grundprinzip der Fotografie. Gutes Licht zu finden. Aber was bietet sich für schwarz-weiß Fotos an? Bei der schwarz-weiß Fotografie dreht sich vieles um Kontraste. Also gehen wir vor Ort auf der Suche danach. So kommen Kontraste nicht nur später in der Nachbearbeitung, sondern auch direkt im Foto vor.

Es gelten also andere Regeln als bei der Fotografie in Farbe. Man kann ruhig auf die Suche nach hartem Sonnenlicht gehen. Wo malt der Schatten Strukturen? Wo lassen sich Muster entdecken?

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Ich war vor einiger Zeit an einem Nachmittag nur mit meiner analogen Canon A1 unterwegs. Eingelegt war ein Ilford Hp5 Film*. Hier kann man also nicht eben doch noch auf Farbe wechseln. Man muss wirklich einen ganzen Film lang monochrom denken.

Auch beim Fotografieren von Porträts gehe ich, entgegen der gängigen Praxis, ins direkte Sonnenlicht. Dabei beobachte ich genau: Wo fallen Schatten? Kann man Schatten von Objekten / Gebäuden / Pflanzen mit der Bildkomposition vom Porträt kombinieren?

Take-Away:

  • Trau dich, mit hartem Sonnenlicht zu arbeiten
  • Erkenne interessante Schattenformen
  • Denke bereits beim Fotografieren in schwarz-weiß
  • Breche Regeln der Farb-Fotografie

Tipp #2: Die Kamera in schwarz-weiß sehen lassen

Du willst ein gutes schwarz-weiß Foto machen, siehst aber nach jedem Foto eine Vorschau in Farbe? Das ist nicht gerade förderlich. Daher solltest du dir in der Kamera einen Bildstil erstellen, der deiner Nachbearbeitung am Ende schon relativ nahe kommt: Monochrom und angehobene Kontraste. Bereits in der Kamera.

Für die technische Einstellung der Bildstile musst du kurz googlen oder in die Bedienungsanleitung deiner Kamera schauen.

Ansicht der Bildstile im Kameramenü schwarz weiß Fotografie Tipps
Tipp: Im Kameramenü einen monochromen Bildstil anlegen und bereits beim Fotografieren in schwarz-weiß sehen.

Keine Angst: Wenn du deine Fotos als Raw-Dateien schießt (was ich eigentlich in jedem meiner Artikel voraussetze), dann hast du die Datei in Lightroom auch wieder in Farbe. Hier ist das Spiel dann umgekehrt: Vielleicht findest du ja durch Zufall ein Foto, dass auch in Farbe funktioniert…

Primär solltest du aber probieren, es dann am Ende auch so umzusetzen, wie du dir es in dem Moment, als du es fotografiert hast, vorgestellt hast. Und zwar mit einem knackigen schwarz-weiß Look. Bevor wir aber zur Nachbearbeitung kommen noch ein kurzer Tipp zum Fotografieren an sich.

Take-Away:

  • Erstelle einen kontrastreichen Bildstil an deiner Kamera
  • Betrachte beim Shooting alle Fotos in schwarz-weiß
  • Fotografiere in Raw, so dass der Bildstil nicht dauerhaft ist

Tipp #3: Liveview benutzen

Das menschliche Auge passt sich innerhalb von Sekunden an die Umstände an. Es fokussiert Objekte, ohne dass wir es eigentlich merken. Gefühlt haben wir auch einen sehr hohen dynamischen Umfang. Das ist aber auch nur die halbe Wahrheit. Eigentlich passt sich auch hier das Auge innerhalb von Sekundenbruchteilen an neue Lichtverhältnisse an.

Wie soll man bitte interessante Lichtstimmungen ausfindig machen, wenn einem das Auge immer ein relativ gleichmäßiges Licht vorgaukelt?

Hier kommt der Liveview ins Spiel. In Verbindung mit dem Manuellen Fotografie Modus. Wenn du die Kamera in einem Automatik Programm (wie A, Av oder Tv) benutzt, siehst du in etwa, was das Auge macht. Es passt sich ständig an.

Das wollen wir hier nicht. Deshalb nimmst du den Manuellen Modus und stellst die Kamera einmal auf die aktuellen Lichtbedingungen ein. Wenn man jetzt durch den Liveview schaut, ändert sich die Belichtung der Kamera nicht mehr. Es wird nur heller, wenn es die Umgebung auch wird. Ich empfehle auf diese Weise einmal durch die Gegend zu laufen und die Welt sprichwörtlich mit anderen Augen zu sehen.

Der Liveview an der Spiegelreflexkamera
Tipp: Mit dem Liveview kann man Helligkeitsunterschiede oft besser wahrnehmen

An dieser Stelle können spiegellose Kameras oft einen Vorteil haben: Auch im digitalen Sucher hat man quasi einen Liveview und sieht, wie das Foto später aussehen wird. Dabei kann man auch Helligkeitsunterschiede oft besser abschätzen. Auch hier geht das allerdings (je nach Suchereinstellungen) nur im manuellen Modus.

Take-Away:

  • Aktiviere den Liveview mit dem schwarz-weiß Bildstil
  • Betrachte die Welt durch das Display / digitalen Sucher
  • Verwende den M-Modus

Tipp #4: Den richtigen Look in der Nachbearbeitung finden

Du hast dein Shooting erfolgreich hinter dich gebracht. Nun wartet die Nachbearbeitung auf dich und deine Fotos. Hier hat man oft die Qual der Wahl. Auch wenn viele Leute vielleicht denken, schwarz-weiß ist doch schwarz-weiß.

Das ist es definitiv nicht – die Leute, die das behaupten sind oft die, die ein grau-grau Bild bearbeiten. Es gibt keine schönen Kontraste mehr und die ganze Vorarbeit auf das Foto hin verliert seinen Wert. Daher sollte man auf einige Punkte besonders achten:

  1. Bringe Kontraste ins Foto
  2. Beschneide wenn nötig nach unten hin Schwarzwerte (dunkelster Farbton ist nicht mehr RGB 0,0,0)
  3. Beschneide nach Belieben auch nach oben hin Weißwerte (hellster Farbton ist nicht mehr RGB 255, 255, 255)
  4. Über- und Unterblichtungen sind in schwarz-weiß in Ordnung
  5. Absaufen von Schwarzwerten kann gezielt zum Ausblenden unwichtiger Sachen verwendet werden
  6. Arbeite mit Schärfereglern und etwas Klarheit
  7. Bringe einen analogen Hauch ins Foto indem du Körnung einsetzt
  8. Bearbeite die schwarz-weiß Mischung und ändere die Helligkeit einzelner Farbbereiche

Schwarz-weiß Fotografie Tipps: Empfehlung

Das sind meine vier schwarz-weiß Fotografie Tipps, mit denen ich schon viele ausdrucksstarke Fotos schießen und bearbeiten konnte. Wer von Grund auf wirklich knackige schwarz-weiß Presets sucht, und auch bei den Punkten in der Nachbearbeitung etwas Hilfe braucht, sollte unbedingt mein Black It! – Schwarz Weiß Preset Pack (Eigenwerbung) ansehen. Hier gibt es neben den Presets auch noch einige Toolkit Presets und ein Videotutorial, in dem ich die Nachbearbeitung noch genauer erkläre.

Wie gesagt ist die Nachbearbeitung nur einer (aber auch sehr wichtiger) von den vier Schritten, um an ein gelungenes Bild zu kommen. Die Vorarbeit und bereits beim Shooting in schwarz-weiß zu sehen ist mindestens genauso wichtig. Ich empfehle daher, sich ruhig auch einmal eine analoge Kamera zu schnappen und einen entsprechenden Film einzulegen. Damit gibt es dann auch kein zurück mehr und man muss mindestens einen Film lang in schwarz-weiß denken.

Wer noch mehr zum Thema erfahren will, kann sich auch noch einmal ergänzend den Artikel „Wie du deine schwarz-weiß Fotografie auf das nächste Level bringst“ ansehen.

Markus Thoma

Ich bin Markus und schreibe aus meiner Erfahrung als Berufsfotograf über die kreative Art der Fotografie. Am liebsten fotografiere ich draußen Porträts - bei natürlichem Licht. Denn weniger ist meistens mehr. Hin und wieder bin ich auch gerne mal auf Reisen. Wenn ich gerade nicht fotografiere, findet ihr mich auf Metalcore Konzerten, in der Natur oder am Buffet. Schau doch auch mal auf meinen Social Media Kanälen vorbei:

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